Donnerstag, 11. Februar 2021

Gibt es in 25 Jahren noch eine Katholische Kirche in Deutschland? Pessimistische Betrachtungen und ein Zusatz

Gibt es in 25 Jahren noch eine Katholische Kirche in Deutschland? Pessimistische Betrachtungen


Diese Frage muß befremdlich erscheinen, gibt es doch Jesu Christi Zusage, daß die Kirche durch ihn lebt und leben wird und so nicht untergehen kann. Aber diese Zusage gilt der Römisch-Katholischen Kirche, die auch dann noch existierte, wenn sie in Deutschland verloschen wäre. Richten wir unser Augenmerk auf die Reformagenda, die jetzt auf dem „Synodalen Irrweg“ diskutiert wird, muß die Frage erlaubt sein: Wenn all diese Deformen hier durchgesetzt werden würden, gäbe es dann noch die Katholische Kirche in Deutschland oder nur noch eine völlig entkernte katholische Hülle, die in ihrem Inneren ganz vom Geiste des Protestantismus erfüllt wäre.

Eine Frage kann jetzt noch nicht respondiert werden: Werden die Deutschen Deformbischöfe auch gegen Rom die Reformagenda durchsetzen: Einführung des Frauenpriestertumes, oder erste Schritte dahin, Segnungsfeiern für homosexuelle Paare als erster Schritt zur kirchlichen Anerkennung der Homoehe, die Bejahung der Genderideologie und die Förderung des Feminismus- oder noch grundlegender: die Demokratisierung der Kirche als ihre konsequente Verweltlichung und die Schleifung der innerkirchlichen hierarischen Ordnung hin zu einer basisdemokratischen Vereinsstruktur.

Man könnte nun einwenden, daß dies doch nur Äußerlichkeiten wären, es käme doch mehr auf die Substanz der Kirche an, also auf die Verkündigung Jesu Christi. Nur hier erheben sich noch größere Zweifel: Wird denn auf diesem Irrwege nur noch über solche „Äußerlichkeiten“ debattiert, weil diese Substanz schon längst entfernt worden ist? Überspitzt pointiert gefragt: Verkündet denn die Kirche wirklich noch etwas anderes als die Politische Korrektheitsideologie, die dann irgendwie als eins mit den Anliegen Jesu von Nazareth verstanden wird? Ist also die Entkernung schon so weit progressiert, daß jetzt nur noch die Außenfassade modernisiert werden muß?

Daß Papst Franziskus nun die Kraft sein soll, die diese deutschen Avantgardereformer stoppen will, das klingt etwas unglaublich. Aber dieser Papst, der sich wie einst König Ludwig IVX als: „Die Kirche bin ich!“ versteht, könnte vielleicht doch dies Vorpreschen der Deutschen als Insubordination ihm gegenüber als dem einzig wahren und legitimen Reformer wahrnehmen und so ihnen die „Rote Karte“ zeigen. Es bleibt dann aber noch die Frage, ob dieser Reformzug, der nun mal Fahrt aufgenommen hat, noch zu bremsen ist, ob er sich nicht näher radicalisieren wird bis evtl doch zum offenen Schisma? „Wir machen uns frei von Rom, um endlich eine zeit(geist)gemäße neue Kirche zu kreieren!“

Welche Lebenschancen hätte denn so ein Projekt, das faktisch nur eine zweite EKD wäre, nur eben verziert mit katholischem Dekor? Würde die nicht genauso wie ihr Vorbild, der organisierte Protestantismus dahinwelkend vergehen? Niemand, der nur über minimale Fußballkenntnisse verfügte, schlüge dem zweitplatzierten RB Leipzig , um Bayern vom ersten Tabellenplatz der Bundesliga zu verdrängen, vor , er solle sich am Spiel von Schalke 04 orientieren, der jetzt stark abstiegsbedroht ist. Aber der Kreativabteilung des „Synodalen Irrweges“ fällt als Therapie für die erkrankte Kirche nur ein, sich am daniederliegenden Protestantismus ein Vorbild zu nehmen, um sich dem, so weit wie möglich anzugleichen. Kein Reformvorschlag wird da geäußert, der nicht schon im Protestantismus längst verwirklicht worden ist und nichts Katholisches, was noch nicht zur Abschaffung vorgeschlagen worden ist, das ist das Charakteristische dieser Diskussionsforen dieses Irrweges. Wird diese Tendenz konsequent zu Ende gedacht, erzwingt die am Ende die Vorstellung eines aus den Trümmern der Katholischen Kirche Deutschlands entspringenden kleinen häßlichen Entleins , dessen einziger Wunsch es sein wird, in allem so protestantisch zu werden wie sein großes Vorbild, die EKD.

Ja, es ist leider nicht unvorstellbar, daß dann in circa 25 Jahren alles Katholische aus dieser neuen Kirche, gestiftet auf diesem „Synodalen Weg“ herauspurifiziert sein wird, ja daß mein einer ökumenischen Einheitskirche sehr nahe kommen wird- aber um den Preis, daß es dann hier keine Katholische Kirche mehr geben wird.

