Das „Bergpredigtchristentum“ - eine gemeingefährliche Moralvorstellung?
Spontan wird wohl jeder Leser dies Urteil als ein eindeutiges Fehlurteil abtuen:Wie kann nur wer so diese so hoch stehende Moral als etwas Negatives bezeichnen? Statt nun eine Vorrede der Entfaltung dieses Negativurteiles voranzustellen, möchte ich gleich in medias res gehen, um für die Plausibilität dieser Beurteilung zu werben.
Der Fall: Ein Mann will eine junge Frau vergewaltigen, der Mann ist ein Priester, die Frau eine Ministrantin. Sie liebt die Bergpredigt und will gemäß ihr leben.
1.Schritt: Sie hat aus der Bergpredigt gelernt: „Widersetze Dich nicht des Bösen.“ Da das Vergewaltigtwerden das Erleiden von etwas ihr Bösem ist, widersetzt sie sich nicht und läßt sich vergewaltigen.
2.Schritt: Sie hat aus der Bergpredigt gelernt: „Du mußt Deinem Bruder nicht 7mal, sondern 77mal, also immer wieder vergeben. Sie vergibt also dem Vergewaltiger.
3.Schritt: Sie hat gelernt, daß sie ihre Feinde zu lieben habe. Also bemüht sie sich, ihren Vergewaltiger zu lieben. Das heißt konkret für sie, daß sie den Täter nicht anzeigen wird und wenn er sie wieder versucht, zu vergewaltigen, sie sich dem nicht widersetzen wird.
So ist diese Bergpredigtchristin das ideale Opfer jedes Vergewaltigers.
Nun wenden wir uns dem Täter zu:
„Gott liebe jeden, so wie er ist, Gottes Liebe ist unbedingt.“ Das hört der Täter regelmäßig in den Sonntagspredigten. Was heißt das nun konkret für ihn? So meditiert nun der Täter diese Predigtaussage: „Bevor ich die junge Frau vergewaltigt hatte, liebte mich Gott, so wie ich bin! Jetzt, nachdem ich sie vergewaltigt habe, liebt Gott mich noch genauso wie vor meiner Tat, denn Gottes Liebe zu mir ist keine conditionale: „Ich, Dein Gott liebe Dich, aber wenn Du diese Frau vergewaltigt haben wirst, dann werde ich Dich nicht mehr lieben!“Dann würde Gott ja seine Liebe abhängig machen von der Bedingung, daß dieser Mann die junge Frau nicht vergewaltigt. Aber Gott liebe unbedingt und deshalb verliert der Vergewaltiger nicht Gottes Liebe, wenn er eine Frau vergewaltigt hat.
Ein so verstandene Bergpredigt verbunden mit dem Glauben an die unbedingte Liebe Gottes zu uns Menschen schafft ein optimales Klima für sexuelle Mißbräuche in der Kirche als systemische Ursachen der Mißbräuchsfälle!
Vgl hierzu auch Emanuel Hirschs Auseinandersetzung mit dem "Tolstojchristentum", einer pazifistischen Auslegung der Bergpredigt in: "Deutschlands Schicksal"! Es ist davon auszugehen, daß dies "Bergpredigtchristentum" auf einer theologisch nicht haltbaren Auslegung der Bergpredigt fußt, denn es kann nicht Jesu Christi Anliegen gewesen sein, das Gebot der Nächsten- wie auch das der Selbstliebe auszuhebeln durch einen rigoristischen Pazifismus, der nur der Stärkung des Bösen dienen kann!
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