Mittwoch, 15. Juli 2020

Nachdenken über den Menschen: einzigartig oder Teil von?

Das Leben ist zugleich das Leben der Art, welches sich durch das Leben und Sterben ihrer Mitglieder fortpflanzt, und das Leben jedes einzelnen Mitglieds.“ (Zizek, Weniger als nichts,2016, S.746). Das ist auf den ersten Blick keine Beachtung verdienende Feststellung und doch enthält sie Brisantes.Diese Aussage trifft nämlich auch auf den Menschen zu:Als Mensch ist er Teil der Gattung Mensch, die selbst noch einmal ausdifferenziert ist in Rassen und Völkern. Wie ist nun aber das „Und“ zu bestimmen, daß es das menschliche Leben als Gattungs- Rassen- und Volksleben gibt und als das des Einzelmitgliedes? Jedes Mitglied sei so gespalten in „sein eigenes,besonderes, endliche Sein“ und in das seiner Art. (S.746f).
Ist dies Gespaltensein konstitutiv für das Leben des Menschen? Aber es wird noch komplizierter: Dadurch daß der Mensch auch Geist sei gälte nun: „Im Leben des Geistes stellt sich eine Singularität zwischen die Art und ihre einzelnen Mitglieder.In der Folge kann ein Individuum nicht mehr darauf reduziert werden, ein besonderes Mitglied seiner Art zu sein, das deren höheren allgemeinen Interessen untergeordnet ist.“ (S.747) Das Teil des Ganzen soll nun eine Singularität sein und somit löst es die Struktur des Ganzen und seiner besonderen Glieder auf. Es ist somit nichts Höherem gegenüber subordiniert. Es verblüfft, dieses Basiscredo des Liberalismus hier von Zizek vertreten werdend zu sehen. Diese Positionierung des Individuumes als Singularität läßt ja Moeller van den Bruck ausrufen, daß am Liberalismus die Völker zu Grunde gehen.
Aber befragen wir doch einfach mal dies Konzept der Singularität. Löst dies nicht die Spaltung des Menschen in sein Sein als Teil eines Größeren, der Menschheit, einer Rasse und eines Volkes, aber auch eines Geschlechtes und seinem Sein als besonderes Individuum auf, daß es jetzt nur noch ein ungespaltenes Eins ist?
Zudem, gibt es den Geist nur als singulär einzelnen, sodaß es keinen übergeordneten Geist, den menschlichen, den rassischen , den völkischen und den geschlechtlichen gäbe? Wie könnte dann aber ein Subjekt Teil von etwas Höherem sein, wenn nur das Subjekt als Singularität vorgestellt Geist hat, aber nicht das Allgemeinere, an dem es partizipiert und so nur ein Mensch ist.
Wäre die Menschheit geistlos, könnte die Singularität nicht mehr ein Mensch sein, sie wäre ob ihres Geistes kein Mensch mehr, wenn das Menschsein als Ganzes geistlos wäre.
Denken wir dieses Problem anders: Jeder Einzelmensch ist eine Individuation der Idee des Menschseins. In der Idee ist der Mensch als dialektische Einheit von Seele und Leib gedacht in der Polarität von Mann und Frau. Demzufolge ist auch jede Individuierung dieser Idee als Einzelmensch eine solche Einheit. Damit ist aber auch ein Spannungsverhältnis mitgesetzt, nicht nur das zwischen der Seele und dem Körper sondern auch das zwischen der Idee und der Individuation. Der Mensch ist so Gattungswesen und ein Individuum. Angesichts der Ausdifferenzierung der Idee des Menschen in Rasse, Volk und Geschlecht partizipiert so jedes Individuum an mehreren ihm Übergeordnetem. Er kann sich so universalistisch als ein Mensch, als Angehöriger einer Rasse und eines Volkes oder als eine Frau oder ein Mann verstehen. Er kann dies, weil er all dies ist. So ist er nicht einfach, sondern vielfach gespalten.
Daß er sich zu dieser Zerspaltung selbst noch einmal reflexiv verhalten kann, das ist gerade seine Freiheit und sein Vermögen, Nähe und Distanz zu anderen Menschen aufzubauen. Bindet das Insistieren auf die jeweilige Volkszugehörigkeit jeden mit jedem Volkszugehörigen, so entbindet sich ein Volkszugehöriger, wenn er sich primär als Mann versteht im Kontrast zum Frausein und es wird die Volkszugehörigkeitsbindung gelockert, versteht wer sich primär nur als ein Mensch, kosmopolitisch oder universalistisch.
Nur eines scheint kaum möglich, ein einfaches ganzheitliches Eins zu sein. Dies wäre nur möglich, wenn ein Mensch sich ganz und gar entmenschlichen könnte, um nur noch eine einzigartige Singularität sein zu wollen.