Es muß nicht so kommen; vielleicht kann doch noch Rom diesen Irrweg der Selbstzerstörung der Kirche in Deutschlands noch stoppen, vielleicht erweisen sich auch hier bei uns die Kräfte der Beharrung als stärker als es den Modernisten lieb ist.Die einfachste Lösung, daß die enthusiastischen Verehrer der Protestantismus einfach in ihre Lieblingskirche auswanderten und die Katholisch katholisch sein lassen, widerspricht aber dem vitalen Destruktionswillen dieser Deformer. Es reicht ihnen nicht, alles, was sie sich erhoffen, schon in einer „Kirche“ außerhalb der eigenen Kirche realisiert zu wissen, nein, sie wollen die ihrige demontieren, um sie in eine protestantische zu transsubstantieren. Diese reformerischer Destruktionskraft ist gewaltig, sie beflügelte einst einen Voltaire und jetzt die modernistischen Kräfte auf diesem „Synodalen Irrweg“., denn sie speist sich aus einem vitalen Antikatholizismus, den nicht nur Luther und seine Mitkämpfer beflügelte. Leider kann nicht ausgeschlossen werden, daß zumindest in Teilgebieten der Katholischen Kirche dieser antikatholische Ungeist obsiegt. Manchmal ist eben der Pessimismus nur ein anderes Wort für eine realistische Einschätzung der Lage. 

 

Zusatz:

"Der Historiker Martin Kaufhold sieht die katholische Kirche in Deutschland angesichts nicht abreißender Skandale in ihrer Existenz bedroht. "Wenn es so weitergeht, würde ich der katholischen Kirche als Institution in Deutschland in dieser Form noch etwa 20 Jahre geben", sagte der Augsburger Geschichtsprofessor und Experte für Epochenwandel". Kath de am 11.2.2021. Die Katholische Kirche, so wie sie jetzt es noch gibt, wird es in 20 Jahren nicht mehr geben, weil sie, nur wenn sie sich entkatholisiert und verprotestantisiert weiter leben kann. Es wird hier also ein doppelter Tod angesagt: Entweder verändert sie sich nicht, dann wird sie in 20 Jahren tot sein oder wenn sie länger leben will, muß sie aufhören, katholisch zu sein, um dann als etwas anderes weiterzuleben.  


 

Mittwoch, 10. Februar 2021

Ganzheitlichkeit steht hoch im Kurs- ist der Mensch ganzheitlich?

Ganzheitlichkeit steht hoch im Kurs- ist der Mensch ganzheitlich?


Es muß gefragt werden ob die These der Ganzheitlichkeit des Menschen nicht den Menschen in seiner Binnendifferenzierung als Seele und Leib verkennt. Man halte sich die Verheißung Jesu an den Reuigen zu seiner Seite am Kreuze vor Augen: „Heute wirst Du im Paradiese sein!“ Der Gekreuzigte ist begraben worden, sein Grab war nicht leer, aber es gilt von diesem auch, daß er im Paradiese ist. Wie können diese 2 Aussagen gleichzeitig wahr sein, daß er im Paradiese und gleichzeitig beerdigt in der Erde liegt? Die katholische Antwort ist klar, daß er als Seele im Paradiese und als Körper begraben ist, bis daß die Seele wieder mit dem Körper vereinigt werden im Akt der Auferstehung der Toten aus ihren Gräbern.

Luther versuchte eine andere Auslegung, daß für den Verstorbenen keine Zeit verginge,(obgleich er schlafe bis zur allgemeinen Totenauferweckung), so daß für ihn subjektiv sein Sterben und seine eschatologische Auferstehung von den Toten in eins falle. Damit sollte die katholische Praxis der Anrufung der Heiligen unterbunden werden, denn faktisch „Schlafende“ können nicht für uns beten, auch wenn für diese rein subjektiv ihr Sterben und ihre Auferstehung in eins fallen.

Aber Luther kann dann auch nicht mehr den Aussagen der Bibel über die postmortale Existenz der Menschen in der Unterwelt, der Sheul oder griechisch dem Hades gerecht werden. Denn auch hier gilt die Doppelwahrheit, daß die Toten einerseits in ihren Gräbern begraben liegen und andererseits in der Unterwelt irgendwie weiterleben als Schattenwesen, theologisch gedeutet als unerlöste Seelen.

Der These von der Ganzheitlichkeit des Menschen korrespondiert so nämlich die These vom Ganztod de Menschen, daß es keine unsterbliche Seele gäbe. Das führt aber zu der eigentümlichen Vorstellung, daß es auch meinen Tod nicht geben kann, denn wenn ich bin, ist der Tod nicht, und wenn der ist, bin ich nicht. So Epikur. So muß dann die Todesfurcht des Menschen als ein reiner Irrtum angesehen werden, weil da etwas befürchtet wird, was sich nie ereignen kann: mein Tod; ich kann nur für andere tot sein, mich kann der Tod nichts angehen. Das evoziert dann natürlich die Frage, wozu es noch eine Erlösung von dem Todesschicksal geben sollte, wenn es den Tod als mich Betreffendes gar nicht geben kann. Vielleicht ist das auch einer der Gründe für die Popularität dieses ganzheitlichen Verstehens des Menschen: Er wird mit Epikur das Problem seines Todes los.

Aber noch ein Problem stellt sich. Führt die These der Ganzheitlichkeit nicht dazu, den Menschen ganz im Sinne einer materialistischen Philosophie als nur als Materie, als nur als Natur zu verstehen. Er kann dann nicht mehr ein geistiges Wesen sein, denn die Seele ist ja die Voraussetzung des geistigen Lebens. Wenn der Mensch dagegen nur Natur ist, dann ist sein Leben auch in Gänze ein natürliches, in dem das Denken nur die Funktion haben kann, im Überlebenskampf dem Denkmenschen Überlebensvorteile gegenüber den anderen Tieren zu sichern: Er ist dann das Tier, das denken kann und somit besser überleben kann als die vernunftlosen Tiere. So ist das kulturelle Leben höchstens eine Ergänzung für das eigentliche Leben der Nahrungsbeschaffung und der Fortpflanzung. Das Kochbuch wäre so die Höchstleistung der menschlichen Kultur, weil so er kultiviert sich ernähren kann. Alles anderen kulturellen Hervorbringungen sind dann eigentlich unnütze Produkte, die vielleicht nur der Langeweile vorzubeugen haben, wenn die Tage des Lebens nicht mehr vollständig erfüllt sind mit den Notwendigkeiten des Überlebens.

