Donnerstag, 16. März 2017

Papst Franziskus 4 Jahre später

Unter dieser Überschrift findet sich auf Kath info am 15.3. 2017 eine sehr bedenkenswerte Kommentierung des Grundanliegens des jetzigen Papstes: "Der bevorzugte Theologe des Papstes, Victor Manuel Fernandez, Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien, erklärte, daß die „pastorale Wende“ als Transformationsprozeß zu verstehen sei, „der die ganze Kirche zu einem ‚Hinausgehen aus sich selbst‘ führen soll, indem sie darauf verzichtet, sich auf sich selbst zu konzentrieren“. Anders ausgedrückt: ein Verzicht der Kirche auf ihre eigene Identität und ihre eigene Tradition, um eine Vielzahl von Identitäten anzunehmen, die von den Rändern der Welt vorgebracht werden."
Das ist wohl eine zutreffende Charakterisierung, denn eine Identität haben und sie leben, setzt immer auch notwendigerweise mit sich die Aussage: "Ich bin nicht (wie)Du!" Das ist eine Grenzziehung: Die Katholische Kirche glaubt nicht wie die Protestanten, sie verkündet eine andere Moral als die der Welt, ja, sie ist nicht aus der Welt und darum unterscheidet sie sich prinzipiell von der Welt. 
Dagegen steht die Vorstellung, daß Ich Du werden muß, daß das Ich sich dem Du so weit wie möglich anzuähneln habe, um eine kommunikative Gemeinschaft mit dem Du zu ermöglichen. Wenn die Kirche keine Identität mehr hätte, könnte sie gleich dem Chamäleon jedem sich anähneln, um mit jedem Gemeinschaft zu pflegen. Nur ein Insistieren auf die eigene Identität verhindere so die kommunikative Gemeinschaft mit anderen. Einfacher gesagt: Eine sich völlig verweltlicht habende Kirche wird auch von der Welt geschätzt werden.
Ist das Anliegen dieses Pontifikates der Wille, sich in der Welt beliebt zu machen, indem die Kirche ihre Identität aufgibt? 
Identität gibt es nur durch das Setzen von Grenzen- ist die Postmoderne der Wille zur Auflösung aller Grenzen um einer universalistischen Einheit willen?   