Wie sich nun Menschen auslegen,und sich auslegen müssen ob ihrer inneren Zerspaltung, das präjudiziert natürlich seine Vorstellung vom richtigen, moralischem Leben: Wem bin ich wie verantwortlich?

 



Dienstag, 14. Juli 2020

„Wir kamen nach Deutschland nicht als Befreier, sondern als Eroberer.“

Wir kamen nach Deutschland nicht als Befreier, sondern als Eroberer.“ (Der Monarchiefreund, 2/2020 S.4)In diesem Artikel wird der 1945 gedrehte amerikanische Propagandafilm: „Here is Germany“auf die Frage hin analysiert, welches Bild von Deutschland vermittelt er und welche Konsequenzen zieht er daraus. Der „böse deutsche Sonderweg“ habe konsequenterweise zu den Gaskamern Auschwitz führen müssen. Die Kollektivschuldthese, alle Deutschen seien schuld am Holocaust fundiert sich so in dem Verständnis der deutschen Kultur, die ihr Eigenstes im Holocaust zum Ausdruck gebracht habe. Von der preußischen Unkultur über die „Hunnen“ des 1.Weltkrieges bis zu den Nazis gäbe es eine ununterbrochene Kontinuität.
Darum muß nach dem Sieg über Deutschland die deutsche (Un)Kultur überwunden werden.
Das liest sich so: „Wir kamen nach Deutschland nicht als Befreier, sondern als Eroberer. Dieses Mal werden wir in Deutschland bleiben, für zwanzig, wenn nötig für immer.(...)Wir haben Deutschland von Hitler befreit und vom Generalstab, vom Nationalsozialismus und Militarismus. Aber nicht von Friedrich (dem Großen),von Bismarck und dem Kaiser. Von deutscher Geschichte und Tradition. Dies muß der Deutsche selbst tun. Bis er dies tut, bleibt er ein potentieller Feind der Zivilisation.“ (S.5)
Also erst wenn der Deutsche entdeutscht ist, hört er auf, ein Feind der Zivilisation zu sein. Dies Entdeutschungsprogramm soll nun (unter der Aufsicht der Siegermacht) der Deutsche selbst vollziehen. Angespielt wird dabei auch auf die Betonung der Differenz zwischen der deutschen Kultur und der westlichen Zivilisation, wie sie etwa Thomas Mann in seinen „Unpolitischen Betrachtungen“ expliziert hat unter der Fragestellung, ob wir Deutsche noch Deutsche sein wollen oder ob wir uns verwestlichen wollen. Daß wir Deutschland heutzutage so selbstverständlich als zum freien Westen dazugehörig vorstellen, demonstriert, wie effektiv dies Entdeutschungsprogramm gewesen ist, daß wir unsere eigene nichtwestliche Kultur aufgaben.
Aber dieser antideutsche Kulturkampf ist noch nicht beendet. Jetzt gilt nicht nur Bismarck als nicht mehr akzeptabel, selbst einer der größten deutschen Philosophen Kant wird jetzt als rassistisch verteufelt.
Um es mit der politisch hundertprozentig politisch korrekten TAZ zu formulieren: Es muß eben die deutsche Dreckskultur beseitigt werden. 1945 wurden wir Deutschen auf diesen antideutschen Kurs eingeschworen, der die heutige Politik bestimmt und jetzt durch die Antirassismuskampagne noch forciert wird: Die deutsche Kultur ist eben ein Übel an sich. 

Diese drei Zitate mögen anzeigen, wie sehr dies antidutsche Programm schon verinnerlicht ist:

Ute Sacksofsky, SPD Mtglied und Juraprofessorin:

"Gehen wir davon aus, daß es um die Weitergabe deutschen Erbgutes nach der natiolsozialistischen Gewaltherrschaft nicht mehr gehen kann. Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn die Deutschen aussterben sollten?[...]Das Territorium, auf dem sich derzeit Deutschland befindet, könnte der Natur zurückgegeben oder (das ist wahrscheinlicher) von anderen Menschen besiedelt werden." zitiert nach: Jürgen Graf, Der geplante Volkstod, 2016, S.413f)

Werner Patzeld, Politologe, Dresden: skizziert die antideutsche Haltung so:  
"Der Deutsche an sich neigt [...]zum Faschismus. Wenn wir die deutsche Kultur aufbrechen, weltweit öffnen, liberal machen und das Deutsche in Deutschland durch Aufnahme anderer Kulturen verdünnen, dann machen wir dieses Land nazisicher."(Graf, S.590) 
  
"Stefanie Drese SPD, stellvertretende Fraktionsvorstzende der SPD im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns:
"Den Antrag der NPD-Fraktion,den biologischen Fortbestand des deutschen Volkes zu bewahren, lehnen die Vertreter der demokratischen Fraktionen, in deren Namen ich heute spreche,mit aller Nachdrücklichkeit und aufs Schärfste ab. Dieser Antrag ist rassistisch und menschenverachtend".(zitiert nach W. Hackert, Antigermanismus, Globalismus,Multikulti, 2015, S.210). 