Die materialistische Philosophie erhebt ja auch die Ökonomie zur wichtigsten Sphäre des menschlichen Lebens, wie sie auch den Körper über die Seele stellt, indem dem Denken nur noch die Aufgabe zukommt, zu helfen, die Bedürfnisse des Körpers besser zu befriedigen. So kann er jetzt durch das Automobil große Entfernungen sehr viel schneller überbrücken als wenn er sie zu Fuße bewältigen müßte. Das ist eben der Fortschritt des Menschen, immer leichter körperliche Bedürfnisse befriedigen zu können, auch das, statt in A am Ort B zu weilen.

Geistige Bedürfnisse hat dieser ganzheitliche Mensch so eigentlich gar nicht, wenn es nicht das Problem gäbe, daß er in Folge einer unzureichenden Befriedigung seiner körperlichen Bedürfnisse imaginäre Befriedigungen sucht, daß er statt zu lieben, eben Liebesromane liest, statt zu essen von großen Gastmählern träumt, oder prinzipieller, daß er unglücklich lebend von einem Glück im Himmel phantasiert.

Alle Dualismen wären so nur Verdoppelungen unserer rein materialistischen Welt, es gäbe keine Seele, kein Jenseits, keinen Gott außerhalb der Welt und keine Kultur als etwas dem natürlichen Leben Gegenüberstehendes als Selbstständiges. Alles wäre letztendlich durch die materialistisch aufgefaßte Natur Determiniertes und so wäre auch der Mensch nur ein Naturprodukt. Jede dualistische Anthropologie ist eine Protestation gegen die Vernatürlichung und Vermaterialisierung des Menschen, daß er eben auch etwas ganz anderes als nur eine Hervorbringung der Natur ist, daß die Entstehung und das Sein der Seele nicht aus der Natur deduzierbar ist, daß sie etwas Übernatürliches ist, direkt von Gott erschaffen und dann in den menschlichen Körper inkarniert,damit er diesen zu seinen Leib formt und die sonstige Natur nach seinen Ideen gestaltet. Die dualistische Weltauffassung lebt aus diesem Differenzbewußtsein von der Seele zum Körper, von Gott zur Welt, von der Idee zur Realität, von der jenseitigen Welt zur wirklichen, vom Denken zum Sein, denn das Denken bringt auch den Imperativ hervor: So soll es sein und den Wunsch: So möge es sein und das Freiheitsbewußtsein: Was ich tat, hätte ich auch nicht tuen können. Wo diese Dualismem in einem monistischen Einerlei aufgelöst werden, da verliert das menschliche Leben seine besondere Qualität, weil es so vernaturalisiert wird.


Auswirkungen dieses ganzheitlichen Menschenbildes sind auch in der Kirche wahrnehmbar: Die Sorge um die Seele, um das Seelenheil ist faktisch verdunstest zugunsten der Sorgen der Seele, besser der Psyche um etwas...und zwar um sehr weltliche Sorgen, um die Gesundheit, um eine gerechte Welt, in der alle ausreichend mit Konsumgütern versorgt sind, um den Erhalt der Umwelt, um soziale Gerechtigkeit, daß alle gleichberechtigt an den Gütern der Welt partizipieren können. Beliebig erweiterbar- aber eines fällt dabei auf, daß die Sorgen um das körperliche Wohlergehen dominieren! Der ganzheitliche Mensch ist so sehr körperlich, daß Sorgen der Seele, für die sich heutzutage die Kirche insbesondere engagiert, Sorgen um das Körperliche sind , im Extremfall wie in den Diskussionen des „Synodalen Irrweges“ um die sexuellen Bedürfnisse: Sex für Alle! Die propagierte Ganzheitlichkeit endet so in einem schlichten Hedonismus der Körperbedürfnisse.

 

Montag, 8. Februar 2021

Zur Kritik der Querdenkerbewegung- ein Versuch

Zur Kritik der Querdenkerbewegung- ein Versuch



Eine vorläufige Kritik kann hier nur skizziert werden, denn erst nach ihrem Tode wird ein angemessenes Urteil über diese Bewegung möglich sein, denn, um es mit einem kleinen Wortspiel auszudrücken: Das Wesen von etwas offenbart sich erst im Gewesensein.

Es liegt nahe, da es sich um eine politische Bewegung handelt, sie in dem den politischen Diskurs ordnenden Schema von „Links“ und „Rechts“ zu verorten zu versuchen. Das stößt sofort auf die Problematik, daß diese Bewegung von den anerkannten Medien als mehr oder weniger rechtslastig qualifiziert wird. Mit Photographien, die Deutschland- oder Reichsfahnen Schwenkende zeigen, wird das dann auch medienwirksam propagiert. Nur drängt sich dabei der Verdacht auf, daß diese Einstufung als irgendwie „rechts“ primär der Diffamierung dieser Bewegung durch die Regierungspolitik unterstützenden Medien dient, als daß dem wirklich eine Analyse dieser Bewegung zu Grunde läge.

