Donnerstag, 11. August 2016

Rechtsradicale christliche Abtreibungsgegner oder die Macht der Medien

"Der Bürgermeister der südbadischen Gemeinde Denzlingen, Markus Hollemann (ÖDP), hat die Süddeutsche Zeitung wegen Verleumdung verklagt. Das Blatt hatte im Januar vergangenen Jahres am Tag vor seiner geplanten Wahl zum Leiter des Referates für Gesundheit und Umwelt in der Münchner Stadtverwaltung gemeldet, daß Hollemann mit „radikalen Abtreibungsgegnern und christlichen Rechtsradikalen“ sympathisiere." Bericht der Jungen Freiheit vom 10.8. 2016. Mit was für gemeingefährlichen Wesen hat also dieser ÖDP-Mann Kontakt, sodaß er nicht Leiter des Gesundheits- und Umweltamtes München werden konnte? Mit der Alfa- der bekannten Lebensschutzorganisation: Aktion Lebensrecht für Alle! Also: Wer sich für das Lebensrecht Aller und somit auch der ungeborenen Kinder einsetzt, ist a) ein christlicher Rechtsradicaler und radicaler Abtreibungsgegner und kann b) so nicht Verantwortlicher für Gesundheit und Umwelt sein! Daraus ist zu folgern, daß für die Besetzung der Stelle des Referates für Gesundheit die Bejahung von Kindestötungen in der Gestalt der Abtreibung eine positive Qualifikation ist: Töten als Gesundheitsdienst! 
Nun will Hoffmann die Süddeutsche wegen Verleumdung anzeigen, zumal ja diese Verleumdung für ihn negative Konsequenzen hatte. Auch wenn man kein Prophet ist, darf man prophezeien, daß diese Anklage nach aller Wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen wird, indem das gerichtliche Urteil lauten wird, daß es im Rahmen der Meinungsfreiheit erlaubt ist, den Kläger einen christlichen Rechtsradicalen zu nennen. Schließlich wären nur "Rechte" gegen Abtreibung, und wer sie prinzipiell ablehnt sei somit ein radicaler Abtreibungsgegner und rechtsradical. Der Verweis darauf, daß Hitler Abtreibungen erlaubte, wenn das Kind wahrscheinlich geistig behindert zur Welt käme, und daß somit seine rechtsradicale Partei keine radicale Abtreibungsgegnerpartei gewesen sei,
wird man dann als historische Spitzfindigkeit ansehen, denn eigentlich war Hitler doch für das Lebensrecht des Deutschen Volkes und somit ist jeder Lebensrechtler auch ein Rechter! Oder sollte das Gericht doch anders entscheiden? Es würde mich sehr verblüffen- aber ganz ausgeschlossen ist das nicht!  

Corollarium 1
Einst gaben Begriffe etwas wieder, befanden sich sozusagen in einem adäquaten Verhältnis zur bezeichneten Sache. Ein Hund ist ein Hund, das ist, es wird mit dem Wort Hund etwas bezeichnet, was ein Hund ist und das so Bezeichnete kann man nicht einfach stattdessen Katze nennen. Bei politischen Begriffen ist das anders: Was rechtsradical ist, ist nicht ewas fest Definiertes, sondern ein wesentliches Moment des politischen Kampfes ist die Herrschaft um die Benennungshoheit: Wer definiert, was rechtsradical ist? Jeder kann seine Privatdefinition sich kreieren, aber der öffentliche Diskurs bestimmt, was rechtsradical ist. Und der öffentliche Diskurs ist nicht das, was die Bürger so zu etwas meinen, sondern nur die veröffentlichte Meinung in den anerkannten Medien! Sie bestimmen: die Meinungsmacher, wie eben die Süddeutsche Zeitung. Der Diskurs ist nämlich,(vgl dazu M. Foucaut: Die Ordnung des Diskurses) nicht einfach, das, was man das öffentliche Gerede nennen könne, sondern nur bestimmte qualifizierte Aussagen gehören zum Diskurs. So ist etwa das, was auf "Stammtischen" geredet wird,  nicht zum Diskurs gehörig, wie auch alle Äußerungen von sog. "Populisten" nicht dazugehören. Es gibt Sprecher des Diskurses und welche, über die man, aber mit denen man im Diskurs nicht spricht. Der Diskurs ist in postmodernen Zeiten wesentlich der der Medien!  
Es wäre zu diskutieren, wie das, was wir Wirklichkeit, Realität nennen: "So ist das doch!" ein Produkt der Medien ist, daß uns die Medienwelt zur wirklichen Welt geworden ist

Dienstag, 9. August 2016

Wie eine Theologieprofessorin die (göttliche) Gerechtigkeit abschafft!

