Mittwoch, 7. September 2016

Über das Schmuddelkind der Ökumene

Gehört es eigentlich zum guten Ton der Ökumene, sich selbst kritisierend dieVorzüge des Anderen herauszusreichen, so gilt dies Procedere nicht im Umgang mit der Russisch Orthodoxen Kirche. Spätestens seit dem Rußland unter der Führung von Putin zu dem Feind schlechthin stilisiert wird, ist auch eine Selbstverständlichkeit geworden, der Russisch-Orthodoxen Kirche kritisch, wenn nicht gar ablehnend gegenüber zu treten.  Der Jesuit Pater Mertes brilliert auf Katholisch de, immerhin der offiziellen Netzseite der Deutschen Bischofskonferenz mit beachtlichen "Erkenntnissen".  In dem Artikel: Hinhören für die Einheit der Christen am 6.9. 2016 liest sich das so: "Heute befremden uns - jedenfalls mich - viele Entwicklungen in der russischen Orthodoxie: Die Nähe von Staatsmacht und Kirche, die Verbindung von nationaler und religiöser Identität, die ideologische Unterstützung von kriegerischen Handlungen, die rückblickende Idealisierung Stalins als von Christus oder Maria inspirierter Führer im großen vaterländischen Krieg, und so weiter."

Für einen politisch korrekten Theologen sind das selbstredend alles unverzeihliche Sünden wider den Hl. Geist: Ersteinmal ist Identität sowieso schon etwas Negatives, ist doch das Ideal das der Auflösung aller Identitäten im universalen Einerlei, so ist eine Verbindung von religiöser und nationaler Identität völlig inakzeptabel. Die natürliche Ordnung der Menschheit in Völker mit ihren besonderen Identitäten ist der politischen Korrektheit ein Skandalon, weil es nur noch von aller Identität befreite atomisierte Individuen in der globalisierten Einheitswelt geben soll. 

Der Vorwurf der"ideologischen Unterstützung von kriegerischen Handlungen" bezieht sich wohl auf die Bejahung Putins Politik in der Ukraine durch die Kirche. Bevor hier dieser Vorwurf erhoben wird, hätte der Jesuit zuerst feststellen müssen, daß nach der Lehre der Kirche nicht jede kriegerische Handlung seitens eines Staates etwas Unrechtes ist (vgl die Lehre vom gerechten Kriege) und er hätte darlegen müssen, warum hier Putin unrechtens gehandelt hat. Hält man sich nur das Faktum vor Augen, daß eine vom freien Westen takräftig unterstützte ukrainische Oppositionspolitikerin die russische Minderheit in der Ukraine mittels des Einsatzes von Atombomben ausrotten wollte, dann wird man zumindest Verständnis dafür haben müssen , daß Putin zum Schutz der russischen Minderheit agieren mußte. Die jetzige Lösung des ethnischen Konfliktes zwischen Ukrainern und Russen, daß die russisch besiedelten Gebiete faktisch sich Rußland angeschlossen haben, ist wohl die beste Lösung! Sie  entspricht dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, daß die russische Minderheit selbst bestimmen darf, ob sie in einem 2 Völkerstaat als Minderheit leben will oder wieder in die russische Heimat repatriiert werden möchte. 

Aber einem politisch Korrekten interessiert dies Recht eines Volkes nicht. Stattdessen wirft er der Kirche ein zu positives Stalinbild vor! Aber ist es nicht das Vorrecht der russischen Kirche, zu entscheiden, wie sie Stalins Rolle im 2. Weltkrieg beurteilt! Und darf man da nicht daran erinnern, daß Stalin selbst die Russische Kirche zur Cooperation im großen vaterländischen Kriege aufrief, in dem viele Russen ihre politische Abneigung gegen den Kommunismus zurückstellten, weil es nun für sie galt, das russische Vaterland zu verteidigen?