Die Differenz aber zwischen dem, was eine Bewegung in der Realität wirklich ist und dem, als was sie die Medien darstellen, verschwindet zusehens in den Zeiten der Postmoderne, denn in ihr gilt nicht mehr, daß Medien abbilden, was in der Wirklichkeit so ist, sondern daß die Wirklichkeit das ist, was die Medien als Wirklichkeitsauffassung produzieren. Man beginnt sich, zu dieser Bewegung so zu verhalten, als wäre sie so, wie sie in den Medien dargestellt wird und damit wird die Darstellung zur Realität dieser Bewegung. So unterschiedlich etwa die Internetseiten von „Compact“, der „Sezzion“ und der anerkannten Medien, überall erscheint uns diese Bewegung als „rechts“ (Compact, Sezzion) und somit positiv oder als negativ (die vorherrschenden Medien)beurteilt.

Schwerer ist dagegen zu eruieren, wie diese Bewegung denn wirklich ausgerichtet ist, denn dafür ist es notwendig, sich von der Berichterstattung frei zu machen, um so des Pudels Kern dieser Bewegung zu erfassen.

Die politischen Rahmenbedingungen: Der Coronusvirus tauchte in China auf und wurde dann rigoristisch durch Quarantäne- schutzmaßnahmen in eingedämmt, vielleicht sogar in den Griff bekommen, wenn man den chinesischen Verlautbarungen vertrauen kann. Die westeuropäischen Staaten- und das ist nun das Irritierende auf der ideologischen Ebene, orientierten sich an der Schutzmaßnahmenpolitik Chinas und setzten die dann leicht divergierend in ihren Ländern um. Nach der Implosion der „Real existierenden Sozialismus“ feierte sich der Liberalismus mit seiner liberal-demokratischen Staats- und Wirtschaftsordnung als der Sieger im Kampf der Systeme, ja er proklamierte sich als alternativlos. Diese Ordnung ist und wird die Ordnung der Welt sein, auch wenn es noch ein paar Schurkenstaaten gibt, die sich dieser Alternativlosigkeit noch nicht unterwerfen wollen.

Jetzt, aber wo der freie Westen, als allen anderen politischen Ordnungsmodellen überlegen, mit einem diesem Ordnungsmodell gemäßen Maßnahmenkatalog diese Coronaepidemie in den Griff zu bekommen hätte, verzichtet er darauf, um stattdessen das Modell des autoritär regierten Chinas nachzuahmen. Das muß als eine ideologische Niederlage beurteilt werden. Statt daß die EU die Schutzmaßnahmen initiierte, entwickelte jeder Nationalstaat Europas sein eigenes Konzept, dabei immer sich an China orientierend. Plötzlich agierten die schon ad acta gelegten Nationalstaaten auf der politischen Bühne, die als erstes ihren jeweiliges Staatsgebiet abschloß vor den anderen, man kontrollierte wieder zum Schutze die eigenen Grenzen, erließ Reisebeschränkungen...alles Maßnahmen, die mit dem (Un)Geist der Vereuropäisierung der Einzelstaaten Europas nicht kompatibel sind. Aber es kommt noch ärger: Selbst der Primat der Ökonomie wurde zumindest teilweise außer Kraft gesetzt. Um der Volksgesundheit willen wurde die Wirtschaft runtergefahren, die Freiheit des Handels sehr eingeschränkt. Das sind wahrhaftig Todsünden wider den Hl. Geist des Liberalismus, unvergebbare. Traditionelle Linke hätten das als das Agieren des „Ideelen Gesamtkapitalisten“ gegenüber den unmittelbaren Profitinteressen des Kapitales bezeichnet, aber die existieren nicht mehr im öffentlichen Diskurs.

Wir erleben und erleiden so im freien Westen bürgerlich-liberale Regierungen, die plötzlich autoritär-conservativ regieren in der Meinung, nur so diese Epidemie in den Griff bekommen zu können.Das wäre nun die Stunde der politischen Rechten gewesen, denn sie hat schon immer gemutmaßt, daß der Liberalismus, wenn er denn überhaupt was taugt, er nur für die Frühlings- und Sommerzeiten des politischen Lebens brauchbar ist. Ernste Zeiten sind Zeiten der Disziplin, der Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze, die Bereitschaft zum Opfer um des Gemeinwohl willens. Das hieße, daß Tugenden zu revitalisieren wären, die Deutschland einst groß werden ließen, die uns dann aber in der Umerziehung, der Reeducation aberzogen wurden, damit wir nie wieder groß werden . Es ist nun aber einer der größten Illusionen des Liberalismus, daß, wenn jeder nur an sich selbst denke, dann schlußendlich es allen gut gehen werde.

Die Kritik der Querdenkerbewegung an der Regierungspolitik läßt sich so auf eine Aussage reduzieren, daß die Politik nicht um der Bekämpfung dieser Epidemie willen gegen die Grundsätze des Liberalismus hätte verstoßen dürfen, indem sie die bürgerlichen Freiheiten, die des Geschäftemachens, des freien Konsumierens einschränkt.Der homo oeconomicus erhebt sich so wider diesen Primat der Politik,daß um des Gemeinwohles willen Privatrechte eingeschränkt werden. Da diese Bewegung nun selbst auch kein Alternativkonzept für den Umgang mit dieser Epidemie vorzuzeigen weiß,der mit der liberalistischen Ideologie kompatibel ist, wählt sie nun den bequemen Weg der schlichten Bestreitung dieses Problemes der Coronaepidemie.