"Bei der Todesstrafe kommen nur zwei Begründungen in Betracht: ein Tötungsdelikt mit dem Tod bestrafen (vindikativ) oder die Abschreckung. Studien zeigen, dass die abschreckende Wirkung der Todesstrafe sehr gering ist. Auf Hass mit Hass zu reagieren, verbietet die jüdisch-christlich geprägte Ethik. Aus meiner Sicht kann als Strafbegründung nur das Ziel der Besserung in Verbindung mit einem zeitweiligen Freiheitsentzug gelten." So urteilt eine Theologieprofessorin, Frau Sattler auf Katholisch de (9.8. 2016)  in ihrem Kommentar: Mit dem Tod bestrafen.  Den Hintergrund bildet die Diskussion über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei. Das politisch Bedenkliche ist dabei der erpresserische Umgang damit seitens der Eurokraten, indem sie der Türkei drohen, die Eintrittsverhandungen mit der Türkei zu beenden, führte diese die Todesstrafe wieder ein. Damit wird das demokratische Recht des türkischen Volkes, selbst über diese Causa entscheiden zu dürfen, außer Kraft gesetzt. Wenn die Türkei ein EU-Mitglied wäre, dürfte es nicht mehr demokratisch über die Todesstrafe entscheiden- das sagt viel über den "demokratischen" Charakter der EU aus! 
Daß eine Theologieprofessorin nicht einmal die Elementaria des Strafrechtes kennt, daß Strafe primär keine pädogische Maßnahme ist, könnte man ihr noch verzeihen, denn das Thema Staat ist in der zeitgenössischen Theologie kaum noch ein Thema, daß sie aber auch keinerlei Kenntnisse der traditionellen  Kreuzestheologie verfügt, das ist erschreckend: Warum strafte Gott den am Kreuze mit der Todesstrafe den eigenen Sohn, wenn Gott gar keine Strafe für die Sünde will, sondern nur pädagogische Maßnahmen? Waum trägt die Obrigkeit (Röm 13) das Schwert, wenn nicht um der Strafgerechtigkeit willen! Daß für diese Theologin Strafen nur eine Haßreaktion sein kann, zeigt nur überdeutlich, daß ihr jedes Verständnis von göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit fehlt. Für sie gibt es eben keine für ihr Sündigen verantwortliche Täter, sondern nur zu Therapierende, nur Menschen, die zu bessern sind! Ist dann etwa die Hölle, mit der Gott Menschen ewig strafft, eine pädagogische Verbesserunsinitiative, müßte man dann wohl mutmaßen!  Und sollen wir dann glauben, daß Gott aus unchristlichem Haß Menschen ewig verdammt? Oder gehen wir recht in der Annahme, daß diese Theologin auch die Lehre von der Hölle neben der Kreuzestheologie aus ihrem Glauben gestrichen hat?  Das kirchliche Gesangbuch des Erzbistums München und Freising zählte noch 1950 zu den Grundwahrheiten unseres Glaubens: "Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse.Ewige Seligkeit oder ewige Verdammnis wird das endgütige Geschick der unsterblichen Seele sein." (S. 15) Gottes Gerechtigkeit ist genau dies, zu belohnen und zu bestrafen. Die Professorin macht nun aus dem göttlichen Strafen eine Haßreaktion! Also kann und darf Gott gar nicht mehr strafen, schon gar nicht, den ewigen Tod als Strafe verhängen! Da Gott den Staat um der Gerechtigkeit willen engesetzt hat, soll auch er belohnen und bestrafen- das ist sein Anteil an der göttlichen Gerechtigkeit. Die Strafbarkeit setzt dabei den für sein Tuen verantwortlichen Täter voraus; das gehört zur Basis der Sündenehre. Frau Sattler dagegen entmündigt den Täter, den Sünder, läßt ihm seine Tat nicht seine sein, indem sie ihn zum Fall für die Therapie macht, ihn zum Kranken erklärt, der nun optimiert werden muß, der also gesund zu machen ist: Er ist halt kein Sünder sondern ein Zutherapierender! Damit erledigt diese Professorin die gesamte theologische Lehre über Sünde und Gnade, über Gottes Gerechtigkeit und sein Erbarmen durch einen seichten humanistischen Optimismus im Glauben an die Therapierbarkeit aller Menschen.   

