Montag, 19. April 2021

Jesus Christus- ein Produkt der Kirche-auf zu seiner Demontage!


(Der heftige Kampf für das Frauenpriestertum, für die Bejahung der Homosexualität und für die Demokratisierung der Kirche überdeckt leicht die Wahrnehmung der Demontage Gottes, daß Gott nicht mehr Gott sein soll!)



Die Satire ist oft eine Maskerade,durch die der Autor sich das zu sagen traut, was er sonst nicht sagen darf, vergleichbar dem einzigen Subalternen, der am königlichen Hofe in der Kostümierung des Clowns dem König die Wahrheit sagen darf. Das „Publik Forum“ 7/2021 präsentiert auf seiner letzten Seite uns wohl eine solche Satire, die gar von: Jeschua ben Josef, Zimmermann und Messias Israels verfaßt ist. So spricht Jesus, wenn er sich der Dogmatik befreit und authentisch das Wort ergreift, denn er ist der Zimmermannssohn Jeschua, aus den die Kirche dann etwas ganz anderes gemacht hat.

Eine Jesuskarikatur ist der Satire beigesellt: Jeschua, hippiemäßig dargestellt vor dem Schalter des Standesamtes, Abteilung Kirchenaustritte stehend, erklärt: Ich möchte austreten. Es geht also um das Verhältnis dieses „Jeschua“, der zu Jesus gemacht wurde zur Kirche.

1.These: Dieser Jeschua war nie Mitglied der Katholischen Kirche. Die Behauptung, in ihr gäbe es eine apostolische Sukzession, wird als Unsinn-begründungslos-abgetan. Die Apostel sollten unter den Juden das Reich Gottes verkünden, aber er sei nun auch nicht dagegen.Er habe sich in der Einschätzung der Zeit geirrt. Aber das kann eben jedem Menschen mal passieren. Im Hintergrund steht die sattsam bekannte Parole, daß Jesus das Reich Gottes gepredigt habe, die Kirche aber kam. Da die Naherwartung, das Reich käme in Bälde, sich als Irrtum erwies, wurde die Kirche als Surrogat gegründet, die dann gar die Heidenmission aufnahm, was ursprünglich so von Jeschua nicht vorgesehen war.

2.These: Jeschua habe Gott seinen Vater genannt, weil er der Vater aller Menschen und so auch seiner ist. Aber was machte die Kirche daraus? Jeschua klagt: „Ich habe Gott liebevoll Papa genannt, ich fühlte mich ihm nah. Aber was ihr später deswegen aus mir gemacht habt, also einen wahren Gott und wahren Menschen, ungeteilt und unverwandelt, wesensgleich mit dem Vater.“ Das ist natürlich etwas völlig Absurdes. „Ehrlich gesagt, übersteigt das meine theologischen Fähigkeiten.“ Hier spricht sich der Autor aus unter der Maske des Jeschua ben Josef: Seine theologischen Fähigkeiten überforderte die Christologie der Kirche. Die Theologie der Kirche ist ein Produkt einer Hochkultur des theologischen Denkens; unsere Dekadenzzeiten überfordern solche Glanzstücke theologischen Denkens: Das ist uns zu hoch. Jeschua war eben einfach nur ein Mensch, hatte einen Zimmermann zum Vater- nicht Gott- aber er fühlte sich Gott nahe und nannte ihn so „Papa“.

3.These: Diese Christologie führte dann nur zum Ausschluß von Menschen, (denen, die nicht glauben wollten, daß Jesus auch wahrer Gott sei) und die wurden dann gar verfolgt durch die Kirche. Daraus soll wohl der Leser die Konsequenz ziehen, daß es das beste wäre, diese Christologie zu entfernen und zum schlichten Jeschua zurückzukehren, einem irrtumsfähigen Menschen mit einer großen Vision. „Das Reich Gottes“, das er verkündete war die Vision einer versöhnten Gemeinschaft, in der die Menschen einander helfen und die jedem gerecht wird. Und Gott? Na ja, es passe, wenn jeder Gott seinen (eigenen)Vater nenne. Daß Gott der Vater jedes Menschen sei, soll so die Gemeinschaft aller Menschen als Gleichheit fundieren. Nur hat Jeschua sich in der Zeit vertan, er glaubte, sie ließe sich früher realisieren.

Was verhinderte nun diese Frührealisierung? Jetzt wird die Satire originell: „Und kurz nach meinem zu frühen Tod in Jerusalem sah das ganz gut aus.Aber ihr habt diese Gemeinschaft in Kirchenmauern gesperrt und abgegrenzt.“

4.These: Statt dieser erhofften Gemeinschaft kam die Kirche, die die Weiter entwickelung dieser Reich Gottes Gemeinschaft verhinderte! Der zu frühe Tod Jeschuas, damit ist sein Kreuzestod gemeint, störte die Entwickelung dieser Gemeinschaft nicht, aber dann entstand die Kirche, die dann dieser Gemeinschaft ein Ende bereitete.

Trotzdem aber tritt Jeschua aus keiner der vielen Kirchen aus, hoffend auf die Realisierung der großen Vision einer Gemeinschaft, in der jeder jedem hilft und die jedem gerecht wird.

Einfacher gesagt: Jeschua war ein Humanist mit der Vision einer gerechten Gesellschaft, der sich Gott nahe fühlte und der meinte, daß Gott allen Menschen nahe ist, der aber mitansehen mußte, wie die Kirche einerseits ihm zum Sohn Gottes verklärte und die andererseits die Realisierung seiner Vision einer humanen Gemeinschaft verhinderte. Aber der Autor durch die Maske des Jeschuas sprechend plädiert dafür, in den Kirchen zu verbleiben, nicht aus ihnen auszutreten, weil irgendwie er in den Kirchen auch noch ein Potential zur Verwirklichung dieser humanistischen Vision sieht. Aber dieser Punkt bleibt ganz und gar unbestimmt. Näher läge eigentlich eine Austrittsforderung aus den Kirchen, um dann eine humanistische Vereinigung zu gründen mit dem Ziele der Realisierung dieser Vision.

Resümee: Aber wesentlicher als dieser etwas naiv daherkommende Humanismus scheint die These zu sein, daß die Kirche durch ihre Christologie selbst die Realisierung dieser humanistischen Vision verhinderte, denn sie führte zu Ab- und Ausgrenzungen und zu Verfolgungen und so verhinderte die Christologie die humanistische Vergemeinschaftung. Es gilt, zu Jeschua ben Josefs Vision umzukehren und Jesus Christus,dem Sohn Gottes den Abschied zu geben. Dem Sohn des Zimmermanns gilt es nachzufolgen in seiner humanistischen Vision, nicht einem Sohn Gottes. Ist das nicht der Kerngedanke des postmodernen linksliberalen Katholizismus, der sich hier unter der Maskerade einer Satire offenherzig Gehör verschafft?

 

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