Freitag, 8. November 2019

Unzeitgemäße Gedanken: zur Norm der Zeitgemäßheit

Ein aufschlußreicher Dialog über zeitgemäße Malerei findet sich in Thomas Manns Erzählung: "Die Betrogene" (zitiert nach: Thomas Mann, Die Erzählungen, Fischer 1997,S.906-979):
Eine Mutter debatiert mit ihrer Tochter, einer Nachwuchsmalerin über die Norm der Zeitgemäßheit der Kunst. Nachdem die Mutter ihrer Tochter skizziert hat, wie gemalt werden sollte, respondiert die Tochter so:

1. "Halt, halt Mama! Du hast ja eine ausschweifende Phantasie.Aber so kann man doch nicht mehr malen!" (S.909). Das Man diktiert, wie was jetzt zu malen ist. Die Phantasie will nun dies: Mandiktat außer Kraft setzen, indem sie sich einfach Möglichkeiten des Wie-Was-Malens erträumt. Aber die realistische Tochter muß hier die träumerisch veranlagte Mutter zurückrufen.

2. Die Mutter mißversteht dies Man: Du könntest so nicht malen, wie es mir vorschwebt, frägt sie.

3. Die Tochter korrigiert: "Du mißverstehst mich,Mama. Es handelt sich nicht darum, ob ich es könnte. Man kann es nicht. Der Stand von Zeit und Kunst läßt das nicht mehr zu." (S.909) Es gibt also die Norm der Zeit, die das, das Künstlerich wohl könnte, ihm nicht erlaubt.Was man nicht darf, das darf das Ich des Künstlers auch nicht, auch wenn es das kann. Das Nichtkönnen bedeutet hier also nicht ein Unvermögen sondern etwas Unerlaubtes. Der Einzelkünstler muß sich so dem Man unterordnen, wenn der Künstler als Künstler anerkannt werden will.

4. Die Mutter versteht nun das Anliegen ihrer Tochter: Das "fortschreitende Leben" verlangt, daß die Kunst nicht zurückbleiben darf. (S.909) Das Leben wird nun gedeutet als eine progressive Entwickelung, sodaß nur die Kunst legitim ist, die auf der Höhe der Zeit sich selbst bewegt. 
Die Mutter urteilt nun: "Desto trauriger für Zeit und Kunst!" (S.909).Der Fortschritt bringt eine Kunst hervor, die der Mutter nicht gefällt, aber sie muß es akzeptieren, daß ihr Kunstgeschmack nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, denn sie ist eben in der Vergangenheit mit ihrem Kunstverständnis verblieben.Die Phantasie wäre nun die Kraft, sich aus dieser Zeitgebundenheit zu emanzipieren, um Kunst so hervorzubringen, wie es ein freier Künstler wohl möchte. Aber der Künstler ist faktisch ein Gefangener seiner Zeit, des Zeitgeistes, der ihm das Wie-Was- Hervorbringen als Kunstwerk vorschreibt. Die Normativität der Zeit, daß die künstlerischen Hervorbringungen zeitgemäß zu sein haben, legitimiert sich nun durch dies besondere Verständnis der Zeit als einen progressiven Prozeß vom Dunklen zum Immerhellerwerdenden. Was gestern noch als Kunst galt, kann dem Heutigen schon nur noch Kitsch sein, so der Entwertungsprozeß der unaufhaltsam voranschreitenden Zeit.  

Was passiert aber, wenn der Glaube an diesen Fortschrittsprogreß sich auflöst? Kann dann die Zeit noch die Norm für Kunstwerke sein? Ein Verdacht drängt sich aber auf, daß nicht nur in der Kunst, sondern auch in allen Geisteswissenschaften aber gerade auch in der Theologie noch immer die Zeitgemäßheit die Norm bildet.  


  

Donnerstag, 7. November 2019

Irritierendes: Das Christentum -eine Buchreligion?

Spontan erhebt sich da doch der einsichtige Einwand, daß im Zentrum unserer Religion Jesus Christus, bzw. der dreieinige Gott stünde, oder moderner: spezifische Gotteserfahrungen vom Exodus aus Ägypten bis zum Ostersonntag, daß Jesus von Gläubigen als lebend erfahren  wurde. Das Eigentliche würde dann nur durch die Schriften der Bibel wiedergegeben, seien so aber doch nur eher Hinweisschilder auf das Eigentliche und nicht das Eigentliche selbst.Im Hintergrund steht eine kompexe metaphysisch zu brennende Vorstellung:

1. Die Schrift ist dem gesprochenen Wort nachgeordnet.

2. Das gesprochene Wort gibt nur das innerlich Gedachte wieder.

3. Das innerlich Gedachte ist das Eigentliche, das selbst unmittelbar ohne Sprache in mir ist.
    Alles Versprachlichte ist ja schon ein durch die Sprache Vermitteltes und  somit nicht mehr
    unmittelbar. Aber nur das Unmittelbare ist mir das Wahre.

Jedes Ereignis fände so einen Widerhall in mir selbst, aber in dem Prozeß der Vermittelung in eine Sprache und der Veräußerung in die Schrift, die Verschriftlichung verliert das Ereignis, so wie ich es erlebte, an Authenzität und wird so auch verfälscht. Der Text, die Schrift also ist so der entfernteste Ausdruck des ursprünglich Erlebten. So müsse eben die hl. Schrift auf das unter ihr liegende Eigentliche zurückgeführt werden, das sich dann verfremdet in dem sprachlich verfaßten Text wiederfände.  In Gerichtsprozessen liegen verschriftliche Aussagen von Zeugen vor und es ist nun die Aufgabe des Richters, sie auf ihren Wert für die vor Gericht behandelte Causa zu beurteilen.

