Karlheinz Weissmann weist in seinem sehr gediegenen Kommentar zum sogenannten „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ (Junge Freiheit, 19.10.2020) auf die Problematik dieser Erklärung des Protestantismus zur Niederlage Deutschlands im 2.Weltkriege und zum Verhalten der evangelischen „Kirche“ zum nationalsozialistischen Staat hin. Die reformierte Theologie Karl Barths habe sich in diesem Schuldbekenntnis durchgesetzt: „Für ihn war der Kern des Übels jener deutsche Nationalgeist, der von Friedrich dem Großen über Bismarck zu Hitler geführt hatte. Nur dann könnten die Deutschen – „aller anderer Völker mit Recht verhaßter und bekämpfter Feind“ – in den Kreis der Zivilisierten zurückkehren, wenn sie sich von diesem Erbe lossagten.“ Dies Zitat stammt aus der der Karl Barth Schrift: Karl Barth: Zur Genesung des deutschen Wesens. Ein Freundeswort von draußen, Stuttgart 1945, S. 90.
Eines ist dabei offenkundig, daß mit solch einer Äußerung die Kollektivschuldthese fundiert werden soll in dem unserem Volke spezifischen Nationalcharakter. Dies übersieht Prof. Dr. Knütter in seiner Schrift: „Deutschland als Feindstaat. Deutschfeindlichkeit gestern und heute“ 2020, indem er da undifferenziert von der „Deutschfeindlichkeit“ spricht. So verweist er rechtens auf die Vernichtungspläne N. Kaufmanns: „Deutschland muß vernichtet werden“ 1941 und auf Morgenthaus Plan zur Deindustrialisierung Deutschlands 1945- diese Pläne werden mit dem Negativcharakter des Deutschen Volkes begründet- und meint dann, daß die Kampagnen der DDR, Westdeutschland als Land ewiggestriger Nazis zu verunglimpfen, genauso deutschfeindlich gestimmt gewesen seien. Hier wird verkannt, daß einmal der Hitlerismus als die Erscheinung des Deutschen Volkscharakters bekämpft wird und daß andererseits der deutsche Faschismus, so die kommunistische Lesart, als ein Phänomen des Kapitalismus begriffen werden müsse, als eine besondere Herrschaftsform der Bourgeoisie. (Dimitroff, auf der Tagung der Kommunistischen Internationale 1934)
Erst nach der Wiedervereinigung der BRD mit der DDR setzte sich die ethnische, eher völkische Beurteilung, daß der Nationalsozialismus als aus dem Deutschen Charakter her zu erklären sei, durch. In dieser Tradition steht dann auch das bekannte Votum der protestantischen Ex“bischöfin“ Frau Kässmann, daß die rechte bzw rechtsradicale Gesinnung unter Deutschen vererbt wird: Wenn die Eltern und die Großeltern mütterlicher- und väterlicherseits Deutsche seien, entstammen daraus braun gesinnte Kinder. Einfacher gesagt: An allem sind irgendwie wir Deutschen schuld ob unseres verdorbenen Volkscharakters. Der hl. Augustin spräche da von einer „massa perditionis“.
Darum müssen wir für alle Ewigkeit büßen, ohne je auf eine Vergebung hoffen zu dürfen. Darum muß nun auch die Auflösung des Deutschen Volkes durch den Import von Flüchtlingen zum Aufbau einer multiethnischen Kultur von uns Deutschen begrüßt werden, weil wir so von unserem Deutschsein erlöst werden sollen.
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