Sonntag, 13. November 2016

Papst Franziskus: Religion gleichgültig? Christentum nur Humanismus?

"In seiner letzten Sonderaudienz zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten kritisiert. "Wir dürfen die Menschen nicht nach ihrem sozialen Hintergrund, nach ihrer Sprache, ihrer Herkunft, ihrer Kultur oder ihrer Religion beurteilen", sagte er vor Zehntausenden auf dem Petersplatz." (zitiert nach Kath net vom 12.11. 2016). Warum dürfen Menschen nicht nach ihrer Religion eingeschätzt werden, warum ist die Gretchenfrage Goethes, wie hältst du es mit der Religion?, keine erlaubte Frage mehr? Papst Franziskus gibt eine klare Antwort: weil Gott jeden Menschen liebt, unabhängig von seiner Religion. Wenn Gott schon die Religion gleichgültig ist bei der Beurteilung der Menschen, dann muß sie auch uns gleichgültig sein!
Im Hintergrund steht die Menschenrechtsideologie mit ihrem Willen zur Vergleichgültigung aller Religionen: Sie soll für das öffentliche Leben gleichgültig sein. (Nebenbemerkung: J. Habermas geht in seinem Essayband:"Zwischen Naturalismus und Religion" 2005) auch der Frage nach, welche Bedeutung religiöse Vorstellungen im öffentlichen Diskurs haben könnten, insofern man ihre Gehalte enttheologisiert und so für den vernünftigen Diskurs verwendbar macht.)Nun wird die Gottesvorstellung dieser Ideologie gegenüber kompatibel umgeformt. Das Produkt: ein Gott, dem die Religion gleichgültig ist, Hauptsache der Mensch lebt humanitär. Theologiegeschichtlich ist diese Vorstellung wohl als Radicalpelagianismus zu bezeichnen, weil die Zentralthese nun lautet, daß der Mensch nur das vollbringen bräuchte, was er von seiner Natur aus könne und daß das für ein Gott wohlgefälliges Leben ausreiche! Der Gott der Bibel und der Tradition und des verbindlichen Lehramtes liebt alle Menschen, insofern er das Heil aller will und daß er so die wahre Kirche stiftete, damit durch sie alle das Heil erlangen können. Papst Franziskus erklärt nun die wahre Kirche und die wahre Religion für gleichgültig, weil nun das Geliebtwerden von Gott schon die hinreichende Bedingung für das Heil sein soll und dafür reicht es aus, Mensch zu sein. 
Und weil diesem Franziskus-Gott alle Religionen gleichgültig sind, sollen sie es uns auch sein. Jeder soll so in seiner Religion bleiben, auf keinen Fall missionieren und ist man Atheist, macht das auch nichts, es reicht, humanitär zu leben!
Der Skandalon ist eben, daß der Gott Jesu Christi einer ist, der Menschen gemäß ihrer gelebten Religion diskriminiert, indem er im Endgericht den Unterschied gelten macht zwischen der wahren Religion und den unwahren. Genau das darf der zeigenössische Gott nicht mehr:Ihm sind alle Religionen gleichgültig.  

Ganz in diesem Trend liegt dann auch Bischof Overbeck, der nun angesichts des Wahlerfolges von Donald Trump vor den Gefahren des Populismus warnt (insbesondere für die etablierten Parteien Deutschlands, als dessen Interessenvertreter er sich versteht): Christen müssten hier mutig den Glauben leben und sich für die Würde und die Rechte jedes Menschen einsetzen. Aufgabe der Kirche sei es dabei, "all diejenigen Situationen zu benennen und anzuprangern, in denen diese Würde und diese Rechte verletzt werden".(Kath de am 13.11.2016) Die Preisfrage ist die nach der Qualität des "und"- ist es ein addidatives, daß es um die christliche Religion und zusätzlich um den Humanismus geht, oder um ein explizierendes: die christliche Religion ist das Ja zur Menschenwürde,die dann auch mit der Vorstellung "Gott" begründet werden kann, aber materialiter der Vorstellung der Menschenwürde nichts hinzufügt: Die Kirche ist eben die Organisation praktizierter Humanität im Geiste des Glaubens an die Würde jedes Menschen!Der Trend geht wohl eindeutig zur Ineinssetzung von der christlichen Religion mit praktiziertem Humanismus! Interessant ist nun für diesen kirchlichen Humanismus, daß humanistische Grundwerte wie der nach einer nationalen Identität und damit eng verknüpft nach einer eigenen Heimat nicht akzeptiert werden: Nur der linke Univeralismus bzw. der bürgerliche Kosmopolitismus wird bejaht- ganz im Geiste der Apologetik des Globalisierungskonzeptes der Weltherrschaft Amerikas.
Schade nur, daß der neu gewählte US-Präsident nun gar kein Parteigänger dieser Globalisierungsideologie ist- er ist eben ein Populist mit dem Willen der Bewahrung des Eigenen, ganz im Gegensatz zu den Führungskräften der Kirche, die in der Auflösung der kirchlichen Identität die Zukunft der Kirche sehen!      

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