Zusatz: 
Auf Evangelisch de findet sich unter der Überschrift: Jede Tradition ist reformbedürftig diese markante Äußerung dieser Professorin:
"Sattler: Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die reformatorischen Kirchen dazu entschieden, Frauen zu ordinieren. Wir in der römisch-katholischen Tradition stehen da noch vor offenen Fragen. Da gab es ja schon im 16. Jahrhundert unterschiedliche Vorentscheidungen – zum Beispiel mit Blick auf die Ehelosigkeit im ordinierten Amt. Nach meiner Wahrnehmung sagt man im reformatorischen Bereich: "Das Wichtigste ist, dass das Evangelium verkündigt wird – egal durch wen, egal in welcher Lebensform er oder sie lebt." Da erlebe ich die reformatorische Tradition offener, freier den Herausforderungen der Gegenwart gegenüber."  Die Katholische Kirche hat eindeutig und verbindlich Nein zum Frauenpriestertum gesagt! Sie sieht da aber eine offene Frage! Wo Theologen vor den Verheißungnen und Herausforderungen Gottes an uns stehen, da sieht diese Theologin nur noch die Herausforderungen unserer Zeit an uns!           

Die göttliche Vorsehung und das jetzige Pontifikat

"Lange habe ich überlegt, welche Aufgabe der Ratschluss Gottes wohl dem Pontifikat von Franziskus zugedacht haben mag. Mir scheint, die Rolle des Mannes aus Argentinien besteht darin, der Kirche den Papalismus auszutreiben." M. Charlier, in Christliches Forum, Papst Franziskus, am 8.8.2016.Dieses Pontifikat stellt wirklich uns Katholiken vor ernste Fragen, das heißt vor theologische Fragen. Unbestreitbar ist, daß dieser Papst nicht unabhängig von Gottes Willen Papst werden konnte. Es sei denn, man argumentierte, daß Gott, indem er den Menschen als Freiheit schuf, er ihm notwendigerweise auch die Möglichkeit zum Mißbrauchen seiner Freiheit gab und daß so eben dies Pontifikat ein anschauliches Beispiel für den Mißbrauch der Freiheit gerade in der Kirche selbst sei. Wenn Gott aber dies Pontifikat auch nur als einen Mißbrauch der Freiheit zugelassen hätte, selbst dann hätte es für Gott gute Gründe dafür geben müssen, daß er diesen Mißbrauch zuließ. 
Wenn nun der "Papalismus" wirklich eine Fehlentwickelung in der Kirche wäre, dann könnte die Intention der Zulassung dieses Papstes wirklich in der Austreibung des Papalismus bestehen.Aber indem Jesus Christus selbst das Hirtenamt einsetzte in seine Kirche durch den Auftrag an Petrus: "Weide meine Schafe!", ist der Papalismus in der Kirche durch Gott selbst fundiert und legitimiert. Charlier versucht in seinem Essay nun eine sozusagen pervertierte Gestalt der Wertschätzung des Papstamtes- als Papalismus bezeichnet- von einer angemessenen zu unterscheiden, aber hier wird doch das Kind mit dem Badewasser ausgeschüttet. Daß der Papst das oberste Regierungsamt in der Kirche innehat als Stellvertreter Christi auf Erden, das ist eben die Grundaussage des Papalismus und die gründet eindeutig im Stiftungswillen des Sohn Gottes selbst. Eine Übertreibung wäre es nun, sähe man jede Äußerung des Papstes als eine an, die er in Vollmacht seines Amtes vollzöge. Hier genau zu unterscheiden, ist fürwahr eine große Kunst und der heutige Papst zeichnet sich auch in diesem Punkte nicht durch eine übergroße Klarheit aus. 
Aber wollte Gott wirklich den Papalismus aus der Kirche austreiben, dann verwürfe er damit das Werk seines Sohnes, der gerade dies Amt der Kirche eingestiftet hat.  Das jetzige Pontifikat ist eines im Plan der göttlichen Vorsehung. Und Gott wird sich etwas dabei gedacht haben, um es mal salopp zu formulieren. Ich halte die Vorstellung, daß Gott mit diesem Papst seine Kirche für ihren Kleinglauben straft, für die einleuchtendste Erkärung- aber ob sie wirklich wahr ist, da muß und möchte ich doch ein großes Fragezeichen hintersetzen!                       