Mittwoch, 15. März 2017

Warum die Wahrheit, wenn die Unwahrheit schöner ist. Die Kirche und die Lüge

"Seit 2013 ist im deutschen Bereich „alles blockiert“, so Riposte Catholique. Die Bischöfe haben die Arbeit der Kommission Ecclesia celebrans, die Benedikt XVI. im Rahmen der Gottesdienst-kongregation errichtet hatte, zurückgewiesen.[...]  Einer der wichtigsten Knackpunkte ist die Übersetzung der Wandlungsworte pro multis. Die deutschen Bischöfe wollen an der Übersetzung „für alle“ festhalten." (Kath info vom 15.3.2017)
Eine Freude an Falschübersetzungen ist der "Einheitsübersetzung" deutlich erkennbar. So übersetzt sie Joh 12,25: "et qui odit animam suam in hoc mundo"=und wer sein Leben haßt in dieser Welt mit: "wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet". Sein Erdenleben zu hassen, das ist eben modernen Lesern nicht zumutbar und drum wird hier um der Leser willen falsch übersetzt. In der Bergpredigt triumphiert der Zeitgeist des Pazifismus, wenn aus der Seligpreisung: Selig sind die Sanftmütigen ("Beati mites") Mt5,5 die keine Gewalt anwenden. Daß Sanftmütigkeit nicht das selbe ist wie Gewaltfreiheit, zeigt Mose, von dem ausgesagt wird, daß er der Sanftmütigste aus allen Menschen war (Num 12,3) und das, obgleich er einen ägyptischen Sklavenausseher getötet hatte.(Exodus 2,11-14). Aber Gewaltfreiheit klingt eben besser, ist zeitgeistkonformer als das Ideal der Sanftmut. In Lukas 1,77: muß die "Erkenntnis des Heiles", in der Vulgata heißt es: "scientiam salutis" der "Erfahrung des Heiles" weichen. "Erkenntnis" (scientia) klingt einfach zu intellektualistisch: Wir wollen keine Erkenntnisse mehr, es kommt auf Erfahrung an!  
Warum kämpfen nun die Katholischen Bischöfe Deutschlands so engagiert für ihre Falschübersetzung: "für alle"? Dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung: Die wichtigste Grundthese der modernistischen Theologie stammt von Karl Barth. "Er will den Glauben aber nur verstehen als das Annehmen des Bescheides,den das Wort Christi uns gibt über einen Stand, in dem wir auch vor unserem Glauben, auch ohne ihn schon versetzt sind." W.Joest, Dogmatik Bd 2, 1986, S.466. Das meint, daß alle Menschen objektiv durch das Kreuz Christi schon Erlöste sind und so von Gott Geliebte, und daß der Glaube nicht die Aneignung des Heiles ist, sondern nur die subjektive Anerkennung, was mir nun gilt ob des Kreuzes Christi unabhängig davon, wie ich mich subjektiv dazu verhalte, glaubend oder ungläubig.
"Für alle" ist so zur Katholischen Kurzformel für dies: Gott liebt jeden Menschen, jeder ist schon so ein Erlöster geworden, jedem gilt das Heil des Kreuzes , geworden. Das Problem der subjektiven Aneignung, wie wird das Kreuz Christi zu meinem, daß es mir gilt?, wird so eskamotiert: Das Heil gilt schon immer allen. Genau genommen soll dies "Für alle" nur den Anschluß der christlichen Religion an den Humanismus gewährleisten, daß eben jedem Menschen die Menschenwürde zukommt, und das meint in religiöser Sprache, daß jeder ein Erlöster und von Gott Geliebter ist, unabhängig von seinem subjektiven Sichverhalten zu Gott! 
Es bedarf so keiner Bekehrung oder gar Mission mehr, weil sowieso jeder immer schon ein von Gott Geliebter und Bejahter ist! Damit findet die Kirche ihren Standpunkt im modernen Humanismus und da will sie auch verweilen. 
Ganz liberal gesonnen, kann dann gar das Kreuz Christi als Heilsgeschehen entleert werden, indem Gott nur noch als der Liebende ausgesagt wird, sodaß nicht durch das Kreuz Christi uns die Erlösung geschenkt wird, sondern daß das Kreuz nur uns anzeigt, wie wichtig Jesus die Botschaft vom nur lieben Gott war, sodaß er auch durch Androhungen von Gewalt bis hin zu seiner Kreuzigung nicht bereit war, diese Verkündigung zu unterlassen. Einfach gesagt: Gott liebte uns vor dem Kreuz schon und durch das Kreuz Christi hat sich in der Beziehung Gottes zu uns nichts geändert. Das Kreuz hat dann keinerlei Heilsbedeutung mehr. 
       

Dienstag, 14. März 2017

Ein zu erfolgreiches Priesterseminar wird abgestraft!

"Bereits 2016 hatte Erzbischof de Kesel die Zusammenarbeit mit der Priesterbruderschaft von den Heiligen Aposteln beendet.[...]Als Grund für die Maßnahme gab Erzbischof de Kesel [...] an, die Priesterbruderschaft habe zu viele Seminaristen aus Frankreich. Dies sei gegenüber den französischen Bistümern „nicht solidarisch“, von denen viele unter Priester- und Berufungsmangel leiden würden." (Kath net am 14.3.2017 über das Wirken des Modernistenbischofes de Kesel zu Brüssel).
Nichts ist aus Sicht eines Modernisten so schlimm wie ein volles Priesterseminar. Da kämpfen unsere Reformer schon seit Ewigkeiten (genau genommen seit der Rotte Korach) gegen die Ordnung der Kirche und insbesondere gegen das Priestertum jetzt mit dem Argument, daß die leeren Priesterseminare nun unbedingt nach Reformen rufen, als da wären die Oldies, but Goldies: Abschaffung des Zölibates, Einführung des Frauenpriestertumes oder Zulassung von Verheirateten zur Weihe, und da kommt nun unserem Modernistenbischof ein zu erfolgreiches Priesterseminar in die Quere! Dem muß ein Ende gesetzt werden! 
Erfolgreiche Priesterseminare  sind eben unsolidarisch. Warum? Weil sie den gemeinsamen Willen der Reformer entgegenwirken, mit dem Argument: "Gott sei es gedankt, keiner will mehr Priester werden", die Deform, die Modernisierung  des Priestertumes durchzuführen. 
Und was lesen wir auf Kath info vom 10.5. 2016  "Der neue Erzbischof von Mecheln-Brüssel und Primas von Belgien, Msgr. Jozef De Kesel, sagte in einem Interview mit der Gratis-Sonntagszeitung De Zondag vom 8. Mai, daß die Kirche nicht von jedem Priester den Zölibat fordern könne." Umso schlimmer, wenn es dann noch Seminarisen gibt, die den Zölibat bejahen. Die müssen halt weg. In Wikipedia lesen wir dann zu De Kesel kurz und prägnant:
"De Kesel spricht sich für die Priesterweihe verheirateter Männer aus." Er ist eben ein würdiger Nachfolger der Rottengeister Korachs. (Vgl Num 16)