Erheiternd ist nun aber geradezu, daß ein Deutscher Jesuit der Russischen Kirche zu viel Staatsnähe nachsagt, während  Katholische Bischöfe geradezu einen Jubelchor für die Bundeskanzlerin Merkel abgeben und Bischofsworte wie Propagandareden der Bundeskanzlerin tönen! Kardinal Marx tönt ja wie ein Regierungssprecher, ergreift er das Wort.Hier sieht man ob der Dicke des Balkens im eigenen Auge den Splitter im Auge der Russischen Kirche nicht- erblindet vor Staatsnähe!

Der Jesuit steht dabei auf Kath de nicht allein. Ein evagelischer Religionspädagoge durfte auf Kath net auch schon seiner antirussischen Gefühle wortgewaltig zum Ausdruck bringen. Der Zentralvorwurf: Rußland ist nicht bereit, seine Kultur aufzugeben und sich verwestlichen zu lassen. Das unterstütze die Russisch-Orthodoxe Kirche. "Dieses Festhalten an "traditionellen Werten" diene der Abgrenzung gegen den Westen, erklärte Willems. Russland wolle "sich mit den anderen nicht-westlichen 'Kulturen' gegen die westliche Hegemonie zur Wehr zu setzen. Dies gehe aber nur, wenn man an seiner Kultur festhalte und diese nicht verwestlichen wolle."Kath de 8.8.201 "Die orthodoxe Kirche ist nach Ansicht des Religionspädagogen Joachim Willems zu einer "Institution russischer Identitätsbildung" geworden. Eine "politische Orthodoxie" sei die neue Ideologie Russlands." Traditionelle Werte bezüglich der Sexualmoral und der Geschlechterrollen würden dabei von Staat und Kirche verteidigt.

Das sind natürlich für einen Dozenten der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Unzumutbarkeiten! Und das sich wer erdreistet, gegen die westliche, besser amerikanische Hegemonie Einspruch zu erheben, das ist wohl reine Blasphemie.

Fassen wir zusammen: Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist wie Putin eben nicht politisch korrekt ausgerichtet und darum gehört sie an den Pranger gestellt. Die Ökumene hat eben auch ihre Grenzen der Tolerierbarkeit. 

 