Soll so nun auch der Bibelleser Richter über die Texte der hl. Schrift sein?  Faktisch erhebt der moderne Umgang den Lesenden zu solch einem Richtersein und versetzt die hl. Schrift in den Anklagestand, daß sie evtl das Eigentliche nicht wahrheitsgemäß wiedergäbe. Und schon die Versprachlichung  sei das erste Problem: Kann denn überhaupt die Sprache die Wirklichkeit objektiv wiedergeben oder verformt sie sie durch ihre Struktur, daß etwa jedes Ereignis uns durch die Sprachlichkeit des Denkens etwas wird, das wir als Subjekt- Prädikat aussprechen. Nietzsche kritsiert das etwa durch ein Beispiel wie: Das Ereignis des Donners und Blitzes wird versprachlicht zu: Der Donner (Subjekt) donnert (Prädikat), der Blitz blitzt, wo es doch nur ein Ereignis gäbe. So ließe schon die Versprachlichung das Eigentliche nicht mehr erfahrbar machen.

Dies ist wohl einer der Gründe, warum heutzutage selbst in unserer Buchreligion Medititationen und Ähnliches auf so viel Interesse stoßen. Denn darin wird das Unmittelbare, das Nichtvermittelte gesucht als meine authentische Erfahrung vom "Göttlichen". In der Stille könne Gott, wenn überhaupt noch, nur noch erfahren werden, im Weg in das Innerste des Menschen, der weltabgewandt dann in sich das Göttliche erspüren könne. Wie fad und profan ist dagegen das aufmerksame Lesen von Texten, auch wenn es Texte der hl. Schrift sind- aber das Heilige kann und ist ja gar nicht die Schrift, denn die könne doch nur ein Wegweiser zum Eigentlichen sein, das etwas ganz anderes sei als ein Text.

Wie nun aber, wenn die hl. Schrift uns ein anderes Verständnis zumutete? Denn es heißt da doch:"In principio erat verbum, et verbum erat apud Deum, et Deus erat verbum" Joh 1,1. Das verbum ist also das Erste und durch es ist alles. Was bedeutet das für die Sprache?Wenn alles durch das Wort ist, dann ist alles sprachlich strukturiert und dies Sprachliche alles Wirklichen korreliert dem sprachlichen Denken, das so wie das göttliche Verbum strukturiert ist. Es könnte auch von der Vernunft so gesprochen werden, daß weil alles aus göttlicher Vernunft ist, ist es auch durch die menschliche Vernunft begreifbar, ob der analogia entis. Aber das Verbum verweist auf die Sprachlichkeit der Vernunft und somit des Denkens.
So stünde die versprachlichte Darstellung eines Ereignisses dem Eigentlichen zumindest näher als die unmittelbare unreflektierte Erfahrung (wenn es so eine überhaupt gibt), denn das Wesen von Allem ist sein Sein aus dem Wort.  In der Versprachlichung, in der Aufhebung des unmittelbaren Eindruckes kommt so das Eigentliche des Ereignisses erst zu seinem Ausdruck. So erfährt sich der Mensch ja erst als freier, wenn er zu der Aussage, "Das wollte ich!" den Zusatz bildet: "Das hätte ich auch nicht wollen können!" Erst durch den Gebrauch des Konjunktives erfahrt sich der Mensch als frei, denn die Möglichkeit zum konjunktivischen Denken ist seine Freiheit. So konstituiert sich die Wahrheit, daß Gott den Menschen zur Freiheit bestimmt hat durch die Sprache, in der der  Konjunktiv existiert.

Das gesprochene Wort ist ein flüchtiges, es wird ausgesprochen, vernommen und es vergeht. Ganz anders die Wahrheit. Gott als die Wahrheit ist eben nicht dieser Struktur unterworfen, der des Werdens und Vergehens. Das gesprochene Wort steht so in seinem bloßen Ausgesprochensein der Wahrheit des Wortes entgegen. Die Wahrheit des Wortes findet so erst im geschriebenen Wort, im Text  seine seiner Wahrheit gemäße Form- im nur gesprochenen widerstreitet die Flüchtigkeit des Gesprochenen seinem Wahrheitsgehalt, das ist die Partizipation des wahren Wortes an dem wahren Wort, durch das alles ist, Gott selber.

Nähmen wir die hl. Schrift wahr als das göttliche Wort, dann fänden wir unsere Gotteserfahrungen gerade im Lesen der hl.Texte. Dort ist in unserer Buchreligion Gott für uns da und zwar gerade in den Texten der Bibel. Sie sind die permanente Präsens des Verbums, des Prinzipes von Allem in der Welt. 
  

Mittwoch, 6. November 2019

Unzeitgemäße Gedanken: Alles wird künstlich- nichts ist noch natürlich!