Montag, 8. August 2016

Religionskriege, Wetanschauungskriege und politische Kriege- über einen päpstlichen Irrtum

„Wenn ich von Krieg spreche, spreche ich ernsthaft von Krieg. Nicht von Religionskrieg, nein. Es herrscht Krieg der Interessen, es herrscht Krieg ums Geld, es herrscht Krieg um die Ressourcen der Natur, es herrscht Krieg um die Herrschaft über die Völker: Das ist der Krieg. Es kann jemand meinen: „Er spricht von Religionskrieg. Nein. Alle Religionen, wir alle wollen den Frieden. Den Krieg, den wollen die anderen. Verstanden?“  Papst Franziskus, zitiert nach Kath info vom 8.8. 2016:Der Papst und der Islam. Ein erstaunliches recht materialistisches Geschichtsbild liegt dieser Äußerung zu Grunde, nämlich, daß die Hauptmotivationskräfte der Geschichte und somit auch der Kriege: "Interessen" sind, die nach Geld und nach Rohstoffen. Völker sollen beherrscht werden, damit sie so im Interesse des Kapitales ausgebeutet werden können. Bezeichnend  für dies Verständnis ist eben, daß grundsätzlich alle anderen Motivationen geschichtlichen Handelns reduziert werden auf ökonomische Machtinteressen: Der Mensch agiert eigentlich immer als homo oeconomicus. Spricht er von anderen Gründen, etwa religiösen oder ideologischen, dann dienen die stets der Verschleierung der nackten Tatsachen des Strebens nach Macht und Geld. 
Nur, wie kommt der Papst zu der Ansicht, daß alle Religionen den Frieden wollen? Weil Religionen eben in ihrem Zentrum keine ökonomischen Machtinteressen aufweisen, sondern religiöse Vorstellungen. Nur ökonomische Interessen führten so gesehen zu Kriegen! 
Errnst Nolte unterscheidet in seinem Buch: Historische Existenz (1998) im 23.Kapitel den "Vernichtungskrieg" vom "Eroberungskrieg". Wenn der Eroberungskrieg das Ziel hat, das eroberte Gebiet mit seiner Bevölkerung in den eigenen Herrschaftsbereich zu integrieren, sei das Ziel des Vernichtungskrieges das der Auslöschung der Fremdbevölkerung, um dann das Gebiet für sich allein zu haben. Den Prototyp der "Heiligen Kriege" sieht dieser Historiker dabei in den "Religionskriegen" Israels! Lapidar heißt es: "Der Eroberungskrieg wird als Religionskrieg aufgefaßt." (S.164). Könnte dies noch verstanden werden als, daß hier die Religion vernutzt wird zu machtpolitischen Zwecken, so zeigen die weiteren Ausführungen, daß Nolte einen Zusammenhang zwischen der Religion und dem Typus des Vernichtungskrieges sieht. 
Diese Spur aufnehmend, soll unter politischen Kriegen Kriege subsumiert werden, in denen der Krieg ein Mittel der Politik ist, um Machtansprüche durchzusetzen. Dazu können auch ökomomische Interessen zählen, nur: Nicht die Wirtschaft führt Kriege sondern Staaten. Ziel ist dabei nicht die Auslöschung des Feindes, sondern ihn zu beherrschen und sich ihn nutzbar zu machen.Davon zu unterscheiden ist der Religions- und der Weltanschauungskrieg (als säkularisierte Gestalt des Religionskrieges). Er und nur kennt den Feind dessen Vernichtung die Erlösung brächte. Der Glaube an den Feind hat für jede Erlösungsvorstellung Bedeutung, indem der Feind die Größe ist, die dazu führt, daß die Welt, das Leben nicht so ist, wie es sein soll. Der Feind ist so in erster Linie die antigöttliche Kraft, die das Heil verhindert. Ist aber dieser "letzte Feind" besiegt, (1.Kor.15,26), dann kann und dann kann erst das Reich der Erlösung beginnen. In der Religion kann nun dieser "letzte Feind" mit dem Teufel, den Daimonen, dem Tod identifiziert werden, es können aber auch die Nichtgläubigen und Andersgläubigen als der "letzte Feind" angesehen werden- das ist dann die Geburt des religiösen Vernichtugskrieges, des wahrhaft "heiligen Krieges". Er nimmt die Gestalt des Vernichtungskrieges an, weil er religiös den "letzten Feind" vernichten will, weil so nur das Heil möglich ist. Er ist darum kein politischer Krieg mit ökonomischen Interessen! Die säkularisierte Gestalt des "heiligen Krieges" ist dann der Weltanschauungskrieg, der den "Feind" vernichten will um des Weltheiles willen. (Ob Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion ein solcher Vernichtungskrieg war, ist in der Forschung umstritten, ebenso ob Stalin einen solchen führte. Für die These eines hitlerischen Vernichtungskrieges steht seine radical antikommunstische Ausrichtung, dagegen, daß Hitler faktisch einen Präventvkrieg gegen Stalin führte. Stalin dagegen führte den 2.Weltkrieg eher als Befreiungskrieg den als Vernichtungskrieg, auch wenn sein weltanschauliches Endziel, die Beseitigung des Kapitalismus elimentatorische Züge aufweist. )
Idealtypisch kann der "heilige Krieg" in seiner Gestalt als Religions- wie als Weltanschauungskrieg konstruiert werden, im realen Leben wird man nur auf Mischformen stoßen. Aber der "Islamische Staat könnte hier eine Ausnahme bilden, indem er nun wirklich einen reinen Religionskrieg führt mit dem Ziel der Vernichtung der Ungläubigen! Eines aber gilt es festzuhalten: Nicht die politisch-ökonomischen Kriege sind die furchtbarsten, sondern die Religions- und Weltanschauungskriege, weil nur sie einen letzten Feind kennen, den es auszulöschen gilt um der Erlösung willen. 
Der Papst hat mit seiner Meinung, daß alle Religionen den Frieden nur recht, wenn man nur an die Hochreligionen denkt und wenn man an ihr Endziel, das Reich Gottes auf Erden denkt. Aber gerade um des Endzieles willen kann die Religion den "heiligen Krieg" wider "den letzten Feind" wollen und auch herbeiführen. Das genau macht das genuin Religiöse des Islamischen Staates aus.   
Warum sieht das der Papst nicht? Er will eben als Gutmensch das potentiell Böse in jeder Religion und insbesondere im Islam nicht sehen; darum verteufelt er ökonomische Macht- und Kapitalinteressen, um diese anstößige Wahrheit zu verbergen. Das Entscheidende ist nun, daß die Christliche Religion in Folge des Religionskrieges im 17.Jahrhundert pazifiziert worden ist und daß dieser Religion nun eine nichtpazifizierte in der Gestalt des Islam entgegentritt, die als nichtpazifizierte eben auch vitaler ist!  Vollkommen devitalisiert ist die christliche Religion, wenn sie lehrt, daß es Gott selbst gleichgültig ist, wie der Mensch es mit der Religion hält!   
                                