 

Montag, 13. Juli 2020

Ein Auftragsmord wird inspiziert Papst Franziskus

Papst Franziskus hat Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen. Eine Schwangerschaft abzubrechen sei "wie jemanden zu beseitigen". "Ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?", fragte der Papst die auf dem Petersplatz zur Generalaudienz versammelten Gläubigen. "Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?", fuhr er abweichend von seinem Predigttext fort. (Tagesschau am 5.3.2020)
Wie wird nun der Mord definiert?
Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Ist also das Tötenlassen eines Kindes im Mutterleibe ein Mord, da diese Tat dieser Definition entspricht? In Anlehnung an Professor Hübnes Vorlesung über die praktische Philosophie kann dies Schema zu Grunde gelegt werden: Zweck, Mittel und Nebenwirkung. Dabei wird dann zwischen dem Intendierten und dem Nichtintendierten unterschieden und die moralische Verantwortlichkeit primär auf das Intendierte fokussiert.
Aber es ist wohl nicht möglich zu urteilen, daß der Zweck der Abtreibung es sei, daß die Mutter nicht mehr Mutter sein will ihres Kindes in ihrem Mutterleibe, daß dann das Mittel der Abtreibung gewählt würde und daß dann als Nebenwirkung der Tod des Kindes einträte. Das Kind soll nicht mein Kind sein/werden, kann als der Zweck der Abtreibung bestimmt werden und dann als das Mittel die Tötung des Kindes.
Vergleichen wir dies mit einem Raubmord: Der Zweck ist die Bereicherung, das Mittel die Tötung eines Reichen. Wie verhalten sich hier Zweck und Mittel? Der Täter verfügt über eine Alternativmöglichkeit: Er hätte das Opfer mit seiner Tötung drohen können, um so das Geld von ihm zu bekommen. Kann dann die Tötung noch „nur“ als Mittel zur Verwirklichung des Zweckes angesehen werden, wenn dem Täter diese Zweitmöglichkeit zur Verfügung stand? Was motiviert dann den Täter zur Tötung des Opfers, wenn durch eine Bedrohung mit dem Tod das Ziel auch erreicht werden konnte? Dafür reicht die bloße Motivation des Sichbereichernwollens ja nicht aus!
Wenden wir uns wieder der Abtreibung zu: Die Mutter will nicht,daß ihr Kind ihres sei.
Um des Zieles willen bräuchte so das Kind nicht getötet werden, aber viele Frauen lassen lieber ihr Kind töten als daß sie es bei Adoptiveltern leben lassen. Wie begründet sich nun diese Entscheidung für das Töten des Kindes, wenn es auch am Leben gelassen werden könnte und es dann trotzdem nicht das Kind dieser Mutter bliebe ob der Adoption?
Die Intention bei einer Abtreibung ist eindeutig die Tötung des Kindes im Mutterleibe. Die Tötung ist eindeutig heimtückisch, denn das Kind hat keinerlei Chance, den Angriff auf sein Leben irgendwie zu entkommen. Zur Veranschaulichung: In klassischen Western versuchen die „Bösewichte“ gern, den Helden hinterrücks zu erschießen (das ist das Musterbeispiel einer heimtückischen Tötung), der Held dagegen fordert den „Bösewicht“ zum Duell, in dem die Beiden die selbe Chance haben, den Anderen zu töten und so ihr Leben zu retten- das wäre dann keine heimtückische Tötung mehr.
Kann es nun einen irgendwie moralisch legitimen Grund geben, das eigene Kind töten zu lassen, wenn das Ziel, das soll nicht mein Kind sein, auch durch das Mittel der Freigabe zur Adoption erreicht werden kann?
Man stelle sich diesen Fall vor: Ein vermögender Ehemann, vier Kinder möchte seine Ehefrau loswerden, weil er eine andere heiraten will. Nun kann er sich von ihr scheiden lassen oder sie töten, um wieder zumindest weltlich neu heiraten zu können. Er geht davon aus, daß bei einer Scheidung der Ehefrau das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen werden wird in einem Scheidungsprozeß und er viel Geld zahlen müßte an Unterhalt, da er sehr gut verdient. Da beschließt er, seine Frau töten zu lassen, da das für ihn „besser“ ist: Er behält die Kinder und spart Geld. Diese Entscheidung zum Tötenlassen seiner Ehefrau wird Niemand als moralisch irgendwie rechtfertigen können, gerade auch weil es ja die Alternative der Scheidung für ihn gibt.
Warum sollte dann irgendwie die Entscheidung der Mutter, ihr eigenes Kind töten zu lassen, moralisch legitimierbar sein, wenn es die Alternative der Freigabe zur Adoption gibt? Der Wille, das eigene Kind zu töten, gründet sich ja nicht mehr allein aus dem Wunsch, daß dies Kind nicht das eigene sein soll, sondern es müssen weitere Gründe existieren,damit der Tod des Kindes der Option, es weiterleben zu lassen bei Adoptiveltern vorgezogen wird. Das können angesichts der Alternativoption nur niedere Beweggründe sein, einen Menschen zu töten, den man auch hätte leben lassen können, wenn der Zweck, daß das Kind nicht das eigene Kind sein soll,auch ohne seine Tötung erreicht werden kann.










































































