Donnerstag, 1. Oktober 2020

Menschenrechte im Kampf gegen die Kirche?

Es muß auf den ersten Blick irritieren, wenn heutzutage die Vorstellung der Menschenrechte zum Kampfe wider die Katholische Kirche appliziert wird: Wird da nicht etwas an sich Gutes nur zu solch einem Kampf instrumentalisiert, wird das Gute mißbraucht?

Geben wir der Ex-“Bischöfin“ Frau Käßmann das Wort. Kath de berichtet über Käßmanns Eingriff in die innerkatholische Debatte um die Einführung des Frauenpriestertumes in der Sonntagsbildzeitung:

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz dafür kritisiert, die Forderungen von Frauen nach Zugang zu geweihten Ämtern bei der Herbstvollversammlung "wieder abgeschmettert" zu haben. "Es ist allerhöchste Zeit, dass die Kirchen, ja alle Religionen sich bewegen", schrieb Käßmann in ihrer Kolumne in der "Bild am Sonntag".

Im Grundgesetz sei die Gleichberechtigung von Frauen und Männern festgeschrieben, so Käßmann. "Können Religionen sich davon eigentlich ausnehmen?" Ich finde nicht." Die Theologin fragte weiter: "Warum haben Bischöfe, Kardinäle und Päpste Angst vor Frauen im geistlichen Amt?" Wenn Frauen Aufgaben von Priestern übernähmen, mache das das "Gesicht aller Kirchen menschlicher". Kath de 27.9.2020.

Im Hintergrund dieses Argumentes steht die Menschenrechtsideologie. Die verlange die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Dagegen verstöße die Katholische Kirche, indem sie Frauen, weil sie Frauen seien, die Diakonats-, Priester-und Bischofsweihe verweigere. Der Totalitätsanspruch dieser Menschenrechtsideologie lasse es also nicht zu, daß die Katholische Kirche sich nach den ihr eigenen Grundsätzen gestalten dürfe,denn die Kirchen werden als Subsysteme der Gesamtgesellschaft angesehen, sodaß das innere Leben dieser Subsysteme den Prinzipien der Gesammtgesellschaft zu subordinieren sei.

Dürfte also ein Theaterregisseur, wenn er eine Besetzung für die Rolle des Gretchens in Goethes Faustdrama sucht, einen männlichen Bewerber nicht ablehnen mit der Begründung, er sei ein Mann und keine Frau? Würde die Gleichberechtigungsforderung so unmittelbar in dem Subsystem des Theaters angewandt, würde das so groteske Folgen zeitigen: Frauen, die Männerrollen in Theaterstücken spielen, nur damit das Theater nicht eine Frauendiskriminierung vorgeworfen werden kann.

Daß Gott als Regisseur seiner Kirche für das dreigliedrige Weiheamt nur Männer vorgesehen hat, das widerspricht eben einer feministischen Auslegung der Menschenrechtsideologie und somit muß diese göttliche Ordnung beseitigt werden. Daß die Kirche und ihre Ordnung ein rein weltlich Ding ist und so ganz nach menschlichem Belieben gestaltet werden, als gäbe es keinen Gott und keine göttliche Ordnung, ist eben für die Ex“Bischöfin“ Käßmann eine Selbstverständlichkeit. Damit steht sie aber nicht allein, die Mehrheit des „Synodalen Irrweges“ stimmt dem sicher zu und selbst viele der Kritiker der Einführung des Frauenpriestertumes votieren ja dagegen, weil sie keine Chance sehen, diese feministische Reform in der ganzen Kirche durchzusetzen und keinen deutschen Sonderweg gehen wollen.

Warum allerdings Frauen als Diakone, Priester und Bischöfe die Kirche „menschlicher“ machen würden, das ist schwer nachvollziehbar, oder meint Frau Käßmann ernsthaft, daß die englische Regierung, als Frau Thatcher regierte, oder Deutschland, weil Frau Merkel regiert „menschlicher“ geworden sind?



Zusatz:

Es kann aber nicht übersehen werden, daß jede Religion zur Menschenrechtsideologie ein gespanntes Verhältnis aufweisen muß, denn das, was der Religion das Wesentliche ist, daß Gott den Religionen nicht gleichgültig gegenübersteht, sondern die wahre von den unwahren unterscheidet und so auch die Menschen nach ihrer unterschiedlichen Stellung zur wahren Religion beurteilt, das verbietet diese Ideologie, denn sie verlangt die Vergleichgültigung aller Religionen. So unschön das auch in christlichen Ohren klingen muß: Das Menschenrecht der freien Religionsfreiheit gilt auch für Satanisten mit ihren „schwarzen Messen“.

 

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