Dienstag, 6. September 2016

Der linke Krieg gegen die Familie

"Wie der bolschewistische Führer Jewgeni Preobraschenski (später ein Verbündeter Trotzkis) sagte: „Unsere Aufgabe besteht nicht darin, nach Gerechtigkeit in der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zu streben. Unsere Aufgabe ist es, Männer und Frauen von der kleinlichen Hausarbeit zu befreien“ (zitiert in Goldman, Women, the State and Revolution). Somit ist es eine der Aufgaben der sozialistischen Revolution, die Institution der Familie durch gemeinschaftliche Kinderbetreuung, Kantinen und Wäschereien sowie bezahlten Mutterschaftsurlaub und kostenlose Gesundheitsversorgung vollständig zu ersetzen und besondere Aufmerksamkeit auf die vollständige Integration der Frauen in das gesellschaftliche und politische Leben zu legen." 
So liest sich das Grundanliegen der russischen Kommunisten in der Anfangsphase der Umgestaltung Rußlands nach dem Sieg der Bolschewisten. (International Communist League: Russische Revolution und Emanzipation der Frau, 2006). Staatliche Organisationen haben die Familie vollständig zu ersetzen! Das verstaatlichte Kind ist dabei das Ziel der Frauenemanzipation, das Ziel der Frauenemanzipation dagegen ist, daß die Frau wie auch der Mann unbeschränkt der Wirtschaft zur freien Verfügung zu stehen hat. Die Ordnung der Familie ist sogesehen ein Hindernis für die totale Mobilmachung für die Wirtschaft. Der Mensch hat eben nur noch für die Ökonomie dazusein. 
Aber die Ordnung der Familie ist eben noch mehr als nur ein Hindernis für diese Totalmobilmachung "Sie sorgt auch für das Eintrichtern von religiöser Rückständigkeit, einem ideologischen Hemmschuh für die Entwicklung sozialen Bewusstseins." Der Kampf gegen die Ordnung der Familie ist eben insbesondere der Kampf gegen den Ort gelebter Religiösität, durch den eben der Glaube vermittelt wird. Für den totalitären Staat der Bolschewisten darf es eben nur die Kommunistische Partei als Erzieherin geben und darum muß die Familie abgeschafft werden! Man traute sich eben nicht zu, so in die Familien einzuwirken, daß in ihnen selbst die kommunistische Ideologie weitervermittelt wird, nein, in intakten Familien sah man Brutstätten religiösem und damit antikommunistischen Lebens.
Nun konstatiert Leo Trotzki in seinem Buch: "Die verratene Revolution", daß diese guten Ansätze nicht realisiert werden konnten, weil der Staat es nicht schaffte, die Familie zu ersetzen, also zu verstaatlichen. Stattdessen förderte Stalin, der Verräter der Revolution die Ordnung der Familie wieder, erschwerte Ehescheidungen und verbot die durch Lenin erlaubten Abtreibungen 1936. Diese Profamilienpolitik gilt seit dem Linken als einer der unverzeihlichen Fehler Stalins, gipfelnd in der Stiftung von Mutterschaftsorden für Mütter mit 10 und mehr Kindern! 
Dies könnte man als historische Episode beiseite tuen, offenbarte sie uns nicht doch Wesentliches über das Verhältnis der Linken zur Frau und zur Ökonomie! Seit Karl Marx Diktum, daß der Mensch sich selbst durch die gesellschaftliche Arbeit hervorbringe, gilt das Arbeitsleben als die Sphäre des menschlichen Lebens. Darum sollen auch alle Menschen in ihr integriert werden. Die Arbeit in der Familie dagegen galt nicht als eine die Selbstverwirklichung des Menschen ermöglichende Tätigkeit. Darum sollte die Frau aus der Hausarbeit und dem Familenleben befreit werden, damit sie dann genauso werktätig sein könne wie der Mann. Simpler gesagt: Der Mensch hat seinen Daseinszweck ausschließlich im Arbeitsleben; er soll nur noch der Ökonomie dienen. 
Nun hat 1989 die kapitalistische Marktwirtschaftsordnung über die sozialistische Planwirtschaftsordnung gesiegt- aber eines ist gelieben, nämlich der Glaube, daß der Mensch zuallererst für die Wirtschaft da ist. Der postmoderne Kapitalismus erkennt so wie der bolschewistische Kommunismus Lenins in der Ordnung der Familie ein Hindernis für die Subordination des Menschen unter die Bedürfnisse der Wirtschaft! Der Mensch soll nur noch frei verfügbar für die Wirtschaft sein. Familienbande behindern ihn daran- darum soll die Ordnung der Familie aufgelöst werden, sie verstaatlicht werden! 
Daß die Ordnung der Familie den Genderistenideologen auch als ein Bollwerk gegen den Willen zur Auslöschung der Geschlechteridentität erscheint, ist offenkundig. Darum soll die zeitgemäße Sexualerziehung ganz in die Hände des Staates fallen, damit durch ihn die Kinder dann entsprechend indoktriniert werden können.
Wenn die Linke heutzutage den Kampf gegen den Kapitalismus faktisch abgesetzt hat nach der Implosion des realen Sozialismus, kapriziert sie sich jetzt darauf, um der Modernisierung des Kapitalismus willen, die Ordnung der Familie abzuschaffen, weil sie eben eine Ordnung ist, die der totalen Mobilmachung für die Wirtschaft entgegensteht. Das wußten die Bolschewisten einst und jetzt die gewendeten Linken in ihrer neuen Kapitalismusbewunderung!  
Beachtenswert ist auch diese Kontinuität: Wie die Bolschewisten plädiert auch die heutige Linke für das Menschenrecht auf Tötung der eignen ungeborenen Kinder- aber nicht immer wird dabei klar, daß dies Menschenrecht primär deshalb eingefordert wird, damit die Frau nicht durch Schwangerschaft und Kindererziehung vom Arbeiten in der Wirtschaft abgehalten wird, denn dazu ist sie allein bestimmt! 
Es ist keine Zukunftsromanutopie, sondern eine wahrhaft linke Hoffnung, daß einst die Mutterschaft ganz abschaffbar sein wird durch künstliche Erzeugung der Kinder in vitro, ihr Aufwachsen in künstlichen Brutkästen und dann ihr Aufwachsen in Kita und Kindergärten bis zur Internatsschule, damit Frauen keine Mütter sein dürfen und es keine Familien mehr gibt- sondern nur noch dem Staate gehörende Menschen, der sie in den allein seligmachenden Dienst der Wirtschaft stellt. Das ist die Neue Weltordnung als globalisierte Marktordnung, in der alle Ordnungen aufglöst werden, damit der Mensch nur noch als Funktion der Wirtschaft existiert.           