Sonntag, 7. August 2016

Lesefrüchte zu Barmherzigkeit

"Und so interessiert sich die Philanthropie nur fürs Erbarmen, und ihrem Erbarmen fehlt (so leid es mir tut, das sagen zu müssen) oft die Wahrheit. Mr. Blatchford[englischer Sozialreformer]zum Beispiel greift das Christentum an, weil er verrückt nach einer einzigen christlichen Tugend ist: der für sich genommen mystischen und fast irrationalen Tugend der Bamherzigkeit. Er hegt die merkwürdige Vorstellung,daß es leichter sei, Sünden zu vergeben, wenn man davon ausgeht, daß es gar keine Sünden gibt, die vergeben werden müßten. Mr. Blatchford ist nicht nur ein Vertreter des Frühchristentums, er ist auch der einzig frühchrisliche Mensch, der es wirklich verdient hätte, von den Löwen gefressen zu werden. Denn auf ihn trifft die heidnische Beschuldigung tatsächlich zu: seine Barmherzigkeit liefe auf  schiere Anarchie hinaus. Er ist wirklich ein Feind der Menschheit- weil er so menschenfreundlich ist." Gilbert Keith Chesterton, Orthodoxie. Eine Handreichung für die Ungläubigen, 2.Auflage 2015, S.68f  