"Alles ist künstlich und künstlich erzeugbar.Träume,Kinder,Weltbilder.An die schöpferische Naturwidrigkeit ist der Mensch gefesselt.In Wahrheit ist seine Geschichte ein unaufhörliches Programm der Verkünstlichung." Pointiert führt Botho Strauß dann so diesen Gedanken weiter:"Nicht eine Pflanze im Garten, wie Gott sie schuf. Alles gezüchtet, bearbeitet,veredelt.Genmanipuliert.Nun denn: veredeln wir uns!" 
Der zivilisations- und kulturkritische Tonfall dieser Sätze ist wirklich unüberhörbar.Der Gegenpol bleibt hier unausgesprochen: das Natürliche, denn die Pflanze im Garten ist ja, genau bedacht selbst schon wieder etwas Künstliches, denn ein Garten ist keine natürliche Ordnung. Aber doch soll der Begriff der Pflanze des Gartens, wie Gott sie schuf, hier wohl das Natürliche als das Gute symbolisieren. Und dann trat wie auch immer der Sündenfall ein, indem der Mensch das Natürliche verkünstlichte
Hier wird uns sozusagen eine postmoderne Version der biblischen Sündenfallsgeschichte präsentiert mit wenigen, aber brillant formulierten Sätzen. Botho Strauß ist eben unbezweifelbar einer bedeutendsten Schriftsteller nach 1945. Das Zitat ist entnommen dem mehr als lesenswerten Roman, wenn dies Werk noch als Roman bezeichnet werden kann:"Die Fehler des Kopisten",2001, S.55.
Der Wille zur Verkünstlichung sei ein unaufhörliches Programm, in die der Mensch so eingebunden, gefesselt ist, daß es für ihn kein Heraustreten aus diesem Schicksal möglich ist. Bitter fügt so der Autor nach dem Appell: "veredeln wir uns!" hinzu: "Kristallisieren wir, technifizieren, artifizialisieren wir das Beste vom Menschen und bewahren es so vor seinem geschichtlichen Untergang!" (S.55) Ganz antimodern erscheint hier der Mensch nicht als Freiheit, als das Subjekt, das frei sich selbstbestimmt und so auch seine Lebenswelt- nein, er erscheint als ein vom Schicksal des Willens zur Verkünstlichung Getriebener, ja als wenn dies Programm der Verkünstlichung gar nicht sein eigenes Projekt wäre sondern ein ihm schicksalhaft Auferlegtes.
Das manifestiert erstmal die Entfremdung des Menschen von den Produkten seines eigenen Hervorbringens: Das, was er kreativ produzierte, die technische Zivilisation beherrscht nun ihn, den Hervorbringer.Ihm erscheint das von ihm Hervorgebrachtes selbst als etwas Fremdes, das ihn nun zu beherrschen beginnt. Die Pointe ist nun aber, daß der Mensch, indem er auch sich selbst als ursprünglich Natürliches verkünstlicht, sich auch selbst fremd wird, indem er sich in dem verkünstlichten Menschen selbst nicht recognizieren kann: Bin ich das noch, ein Mensch? 
Aber könnte das nicht auch ganz anders gelesen werden? Etwa  so:

"Zarathustra aber sahe das Volk an und wunderte sich. Dann sprach er also:
Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Thier und Übermensch, – ein Seil über einem Abgrunde. Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem-Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben.
Was gross ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist."

Nietzsche, aus der Vorrede zu: Also sprach Zarathustra. Tatsächlich, Botho Strauß thematsiert hier den Untergang des Menschen , aber er sieht nicht, daß dieser Untergang zugleich ein Übergang ist.
Spontan wird man sicher hier urteilen, daß eben Nietzsche ein antichristlicher Philosoph und Botho Strauß dagegen ein christlich anmutender  Melancholiker sei, der die noch von Adalbert Stifter so wunderschön beschriebene Naturordnung zerfallen sieht durch den sündhaften Herrschaftswillen des Menschen. Aber wie nun, wenn das darin implizierte Bild vom natürlich Gutem, in das der Mensch eingeordnet gehört, selbst nur ein aufgewärmter Rousseau ist mit seiner Mär vom gut-natürlichen Menschen, der dann  nur durch die Gesellschaft, die Kultur oder die Zivilisation verkorumpiert worden ist?
Bietet die große Schöpfungserzählung der Bibel uns nicht ein ganz anderes Menschenverständnis? So spricht da Gott zum Menschen:
"Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt die Erde und machet sie euch unterthan und seid Herren über (sie)." 1.Mose 1,28. Ist das nicht Gottes Programm für den Menschen, daß er die Welt zu gestalten hat, also die Natur zu verkünstlichen habe? Und der Mensch tritt in diesem Programm in einer eigentumlichen Zweifachheit auf, denn einerseits ist er das Subjekt der Weltgestaltung und andererseits fungiert er selbst auch als ein Objekt dieser Weltgestaltung. Er ist so sich selbst auch als Aufgabe gegeben, sich zu gestalten und das impliziert auch notwendig, sich aufzugeben, um sich zu etwas zu gestalten, was er noch nicht ist.Der Mensch ist so gesehen ein Projekt des Schöpfergottes, das sich zu etwas entwerfen kann und soll, das  aber so sich auch verfehlen kann.
Anders formuliert: Die Welt der Natur ist dem Menschen als Seele etwas Fremdes, nur als Leib ist er natürlich. "Naturwidrig" ist er so aber als Geistseele, die nun die Natur als das Andere und Fremde ihr gegenüber umgestalten will, um in ihr heimisch werden zu können.
Nur, wenn wir nun die obige Passage aus dem Roman Botho Strauß bedenken, dann drängt sich der Eindruck auf, daß das Programm der Weltbeherrschung, die ihrer Verkünstlichung zum Leidwesen des Menschen ausfällt. Der Mensch dieser Passage erfährt sich als dies Programm  Erleidender gerade in der Gewißheit, daß er diesem Programm unterworfen ist, aus dem er nicht mehr aussteigen kann. Er wird nämlich durch seine eigene Technik beherrscht, als daß er durch sie herrschen würde. Die Produkte des Menschen beherrschen den Menschen, obzwar er selbst sie produziert hat und produziert.Dem haftet etwas Schicksalhaftes an, seitdem das marxistische Konzept der Überwindung dieser Entfremdung des Menschen von sich selbst in der Praxis gescheitert ist. (Vgl dazu: Karl Marx, Ökonomisch-philosohische Manuskripte).
So bleibt uns nur Nietzsches Einsicht in die Lage des Menschen, aber auch der Wille, zu diesem Schicksalhaften Ja zu sagen:  Amor fati, denn das ist uns als Aufgabe aufgegeben in der ganzen Doppeldeutigkeit des Begriffes der Aufgabe als dialektische Einheit von Aufgabe und Übergang. Denn der Mensch lebt immer auch in der Gefahr der Möglichkeit der Renaturalisierung des Menschen, daß er doch lieber  als Thier leben will und sich so aufgibt als Mensch.
   