Montag, 5. September 2016

Angriff auf die hl. Mutter Teresa

Der öffentlich rechtliche Rundfunk erlebte mal wieder eine Sternstunde des Kampfes gegen die Katholische Kirche, finanziert auch aus den Zwangssteuerabgaben der Katholiken Deutschlands, als Frau Petersmann für die ARD zum Angriff auf die heilig Gesprochene blies! (Der umstrittene Engel der Armen 4.9.2016)
"Professor Pradip Basu leitet die Fakultät für Politische Wissenschaft an der Presidency Universität. Er beschäftigt sich vor allem mit Staatslehre und politischer Philosophie - mit Marx, Hegel, Habermas und Foucault. "Mutter Teresa wollte unmittelbare Not lindern. Sie hat nie an eine fundamentale soziale Revolution gedacht", glaubt Professor Basu mit leisem Vorwurf in der Stimme." Daß Mutter Teresa den Armen half, statt sozialpolitische Reformen zu verlangen, das diskreditiert sie in den Augen dieses Hochschulprofessors. Das System sei das Übel, das das Leid verursache; die jetzt heilig Gesprochene doktorierte nur an den Symptomen und ließ die wahre Ursache des Leidens außer Acht. Es hat ihr eben an soliden Marx-Kenntnissen gefehlt!  
Ein Student dieses Professors wird da noch deutlicher:"Hossainur kritisiert den Vatikan. "Sie missbrauchen Mutter Teresas Güte nach so langer Zeit für die Religion, und das ist falsch. Sie wollen nicht die Liebe und die soziale Arbeit von Mutter Teresa verbreiten, sondern sie wollen das Christentum verbreiten." Also, Mutter Teresa stünde für die praktizierte Liebe! Aber die böse Kirche spanne die nun ein für ihren Versuch, die christliche Religion zu verbreiten! Aber damit hätte dieser Engel der Armen doch nichts im Sinne gehabt. Sie würde nur von der Kirche mißbraucht!
Aber nun wird es noch wunderlicher:"Der Mediziner Aroup Chatterjee[...] gehört zu den schärfsten Kritikern von Mutter Teresa und hat ein Buch über sie geschrieben. Chatterjee wirft Mutter Teresa vor, trotz vieler Spenden einen verschleierten Kult der Armut und des Leidens betrieben zu haben, um für die katholische Kirche zu missionieren. " Also, ihre Praxis der Nächstenliebe wäre zu verurteilen, weil sie dies nur tat, um zu missionieren. Die einen werfen also der Kirche vor, daß sie das bloße Sozialengagement der Mutter Teresa für missionarische Zwecke der Kirche mißbräuche, die anderen, daß diese Mutter schon selbst ihr Sozialengagement nur vorgespielt habe, um zu missionieren!
Das Böse und Verwerfliche ist also die Missionspraxis der Katholischen Kirche. Sollte Mutter Teresa selbst in diesem Sinne gehandelt haben, so wäre auch ihre Nächstenliebepraxis den Armen gegenüber zu verurteilen. Oder aber die Kirche mißbraucht diese Praxis jetzt, indem sie sie für ihre missionarischen Ziele instrumentalisiere.



Die Heiligkeitssprechung ist so gesehen nur ein plumper Propagandatrick der Kirche, für sich werben zu wollen, gar zu missionieren und dazu nütze die Kirche eine Praxis aus, die kritisch beurteilt, weil sie nur Symptome linderte, den Armen realiter gar nicht half!
So kämpft der öffentliche Rundfunk gegen eine Heilige der Katholischen Kirche.    

