Der Ausverkauf der Katholischen Kirche schreitet voran: eine weitere Idee zur Entkatholisierung der Kirche
Der Reformator Luther eröffnete ja seine destruktive Kirchenkritik mit seiner Polemik wider die kirchliche Lehre und Praxis vom Ablaß, aber zum Entsetzen aller ökomenisch engagierten Theologen hält die Kirche bis jetzt daran fest. Das ist ein Skandal, deshalb fordert nun auf Kath de ein „Fundamentaltheologe“ ein Ende dieser theologischen Lehre: „Missverständlich und ökumenisch belastet Theologe fordert Ende der Ablasstheologie“. (21.Dezember 2024) Daß diese Lehre den Protestanten mißfällt, ist ja für einen ökumenisch Engagierten schon Grund genug, diese Lehre aufzugeben, denn die wichtigste Aufgabe einer ökomenisch inspirierten Theologie ist ja das feinfühlige Aufspüren aller einen Protestanten vielleicht mißfallen Könnendem, um das dann aus der Kirche zu entfernen. Es war wohl die größte Fehlleistung der Katholischen Kirche, daß sie, statt in Gänze Luthers Theologie sich zu eigen zu machen, störrisch an ihrer katholischen Lehre fethielt und gar im Trienter Konzil die reformatorische Lehre als häretisch verurteilte.
Diesen Fehler nun zu revidieren und dafür zu sorgen, daß die Kirche endlich sich vollständig verprotestantisiere, ist nun das Destuktionsanliegen auch dieser neuen Idee der Abschaffung der Ablaßtheologie. An die Stelle der Ablaßtheologie soll nun dies treten: "Deutlich wäre zu machen, dass allen, die sich um ein Leben aus dem Glauben mühen, durch die Glaubensgemeinschaft Unterstützung und Hilfe zuteilwerden kann, gerade so, wie sich Christen von Anfang gegenseitig durch Zuwendung und Gebet zu helfen versuchten", so Böttigheimer. Die so ausgedrückte Solidarität im Glauben werde jedoch durch den traditionellen Ablassgedanken mehr verdunkelt als erhellt.“
Welch eine Confusion: Erstens ist der Adressat ein Mensch nach seinem Tode, der im Fegefeuer seine Sünden abbüßt und nicht um Christen, die noch auf der Erde leben. Zweitens ist der Ablaß als Gebet um einen Ablaß an den dreieinen Gott gerichtet, der darum gebeten wird, die Strafzeit im Fegefeuer abzukürzen oder ganz zu beenden. Genau genommen hilft so nicht der Christ einem anderen, sondern er bittet Gott um seine Hilfe für einen im Fegefeuer leidenden Christen. Es ist signifikant für den Anthropozentrismus eines solch modernistischen, daß für ihn Gott überhaupt keine Rolle spielt, sodaß er sich das Helfen nur als eine rein zwischenmenschliche Praxis imaginieren kann. Drittens bedeutet in der Katholischen Kirche die „Solidarität“, daß die Kirche dreigeteilt ist in die triumphierende im Himmel, die leidende im Fegefeuer und der kämpfenden auf Erden und daß nun jeder Teil zugunsten der zwei anderen wirkt. Wir Christen auf Erden beten für die „Armen Seelen im Fegefeuer“ und wir bitten die Heiligen im Himmel zugunsten von uns und den „Armen Seelen“ im Fegefeuer. Die Heiligen bitten nun für uns und für die „Armen Seelen“ und selbst die „Armen Seelen“ können für uns bitten. Der katholische Ursprung des nun leider verkommerzialisierten Halloweenfestes ist es ja, daß die „Armen Seelen“ uns erscheinen, um uns um unsere Hilfe zu bitten. Die besondere Maskerade dieses Festes soll ja uns plastisch vorgestellt an das Leiden der „Armen Seelen“ erinnern. Daß die Kirche so in ihrer dreifachen Existenzweise eine ist, das führt zu dieser Solidaritätspraxis.
Wo nun Ablässe nicht mehr erbeten werden, da wird diese kirchliche Solidarität aufgekündigt. Aber auch das ist etwas Charakteristisches des modernistischen Kirchenverständnisses, daß man, begeistert von Nietzsches Ausruf zur Treue zur Erde von dieser „Hinterwelt“ des Fegefeuers und auch kaum noch etwas von dem Jenseitsleben im Himmel wissen will. Das irdische Leben allein zähle, daß sich da die Menschen untereinander helfen, um das Erdenleben komoder zu gestalten. Ob dann der „Glaube“ in dieser „Glaubensgemeinschaft“ noch eine andere Rolle spielt als den eines Aufrufes zur Humanität , darf in Frage gestellt werden.
Corollarium
Diese Art des Theologietreibens hat sich vollständig von der Ausrichtung auf die Frage nach der Wahrheit emanzipert, um nur noch nach dem den potentiellen Konsumenten Gefälligem zu fragen. Unter der Verprotestantisierung ist somit auch nicht eine Aufnahme der positiven Lehrstücke der reformatorischen Theologie zu verstehen sondern nur die Bejahung ihrer antikatholischen Intentionen: Nur als eine Kritik des katholischen Glaubens um der Überwindung des Katholischen ist diese Art Theologie am Protestantischen interessiert.
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