Sonntag, 12. Juli 2020

Ein Angriff auf das Fundament des christlichen Glaubens- natürlich von einem Theologieprofessor

Unverkennbar wird die Wahrheit der Katholischen Kirche heute mit dem Begriff der Gewissensfreiheit bekämpft. So erinnere ich mich gut eines ständigen Diakons, der erklärte, er könne es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, an einer eucharistischen Anbetung teilzunehmen in dem Spital, wo er vorrangig eingesetzt wurde, da er hier für die Patienten da zu sein habe.
Ein Theologieprofessor, Herr Söding unterbreitet nun den wirklich nicht sehr originellen Vorschlag, im Kampf für ein „gemeinsames Abendmahl“ einfach die katholische Lehre für letztlich unverbindlich zu erklären, damit jeder Katholik es handhaben kann, wie es ihm gefällt. Verbietet die Kirche ihm etwas, dann mißachte sie so die Freiheitsrechte ihrer Gläubigen, denn Freiheit heißt, daß ich tuen darf, was ich will, also meinem Gewissen. Kath de am 11.7.2020 : „Söding zu gemeinsamem Abendmahl: Zu wenig Freiheitsrechte für Gläubige“. Das leuchtet ein, daß die Kirche, wie auch Gott den Menschen nichts verbieten darf und so sagt ja Jahwe zu seinem Volke Israel, daß sie, wenn sie mögen, auch gern an Götzenopferkulten teilnehmen können, da er ihre Freiheit respektiere. Und Jesus hat auch nichts den Gläubigen untersagt, da er ja ihre Freiheit respektierte. Weiter ist dann da zu lesen: „weist Söding darauf hin, dass den Menschen, die "Abendmahl und Eucharistie aus vollem Herzen feiern" in der "ganz überwiegenden Mehrheit" nicht verständlich zu machen sei, "warum es ihnen ihr Glaube, ihre Liebe und ihre Hoffnung verbieten sollen, am Abendmahl und an der Eucharistiefeier der jeweils anderen Gemeinschaft teilzunehmen".
Mehrere Versuche unternahm ich, die Relativitätstheorie Albert Einsteins zu verstehen, aber ich scheiterte kläglich daran, ja ich verstehe nicht mal, wie es mein Computer schafft, mein Geschreibsele als ePost zu verschicken- darf ich jetzt folgern, daß alles, was ich nicht verstehe, nicht existiert oder unwahr ist? Was ich nicht verstehe, kann nicht wahr sein?
Eine kleine Ausschweifung dazu:
Noch nie war die Menschheit als Ganzes so wissend und als Einzelmensch im Verhältnis dazu so unwissend wie heute. Man schaue auf das Gesammtwissen einer modernen Gesellschaft dezentralisiert in ihren Expertensubsystemen ( das Subsystem der Medizin etwa mit ihrer speziellen Forschung, die Subsysteme der einzelnen Naturwissenschaften, der Geschichtswissenschaften usw) und dem, was ein Durchschnittsmensch weiß: Experte ist er, wenn überhaupt nur in einem limitierten Gebiet, sonst ist er Laie, der sich darauf verlassen muß, daß die jeweiligen Expertensysteme schon es richtig machen. Kein Einzelner kann mehr das Gesammtwissen einer modernen Wissensgesellschaft in sich selbst aufnehmen. Er kann nur noch vertrauend auf die dortigen Erkenntnisse leben, oder müßte sich völlig aus der Gesellschaft zurückziehen, die ihm notwendigerweise unverständlich sein muß. Er nutzt ununterbrochen Produkte solcher Expertenwissenssystemen, ohne sie zu verstehen, er verfügt nur über ein Gebrauchs-anwendungswissen: Ich weiß, wie ich eine ePost verschicken kann, ohne den technischen Vorgang zu verstehen. Das gilt so für alle Expertensubsysteme, nur daß die Kirche ein besonderes Problem hat, daß ihre Laien dem Expertensystem der Kirche nicht mehr vertrauen. Dieses Nichtvertrauen hat nun das der Kirche eigene Expertensystem selbst hervorgebracht, indem sie als kritische Wissenschaft sich verstehend die Glaubenswahrheiten der Kirche selbst in Zweifel ziehen: Alles vermeintlich Wahre ist doch nur eine zeitgeschichtlich bedingte Meinung und so nicht absolut verbindlich.