Zusatz: Die Welt meldete scho am 7.3. 2013 unter der reizerischen Überschrift: Die dunklen Seiten der Mutter Teresa:
"Mehr als 14 Jahre nach Mutter Teresas Tod kratzen Wissenschaftler am Mythos der anerkannten Ordensschwester. Sie fragen sich: "Wo sind die Millionen, die sie über die vielen Jahre eingenommen hat?"

Sonntag, 4. September 2016

Importpriester?

Dem ZK-VorsitzendenSternberg ist nun ein gewaltige Lapsus unterlaufen, ein so eklatanter Verstoß gegen die heiligen Dogmen der Politischen Korrektheit, daß man erst an eine Fehlmeldung glauben mußte: Diesen Gralshüterverein der Politischen Korrektheitsideologie, dem Laien ZK der Katholischen Kirche kann doch nicht das Unwort des Importpriesters über die Lipppen gekommen sein! Sicherlich, seine Absicht, nun zum zigsten male den heroischen Kampf gegen den Zölibat zu führen, ich moralisch integer: Alle Massenmedien sind des Lobes voll, (auch die daimonische Unterwelt wird ihren Dank aussprechen), aber man darf doch die schöne Steilvorlage von nur noch 58 Priesterweihen in Deutschland für den Kampf gegen die hierarchische Ordnung der Kirche(die Rotte Korach 4.Mose 16 läßt grüßen bei so viel Nachwuchstalenten) nicht konterkarrieren, indem man sich gegen Importpriester ausspricht und Priester aus dem eigenen Lande einfordert! Selbstredend sind die Importpriester ein Stachel im Fleische aller Feinde der Hierarchie der Kirche. Statt daß Rom  nun angesichts leerer Prieserseminare in Deutschland kapituliert, und der Abschaffung des Zölibates und dem Frauenpriestertum zustimmt zumindest als Sonderweg für Deutschland- das müßte doch mit dem jetzigen Papst machbar sein- kommen nun Priester von sonst wo her aus dem Ausland, um hier ihren priesterlichen Dienst zu vollziehen! Aber daß man keine Ausländer will, sondern Deutsche Priester aus dem eigenen Volke...das ist doch eine genuin rechtspopulistische Forderung! Und das aus dem Munde eines Musterschülervereines der Politischen Korrektheit!
Blinde Hühner finden auch mal ein Korn, sagt der Volksmund. Könnte es sein, daß auch ein ZK-Laienkatholik mal was Richtiges von sich gibt? Es gibt von Gott gewollte Ordnungen des Lebens, die der Ehe und Familie, die des Volkes und des Staates, die er uns gab und erhält um des natürlichen Lebens. Für die übernatürlichen ist dann die Kirche zuständig- das Seelenheil, um es vorkonziliar auszudrücken. Aber weil es göttliche Ordnungen sind, evozieren sie auch den Protest und den Willen zur Zerstörung dieser Ordnungen, weil sie- um es johaneisch auszudrücken zwar Ordnungen in der Welt aber nicht aus ihr sind, so daß der Weltmensch sie haßt. Auch die Kirche Jesu Christi gestaltet ihr Innenleben in Einklang mit diesen göttlichen Ordnungen, sodaß eben nationale Bischofskonferenzen der Ordnung der Menschheit in Völkern entsprechen. Hier paßt sich die Kirche nicht der Welt an, sondern anerkennt die göttliche Ordnung der Völker. 
Wenn nun in einer Kirche ein Großteil der Klerus nicht aus dem eigenen Volke stammt, dann ist das ein kirchliches Problem. So wird der Inkarnation, daß Gott wirklich ein bestimmter Mensch wurde, nicht genüge getan: Wie Jesus ein Mann des jüdischen Volkes war, Gott ein jüdischer Mann wurde, so hat die Kirche als Prolongierung der Inkarnation Gottes sich auch in die Völkerwelt zu inkarnieren, als Deutsche, Englische usw. Kirche. Dazu gehört dann auch, daß die Priester der Kirche Einheimische zu sein haben, Glieder des Volkes, in das sich die Kirche inkarniert. So wie eine Patchworkfamilie nicht der Lehre der Kirche entspricht, so sind Importpriester auch ein Verstoß gegen die göttliche Ordnung. In der Aufbauphase ist es unvermeindlich, daß ausländische Priester die christliche Religion in das noch nicht missionierte Land bringen, aber das kirchliche Ziel muß es sein, daß in Bälde die Priester der Kirche aus dem Missionsland entnommen werden, damit so sich die Kirche auch da inkarnieren  kann. 
(Anbei: Es ist ein Grund der Erfolgsgeshichte der Rusisch-Orthodoxen Kirche, daß ihr die Inkarnation in das russische Fleisch mustergültig gelungen ist,sodaß selbst die lang währende kommunistische Herrschaft sie nicht gefährden konnte.) 
So kann man und muß man in diesem Punkte dem ZK-Vorsitzenden Recht geben: Importpriester sind nicht die Lösung unseres Problemes des fehlenden Priesternachuchses!          