Montag, 4. November 2019

Wir gestalten Gott neu- der Alte ist nicht mehr zeitgemäß!

Der Fundamentaltheologe Magnus Striet plaudert offenherzig das Geheimnis modernistischer Theologie aus, daß sie vor der Aufgabe stünde, einen für den modernen Menschen akzeptablen Gott zu konzipieren. "Aber der Begriff von ihm wird menschlich normiert."(Ernstfall Freiheit, 2018, S.41), denn Gott dürfe kein anderer sein als ein freiheitsfürchtiger Gott. Er hat unseren "moralisch-ethischen Maßstäben" zu entsprechen. Ob dann dieser Gott, so konstruiert, auch wirklich so ist, ist dann eine Frage des Hoffens: O möge er doch so sein! Einfacher ausgedrückt: Der Gott, so wie ihn die hl.Schrift und die Tradition lehrt, ist eben nicht mehr marktgerecht, denn er ist nicht kompatibel mit den Konsumwünschen der Heutigen. Gott muß einfach modernisiert werden,damit er für uns akzeptabel wird.
Bischof Kohlgraf präsentiert uns dazu ein praktisches Beispiel dieser Umformungsarbeit.Völlig inakzeptabel ist doch für Heutige die Vorstellung eines strafenden Gottes, der gar Menschen ins Fegefeuer verurteilt. Deshalb sagt dieser Bischof: "Das Fegefeuer ist kein Ort der Qual" Katholisch de am 2.10. 2019:
"Christus ist nicht gekommen, um zu richten, sondern um zu retten". Im Tod begegne Jesus den Menschen nicht als strenger Richter, der über ihnen throne und sie von oben herab behandele, sondern in Liebe und Zuwendung. Gleichwohl sei der Tod ein Augenblick der Selbsterkenntnis, wie das eigene Leben verlaufen sei — und das könne auch schmerzlich sein. Die Christen sollten "die Rede vom Gericht" ernst nehmen, aber keine Angst davor haben."

1. Jesus Christus ist in seiner ersten Ankunft nicht gekommen, um zu richten, aber er wird kommen,um zu richten die Lebenden und die Toten. So bekennt es das Apostolische Glaubensbekenntnis. 

2. Jesus Christus begegnet uns nicht als "strenger Richter" sondern in "Liebe und Zuwendung",aber was ist mit der göttlichen Gerechtigkeit? Als Grundwahrheiten des Glaubens bezeichnete noch 1950 das Gottesdienstgesangbuch des Erzbistumes München und Freising:
"Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse. Ewige Seligkeit oder ewige Verdammnis wird das endgültige Geschick der unsterblichen Seele sein." (S. 15)Aber wer nur langsam lesend diese zwei Aussagen für sich wiederholt, wird urteilen müssen: Solche Wahrheiten verträgt der moderne Christ nicht mehr. Als Konsument hat er aber ein Recht darauf, daß ihm ein ihm genehmer Gott von der Kirche präsentiert wird!

3. Es gibt also kein Gericht mehr und schon gar keine Strafe, denn das Gericht ist nur dies, nämlich der "Augenblick der Selbsterkenntnis". Wenn normalerweise unter dem Gericht die Be- und auch Verurteilung des Angeklagten verstanden wird, wenn er als schuldig im Sinne der Anklage befunden wird, sodaß der Verurteilung eine Verurteilung zu einer Strafe folgt, kennt dieser Bischof eine ganz andere Art von Gericht. Das Gericht vermittelt nur noch die Selbsterkenntnis des Angeklagten und das ist alles. Die Maxime: Erkenne Dich selbst! wird so zur Wirklichkeit. So eine Selbsterkenntnis könne nun zwar auch schmerzlich sein, aber davor bräuchte sich der Christ - oder vielleicht auch niemand- zu fürchten, denn diese Selbsterkenntnis hat keine Folgen.
Das wäre so, als wenn der Richter am Ende der Urteilsbegründung zum Mörder sagte: "Sie sind ein Mörder- erkenne das an! und danach können sie als freier Mensch das Gericht verlassen." Jesus Christus würde also so wie dieser Richter richten und vor solch einem Gericht bräuchte sich niemand zu ängstigen.  