Was also Gläubige nicht verstehen, das kann für sie nicht verbindlich sein. Nur, wie viele verstehen etwas nur nicht, weil sie das nicht verstehen wollen! Der Ehebrecher will eben die Verbindlichkeit des Eheversprechens der Treue nicht verstehen, wenn er selbst sich einen Seitensprung erlaubt, aber betrügt ihn dann seine Ehefrau, wandelt er ganz spontan sich in einen rigoristischen Bejaher der ehelichen Treue.Und wenn sie es wirklich nicht verstehen können, so wie ich die Relativitätstheorie nicht verstehe, was berechtigt dann dem Nichtversteher, das Unverstandene als unwahr zu beurteilen. Prinzipieller gefragt: Hat den jemals eine Kultgemeinde die Kulthandlungen ihrer Priester verstanden, oder waren diese Handlungen nicht immer eingebettet in das Expertenwissen der Priesterschaft, ja gehört vielleicht diese Wissensdifferenz konstitutiv zum praktizierten Kult? Daß alle Teilnehmer alles zu verstehen haben, ist wohl eine aufklärerische Illusion.
Aber der Professor sieht das ganz anders:
Verbote seien keine Lösung, da sich "die allermeisten Betroffenen" ohnehin nicht daran halten würden. Zudem seien Verbote auch unbegründet aufgrund eines Primats der individuellen Gewissensentscheidung.“ Damit wird das Zentrum des katholischen Glaubens angegriffen. Wenn die „individuelle Gewissensentscheidung“ der Primat in der Kirche wäre, dann wäre damit nicht nur die Lehre der Kirche sondern selbst Gott entmachtet, weil nun für jeden sein Gewissen zur letzten und somit letztlich nur einzig verbindlichen Autorität. Das ist,ohne Wenn und Aber praktizierter Atheismus, denn wer sein Gewissen zu Gott macht, kann nicht mehr an Gott glauben, er glaubt ja an sich selber.
Aber auch abgesehen von diesem atheistischen Standpunkt ist das hier Ausgesagte absurd, oder sollte die Kirche auf die Predigt der Nächstenliebe verzichten, weil kaum wer sie, wie gefordert, lebt? Fast 2000 Jahre predigt die Kirche: Sündige nicht!, und wer außer Jesus und Maria hat das befolgt. Das Faktum der leeren Beichtstühle besagt ja nicht, daß nicht mehr gesündigt wird, sondern nur, daß das Sündigen nicht mehr ernst genommen wird.


Also, auf Kath de wird wieder einmal nicht sehr originell gegen die Fundamente des katholischen Glaubens angekämpft und es muß konstarniert werden, daß gerade die deutsche Universitätstheologie in ihrem Kampfe gegen die Wahrheit große Verdienste sich erworben hat und erwirbt. 

Corollarium 1
Wer die Kirche nicht zu seiner Mutter hat, der kann Gott nicht zu seinem Vater haben.(Cyprian) Darf eine Mutter ihrem Kinde nur dann etwas verbieten,wenn das Kind versteht, warum die Mutter es ihm verbietet? Wir heißen nicht nur Kinder Gottes, wir sind es auch und darum verhalten Gläubige sich oft so kindisch-unvernünftig, selbst Professoren und Bischöfe.




Samstag, 11. Juli 2020

Irritierendes: Glaube durch den Vollzug von Ritualen?