Samstag, 3. September 2016

Radicaler Laizismus- oder dürfen Christen Minister einer Regierung werden?

Darf eine gläubige Russisch-Orthodoxe Christin Bildungsministerin in Rußland werden? Ginge es nach den Altkommunisten und den liberalen Laizisten Rußlands: Nein! Christ in der Gegenwart 36/2016 S.403 berichtet über diesen Skandal unter der Überschrift: "Gefährliche Bildungsministerin?". Schlimmstes wird der Historikerin Frau Wasiljewa vorgeworfen. So befürchten diese Kreise, daß sie sich für den Religionsunterricht in den Schulen einsetze! Sie habe gar promoviert über die Russisch-Orthodoxe-Kirche in der Zeit zwischen 1943-45 und dabei den Patriotismus der Kirche hervorgehoben. (Es sei daran erinnert, daß Stalin den Krieg unter der Parole des großen Vaterländischen Krieges führte und nicht primär als Kampf für den Sieg des Kommunismus! Damit einherging Stalins Wendung zur Russischen Kirche als Bündnispartner in diesem Kriege.) Aber noch schlimmer: Sie habe dabei den Stalinismus beschönigt in ihrer Doktorarbeit. 
Der Hauptvorwurf lautet dann, nicht inkonsequent, sie diene nur dazu, "den Schulterschluss zwischen der autokratischen Staatsmacht Putins und der faktischen Staatskirche zu festigen." (S.403). Liberale und Kommunisten, Hand in Hand, wenn es um den Kampf wider die Russisch-Orthodoxe Kirche geht. Ein Russisch-Orthodoxer Christ darf nicht Minister werden, weil er Christ ist! 
Angesichts solcher Meldungen wird offensichtlich, was für ein Glücksfall der Staatsmann Putin für Rußland ist! Er setzt auf die langbewährte Praxis der Cooperation zwischen der Russischen Kirche und dem Staate, die eben durch die bolschewistische Oktoberrevolution zum Schaden aller beendet wurde. Die heutige Lage zeigt aber auch eine Russische Kirche, die trotz der Negativerfahrungen seit Lenin nun der zur Mitarbeit ausgestreckte Hand des Staates entgegenkommt. Und der vielgeschmähten Historikerin ist zu Gute zu halten, daß sie einen Wesenszug der Russisch-Orthodoxen Kirche begriffen hat: ihren Patriotismus. Man könnte diesen Wesenszug begreifen als, daß sich diese Kirche versteht als Inkarnation Christi in das russische Fleisch. Im Patriotismus nimmt sie erst, daß Gott ein Mensch geworden ist, somit in die Geschichte einging. 
Aber liberale Laizisten wollen von dem nichts wissen- sie kennen nur den einen Feind, die Kirche, den sie mit allen Mitteln zu bekämpfen versuchen!           