Montag, 13. März 2017

Marktgerechte Kirche

Das Bistum Essen sorgte sich um die Zukunft der Kirche, ein Dialogprozeß wurde initiiert und jetzt
liegen die Ergebnisse vor. Das "Christliche Forum" berichtet  darüber am 12.3. 2017. 
Zu dem Themenkomplex: „Rituale zu Schuld, Vergebung und Versöhnung“ steht da nun geschrieben:
„Dennoch werden wir als Kirche hier kaum noch wahrgenommen, weil unsere überkommenen Rituale (Beichte, Bußgottesdienste …) selbst unter geübten Katholiken nur noch wenige Menschen ansprechen.“  Daraus resultiert dann dies Reformprojekt:"Die „Projektidee“  lautet also: „Im Bistum werden Rituale, Symbole, liturgische Feiern entwickelt, die sich mit den Fragen von Schuld, Vergebung und Versöhnung befassen….Eine Arbeitsgruppe entwickelt neue Angebote, die Menschen helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten – und diesen Prozess auch in eine liturgische Feier münden zu lassen.“ (zitiert nach "Christlichem Forum" vom 12.3.2017. 
Also, wenn eine kirchliche Praxis potentielle Kunden nicht mehr anspricht, wird dies Angebot aus dem Sortiment der Kirche herausgenommen, um es durch attraktivere zu ersetzen. Der Begriff "Angebot" sagt dabei alles aus über das Kirchenverständnis dieser Zukunftswerkstatt. Die Kirche bietet auf dem Markt etwas an und wenn es nicht ankommt, dann muß eben das Angebot verändert  werden. Früher ging es im Sakrament der Beichte um die Lossprechung von Sünden, aber da danach keine Nachfrage mehr besteht, ändert die Kirche eben ihr Angebot: Jetzt will sie ihren potentiellen Kunden helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten- also, das Sakramentale nicht mehr ankommt, versucht man es halt humanistisch psychologisch. 
Ob man da nicht Karfreitag mit dem Gerede vom Kreuz- und Sühnopfer Jesu Christi auch entsorgen sollte, weil das wohl auch nicht mehr so gut ankommt? 
Dieser zukunftsweisende Vorschlag, die Produktangebote der Kirche besser nach der Nachfrage hin auszurichten, ist eben symptomatisch für ein Kirchenverständnis, das sich ganz von der Theologie emanzipiert, um nur noch ein Dienstleistungsbetrieb für Menschen sein zu wollen, wobei man davon ausgeht, daß der Kunde besser weiß, was für ihn das Rechte ist als der Warenanbieter, sodaß nun auch hier als oberste Maxime gilt: "Der Kunde ist König!"

Sonntag, 12. März 2017

Katholische Bischöfe zur Partei AfD

Die Junge Freiheit bringt es auf den Punkt, wenn sie titelt: Katholische Bischöfe kritisieren AfD-Programm als unchristlich(Junge Freiheit vom 10.3. 2017). Was nun von Interesse ist: Was verstehen der Kreuzesverleugner Kardinal Marx und seine Amtsbrüder unter "christlich"? Wer daraufhin bischöfliche Stellungnahmen überliest, kommt zu diesem Ergebnis. Christlich ist, für Multikulti sich einsetzen, den Islam fördern, entschieden Nein! zu sagen gegen alle Bedenken und Kritiken, die bezüglich der Friedfertigkeit des Islams und einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaftsutopie geäußert werden, Nein! zu sagen gegen jeden Versuch einer Verteidigung des "christlichen Abendlandes". 
Das hätten die Bischöfe auch einfacher sagen können: Wählbar ist für Christen nur eine politisch korrekte Partei. Deshalb ist ihr Familienprogramm und etwa ihre Stellung zur Abtreibung unwichtig,zumal hier selbst die Katholische Kirche noch nicht ganz politisch korrekt sich umgestellt hat, wie es etwa vorbildlich die EKD exerziert hat. Aber eigentlich meinen die Bischöfe das doch damit, denn für sie ist eben der christliche Glaube eins mit der Idelologie der Politischen Korrektheit: Nur Gutmenschen sind auch wahre Christen! Und darum legt man eben nicht nur auf Auslandsreisen auf Wunsch der dortigen Muslime das Kreuz ab, sondern erklärt gleich den ganzen christlichen Glauben für überflüssig, sofern er mehr oder anderes enthält als die politische Korrektheitsideologie!   