4. Zu einer Strafe verurteilt zu werden, weil man Verbrecherisches getan hat, ist nun kein Akt des Quälenwollens sondern ein Akt der Gerechtigkeit. Die Waage ist das Symbol der Gerechtigkeit, daß der Schwere der Straftat gegenüber die Schwere der Strafe auszufallen hat. Die Untat wird durch die Strafe so ausgewogen. Aber davon will dieser Bischof nichts mehr wissen. Das göttliche Gericht darf nur noch eine Selbsterfahrung sein, so bin ich wirklich, wobei dann diese Selbsterkenntnis für den Sicherkennenden folgenlos bleibt. Es gibt keine göttliche Verurteilung nicht zum Fegefeuer und- wir dürfen wohl im Sinne dieses modernistischen Bischofes hinzufügen, keine Verurteilung zur ewigen Verdammnis. Gottes Gerechtigkeit wird einfach hinwegdispuiert, weil Gott nur noch Liebe und Zuwendung sei.

5. Was bedeutet das aber für das Menschenverständnis? In diesem Gericht ist der Mensch in den Augen Gottes strafunmündig. Er kann und braucht für seine Tat nicht einzustehen. Wie einem unmündigen Kinde erklärt hier der väterliche Richter, daß das vom Kinde Getane nicht in Ordnung sei und die Einsicht in die Falschheit seiner Tat reicht für die Erziehung des Kindes. Vorkonziliar sah Gott den Menschen als Mündigen an, der verantwortlich ist für sein Böses und der auch belohnbar ist für sein Gutes- jetzt erfolgt die große Regression, denn der Mensch wird nun entmündigt, er ist nur noch das Objekt der liebenden Pädagogik Gottes, die dem Kinde zuruft: Das hast du aber gut getan, jenes aber nicht!, um es dann liebevoll in den Arm zu nehmen, denn der göttlichen Liebe ist letztendlich das Tuen und Nichttuen seines Kindes gleichgültig- oder wie es volkstümlich einfach der größte Kirchenlehrer des 20.Jahrhundertes auf den Punkt brachte: "Wir sind alle kleine Sünderlein..und kommen alle in den Himmel hinein!" Willy Millowitsch!       


Sonntag, 3. November 2019

Wo Gott völlig in die Irre ging- neuste Erkenntnisse der Amazonassynode

Schon allein die leider sachgemäße Überschrift (vom Übersetzer Augustin Arndt SJ, Die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes mit dem Urtexte der Vulgata 1903)des 25.Kapitels des 5.Buches Mose zeigt uns hinreichend den Skandal dieses Kapitels an: "Verführung der Israeliten zur Hurrerei und zum Götzendienst.Strafe" 
Daß hier die Partizipation von Israeliten an den Gottesdiensten der in Setim einheimischen Bevölkerung als Hurrerei und Götzendienst diffamiert wird, demonstriert doch nur überdeutlich, wie wenig Respekt die Bibel vor der Religiösität Andersgläubiger hat. Da wurden die Israeliten ganz im Geiste orientalischer Gastfreundschaft zu ihren kultischen Feiern eingeladen und sie verehrten mit den Einheimischen als Gäste sozusagen deren Götter. (25,1-3). Das wäre doch eine wunderbare Gelegenheit, den intrareligiösen Dialog zu führen, daß die jeweiligen Priester sich über Berufsinterna austauschten, ja man sich gegenseitig einlud zu den religiösen Festen, daß eben die Juden in ihre Liturgie die Götter der Heiden integrieren und Jahwe ein Gastrecht im Götterhimmel der Moabiter zugesprochen bekäme. Und vielleicht war das auch so, als sie, die jüdischen Gäste und die Moabiter zusammen Gottesdienst feierten und miteinader aßen.
Aber wie reagiert da Gott? (25, 3b): "et iratus Dominus"= Da zürnte der Herr".Hat den der Gott der Liebe, der Menschenfreundlichkeit etwas gegen diese so wunderschöne interreligiöse Praxis? Nur Ultraconservative nehmen doch an der päpstlichen Anbetungsaktion der Göttin Pachamama Anstoß, wie uns es nun nicht nur auf der Internetseite katholisch de vermeldet wird.
"In seiner Predigt verurteilte Papst Franziskus die Verachtung fremder Traditionen und ein Überlegenheitsdenken, das zu Unterdrückung und Ausbeutung führe. Auch unter praktizierenden Katholiken sei ein solches Denken verbreitet, kritisierte das Kirchenoberhaupt. " So Katholisch de am 27.10.2019:" "Um Gnade bitten, dass wir uns nicht für besser halten" Papst kritisiert Verachtung indigener Traditionen durch Katholiken" Also, was lernen wir daraus?

1. Die Unterscheidung von der wahren Gottesverehrung (wie Israel Gott ehrte) und der Götzenverehrung der Moabiter, die ihre Götter verehren, ist ein Ausdruck eines "Überlegenheitsdenkens".
2. Die vermeintlich wahre Gottesverehrung der Juden ist in Wirklichkeit nicht besser als die der Moabiter, die ihre Götter ehren.
3. So spricht nichts dgegen, wenn das Volk Israel an dem Kult der Moabiter partizipiert und deren Götter in ihren Jahwekult intgriert. 