Freitag, 2. September 2016

Mein Buch- eine Kritik

Wer Bücher schreibt, erntet gelegentlich auch Kritik. "Ihr Buch lese ich nicht zu Ende, weil das harrsche Gottesbild in ihm mir nicht gefällt. Mit so einem Gott könnte ich nicht leben; ich glaube an einen Gott der Liebe und der Barmherzigkeit." Das Buch: "Der zensierte Gott" von mir, Patrimonium-Verlag, 14,80 Euro wurde so reprobiert. Diese Kritik ist nun wirklich mehr als beachtenswert, ist sie doch so symptomatisch für den postmodernen Glauben!
Wenn Gott mein Gott sein will, dann hat er so zu sein, wie ich ihn mir wünsche, lautet das Basisredo. Das ist nicht einfach eine Erfindung ex nihilo! Gott herrscht- das heißt, daß er bestimmt, wie er zu uns ist und wir zu sein haben. Herrschaft ist ein asymetrisches Kommunikationsverhältnis. Noch im Gedanken der Demokratie steckt die Vorstellung, daß das Volk herrscht und dem sich der Einzelbürger unterzuordnen habe. Aber heutzutage redet man lieber vom "Bürgerservice". Vom Rathaus bis zur Bundesregierung: ein einziges Serviceunternehmen für Bürgerinteressen?  Wenn Herrschaft noch etwas Legitimes ist, dann nur noch, wenn der Regierende so regiert, wie es der Regierte sich wünscht. Gottes Herrschaft darf so keine absolutistisch-monarchische mehr sein, sondern er soll selbst demokratisch regieren wie ein (göttliches) Serviceunternehmen.
Dazu gehört es dann, daß alle Aussagn der hl. Schrift und der Tradition und des Lehramtes, die uns Heutigen mißfallen, als nicht mehr für uns relevant gestrichen werden.So darf man eben heute nicht mehr von Gott reden- und wenn es so in der Bibel steht, dann muß das eben zum Verschwinden gebracht werden.
Wie schrecklich, wenn dann ein Buch die so praktizierte Zensur Gottes ans Licht bringt, behauptend, daß nicht Gott sich nach uns sondern wir uns nach ihm auszurichten haben.Aber da hilft uns dann ja die Flucht in die Vorstellung von "Gottesbildern". Die Bibel, die Tradition und das Lehramt zeigten uns doch nur Bilder von Gott, aber doch nicht, wie Gott realiter ist! Und Bilder bewerten wir nach dem "Nutzen" für uns: Erfreuen sie mich, sind sie für mein Leben nützlich und heilsam...usw. Das Gottesbild wird meinem rein Subjektiven subordiniert und so unterworfen ist es dann Mein gottesbild! 
Bestimmt nicht schon seit langem dies Gottesbildverständnis die kirchliche Praxis? Das jüdische Volk wollte schon zu Zeiten des Mose den Gott Mose durch das vom Volke hergestellte Gottesbild ersetzen, es begann der Tanz um das Goldene Kalb! Wie oft wohl  wurde in der Praxis der Kirche das selbsterschaffene Gottesbild des Goldenen Kalbes mehr verehrt als der Gott, so wie er wirklich ist.  

Trotzdem wird man urteilen dürfen, daß sich in den Zeiten der Massenmedien der Umgang verändert hat. Wenn uns die Realität primär durch Fernnsehen und das Internet vermittelt wird, so verändert unsere Alltagspraxis, durch eine Handbewegung eine unangenehme Realität wegschalten zu können, unser Verhältnis zur Realität! Warum sie noch ändern wollen, wenn man einfach weiter surfen kann, bis man im Netz eine passende gefunden hat? Soviele Fensehprogramme, so viele Realitäten- und der Konsument sucht sich die ihm passende aus.

Das Ende der altwürdigen Realität wäre erreicht, wenn es für jeden Anhänger einer Weltanschauung, religiöser oder politischer Art einen Fernsehkanal gebe, der so berichtete, als wenn die ganze Welt von dieser Weltanschauung schon beherrscht würde.Es lebte so jeder in seiner eigenen Traumwelt; reduzierte er dann die Sozialkontakte auf Gleichgesinnte, er würde gar nicht bemerken, daß es noch andere Realitäten gäbe, lebte er doch nur noch in Seiner realität. Nur, daß es noch Störrendes gibt, Bücher, die sich der Wahrheit verpflichtet wissen!  