Die Regierungen hätten dieses Problem nur erphantasiert, um die Freiheitsrechte der Bürger einschränken zu können. Nur, warum sollte z.B das die Deutsche Regierung nötig haben, wenn sie doch auf eine so massenhafte Zustimmung rechnen kann für das jetzige System und sie es versteht, sehr wirksam jede ernsthafte Opposition durch den ihr erklärten Krieg gegen Rechts unschädlich zu machen. Gerade die liberaldemokratische Ordnung erlaubt und ermöglicht ja gerade diese effektive Dauermobilmachung der Zivilgesellschaft gegen die einzig noch vorhandene rechte Opposition. Circa 60 Prozent der Deutschen trauen sich etwa nicht mehr, freimütig ihre Meinung zu Asylanten und zum Islam zu vertreten. Der Staat braucht zudem gar keine Zensur mehr auszuüben, die praktizieren die Herren der neuen sozialen Medien selbst zur Zufriedenheit des Establishments. (Siehe den letzten Wahlkampf in den USA)

Die Kritik an der Regierungspolitik ist so nur die Manifestation des Willens zur Zurückkehr zur liberalen Politik vor der Coronaepidemie verbunden mit der Behauptung, es gäbe gar kein Problem, sodaß es am besten wäre, daß wir so weiterleben könnten wie vordem, den Coronavirus einfach ignorierend. Das ist ein typisches Phänomen der Postmoderne, der Glaube, daß mit einem Nichtmehrwahrnehmen von etwas dies Etwas auch aufhörte, zu existieren. Der englische Philosoph Berkeley brachte das einst so auf den Punkt: „Die Existenz der äußeren Dinge besteht in ihrem Wahrgenommenwerden: esse est percipi.“



 

Moralischer Rigorismus in der Katholischen Morallehre: Wird sie so unmenschlich; ein Fallbeispiel

Moralischer Rigorismus: ist jeder Freitod eine schwere Sünde


Unter der Überschrift: „Auf dem Irrweg zur Euthanasie“ steht in der „Jungen Freiheit“ vom 7.2.2021 geschrieben: „Der Suizid ist eine schwere Verfehlung gegen die natürliche Eigenliebe und die Verpflichtung zur Nächstenliebe des Menschen.“ Damit gibt M.Spieker den Katholischen Katechismus zu dieser Causa wieder. Die Aussage: „Der Suizid“ ist dabei als Alleaussage zu lesen: Jeder Freitod ist ein Verstoß gegen die Selbstliebe und die Nächstenliebe. Nun wohnt jeder Alleaussage ein Problem inne: nur durch einen einzigen Fall, in dem der Freitod kein Verstoß gegen die Eigen- und Nächstenliebe ist, wäre diese Alleaussage widerlegt.

Versetzen wir uns in die Zeit des „Spanischen Bürgerkrieges“. Ein kommunistischer oder anarchistischer Kampfverband stürmt ein Frauenkloster, um die dortigen Nonnen aus der Unterdrückung durch die Kirche zu „befreien“. Eine Nonne steht nun vor dem Arzneischrank des Klosters, sie weiß, wenn sie die Medikamente A und B in großer Menge einnimmt, wird sie sofort sterben. Ihre Alternative: Fällt sie lebend ihren „Befreiern“ in die Hände, werden die sie zu Tode vergewaltigen. (Näheres dazu zur Veranschaulichung nachlesbar zum Lustmord bei Marquise de Sade)Welche der ihr bleibenden 2 Optionen entspricht nun der „natürlichen Eigenliebe“? Herr Spieker müßte nun antworten: Das Gebot der Eigenliebe verlangt in diesem Falle von der Nonne, sich zu Tode quälen zu lassen, wenn die einzige Möglichkeit, dessen sich zu entziehen, der Freitod ist. Egal, was sie wählt: In Bälde wird sie tot sein; es bleibt nur die Wahl zwischen einem relativ schmerzfreien Tod durch die Medikamente oder der qualvolle Tod durch ihre „Befreier“. Da soll es der Eigenliebe entsprechen, sich zu Tode quälen zu lassen?

Wie verhält es sich nun mit der Aussage, daß auch in diesem Falle der Freitod ein Verstoß gegen das Gebot der Nächstenliebe sei. In dieser Situation gibt es nur noch die Nonne und die „Befreier“, das sind jetzt die Nächsten dieser Nonne und nur zwei Möglichkeiten, entweder tötet sie sich selbst oder die Nonne wird zu Tode vergewaltigt. Verlangt nun etwa das Gebot der Nächstenliebe, daß sich die Nonne von diesen ihren Nächsten zu Tode quälen läßt? Entspräche es der Nächstenliebe nicht eher, diese Nächsten durch den Freitod von der Ausübung ihrer Untat abzuhalten als ihnen die Tat zu ermöglichen, indem sie sich lebend in die Hände ihrer „Befreier“ fallen läßt?

Der Katechismus führt nun als weiteres Argument zur Verurteilung jedes Freitodes als schwere Sünde an, daß Gott uns Menschen das Leben so gegeben hat, daß er der Herr unseres Lebens bleibt, sodaß wir selbst nicht über es bestimmen dürften, also uns das Leben nehmen dürften. (2280). Daß hieße in diesem Falle, daß es Gottes Wille ist, daß die Nonne zu Tode vergewaltigt wird,weil Gott die einzige Möglichkeit, sich dem zu entziehen,der Nonne verwehrt. Wenn jemand einem Verdurstenden es verwehrt, aus seiner Wasserflasche zu trinken, dann ist dieser Verwehrer natürlich auch für die Folge verantwortlich, für diesen Verdurstungstod. Wenn Gott also dieser Nonne verwehrt, durch einen Freitod sich einer Vergewaltigung zu Tode zu entziehen, dann sagt Gott damit auch Ja zu diesem qualvollen Tod. Wie soll das mit Gottes Liebe zu den Menschen als vereinbar gedacht werden können?