Pascals Rat an Ungläubige: „Handle so,als ob du glaubtest,knie nieder, befolge das Ritual, und der Glaube wird sich von selbst einstellen.“ (zitiert nach: Zizek; Weniger als nichts, 2016, S.614) Aber ist ein so simulierter Glaube denn ein wahrer,ist das nicht nur ein: „Ich glaube nicht wirklich, ich tue nur so“? Aber so fragend wird die Pointe dieser Aussage Pascals mißverstanden, denn er meint hier, daß so durch und in dem Vollzug der äußerlichen Rituale der innerliche Glaube wirklich entstünde.
Normalerweise wird genau das Gegenteil geglaubt: Der innere Glaube manifestiere sich in den äußerlichen religiösen Ritualen. Das Problematische sei nun, daß diese Rituale sich vom innerlichen Glauben emanzipieren können, sodaß nur noch das Äußerliche bleibt, wenn der Glaube sich schon längst aufgelöst habe. Das Innerliche entäußert sich und kann veräußert bestehen bleiben, wenn die innerliche Motivation dafür schon längst entschwunden ist.


Wie nun, wenn hier wir auf einen wirklich katholischen Gedanken verwiesen werden würden, daß das scheinbar nur Äußerliche nichts rein Äußerliches bleibt, daß es ins Innere des Menschen einwirkt? Das Grundprinzip des katholischen Sakramenten- und Sakramentalienverständnisses ist ja gerade die These, daß Äußerliches in das Innerliche des Menschen einwirkt.Das Weihwasser, beim Hineingehen und Hinausgehen in die Kirche, besprengt sich der Gläubige damit, bewirkt etwas. Es ist so unwahr, daß statt des Weihwassers auch im Weihwasserbecken nur ein Schildlein aufgestellt werden könnte: Denke an Deine Taufe! Das Weihwasser bewirkt etwas und das ist mehr, als daß es nur dazu dient, uns an unser Getauftwordensein zu erinnern. Das Altarsakrament will uns ja auch nicht nur an das Opfer Jesu Christi erinnern.
Anthropologisch gesprochen: Das, was scheinbar nur äußerlich ist, wirkt viel mehr als uns bewußt ist, in unser Innerliches.Rituale sind nun regelmäßig, immer wieder vollzogene Handlungen. Könnte es da nicht sein, daß Pascal hier somit mehr recht hat, als ihm spontan zugebilligt werden mag, daß eben immer wieder vollzogene religiöse Rituale, wenn der sie Vollziehende nicht gegen ein Einwirken auf ihn sich verschließt, Frucht bringen? Vertrauter ist uns die Vorstellung des Bekehrtwerdens, so wie Saulus zu Paulus wurde in und durch die direkte Begegnung mit dem Auferstandenen, aber ist das wirklich der einzige Weg zum Glauben. Könnte es nicht auch den des langsamen Hineinwachsens in den katholischen Glauben geben, wobei dann den regelmäßig vollzogenen Ritualen eine große Bedeutung zukommen? Sicher, wenn der christliche Glaube fundiert wäre in einen überzeugenden Gottesbeweis, dem dann der Beweis folgte, daß nur die katholische Kirche die wahre sein könne, dann wäre der Weg über die Rituale nicht nur überflüssig sondern gar contraproduktiv. Aber ist so ein intellektualistische Weg wirklich der einzig wahre? Überzeugt nicht eher dieser Weg den schon Glaubenden als daß er wirklich zum Glauben führt? Der Glaube will und muß auch das verstehen, was er glaubt, sonst bleibt dieser Glaube nicht lange lebendig, daß er aber erst einmal entsteht, dafür könnten solche religiösen Rituale mehr Bedeutung haben, als ihnen heutzutage zugebilligt wird. 

Zusatz:
Hat so die reformierte Liturgie der nachkonziliaren Zeit mit ihrer Entritualisierungstendenz das jetzige Verdunsten des Glaubens in der Kirche selbst mitbewirkt? 


