Samstag, 27. Juli 2019

Die Amazonassynode: oder Kampf der christlichen Religion!

Franz Josef Overbeck, Bischof von Essen und Präsident von „Adveniat“ hat im Mai davon gesprochen, dass die Amazonien-Synode eine „Zäsur“ in der katholischen Kirche sein werde, nach der nichts mehr so sein werde wie vorher." Kath net am 24.7.2019. Diese Drohung ist bekannt, aber wer nun in die offiziellen Vorbereitungspapiere dieser "Räubersynode Amazonas" hineinschaut, der kann nicht mehr die Augen davor verschließen, daß hier nicht nur dem Zölibat das Ende bereitet werden soll und wenn es nach den Progressivsten geht, auch das Frauenpriestertum eingeführt werden, es soll auch die christliche Religion faktisch abgeschafft werden! 

Zwei Auszüge aus diesem Elaborat: 

Ein Territorium, in dem alles miteinander verbunden ist

20. Ein kontemplativer, aufmerksamer und respektvoller Blick auf
die Brüder und Schwestern und ebenso auf die Natur – auf den Bruder
Baum, die Schwester Blume, auf die Geschwister Vögel, die Geschwister
Fische und sogar auf die kleinen Schwestern wie Ameisen, 
trennt noch gespalten. Diese Verbundenheit durchzieht das gesamte
Dasein: Arbeit und Ruhe, menschliche Beziehungen, Riten und Feiern.
Alles wird miteinander geteilt. Private Räume, die für die Moderne
typisch sind, gibt es nur wenige. Das Leben ist ein gemeinschaftlicher
Weg, in dem Aufgaben und Verantwortlichkeiten so untereinander
verteilt und miteinander geteilt werden, dass sie dem Gemeinwohl
zugutekommen. Die Vorstellung von einem Individuum, das
ohne Verbindung zur Gemeinschaft oder ihrem Territorium existiert,
hat keinen Platz.


25. Das Leben der von der westlichen Zivilisation noch nicht beeinflussten
amazonischen Gemeinschaften spiegelt sich in dem Glauben
und in den Riten wider, mit denen sie das Wirken der Geister und
der auf viele verschiedene Weisen angerufenen Gottheit in und mit
Territorium sowie in und mit der Natur wahrnehmen. Diese Kosmovision
wird im ‚Mantra‘ von Papst Franziskus aufgenommen: „Alles
ist miteinander verbunden“ (LS 16, 91, 117, 138, 240).


Was soll ein Christ zu dieser Confusion aus Pantheismus, Naturverklärung und esoterischem Ganzheitsgerede sagen? Und was von Geistern, die diese besonders religiös talentierten Naturindianer Amazoniens wahrnehmen? Nein, man kann in diesen Papieren lesen, so viel man will, es findet sich in ihm nichts Christliches mehr. Der Text präsentiert dem Leser stattdessen Indianerromantik, (der gute und edle Indianer,der in Eintracht mit der Natur lebt-) eine verklärende Verzeichnung der gering entwickelten Naturbeherrschung dieser indianischen Zivilisation, die Verklärung vorindustriellen Lebens und das Mantra, daß jede menschliche Beherrschung der Natur ein Unglück sei, denn die verletze die Natur.
Christ sein heißt hier, zurück zum Naturleben von Jägern und Sammlern! Vom (post)modernen Leben einer Industriekultur enerviert, wird hier das hohe Lied des einfachen Lebens in innigster Naturverbundenheit angestimmt. Das ist so, als schwärmte ein Erwachsener von seiner glücklichen Zeit der Sandkastenspiele, ihrer Unbeschwertheit im Kontrast zur Mühseligkeit des eigenen Arbeitslebens. 
Die christliche Religion bildet dazu eine harte Antithese, säkularisiert sie doch die ganze Welt zur bloßen Schöpfung Gottes und das ist erstmal ihre Entgöttlichung. Durch den Sündenfall wird sie gar unter den Zorn Gottes gestellt, Gott selbst unterwirft sie dem Todesschicksal. Nicht die Verklärung der Welt zu etwas Paradiesähnlichem sondern die Erlösung der Welt am Ende der Zeiten erhofft diese Religion.
Und sie weist dem Menschen einen sehr praktischen Platz in der Welt zu: Er soll ihr Gestalter sein, sie sich ihm unterwerfen. Denn der Mensch ist als Seele der ganzen Natur ein Gegenüberstehender, der so schon nicht in der Einheit mit ihr leben kann. Um es mit dem Philosophen Fichte zu sagen: Die Natur ist das Material für die Pflichterfüllung des Menschen. Die westliche Zivilisation als Organisation der Naturbeherrschung ist so gerade das legitime Kind der christlichen Religion mit ihrer Berufung des Menschen zum Beherrscher der Natur. Untermenschlich ist so der Versuch, den Menschen in das Reich der Natur zu integrieren wollen, wie es die in diesem Papier bestimmende Indianerromantik vorsieht.  

Zusatz:
Dem aufmerksamen Karl May Leser kann es nicht entgehen, daß ein niedriger Stand der Naturbeherrschung (sprich der Zivilisation) nicht eine hohe Kultur (das geistige Leben) ausschließt. In einer weit entwickelten Zivilisation kann gar die Kultur degenerieren, wie es Oswald Spenger vertrat: Untergang des Abendlandes.       

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