Samstag, 6. August 2016

Der Islamische Staat kritisiert den Papst

Laut IS sei dies "ein göttlich gerechtfertigt Krieg zwischen der muslimischen Nation und den Völkern des Unglaubens". Dieser werde durch das Schwert entschieden. [...] "Unser Hass wird nicht enden, bevor ihr den Islam angenommen habt. Und selbst wenn ihr den Jizyah, die Steuer für Ungläubige zahlt, um unter der Herrschaft des Islam leben zu dürfen, würden wir euch hassen." (zitiert nach Kath net vom 5.8. 2016:Unser Krieg ist ein religiöser Krieg im Namen Allahs)
Papst Franziskus hatte ja versucht, jeden Zusammenhang zwischen dem Terrorismus des IS und der Religion des Islam zu leugnen, die Schuld allein dem Fundamentalismus zuzuschreiben, das ein Phänomen in allen Religionen sei und soziologisch gesehen eher ein Produkt sozialer Deklassierung denn ein religiöses Phänomen sei. Aus diesen linksliberalen Illusionen will nun dankenswerter weise der Islamische Staat den Papst und die sonstigen Gutmenschen befreien durch unmißverständliche Aufklärung. Es ist aber davon auszugehen, daß der Papst wie auch alle anderen Gutmenschen aufklärungsresistent sind: Sie wollen die Wahrheit einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Der Papst muß sich so vom IS sagen lassen, daß er naiv ist, wenn er meint, daß der Islam den Frieden will und daß der Terror des IS wirtschaftlich motiviert sei. Aber auch das wird diesen naiven Gutmenschen nicht zum Umdenken bewegen können: Der Islam erklärt der Christlichen Religion den Krieg mit diesem klaren Bekenntnis des Islamischen Staates, aber der Papst und die meisten Bishöfe ignorieren diese Kriegserklärung einfach, weil sie nicht in ihr Weltbild paßt. Sie gleichen Lämmern, die erklären, daß es in der von einem guten Gott geschaffenen Welt keine Raubtiere und schon gar keine Lämmer verspeisenden Wölfe geben kann.   

   

Freitag, 5. August 2016

Herkunftsbestimmtheit- oder was mache ich aus mir?