Freitag, 10. Juli 2020

Erste Erfolge der Antirassismuskampagne

Bei der Diskussion über Alltagsrassismus beobachtet Pia Dyckmans eine große Unsicherheit, was gesagt und gedacht werden darf. Sie fordert Freiheit im Denken, damit wir in Zukunft tatsächlich Rassismus und Vorurteile überwinden können.“ So steht es geschrieben in einem Artikel von Frau Dyckmans auf Kath de am 10.7.2020. Ist diese Frau wirklich so naiv, daß sie nicht begreift, daß diese Unsicherheit, was darf ich noch sagen und was nicht mehr, das Ziel der jetzigen Antirassismuskampagne ist, daß eben die Bürger so verunsichert sich gar nicht mehr trauen, etwas evtl politisch Inkorrektes zu sagen?
Ganz offensichtlich findet hier ein Strategiewechsel statt: Als die 68er noch nicht durch den Marsch durch die Institutionen selbst an der Macht waren, forderten sie uneingeschränkte Freiheit für sich, aber jetzt, wo die Linken zu Linksliberalen mutiert selbst Macht haben, sehen sie in der „Freiheit im Denken“ eine Gefahr für sich. Das oppositionelle Denken trauen sie sich nicht mehr zu, zu verändern. So begnügen sie sich damit, ein Klima zu schaffen, in der sich Oppositionelle nicht mehr trauen, den Mund aufzumachen.
Mit wem redet man nicht, will man sich nicht ins Abseits stellen und was darf man nicht mehr sagen, dies nicht klar zu definieren, schafft den Vorteil, daß Verängstigte kaum noch etwas sagen, es könnte ja inkorrekt sein. So antworteten bei einer Befragung schon 60 Prozent, daß sie sich nicht mehr trauten, freimütig über Asylanten und dem Islam zu sprechen- zu recht, gilt hier doch jedes kritische Wort schon als Nazihaßsprache. Dieser Kampagne kann man ihren Erfolg nicht absprechen, denn wann gab es im öffentlichen Diskurs so viel Konformität wie jetzt. 

Darf das noch gesagt werden? (Christliches Forum 9.7.2020). Es ist wahr, aber was tuen, wenn die Tatsachen nicht politisch korrekt sind.

Hamburg: Tatverdächtige bei Attacken gegen Polizisten sind zu 40% Ausländer

 

Donnerstag, 9. Juli 2020

Die Auflösung des christlichen Glaubens- eine Ordensoberenkonferenz gibt die christliche Religion auf

Eine Onlinetagung der Deutschen Ordensoberenkonferenz mit ein paar Referaten,über die das quasi offzielle Organ der Deutschen Bischöfe am 8.7.2020 berichtete, eine sicher nicht besonders bedeutungsvolle Konferenz,aber sie offenbart dem aufmerksamen Leser das ganze Elend des heutigen Katholizismus.
In medias res:
Die Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Katharina Kluitmann, sieht in Flüchtlingen und Missbrauchsopfern Propheten. Dies gelte auch für die Vergessenen und Unterdrückten, sagte die Franziskanerin bei einer Online-Tagung von 150 Ordenschristen und Mitgliedern geistlicher Gemeinschaften aus zehn Ländern und von etwa 35 Gruppen unterschiedlicher Konfessionen.“
Nehmen wir das Ausgesagte ernst, gehen also nicht davon aus, daß hier aus einer Kaffee- und Kuchenplauderei zitiert wird.Flüchtlinge, Mißbrauchsopfer, Vergessene und Unterdrückte seien Propheten. Erstaunlich. Ein Prophet ist doch jemand, der kraft göttlicher Eingebung zukünftige Ereignisse voraussagt und zwar nicht irgendwelche, sondern von Gott gewirkte. Zudem enthalten Prophezeiungen, besonders Gerichtsankündigungen eine Begründung des zukünftig Geschehenden:Gott wird x tuen, weil ihr...! Wird ein Frau eine Prophetin, weil sie vergewaltigt wurde? Das ist einfach absurd. Zudem: Welcher der Propheten des AT war denn ein Flüchtling, ein Mißbrauchsopfer oder ein Vergessener und Unterdrückter?
Kaprizieren wir uns nun auf die Gruppe der Unterdrückten. Gibt es denn nicht auch zu recht Unterdrückte, etwa pädophile Kinderschänder, Tierqüaler und sollten nicht etwa „Schwarze Messen“ zelebrierende Satanisten diskriminiert werden? Das Weltbild dieser Ordensoberen besticht geradezu durch ihren naiven Dualismus,der genau weiß, wer die Guten und wer die Bösen sind: Die Unterdrücker sind immer böse,die Unterdrückten immer gut. Nur, warum sollten dann die Opfer der Bösen zu Propheten werden? Wenn wer in Deutschland Asyl beantragt in der Hoffnung hier besser als Daheim zu leben, was qualifiziert diesen zu einen Propheten? Er demonstriert doch nur seine hohe Risikobereitschaft, etwa mit einem Kleinstschiff das Mittelmeer zu überqueren, um hier zu einem besseren Leben, isb mehr Kaufkraft zu kommen.
Oder ist der Begriff des Propheten gar nicht ernst gemeint, sondern soll nur sagen, daß die Christen auf die Benachteiligten mehr als auf die auf der Sonnenseite des Lebens Stehenden zu hören haben.