Donnerstag, 1. September 2016

Menschenrechte und Religion (Desinteresse an Theologie Teil 6)

Es gilt als Fortschritt menschlicher Vernunft im Geiste der Aufklärung, daß niemand mehr ob seiner Religion diskriminiert werden darf. Das ist eine schöne Umschreibung für die "aufklärerische" Praxis der Gleichgültigkeitserklärung aller Religionen. Im öffentlichen Leben darf die Gretchenfrage: "Wie hältst du es mit welcher Religion?" keine Rolle mehr spielen. Meinte man nun, diese Praxis beruhe auf Ergebnissen wissenschaftlicher Analyse aller Religionen, oder wenigstens der Wahrnehmung aller Religionen, sieht man sich getäuscht. Es ist vielmehr eine Forderung, resultierend aus der Einsicht in die Konfliktträchtigkeit von verschiedenen sich als allein wahr glaubenden Religionen in einem gemeinsamen Sozialgemeinschaft, von der Familie angefangen bis zum Staate.  
Garantierte die Homogenität in der Religion ein Mindestmaß an sozial verträglichen Konfliktlösungen, so löst eine Pluralität diese Gemeinschaft im Glauben auf, setzt somit Destruktivkräfte frei und erwirkt durch die Geltungsansprüche der Religionen selbst Konflikte.
Die Religionen deshalb als gleichgültig zu erklären, ist so nur das Produkt des Willens zur Pazifizierung der Religionen. Es ist gleichgültig, wie ich mich zur Religion verhalte, gilt nun als die vernünftigste Maxime des öffentlichen Lebens; nur in meinem Privatleben darf meine Religion noch eine Rolle spielen- aber auch hier nur in Kreisen Gleichgesinnter. Ich erinnere mich noch eines Illustriertenartikels: "Wieder mal ins Fettnäpfchen getreten!", in dem der gute Rat erteilt wurde, nicht über Religion in Geselligkeiten zu reden, da das konfliktträchtig sei. 
Nun steht damit die Theologie vor einem theologischen Problem: Wie soll sie begründen, daß das Postulat der Gleichgültigkeit aller Religionen für das öffentliche Leben zu gelten habe, daß aber der Gott Jesu Christi die Frage: "Wie hieltest Du es mit der christlichen Religion in Deinem Leben?" für die wichtigste Frage des Endgerichtes erachtet. Die zeitgenössische Theologie, anhebend mit dem 2.Vaticanum schaffte diesen Spagat von: in der Öffentlichkeit gilt das und vor Gott gilt das Gegenteil nicht: Zusehens wird gelehrt, daß Gott jeden Menschen bedingungslos liebe bzw bejahe. Das ist nur eine schönfärberischer Umschreibung für die Aussage, daß auch Gott die Religionen gleichgültig sind. 
Wenn die tiefste Einsicht in Gott die der Gleichgültigkeit der Religionen ist, dann ist es gar nicht mehr möglich, ein Interesse an der Theologie zu begründen, außer daß es die Aufgabe der Theologie sei, die Gleichgültigkeit aller Religionen zu ergründen.  Diese Einsichten sind nun nicht etwa Produkte einer vertieften Gotteserkenntnis, eines besseren Verstehens der Gehalte der Religion, sondern allein Forderungen an die Theologie, so das Verhältnis der Religionen zueinander zu denken um der Pazifizierung der Religionen willen. Einfacher gesagt: Wie muß Gott gedacht werden, damit die Religionen mit ihren Geltungsansprüchen das bürgerliche Weltleben nicht beeinträchtigen! Störfreie Religionen müssen konzipiert werden. Das ist das moderne Christentum, während dem Islam der Vorwurf gemacht wird, sich noch nicht hinreichend pazifiziert zu haben in der "Erkenntnis" der Gleichgültigkeit aller Religionen.   

Zusatz: Die Pazifizerung der Religion devitalisiert sie auch nach innen hin. Wozu sie noch leben, wenn es selbst Gott gleichgültig ist, ob und wie ich sie lebe. Nur wenn sie mir persönlich was "bringt", dann und nur dann lebe ich sie, ist die Maxime postmodernen Christentumes!