Man kann es drehen und wenden, wie man es will: In diesem Falle ist ein Verbot des Freitodes ein Akt der Unmenschlichkeit und auf keinen Fall vereinbar mit der theologischen Aussage, daß Gott die Liebe ist.

Damit ist eines erreicht: Nicht jeder Freitod ist eine schwere Sünde,er ist es nur dann, wenn er wirklich wider das Gebot der Selbst- und der Nächstenliebe verstößt und gegen die Gottesliebe. Es ist nun keine schwere Aufgabe, weitere Fälle zu konstruieren, in denen ein Freitod keine schwere Sünde ist. Nur einen Fall möchte ich noch kurz hervorheben, den der Heiligsprechung von Maximilian Kolbe. Er sagte: Tötet mich und verschont dann den zu Tode Verurteilten. Es reicht, sich hier auf diese Aussage zu kaprizieren. Wenn der Katholische Katechismus und Herr Spieker, ihm folgend Recht hätten, dann war das ein Akt des Tötens auf Verlangen (also ein Selbstmord), der auch durch nie noch so gute Intention, so einem anderen Menschen das Leben zu retten, nicht rechtfertigbar ist. Indem Kolbe sich freiwillig töten ließ, auch wenn er es tat, um einem anderen das Leben zu retten, sündigte er schwer und hätte niemals heilig gesprochen werden dürfen.

Ist nicht zu befürchten, daß jeder moralistischer Rigorismus schlußendlich inhuman und auch blasphemisch wird?



Zusätze:

Die Euthanasie ist nicht nur in Deutschland schon lange Praxis in Folge der faktischen Legalisierung der Kindestötung im Mutterleibe.Wenn die Früherkennbarkeit geistiger Behinderungen optimiert wird, hat ein behindertes Kind bald kaum noch eine Chance, geboren zu werden, denn es wird vorher abgetrieben.

Was ist von diesem Argument zu halten: Da das Wahlrecht Menschen dazu verleitet, diese Freiheit zu mißbrauchen, indem sie in den USA Trump und in Deutschland rechte Parteien zu wählen, ist dies Freiheitsrecht abzuschaffen? Was unterscheidet diese Aussage von der, daß das Freiheitsrecht, sich das Leben nehmen zu dürfen, mißbraucht werden kann, etwa durch Manipulationen der Menschen, sodaß es abgeschafft werden muß, wie jedes andere Freiheitsrecht auch, weil jedes mißbraucht werden kann?



 

Sonntag, 7. Februar 2021

Über die Lust an der Selbstsäkularisierung im Ordensleben- oder, daß alles zeitgemäß sein muß!



Wenn auf der quasi offiziellen Internetauftrittseite der Deutschen Bischöfe eine Nonne, entschuldige, das ist nicht mehr zeitgemäß, eine (Ordens)Schwester zu Worte kommt, dann ist mit dem Schlimmsten zu rechnen. Wir erleben dann meist tapfer kämpfende Suffragetten- natürlich kämpfen sie vor allem gegen die Katholische Kirche, denn das ist ja ihre zeitgemäße Deutung ihrer Berufung. So tönt das am 7.2.2021:

„Provinzoberin über das Fegefeuer: "Übergang in ein neues Leben"

Der Begriff Fegefeuer klingt für viele befremdlich. Stefanie Strobel, Provinzoberin der "Kongregation der Helferinnen der Seelen im Fegfeuer", gibt im Interview eine zeitgemäße Deutung“. „Zeitgemäß“ (es ist aber zeitgeistgemäß gemeint) ist einer der liebsten Kampfbegriffe wider die Lehre der Kirche: Sie gefalle den Heutigen nicht und müsse so umformuliert werden.

Das ist nun die zeitgeistgemäße Explikation des Begriffes des Fegefeuers: „Sr. Strobel: Fegefeuer bedeutet Läuterung, Reinigung, etwas Loslassen. Wenn ich mir vorstelle, mich als Mensch im Tod in einem ganz neuen – Gottes – Licht zu erleben, dann werde ich mir auch bewusst, wer ich zu Lebzeiten war und wo ich versagt habe. Nach dieser Erkenntnis kann ich nun auch etwas loslassen oder werde erst zu diesem ursprünglichen Kind Gottes, als das ich von meinem Schöpfer gedacht war. Fegefeuer steht also für einen Übergang in ein neues Leben, in die Fülle Gottes.“

Das Fegefeuer ist also die Selbsterkenntnis des Menschen in der Begegnung mit Gott, daß er einsieht, nicht so zu sein, wie er sein sollte. Es ist aber gleichzeitig der Übergang in ein „neues Leben“, das ewige, wie früher gesagt worden ist. Das „Fegefeuer“ hat also nichts mit einem Abbüßen oder Gottes gerechte Strafen erleiden zu tuen, sondern reduziert sich auf den Akt der Selbsterkenntnis. Nimmt man das ernst, erübrigt sich natürlich das Gebet oder gar eine Messe lesen Lassen für sie, denn diese „armen Seelen im Fegefeuer“ bedürfen keiner Hilfe: Gott sagt ja nur noch zu ihnen:Ihr lebtet nicht so, wie ich es mir von euch gewünscht habe, aber das macht nichts, tretet also ein in das Reich Gottes.

Somit haben sich diese „Helferin“ der einst „armen Seelen im Fegefeuer“ erst mal arbeitslos gemacht. Aber Gott sei es gedankt, hat Gott ja selbst auf Initiative des 2.Vaticanums das einstige Fegefeuer abgeschafft. Was bleibt da noch für diese Kongregation zu tuen übrig?