Jetzt wird es theologischer:
Der Innsbrucker Theologe Roman Siebenrock forderte von der Kirche, dass sie sich "durch und durch auf Menschen einlässt und neue Formen von Gemeinschaften stiftet". Es gehe darum, "meine Überzeugungen hintanzustellen, um die Wahrheit, den Gott im Anderen zu erkennen und zu würdigen" Da ist halt das Hochfest der Geburt Jesu mißvertanden worden, denn nur von Jesus Christus gilt, daß wer ihn sieht, den Vater sieht. Gott ist nicht in jedem als Gott inkarniert. Früge man diesen Theologen, ob denn, sehe ich einen Rechtsradicalen, ich da Gott in ihm sähe, würde er das gewiß ganz energisch verneinen. Nur für die Lieblingsobjekte der politisch korrekten Nächstenliebe gilt das, also den Asylanten, den Menschen mit einem Migrationshintergrund etc. Und wer dies Objekt meiner Bevorzugung ist, das sagt mir natürlich so nur meine politisch korrekte Überzeugung. Bedeutet so, Gott in diesen zu erkennen, wirklich noch etwas anderes als die Partikularinteressen dieser zu Lasten des Allgemeinwohles zu fördern?


Der Ottmaringer Kulturwissenschaftler Herbert Lauenroth mahnte, die Kirche müsse sich rückbesinnen auf die Kraft des Ursakraments und sich bewusst werden, dass Minderheiten besonders schöpferisch sein könnten.“ Was nun das Ursakrament, damit ist wohl Jesus Christus gemeint, mit der Förderung von Minderheiten zu tuen haben soll, ist schwer nachvollziehbar. Augenfällig ist aber, daß Jesus sich nicht für die politische Befreiung des unterdrückten jüdischen Volkes einsetzte.Warum nun die Minderheiten besonders kreativ sein sollten, leuchtet zwar ein, wenn an die Minderheit der Rauschgiftkonsumenten im Kontrast zu den vielen Alkoholkonsumenten gedacht wird, die kreativ nur zu ihren Drogen kommen können, weil sie nicht legal wie der Alkohol kaufbar ist, aber was ist daran christlich unterstützenswert? Oder sind eben doch nicht alle Minderheiten damit gemeint, sondern nur die „guten“ Minderheiten, also jetzt isb die Homosexuellen, die so gearteten Priester etwa, die trotz ihrer Beaufsichtigung durch ihre Oberen ein Liebesleben zu führen schaffen ?


Nicole Grochowina, evangelische Ordenschristin vom Leitungskreis der ökumenischen Initiative "Miteinander für Europa", sagte, Kirche sei laut Luther dem Wesen nach eine priesterliche Kirche – keine klerikale. Die Taufe begründe die Gleichheit aller und statte alle mit gleicher Würde aus.“ Luther hat mit seiner Sonderlehre, daß das Altarsakrament kein kirchliches Opfer sei, das Priestertum abgeschafft. Der evangelische Pfarrer ist kein Priester, weil er keine Opfer darbringt.Wäre er aber noch ein Priester, dann wäre er auch zum Klerus dazugehörig. Aber seit wann stattet das Sakrament der Taufe die Menschen mit der (Menschen)Würde aus? Ist die nicht jedem Menschen als Geschöpf Gottes zu eigen, oder sollten die Nichtgetauften dann würdelos sein? Eigentlich soll das wohl nur sagen, daß die Confession gleichgültig sei,Hauptsache, man ist getauft. Wenn das Luther sich anhören müßte...


Was kann angesichts dieser Confusionen noch gesagt werden? Es ist der völlige Verlust der christlichen Religion und die Ersetzung durch einen seicht linksliberalen Moralismus zu konstatieren, politisch korrekt skizziert. Bezeichnend für das dem zugrunde liegende Weltbild ist ein naiver Dualismus von den Guten und den Bösen, daß die Opfer, die Unterdrückten, die Minderheiten immer die guten, die anderen so die Bösen sind. Die Aufgabe der Kirche ist so ihre (Selbst)Aufgabe, ihre Transformation in einen Hypermoralismus. (Vgl: Gehlen,Moral und Hypermoral)

Zusatz:
Aber all das könnte auch anders gemeint sein, daß man da eben meint, dem Durchschittsmenchen die christliche Religion nicht mehr schmackhaft machen zu können und nun auf eine Minderheitenstrategie setzt, Randgruppen also zu gewinnen, indem die Kirche deren Partikularinteressen vertritt.Das konvergiert mit den einstigen marxistischen Linken, die von der kommunistischen Hoffnung auf das Proletariat Abschied genommen habend nun sich für alle Unterdrückten engagieren, hoffend so nun die bestehende Gesellschaft revolutionieren zu können.