Zusatz: Theologiegeschichtlich Bewanderte könnten sich an die lutherische Konzeption der Gesetzesverkündigung erinnert fühlen, an den politischen Gebrauch des (göttlichen)Gesetzes, daß das Rathaus, der Staat die Welt nicht mit dem Evangelium zu regieren habe sondern mit dem Gesetz, dem der Staat durch sein Schwert, die ihm eigene Gewalt zur Durchsetzung bringt. Die 10 Gebote sollten so die Grundlage der öffentlichen Moral bilden, wohingegen das spezifisch  Christliche nur die Privatexistenz betrifft als Leben aus dem Evangelium heraus. Dann fungierte jetzt die politische Korrektheitsideologie als Ersatz für die 10 Gebote Gottes oder dem Jus naturae, das mehr von der Katholischen Kirche vertreten wurde und noch wird. 
Nur ähnelt die politische Korrektheitsideeologie von ihren Inhalten eher den Positionen des linken Flügels der Reformation, von Luther als "Schwärmer" verurteilt, weil sie die Realität des Lebens, die eben eine Welt nicht ohne Teufel und Sünde ist, überspringen, als lebten wir schon in einer erlösten Welt, in der es keine Staatsgewalt mehr geben bräuchte, weil es nur noch gute Menschen gäbe. Diese Ideologie ist tatsächlich schwärmerisch, als sie sich weigert, das reale Leben zur Kenntnis zu nehmen, indem einfach die Reaisierung von Utopien eingefordert wird, die dann das reale Leben zerstört! 
Aber in diesem Schwärmertum ist doch auch ein zutiefst lutherisches Problem verborgen: die Verneinung der Schöpfungs- und Naturordnungen ob einer Verabsolutierung der Gnadenordnung. Die Gnadenordnung, Gott will das Heil aller, soll nun freimaurerisch kosmopolitisch umformuliert werden zur Vorstellung, daß die Ordnung der Familie und des Volkes aufzulösen sind zugusten eines radicalen Individualismus als Kehrseite eines kosmopolitishen Universalismus. Vor einen solchen Kosmopoitismus ist nun auch die Katholische Theologie  nicht gefeit, wenn sie die Schöpfungsordnungen Gottes außer acht lassend aus Gottes universellem Heilswillen unmittelbar politische Ordnungen deduzieren will.        