Wer das kritisiert, von dem gilt: "Die dreiwöchige Synode war von scharfer Polemik ultrakonservativer Katholiken gegen indigene Riten begleitet gewesen." Kath de am 27.10. Also: Gott ist ein Ultraconservativer, da er über den Respekt, den das jüdische Volk hier der Götterverehrung der Moabiter erweist, sich erzürnt. Ein ultraconserativer Gott ist natürlich- um es mit den Worten des modernistischen Theologen Magnus Striet zu sagen, kein für uns Moderne akzeptabler Gott. (vgl Striet, Ernstfall Freiheit; Arbeiten an der Schleifung der Bastionen). Papst Franziskus schleift nun kräftig an dieser Bastion: Hier irrte Gott, denn er hätte diese Rezeption der moabitischen Götter in die Gottesverehrung der Israeliten gutheißen müssen. Sie hätten doch wirklich moabitische Götterstatuen in den Jerusalemer Tempel aufstellen können als Zeichen des Respektes der anderen Religion mit ihren Göttern.

Aber es kommt noch schlimmer- Gott hatte da wohl seinen rabenschwarzen Tag gehabt: Gott sprach zu Mose (4): "Nimm alle Häupter des Volkes und hänge sie im Angesichte der Sonne an Galgen, damit mein Grimm sich von Israel abwende."  (in patibulis wäre aber besser mit: an Kreuzen zu übersetzen.) Nun verdanken wir Papst Franziskus die revolutionäre Erkenntnis, daß die Todesstrafe nicht mit der Menschenwürde kompatibel sei, ja gegen sie verstoße. Nur, daß wußte Gott zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, daß die Würde, die er als Kreator dem Menschen verliehen hat, es ausschlösse, daß er Menschen zu Tode verurteilt! Und dann noch so ein grausamer Tod am Kreuz! Hier irrte Gott vollkommen.
Wir müssen uns glücklich preisen, daß wir einen Papst haben, der besser als Gott selbst sich in der Causa der Menschenwürde auskennt, und der diese ultraconservative Kritik Gottes an der Partizipation des Volkes Gottes an der Götterverehrung der Moabiter zurückweist. Gott zeige da keinen Respekt für die moabitische Tradition der Götterverehrung! 

Corollarium 1
Selbstredend ist diese päpstliche Anbetungsaktion der heidnischen Göttin auf dieser Räubersynode kein Einzelfall. Diese Aktion zeichnet sich ein in das Vorhaben der Katholischen Kirche, sich einzugliedern in das Großprojekt der Globalisierung, daß eine Einheitswelt geschaffen werden soll, in der dann auch alle religiösen Differenzen in dem grauen Einerlei der Einheitswelt untergehen sollen. 

Samstag, 2. November 2019

Der Totalausverkauf der Katholischen Kirche - ein Beispiel

Über den totalen Niedergang der Katholischen Kirche informiert uns mal wieder- ganz unbeabsichtigt- das nichtoffizielle und doch irgendwie offizielle Internetportal: Katholisch de. Dresdens ehemalige "Oberhirte" Joachim Reinelt offenbarte das Zukunftskonzept der Kirche:
 
"In Kleinstädten und Dörfern schwinde das kirchliche Leben immer mehr, sagt Dresdens früherer Oberhirte Joachim Reinelt. Die Kirche solle sich mit ihren Aktivitäten deshalb auf die Großstädte konzentrieren. " (30.10.2019) Aber was soll und kann die Kirche dann in den Großstädten noch verkünden, wenn sie das Land- und die Kleinstädte aufgeben soll, da da sich kaum noch wer für die christliche Religion interessiere? Die bischöfliche Antwort:

" Als Minderheit mit einem Bevölkerungsanteil von etwa dreieinhalb Prozent solle die katholische Kirche versuchen, die Mentalität der Menschen in dreifacher Richtung zu verändern, empfahl Reinelt. Sie solle die Welt als Schöpfung bewusst machen, die nicht von blindem Zufall regiert werde. Zudem solle die Kirche der Reduktion des Menschen auf ein Leistung bringendes Produktionsmittel entgegenwirken und solle die Gemeinschaft und die "Freiheit des Festes" am Sonntag in den Vordergrund stellen."

1. Die Welt soll als Schöpfung bewußt gemacht werden.
2. Der Mensch soll sich nicht nur von seiner Leistung her verstehen.
3. Der Sonntag soll als freier Tag, als Festtag gewürdigt werden.

Und Gott, Jesus Christus, Religion, Glaube etc....alles bedeutungslos für diesen Bischof a.D. Er kommt bei dem, was die Kirche heute Großstädtern noch zu sagen hat, ganz ohne Gott aus, wenn man den Begriff: Schöpfung so deutet, wie er heute zeitgemäß verstanden wird, als Appell, im Sinne des Naturschutzes pfleglich mit der Natur umzugehen. Daß die Welt von einem "blinden Zufall" regiert wird, das haben gerade die Marxisten in der DDR energisch bestritten, das kann gerade auch so ein Atheist sagen. 
Aber was will dieser Exbischof alles nicht mehr sagen, weil es für Großstädter irrelevant geworden ist! Was uns hier vorgeführt wird, ist eine Totalkapitulation der Kirche, und das aus dem Munde eines Bischofes a:D.

