Donnerstag, 25. April 2019

Die katholische Morallehre ist an allem Schuld, gerade auch an den Mißbräuchsfällen

Denken wir doch einmal klar: Ein moralisches Fehlverhalten kann es doch nur geben, weil eine Moral, die anerkannt wird, bestimmtes Verhalten als unmoralisch verurteilt. Diese Moral sagt dem Täter, daß er eine Untat beging in dem Tuen, das die Moral als unmoralisch abqualifiziert und sie sagt dem, an dem die Tat vollbracht wurde, daß er ein Opfer einer unmoralischen Tat geworden ist. Die Polarität von schuldigem Täter und dem unschuldigen Opfer konstituiert so allein die Moral. Ohne sie gäbe es weder Täter noch Opfer. 
Was liegt da näher als die katholische Morallehre als  nicht mehr zeitgemäß abzuschaffen- das könnte dann auch als ein Weiterentwickeln oder Modernisieren verkauft werden- denn dann kann es keine Mßbräuchsfälle mehr geben.Dekonstruieren wir also diesen gesamten Vorstellungskomplex! Die Opfer verschwinden, weil sie nicht mehr etwas Unmoralisches, gegen sich Gerichtetes erlitten haben, wenn etwa Priester Sex mit Buben haben, denn das wäre dann ja in Ordnung, wenn es diese altmodische menschenfeindliche Sexualmoral der Kirche nicht mehr gäbe. Auch gäbe es keine Täter mehr, denn nur durch das moralische Urteil wird ja die praktizierte Sexualität eines Priesters zu etwas Unmoralischem. Ist erst der Zölibat abgeschafft, billigt die Kirche in einer zeitgemäßen Morallehre allen zu, ihre Sexualität so zu leben, wie sie es möchten, dann kann es hier keine Sünde mehr geben.
Ja, es kann dann auch keine Opfer mehr geben, denn die gibt es ja nur, weil sich Menschen in der Kirche so sehr mit der kirchlichen Morallehre identifizieren, daß sie sich als Opfer von sexuellen Übergriffen empfinden. 
Also braucht der liberale Reformkatholizismus nur noch die kirchliche Morallehre abschaffen (modernisieren, weiterentwickeln etc), und das Problem der Mißbräuchsfälle ist gelöst.

Zusatzmeldung
kath net am 25.4.2019:
"Der Basler Bischof Felix Gmür behauptet in einem Interview mit dem Kirchenblattes des Bistums Basel, dass im Katechismus beim Thema Sexualmoral zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse und die veränderte Lebensrealität der Menschen rezipiert werden und hier Handlungsbedarf bestehe. Gmür meinte, dass Sexualmoral nicht die Kernkompetenz der Kirche sei und diese sich weniger dazu äußern sollte. "Sie sollte weniger darüber reden und auch nicht moralisieren, sondern dem Gewissensentscheid der Menschen den Vorrang geben und darüber nicht urteilen", meinte der Bischof." 

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