Samstag, 11. März 2017

Anmerkungen zu dem Phänomen eines traumatisierten Volkes

Im Bereich der Individualspychologie ist der Begriff der Traumatisierung bekannt. Statt einer Definition dieses komplexen Begriffes soll ein Fallbeispiel dies veranschaulichen: Denken wir uns eine Frau, die als kleines Mädchen von ihrem Vater sexuell mißbraucht wurde, und die nun als erwachsene Frau in allen Liebesbeziehungen scheitert. Eine noch so genaue Analyse ihrer gescheiterten Ehe oder ihrer sonstigen Liebesbeziehungen wird die Gründe ihres Scheiterns nicht erhellen können, weil der Grund nicht in den Beziehungen zu finden ist, weil er außerhalb von ihnen liegt, in der Kindheitserfahrung des Mißbrauchtwerdens. Traumatisierung meint nun, daß die im Bewußtsein tief eingeschriebenen erlittenden Mißbräuche in die Wahrnehmung aktueller Beziehungen so einfließen, daß ein realistischer Umgang mit der jetzt realen Beziehung nicht mehr möglich ist. Gleich einem Totengeist spukt diese Erinnerung in dem gegewärtigem Bewußtsein und führt zu der Realität völlig unangemessene Wahrnehmungen und Reaktionen. 
Umstritten ist nun, ob auch vom Subjekt: Volk ausgesagt werden kann, daß es traumatisiert ist. Dies ist aber nur ein Sonderfall des allgemeineren Problemes, ob und wie überhaupt von dem Subjekt Volk zu sprechen ist. Ein konsequenter Nominalismus bestreitet natürlich jeden Realgehalt des Begriffes Volk: Es gibt kein Volk, das ist nur ein abstrakter Begriff, der sich auf keine Realität bezieht, sondern ist nur eine Abstraktion, die sich auf eine Vielzahl von Menschen bezieht, die auf Grund bestimmter Gemeinsamkeiten unter das Abstraktum ein Volk subsumiert werden. 
Aber wir sind nicht genötigt, uns dieser philosophischen Richtung des Nominalismus anzuschließen, zumal es gute theologische Gründe für die Bejahung eines platonischen Begriffsrealismus gibt. In Gott ist zuerst die Idee von etwas und dann realisiert er die Ideen durch sein Schöpfungswerk. Im göttlichen Logos ist alles als Idee vor seiner Realisierung in der Schöpfung. Und so ist die Idee des Volkes, die sich dann in der Menschheitsgeschichte als Geschichte des Werdens und des Sichentwickelns der Völker abbildet. Die Idee des Volkes erscheint in den Abbildern der Völkervielfalt.
So kann vom Subjektcharakter des Volkes gesprochen werden als Abbild der Idee des Volkes. Es ist so eine Einheit jenseits der Vielzahl der Individuen, die ein Volk bilden.  
These: Unser Deutsches Volk  ist ein traumatisiertes Volk. Traumatisiert worden ist es durch die spezifische Vergangenheitsbewältigung des Dritten Reiches. Diese Traumatisierung führt im politischen Raum zu einer nicht adäquaten Wirklichkeitswahrnehmung der Gegenwart und zu inadäquaten Verhalten in der Realität. Ein paar Beispiele: Die Politik der offenen Grenzen, die eine unkontrollierte Masseneiwanderung von Flüchtlingen uns bescherte, oder die Multikultiideologie, die zum Verlöschen der Deutschen Identität und Kultur führt. 
Eine Rekonstruktion des Konzeptes der Vergangenheitsewältigung des Dritten Reiches hat davon auszugehen, daß dies Konzept den westlichen Siegermächten dazu dienen sollte, Deutschland nach der militärischen Besiegung moralisch so zu erniedrigen, daß von dem besiegten Volke nie mehr eine Gefährdung des Weltfriedens ausgehen kann. Eine Selbstbejahung als Wille zum Kampf für den Erhalt und das Leben des eigenen Volkes soll dem Deutschen als etwas ihm Unmoralisches vorkommen, das Nein! zum eigenen Volke als die einzig legitime Konsequenz aus dem Dritten Reich.
So kompliziert und mannigfaltig dann diese Grundidee des Konzeptes der Umerziehung oder Reeducation auch dann ausgestaltet worden ist, es sind nur Modifikationen dieses Grundanliegens der westlichen Siegermächte.
Stalin vertrat dagegen als orthodoxer Marxist eine völlig andere Auffassung: Für ihn ist der Deutsche Faschismus nicht etwas, was nur aus dem Deutschen Volkscharakter und seiner Kultur her erklärbar ist, sodaß die Entnazifizierung eine Entdeutschung des Deutschen Volkes verlangt, sondern eine "Fehlgeburt" des Kapitalismus, sodaß nur die Überwindung des Kapitalismus den Schoß endgültig unfruchtbar macht, aus dem immer wieder neue Erscheinungen des Faschismus hervorsprießen können. Also nicht eine Entdeutschung stand für ihn auf der Tagesordnung sondern die Überwindung der Ordnung des Kapitalismus. 
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands hat nun die Linke in Deutschland sich den westlichen antimarxistischen Standpunkt zu eigen gemacht und sieht in allem Deutschen den Urquell alles Übels. So denken heutige Antifaschisten oft völkischer als Conservative und Nationale in Deutschland. Augustinisch formuliert: Das Deutsche Volk ist die "massa perditionis". Deshalb tritt der linke Gutmensch für die Abtötung der Kinder im Mutterleib an, um gleichzeitig so viel an Masseneinwanderung wie möglich zu fordern. 

