Freitag, 27. Januar 2017

Die NGOs als Kirchenideal? Papst Franziskus und der Malteserorden

"Rom) Im Souveränen Malteserorden geht es Schlag auf Schlag. Nur einen Tag nach dem noch nicht rechtskräftigen Rücktritt von Großmeister Fra Matthew Festing wurde der von Festing am 6. Dezember als Großkanzler des Ordens entlassene Albrecht Freiherr von Boeselager wieder als Großkanzler eingesetzt. Dies berichtet zumindest der britische Journalist Christopher Lamb von der katholischen Wochenzeitung The Tablet. Eine offizielle Bestätigung durch den Orden gibt es dafür nicht." (Kath info vom 26.Jänner 2017).Vorab sei hier auf die vorzügliche Brichterstattung und Kommentierung dieser Causa auf Kath info hingewiesen. Oberflächlich: ein zurückgetretender Großmeister schafft es, durch seine guten Beziehungen zu Oberen im Vatican und dem Papst, sich wieder in sein altes Amt einsetzen zu lassen. Dafür nahm dieser Großmeister den Verlust der Souveränität des Malteserordens billigend in Kauf, der nun so faktisch zu einer Papstfiliale herabdegradiert worden ist. 
Aber es geht wohl um mehr: Da tobt malteserintern ein Richtungsstreit zwischen der einen Strömung, die die Identität des Ordens bewahren will und für die deshalb die Katholische Morallehre das verbindliche Fundament der Arbeit des Malteserordens bildet und einer modernistischen Strömung, die den Malteserorden in eine NGO umwandeln will.  Die Bezeichnung: Nicht-regierungsorganisation  bestimmt diese Organisationen nur rein negativ, positiv verstehen sie sich als kritische Partner der UNO und als Avantgarde der Utopie einer humanistischen Neuen Weltordnung.
Weil sie sich als transnational verstehen, verstehen sie sich als über den Staatsregierungen stehend, das Universale verkörpernd. Es ist wohl kein Zufall, daß ein Deutscher wohl der führende Kopf dieser Strömung ist- ob des antinationalen Geistes in Deutschland  als Frucht der Reeducation nach 1945. Den Emergezpunkt bildete dabei der Großkanzler, der für Kondomverteilungen durch den Malteserorden verantwortlich zeigte. Dafür ist er gemaßregelt worden; er wurde ob dieses Verstoßes abgesetzt. Jetzt inthronisiert ihn Papst Franziskus wieder im Wissen um diesen Verstoß (Sofern die obige Meldung wahr ist).
Das ist erstmal ein neues Beispiel dafür, wie der Papst AL auslegt: Im Prinzip gilt weiter die Morallehre der Kirche, aber im Einzelfall darf gegen sie gelebt werden. Ein solcher Einzelfall war die Kondomverteilaktion der Malteser. Jetzt straft der Papst die, die an der Morallehre der Kirche auch in diesem Falle festhalten, während er dem Einzelfallübertreter nachträglich recht gibt. Aber gibt der Papst damit wirklich nur für diesen Einzelfall den Modernisten recht oder zeigt er damit seine Sympathie auch für das Großprojekt der Umformung des Malteserordens in eine rein humanistische NGO? 
Ist etwa sein Zukunftsbild der Kirche das einer humanistischen NGO?  Wer sich mit den Anliegen der Befreiungstheologie beschäftigt hat, kann ja nicht umhin festzustellen, daß es gerade in dieser theologischen Richtung eine Tendenz zur Umformung der Katholischen Kirche in eine rein humanistische NGO gab. Knüpft etwa da Papst Franziskus an mit seinen oft bekannten Symphathien für eine vom Marxismus befreite Befreiungstheologie, die dann eben rein humanistisch wäre?  Daß Papst Franziskus die Kirche umformen will, ist unverkennbar- aber wohin steuert er?  
   

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