Zusatz- ohne Kommentar:
Warum sollten Männer, "die sich als christliche Familienväter bewährt haben", nicht Priester sein? Der Dresdner Ex-Bischof Reinelt findet: Es ist Zeit für einen Wandel.


Freitag, 1. November 2019

Pachamama- oder was verehrt die Kirche seit der amazonischen Räubersynode

„Pachamama dieser Orte,
trink und iß nach Belieben diese Gabe,
damit diese Erde fruchtbar sei.
Pachamama, gute Mutter,
sei uns gnädig! Sei uns gnädig!
Gib, daß die Ochsen gut laufen und nicht müde werden.
Gib, daß die Saat gut aufgeht und nichts Schlimmes geschehe,
der Frost sie nicht zerstöre, daß sie gute Nahrung hervorbringt.
Dich bitten wir: Schenk uns alles.
Sei uns gnädig! Sei uns gnädig!“


Kath de berichtet: Der italienische Ableger des päpstlichen Missionswerks Missio hat vor der Amazonas-Synode anscheinend ein Gebet an die indigene Mutter-Erde-Personifikation "Pachamama" veröffentlicht. In dem Text wird sie um gesunde Tiere und eine gute Ernte gebeten, berichtet das Portal "Catholic Culture" am Dienstag. Demnach wurde das Gebet im April dieses Jahres in einer Publikation explizit für die Amazonas-Synode herausgegeben.

Die Amazonas-Räubersynode hat so mit ihrem Präludium, einer Anbetung der Pachamamastatuen, an der sich der Papst selbst beteiligte, noch die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Während sich das katholische Medieninteresse auf den Kampf wider den Zölibat und die Hoffnung auf die schrittweise Einführung des Frauenpriestertumes kaprizierte, öffnete hier die Kirche ihre Tore weit für eine neoheidnische Götzenverehrung. Das Video über diese Aktion des Papstes und seiner Kombattanten ist leider eindeutig, hier kann nichts mehr zum Guten uminterpretiert werden. Im Kontext der Umweltschutzhysterie ist eben die heidnische Vorstellung von der "Mutter Erde", die es zu verehren gilt, anschlußfähig. Die Resakralisierung der Natur soll diese eben vor den Beherrschungsinteressen des Menschen schützen. Was heilig ist, darf der Mensch nicht ausbeuten.
Und so kam die Göttin Pachamama zur Räubersynode. "Die Göttin Pachamama (Aussprache: [patʃaˈmama]) oder Mama Pacha (Quechua und Aymara: „Mutter Erde, Mutter Welt, Mutter Kosmos“) gilt einigen indigenen Völkern der Anden Südamerikas als personifizierte Erdmutter,[1][2] die Leben in vielfacher Hinsicht schenkt, nährt, schützt und zu ritueller Kommunikation fähig ist. Pachamama ist Vermittlerin zwischen Ober- und Unterwelt. Die Quechua und Aymara verehren die Pachamama als allmächtige Göttin, die allen Kreaturen das Leben schenkt und sie nährt." Wikipdia, Pachamama.  