Ein besonderes Augenmerk wäre dabei auf das Wirken Deutscher Emigranten in den USA zu richten, inwieweit gerade sie zu der Meinung beitrugen, daß sich der Deutsche Volkscharakter gerade im Dritten Reiche manifestiere und Adolf Hitler eben nur der deutscheste aller Deutschen Politiker sei.Ich vermute, daß so auch Thomas Mann gewirkt hat, aber sicher nicht allein er. 

Die Traumatisiernung wäre also in diesem Falle nicht in dem Ereignis des Dritten Reiches schon begründet, sondern erst in seiner pädagogischen Aufarbeitung als die Untat des Deutschen, in der sich erst der Volkscharakter des Deutschen authentisch manifestierte. Solange diese Sicht unser Volk bestimmt, ist es ein traumatisiertes, dem es so an Zukunftsfähigkeit mangelt.                       

Freitag, 10. März 2017

Priestermangel- ein Grund zur Revolutionierung der Kirche?

Danken unsere Modernisten nicht jeden Tag für den Priestermangel,um unter Hinweis auf ihn ihre schon recht verstaubten Vorschläge zur Modernisierung des Priesteramtes an den Mann und die Frau zu bringen? Als Ladenhüterprogramm wird uns so immer aufs Neue aufgetischt: Abschaffung des Zölibates, nur wer unbedingt zölibatär leben will, soll es dann auch, die Einführung des Frauenpriestertumes oder die Erlaubnis, "bewährte Männer", obwohl sie verheiratet sind, zu Priestern zu weihen. "Wir sind Kirche" bilden dabei wieder einmal die Speerspitze der Bewegung, indem sie sagen, daß jeder Laie gültig die hl. Messe feiern könne und daß so sie gar keine Priester bräuchten.
Offensichtlich ist hierbei, daß der Anlaß für diese Defor-mierungsvorschläge nur das Phänomen des Priestemangels ist, aber eine tiefe Abneigung gegenüber dem Priesteramt dem zu Grunde liegt. Man will das Priestertum zu Tode modernisieren.  
Denn genau genommen haben Modernisten mit dem Priestertum wenig im Sinne: daß Meßopfer darbringen, ist ihnen eine vorkonziliare Fehldeutung der Eucharistiefeier, Beichte hören eine Marginalie im Priesterleben, weil keine Nachfrage danach besteht und für eine zeitgemäße Seelsorge braucht es psychologisch Ausgebildete aber keinen Priester. 
Aber die Kirche hat doch zu wenig Priester? Gegenfrage: Hat sie wirklich zu wenige oder kommt uns das nur so vor, weil man die Priester heute als Pfarrer mit so vielen Nebentätigkeiten belastet, daß sie kaum noch Zeit finden für das ihnen Wesentliche? 
In Rathäusern gibt es einen ersten Bürgermeister und einen Amtsleiter oder Geschäftsleiter. Der Bürgermeister macht die Politik und der Amtsleiter die Verwaltung. Es spräche nichts dagegen, die Gemeindenleitung ähnlich zu strukturieren mit dem Priester als geistlichen Leiter der Gemeinden und einen Geschäftseiter für alles Verwaltungstechnische.
Wenn ein Priester zur täglichen Meßfeier verpflichtet ist, Sonntags darf er mehr als einmal die Messe lesen, dann würde die jetzige Anzahl der Priester ausreichen zur Versorgung der Gemeinden mit Meßfeiern, wenn dort, wo keine Sonntagsmesse gefeiert werden kann, eine Messe an einem Werktag als Ersatz gelesen werden würde. Schon die Einführung der Vorabendmesse diente ja dazu, den Gläubigen ihrer Sonntagspflicht zum Besuch der Messe leichter nachkommen zu lassen.In dieser Intention könnte dann auch eine Werktagsmesse als vollgültiger Ersatz für eine nicht feierbare Sonntagsmesse beurteilt werden. Befreite man den Priester von mancherlei Nebenbeschäftigungen, fände er die Zeit, so für viele Gemeinden den ihm eigenen Dienst zu versehen: Messe lesen und die Beichte hören.Es bräuchte so keine Gemeinden ohne eine Meßfeier zu geben, konzentrierte man die Arbeit des Priesters auf sein Eigentliches! 
So ist der "Mangel" an Priestern kein Grund, daß Priestertum zu modernisieren, sondern die Chance, sich wieder auf das Wesentliche des Priestertumes zu kaprizieren!