Diese Frage wird uns klar und eindeutig beantwortet:“Sr. Strobel: Situationen von Läuterung und "Fegefeuer" erleben wir schon im Diesseits. Deshalb ist es unser Anliegen, da zu sein für Menschen, die schmerzliche Übergänge und Krisen erleben. Denn wir haben den festen Glauben, dass solche Durch- und Übergänge zugleich neue Chancen ermöglichen.“ Wir sind da für Menschen, wenn sie Probleme haben, Krisen erleiden, alte Lebenswege aufgeben und Neustarte versuchen müssen...

Was haben nun aber diese Krisen noch mit der Gotteserfahrung, der Erkenntnis des Nichtsoseins, wie Gott es von uns wünschte, zu tuen? Nichts! Erst wurde das Fegefeuer auf die Selbsterkenntnis in der Begegnung mit Gott reduziert, dann soll es nur noch ein Übergang von einem alten zu dem neuen Leben in Gott sein, um dann dies „Fegefeuer“ ganz umzuformen zu beliebigen Lebenskrisenerfahrungen, in denen Menschen Hilfe von Mitmenschen annehmen möchten. Diese Tendenz der Selbstsäkularisierung ist wohl das Charakteristische auch dieser Kongregation: Wo am Ursprung es um das Seelenheil der armen Seelen im Fegefeuer ging, gilt es jetzt nur noch darum, Menschen in Problemlagen zu helfen!

Zusatz:

Beachtenswert ist für diese Internetseite auch der Gebrauch des Wortes: "Rückständig". Die Lehre der Kirche vom Fegefeuer wird als "rückständig" abqualifiziert, so als wenn es in der Kirche eine permanentene Selbstoptimierung der kirchlichen Lehre gäbe, wobei aber die Kirche es versäumt hätte, alle Lehrbestände zu modernisieren und so noch eine rückständige Vorstellung vorhanden sein könne. Aber diese Kongregation hat hier schon das Ihrige an der notwendigen Modernisierung vollbracht- so ganz den heutigen Menschen erreichend, der nichts mehr wissen will von der Sorge um die Seele, ihr Heil, weil er nur noch Sorgen der Psyche um etwas kennt, die Sorge um die Gesundheit, die Ehe, die Familie, die Arbeit....  

 

Samstag, 6. Februar 2021

Irritationen:Die Sterbenden, von der Kirche alleingelassen in den Zeiten der Coronaseuche?

Irritationen:Die Sterbenden, von der Kirche alleingelassen in den Zeiten der Coronaseuche?



Dies Narrativ ist seit der Bejahung der staatlichen Schutzmaßnahmen in dem Munde so manches Kirchenkritikers. Hat die Kirche hier so also versagt? Es ist nun noch nicht der Zeitpunkt gekommen, um abschließend das kirchliche Verhalten in dieser Causa zu bilanzieren, denn die Coronazeit ist noch nicht vorbei, erst am Ende kann sachgemäß resümiert werden.

Deshalb beschränke ich mich auf ein paar Punkte.

1.Das wichtigste Amt der Kirche für die Verstorben ist die Darbringung des Meßopfers für den Verstorbenen. Da zwar das Abhalten öffentlicher Gottesdienste zeitweise untersagt war, aber nie das Messelesen, konnte die Kirche bis jetzt in den Coronazeiten diese ihre Aufgabe erfüllen. Wenn dann gelegentlich behauptet würde, es hätte kein Seelenamt zelebriert werden können, beruht dies auf einem fatalen Irrtum, daß das Seelenamt primär für die Trauernden und nicht in erster Linie für den Verstorbenen gelesen wird. Wer heute eine Messe für einen Verstorbenen stiftet und die irgendwohin nach Afrika weitergegeben wird, damit dort sie gelesen wird und die Kirche da das Meßstipendium erhält zur Finanzierung der dortigen Kirche, der beklagt sich ja auch nicht darüber, daß er dann an dieser gelesenen Messe nicht teilnehmen kann.

Zudem berichtet uns 2.Makkabäer 12: Das Sühnopfer für die Toten, daß die frommen Soldaten für ihre gefallenen Kameraden in Jerusalem durch dortige Priester das Sühnopfer darbringen ließen, damit sie auch als Gerechte von den Toten auferstehen werden, ohne daß sie selbst an diesem Sühnopfer teilnehmen konnten, standen sie doch im Kampf. Die Coronazeit ist so auch für die Kirche eine Chance zur Rückbesinnung auf das Wesentliche, daß ihr erstes Amt für Verstorbene das Messelesen für sie ist. Für die Gültigkeit dieser Sühnopfermesse ist nun aber die Beteiligung der Trauernden oder der Gemeinde nicht konstitutiv.



2.Wie sieht es nun mit dem Sterbesakrament und der Möglichkeit einer Letztbeichte bei Sterbenden aus? Hier muß deutlich gesagt werden, daß um des Seelenheiles willen die Kirche auf die Spendung dieser 2 Sakramente nicht hätte verzichten dürfen. Die hl. Kommunion dagegen kann auch ein Sterbender noch geistlich empfangen und darum könnte auf die sakramentale Nießung verzichtet werden. Es muß aber konzediert werden, daß in der Kirche selbst diese 2 Sakramente so entwertet worden sind, daß es nicht wundert, wenn auf ihre Spendung verzichtet wird. Die Transformation des Sterbesakramentes, der letzten Ölung zu einer „Krankensalbung“ hat dies Sakrament eben entwertet und läßt es auch für den Sterbenden als überflüssig erscheinen, weil er keine Heilung mehr erwartet.Über das faktisch außer Gebrauch geratene Sakrament der Beichte braucht nichts mehr geschrieben werden, zu offenkundig ist hier sein Vergessen. Es leuchtet aber nicht ein, warum die Spendung dieser 2 Sakramente, der letzten Ölung und der Beichte nicht so gestaltet werden kann, daß eine Infektion nach menschlichem Ermessen fast ausgeschlossen werden kann.