Eine Alltagsszene: "Kennst du den?" " Ja, das ist der Mayer, Joseph, der arbeitet bei...und ist verheiratet, 2 Madels hat er." Oder: "Ja, das der Mayer, Joseph, sein Vater ist der...und seine Mutter ist eine geborene...Die stammen ursprünglich aus Schlesien..."Einmal wird der Grundsatz angewendet: Sage mir, was du tust, was du erreicht hast, und ich kenn dich, das andere mal wird der Grundsatz angewandt: Jemanden kennen, heißt, seinen Ursprung, seine Herkunft wissen. 
In der christlichen Religion werden beide Grundsätze in der Beantwortung der Frage: Wer ist dieser Jesus? angewandt. Die Bibel erzählt gerade von seinen Taten und von seinem Lehren, um ihn so zu erkennen geben. Sie erzählt aber auch von seiner Herkunft, weil es eine Erkenntnis Jesu nicht geben kann, wenn uns seine Herkunft verborgen ist. (Es ist so nicht verwunderlich, daß wir im sog. Jakobusevangelium dann Auskünfte über die Mutter Mariae und dem Lebensweg der Gottesmutter erfahren, daß sie bis zu ihrem 12. Lebensjahr als Tempeljungfrau Gott im Tempel diente, bis dann die Priester für sie einen geeigneten Ehemann aussuchten. Denn Jesus ist eben auch das leibliche Kind seiner Mutter und so gilt: Nur wer seine Mutter kennt, kann auch ihn erkennen. 
In der Moderne neigt man dazu, das Prinzip des Aus-sich- was- Machen als das Wesentliche des Lebens anzusehen: Nicht soll mehr die Herkunft den Menschen bestimmen, sondern allein das, was er tut und leistet, was er aus sich macht. Der antiaristokratische Impetus ist unverkennbar: Nicht mehr die Geburt, adelig oder bürgerlich sondern allein der Erfolg soll den Menschen bestimmen. Gleichheit meint dann, daß jeder unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Erfolgschancen genießen soll.
Aber der scholastische Grundsatz, daß dem Tuen das Sein vorausgeht, kann doch durch solche gutbürgerlichen Vorstellungen nicht aus der Welt geschaffen werden. Die Würde des Menschen hängt eben nicht von seinem Lebenserfolg ab, oder daß man gar urteilen könnte, daß ein Mensch ohne eine Aussicht auf ein erfolgreiches Leben ein würdeloser Mensch wäre,(etwas Geistigbehinderte), sondern von seinem Ursprung, daß er von Gott geschaffen ist, ja, daß seine Seele gar unmittelbar von Gott ist.Wie sehr der Mensch sich nun auch von diesem seinen Ursprung entfremden kann, er kann diesen Ursprung nie verlieren. 
In einer reinen Leistungsgesellschaft triumphiert das Prinzip des Was- aus- sich- Machens, aber es kann doch nicht ausgeblendet werden, daß dem Tuen ein Sein vorausgeht, das nicht selbst wiederum Produkt des Tuens des Menschen ist. (Anders verhielte es sich nur, nähmen wir eine Urwahl der präexistenten Seele an, die sich so ein Erdenleben erwählte; zur Veranschaulichung. Die Welt wäre Gottes Theater und er gäbe den Seelen das Recht, sich die Rolle im Theater zu erwählen,die sie im Erdenleben dann spielen wollen.)
Ist der Mensch schon ein bestimmter Mensch, bevor er durch sein Tuen und Lassen sich zu etwas macht? Ist der Mensch schon ein bestimmter, bevor er durch seine Eltern und seine soziale Umwelt zu einem bestimmten geformt wird? Geht also dem Geformtwerden und dem Sich- zu etwas- Machen ein bestimmtes Sein voraus- oder ist dies vorausgehende Sein nur der Ermöglichungsgrund dafür zu etwas geformt zu werden und sich zu etwas formen, also ein formloses Sein? 
Eine der ältesten "Wissenschaften", die der Astrologie versucht darauf, Antworten zu geben, indem sie aus der Sternkonstellation der Geburt etwas über dies allem vorausgehenden Sein aussagt. "Ach, das ist typisch wassermännisch!" kann man dann gelegentlich in der Alltagskommunikation hören. Diese astrologischen "Erkenntnisse" widerstreiten dem modernen Glauben, daß in jedem Tellerwäscher das Potential zum erfolgreichen Unternehmer stecke, daß eben jeder seines Schmiedes Glück ist.Aber deshalb sind sie nun nicht schon unwahr.In solchen "Erkenntnissen" manifestiert sich ein Ahnen, daß wir schon etwas Bestimmtes sind, bevor andere uns formen und wir uns selbst formen. Das ist unser Sein, das uns vorausgeht und doch ganz das Meine ist.Die Moderne ist so auch das radicale Nein zur Herkunftsbestimmtheit: Jeder soll nur noch eine reine Möglichkeit sein, daß man aus ihm im Prinzip alles machen kann und daß er sich im Prinzip zu allem machen kann. Das erstere gebiert die Allmachtsphantasien der modernen Pädagogik: jeder könne ein zweiter Einstein werden, und das zweite gebiert die Allmachtsphantasie, daß ich alles werden kann, was ich will, daß es eben nur auf mein Wollen und Streben ankäme.Daß aber mein Sein dem bestimmte Grenzen setzt, weil ich immer schon ein bestimmtes und somit limitiertes Subjekt bin, das will dies moderne Denken nicht wahrhaben. 
Für die Theologie heißt dies: Mein Sein, das allem Geformtwerden und Michformen vorausgeht, als Gottes Gabe an mich zu begreifen: Er schuf mich als ein bestimmtes Sein, das bin ich und das soll ich auch sein. Die elementarsten Formungen meines Seins in diesem Sinne sind mein Geschlecht und meine Nationalität. Immer bin ich schon ein individuiertes Sein meines Geschlechtes und meiner Nationalität, aber das bin ich immer schon, bevor ich zu etwas erzogen werde oder mich zu etwas bilde. Das ist meine Herkunftsbestimmtheit, mein besonderes Sein aus Gott. 
Darum kann sich die christliche Religion nie in Gänze der modernen Welt einpassen, die nur noch das Prinzip des: Was mache ich aus mir? anerkennt und das Herkunftsprinzip verleugnet, schon in und gerade in der Geburtsstunde der Moderne, der bürgerlichen Revolution!So ist auch die Ideologie des Genderismus wie die Multikuktiideologie als Wille zur Auflösung aller nationalen Identitäten die Gefahr für die christliche Religion, weil sie die ersten Gaben Gottes zerstören wollen, daß ich ein bestimmtes Sein bin vor all meinen Selbstformungsversuchen und Versuchen des mich Formens. 

Zusatz
Der Begriff des Schicksales gibt der Theologie viel zu denken auf. Auch dies ist ein kleiner Versuch dazu.