Was ist nun theologisch zu dieser Causa zu sagen? Die einfachste Antwort wäre wohl die, daß es nur einen wahren Gott gibt, den, die uns die hl. Schrift und der Glaube der Katholischen Kirche bezeugt und daß alle anderen Götter Nichtgötter, Götzen sind. Aber was sind dann diese Nichtgötter? Die einfachste und zugleich problematischste Antwort wäre wohl die, daß sie reine Produkte menschlicher Erfindungskraft wären. Dann kann noch und müßte auch noch über die Gründe dieser Phantasieproduktion nachgedacht werden, ob der Grund etwa darin läge, daß in Folge mangelhafter Naturerkenntnisse für natürliche Ereignisse Götter als Ursachen angenommen worden sind,(sodaß gälte: Je mehr Naturerkenntnis desto weniger Götterglaube und Religion), oder daß die Götter eben sich einem Priesterbetrug verdankten, daß die Götter von ihnen erfunden wurden aus reinen Berufsinteresse.
Eines ist dabei sonnenklar, daß all diese religiösen Kulte sich auf Nichts bezögen, denn in ihnen wurde etwas verehrt, was es gar nicht gibt und so können all diese Kulte auch nie etwas bewirkt haben. Es war so entweder eine rein illusionäre Praxis oder eine betrügerisch inszenierte. Nur, wie ist es vorstellbar, daß von so vielen Menschen auf der ganzen Erde so lange Zeit etwas praktiziert wurde, was völlig wirkungslos ist, das außer den Priestern keinem Nutzen erbrachte? Widerspricht das nicht jedem Handlungspragmatismus, daß etwas um eines Zieles willen getan wird? Wenn eine Handlung nie ihr angestrebtes Ziel erreichen würde, etwa daß durch einen Fruchtbarkeitskult die Fruchtbarkeit des Bodens oder der Nutzpflanzen und Nutztiere gesteigert wird, warum würde das dann noch weiter praktiziert. Lotto wird ja auch nur deshalb heute noch gespielt, obzwar jeder weiß, wie gering die Gewinnchancen sind, weil gewußt wird, daß immer wieder irgendwer die 6 Richtigen schafft. Gewönne nie jemand im Lotto, niemand spielte noch Lotto.
Darüber hinaus bringt diese Dekonstruktion der Götter, sie sind nichts außer das Produkt menschlicher Phantasie die christliche Religion selbst in eine große Bedrängnis: Warum sollte das, was für alle Götter gilt, daß sie nur Hervorbringungen menschlicher Kreativität sind, nicht auch für den Gott der christlichen Religion gelten? (Der Theologe Magnus Striet bejaht das sogar in seinem Buch: "Ernstfall Freiheit", nur hofft er dann, daß es diesen von Menschen kreierten Christengott dann auch wirklich gäbe.)
Es muß deshalb kritisch nachgefragt werden, woher denn die Gewißheit herkomme, daß alle Nichtgötter (Götzen) gar nichts sind außer daß sie Produkte menschlicher Phantasie sind? Was Nichtgott ist, ist nicht notwendig nichts. So sind Engel und Daimonen (gefallene Engel) sehr wohl etwas, ja sind übernatürliche Wesen mit übermenschlichen Kräften ausgestattet und so, auch wenn sie nicht Götter sind, doch etwas sehr Starkes und Lebendiges.
Als der Höchste (den Göttern) die Völker übergab, als er die Menschheit aufteilte, legte er die Gebiete der Völker nach der Zahl der Götter fest, der Herr nahm sich sein Volk als Anteil, Jakob wurde sein Erbland." Das steht so geschrieben in der hl. Schrift, 5.Mose, 32.8f.
Wird diese Aussage theologisch gedeutet, dann heißt das, daß es Engel gibt, für die Gott selbst ihren Geltungsbereich festsetzte, sodaß es Völkerengel gib, daß Gott ihnen Völker zuteilte. Nicht schaffen sich die Völker ihre Religion (als Engelverehrung), sondern die Engel schaffen sich ihre Religion in den ihnen zugeteilten Völkern. Denn wie der Herr in seinem Volke die seinige Religion erwirkte, so erwirken in den anderen Völkern die Götter (die Engel) ihre den Völkern eigene Religion. Die Religionen der Völker bezögen sich so auf die Götter, also die Engel, wohingegen nur die Religion des Volkes Israel sich auf den wahren Gott bezöge.
Wenn nun diese Vorstellung von den Religionen der Völker erweitert würde durch die, daß die gefallenen Engel ihrerseits Religionen stiften, um die anderen und isb. die wahre zu bekämpfen, könnte dies ein Gerüst für eine praktikable Theologie der Religionen bilden. Der Apostelfürst Paulus verweist ja eigens darauf hin, daß durch falsche Engel ein anderes Evangelium (eine falsche Religion) in die Welt gebracht werden könnte. (Galaterbrief 1,8). Die vielen Religionen verdankten sich so primär nicht der menschlichen Kreativität sondern der der Engel und Daimonen.Sie bezögen sich so auch nicht auf nichts, sondern auf etwas Reales und wirklich Lebendes, das dann auch wirklich effektiv kultisch religiös verehrt werden kann.
Aus der Sicht der christlichen Religion wird so jede andere Religion zur unwahren, wenn sie sich als von Engeln hervorgebrachte gegen ihre eigene Aufhebung in die wahre Religion widersetzen, indem sie sich selbst bewahren wollen, statt ihrer Bestimmung nach sie zu vollenden in der wahren Religion. Sie gleichen so Raupen, die nicht sich zum Schmetterling wandeln lassen möchten, denn das ist immer auch ihr Tod als Raupe um der Auferstehung als Schmetterling willen. Anders sähe es aus mit Religionen, die direkt von Daimonen her hervorgebracht worden sind und durch sie auch lebendig erhalten werden: Sie sind eben von Natur aus antichristlich. Es wäre eine verhängnisvolle llusion, wenn man meinte, das gälte nur für den offensichtlichen Sataismus und dem Okkultismus. (Ich persönlich neige dazu, zu sagen, daß diesbezüglich mehr Wahrheit in so phantasievoll geschriebenen Romanserien wie "John Sinclair", "Professor Zamorra" und "Tony Ballard" enthalten ist, als in der seicht aufklärerischen Meinung, der Okkultismus und der Satanismus wären nur rein menschliche Phantasieprodukte.
Das heißt für die Katholische Kirche, daß wenn sie selbst heidnische Kulte in sich aufnimmt, auch etwas Reales in sich aufnimmt, eine kultische Verehrung von wirklich Lebendigem, das in der wahren Religion nicht verehrt werden darf, ja, daß vielleicht gar Daimonisches sie in sich aufnimmt. Es muß daran erinnert werden, daß der Satan selbst zum ersten Male direkt in der urchristlichen Gemeinde, im Schülerkreis Jesu Christi das Wort ergriff, als er durch den Apostel Petrus sprach, um Jesus von seinem Kreuzesweg abzuhalten. Jesus rief: "Weiche von mir, Satan!" und das zu dem Apostel Petrus!
Aber die Amazonasräubersynode, sie öffnete mit ihrer Pachamamaverehrung die Tore, damit nun neoheidnische Kulte in der Kirche ihre neue Heimat fänden. Daß das päpstliche Missionwerk dabei den Türöffner spielt, spricht Bände für den Zustand der Kirche. So weit regiert der Teufel schon in die Kirche hinein.

Sondermeldung:  31 Oktober 2019, 19:50  kath net
"Kräutler möchte 'Pachamama' in katholische Liturgie integrieren!"An solchen Bischöfen hat der Satan gewiß seine größte Freude!