3.Wie sieht es denn nun generellere mit dem Vorwurf des Alleingelassenwordenseins aus, daß die Kirche Kranke und Sterbende nicht besuchte, oder daß Sterbende allein sterben mußten? Hier muß prinzipieller gefragt werden, was es denn heißt, zu sterben. Sterben bezeichnet den Prozeß der Loslösung der Seele vom Körper, der Tod ist dann eingetreten, wenn die Seele sich ganz vom Körper abgetrennt hat. Es ist nun theologisch zu fragen, was getan werden kann, um der Seele diesen Ablösungsprozeß zu erleichtern und welche Hilfe sie der Seele gewähren und leisten kann, damit sie von Gott in den Himmel aufgenommen wird.

Die heutige Seelsorge kapriziert sich stattdessen viel zu sehr um die um den Sterben Trauernden, seinen Verlust Beklagenden.So muß hier noch einmal gesagt werden, daß das wichtigste Amt hier das Messelesen für den Verstorbenen ist und die Bitte an die Angehörigen, für den Sterbenden bzw Verstorbenen zu beten! Ja, die Vorstellung, von Verwandten und Freunden umgeben zu sterben, so menschlich empfunden das auch als ein gutes Sterben erscheint, ist für den Sterbenden selbst problematisch, hält ihn die so gezeigte Verbundenheit mit ihm fest und erschwert so der Seele die Loslösung vom Körper. Es wird manchmal erzählt, daß der Sterbende erst sterben konnte, nachdem die Verwandten und Freunde vom Sterbelager hinweg komplimentiert wurden von erfahrenem Krankenhauspersonal, weil nur alleingelassen der Patient loslassen und sterben kann.

Christlich gesehen stirbt kein Gläubiger allein, weil er in dem Augenblick der Loslösung der Seele von seinem Körper auf die Fürsprache der Mutter Gottes vertrauen kann, die ihr Kind gerade in der Todesstunde nicht verläßt und so auch auf seinen Schutzengel, daß er ihn in den Himmel führen wird. Es gibt Augenblicke im Leben, wo wir wirkliche Hilfe und einen effektiven Beistand nur noch vom Himmel erwarten und erhoffen können. Aber der vergißt uns nicht. Es wäre gerade jetzt so die Aufgabe der Kirche, im Eingeständnis ihrer Unzulänglichkeit, Sterbende zu begleiten, auf diese wahre Hilfe zu verweisen und auf die Kraft des Sterbesakramentes und der Möglichkeit, auf dem Sterbebett noch einmal zu beichten und so gut bereitet, den Heimweg antreten zu können, denn Sterben heißt, heimgerufen zu werden. Diesen Heimweg sollten wir aber gut präpariert antreten. Darum betet der Christ ja um eine gute Sterbestunde, daß er die Sakramente empfangen kann und daß für ihn gebetet wird und hl. Messen gelesen werden.





 

Freitag, 5. Februar 2021

Papst Franziskus- ein Mann mit klarem Feindbild


Papst Franziskus zur Lage der Katholischen Kirche in den USA:Die Kirche in den Vereinigten Staaten >ist sehr lebendig, sehr sehr lebendig. Vielleicht gibt es traditionalistische Gruppen, aber wir haben sie auch hier im Vatikan. Das kann geheilt werden.<.“Das ist eine klare Kampfansage. Traditionalistisch eingestellte Katholiken sind für diesen Menschen „Kranke“.

Es ist nicht klar, wen genau der Papst damit meint, welche Gruppen. Aber vielleicht wird es deutlicher, wenn wir unser Augenmerk richten auf die Katholiken, die dieser Papst lobt:

„Sie heißt Einwanderer willkommen. Was die Kirche für Einwanderer tut, ist riesig, oder? Sie ist großzügig, weil die Kirche in den Vereinigten Staaten viele wirtschaftliche Möglichkeiten hat und großzügig hilft.“(kath info 3.2.2021)

Die „Kranken“ sind also die, die sich der Auflösung der USA durch eine Politik der Multiethnisierung und Multikultivierung widersetzen,also im Prinzip alle Katholiken, die den Ex-Präsidenten Trump in der letzten Wahl gewählt haben, wohingegen die guten Katholiken dann die Demokratenwähler sind.

Für diesen Papst sind eben im Prinzip alle Religionen gleich gut, aber alle leiden dann alle auch an kranken Rändern, den fundamentalistischen und traditionalistischen Strömungen in ihnen. Die gilt es zu therapieren. Denn wer so denkt ist eben krank.

So liberal und tolerant der Papst sich sonst auch gerne inszeniert, vom Charakter her ist er ein König Ludwig IVX Anhänger : Die Kirche bin ich!; woraus sich auch die Spannungen zum Deutschen Episkopat zum Teil erklären, denn Kardinal Marx war und ist nun mal ein Franz-Josef Strauß Schüler: Mir ist es egal, wer unter mir Bundeskanzler (Papst) ist. 

Dies klare Feindbild dient nun aber auch dazu, den Islam in ein gutes Licht zu setzen, indem nun alles Negative zuerst den Fundamentalisten zugeschrieben wird und indem dann, wenn dieser Fundamentalismus kritisiert wird, diese Kritik auf den Fundamentalismus und Traditionalismus in der eigenen Kirche umgelenkt wird, daß doch zuerst vor der eigenen Türe zu kehren sei, bevor andere kritisiert werden.