Donnerstag, 7. Februar 2019

"jeder that, was ihm recht schien" Moral und Staat

"In jenen Tagen war kein König in Israel, sondern jeder that, was ihm recht schien".(Richter 17,6 Vulgatatext) Nach der Erfahrung totalitärer Staaten und dem Faktum, daß (fast?) in allen demokratisch regierten Ländern die Tötung von Menschen im Mutterleibe erlaubt ist, euphemistisch: Abreibung genannt, könnte ewidert werden, daß wenn es eine Staatsgewalt gibt, die es dann noch schlimmer triebe, daß dann die Staaten Unrecht tuen, dies als Recht tuen bezeichnend. 
Trotz dieses Einwandes ist aber die humanisierende Kraft der Staatsgewalt nicht zu unterschätzen. Denn dort, wo es kein Gewaltmonopol des Staates gibt, da herrscht das Recht des Stärkeren, das Recht der Faust. Daß die Bürger auf das Mittel der Gewalt verzichten, um sich oder ihre Anliegen durchzusetzen, weil allein dem Staate das Recht zur Gewaltausübung zugesprochen wird, ist kulturell gesehen ein Akt der Versittlichung.  
Nun wird gern von Wirtschaftsliberalen geurteilt: Je weniger Staat, desto mehr Freiheit, desto besser entwickele sich die Wirtschaft. Was nun aber, wenn eine Firma eine Ware an den Käufer verschickt und der sie dann nicht bezahlt? Was, wenn ein Käufer zuvörderst zu bezahlen hat, damit ihm die Ware zugesandt wird, also Vorkasse und nach dem Bezahlen kommt dann die Ware nicht? Abstrakter formuliert: Funktionierte auch nur eine einzige ökonomische Handlung, das Bezahlen von Rechnungen etwa, wenn nicht auch hier die Staatsgewalt im Hintergrund steht, um Regelverstöße zu ahnen? Würde nur eine Moral die Bürger zum rechten Tuen auffordern, könnte da nicht jeder, wenn das moralisch Geforderte ihm nicht paßt, es unterlassen?
Wer daraufhin die letzten Kapitel des Buches der Richter, Kapitel 17- 19isb.nachliest, der bekommt vor Augen geführt, was es heißt, daß "jeder that, was ihm recht schien."
Nur stellt sich uns aktuell dazu ein gravierendes Problem: Wie, wenn gesellschaftlich relevante Gruppen das Gewaltmonopol des Staates nicht anerkennen wollen, wenn sie sich das Recht zusprechen, Gewalt selbst ausüben zu dürfen. Nach dem Attentat auf einen AfD Politiker wurde eine Umfrage durchgeführt, in wieweit Parteianhänger welcher Parteien Gewalt gegen Politiker der AfD befürworten. Das Ergebnis muß erschrecken: 12 Prozent der SPD Wähler hätten Verständnis dafür,daß gegen Politiker der AfD körperliche Gewalt appliziert wird, bei den Grünen und der Linkspartei je 10 Prozent und bei der Union 7.  
Im politischen wie auch im religiösen Raum unter Muslimen findet eine Abkehr von der Anerkennung des Gewaltmonopoles des Staates statt. Die politische Moral oder die religiöse erlaubt da, selbst gegen "Feinde" gewaltsam vorzugehen. Eine Religion dürfe nicht Gewaltanwendungen legitimieren, verkündet Papst Franziskus, aber er übersieht dabei, daß gerade Religionen Gewaltanwendungen legitimieren durch ihr Credo, daß Gott mehr zu gehorchen ist als Menschen und dem weltlichen Staate. Politische Ideologien als Surrogate für Religionen legitimieren nun ebeno Gewaltanwendungen gegen den "Feind".So war der Antifaschismus immer militant, Gewaltanwendungen bejahend  in seinem Kampfe gegen Rechts. Jetzt, wo dieser Kampf zur Staatsideologie avanciert ist, kann es dann nicht mehr verblüffen, daß auch Nichtlinksextremisten Gewalt gegen Rechts befürworten: SPD, Grüne, Linke.  
Die christliche Religion ist durch die innerchristlichen Kriege des 17. Jahrhundertes pazifiziert worden, aber das ist eben nur eine Sonderentwickelung in dem Raume der Religionen. Dort, wo eine solche Pazifizierung nicht stattfand, da ist in jeder Religion ein beachtliches Gewaltpotential, das sich gerade in Heiligen Kriegen aktualisiert. Wie politische Weltanschauungen zu Gewaltexzessen führen kann, wie etwa in der Weimarer Republik zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, so können auch Religionen zu Gewaltausbrüchen motivieren. Die einzige Kraft, die das realiter verhindern kann ist die Staatsgewalt. Das erkannt zu haben, ist das große Verdienst des Philosophen Hobbes, der darum nicht genug gefeiert werden kann.   

 
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Mittwoch, 6. Februar 2019

Bittere Wahrheiten der Bibel oder die friedlich Gesonnen und der Krieg

Wer mit der Heiligen Schrift umgeht, als wenn es ein Verbrauchermarkt wäre, dem wird dies Zeugnis des Wortes Gottes nie ein Problem bereiten, er wird es aber auch ohne jeden Nutzen für sich lektüren, weil so nur das wahrgenommen wird, was dem Konsumenten gefällt, was ihn in seiner vorgefaßten Meinung nur bestätigt, während er das ihm nicht Passende einfach überließt. 
Jetzt soll sich auf eine Erzählung kapriziert werden, die wohl jedem Heutigen mißfallen muß,  die aber leider eine bittere Wahrheit enthält.
Dem Stamme Dan, einem der 12 jüdischen war per Los auch ein Gebiet zum Wohnen zugeteilt worden. Aber der Kommentar der Vulgata (Augustin Arndt, Die Heilige Schrift, 1903) weiß zu berichten, daß dieser Lebensraum für den Stamm Dan nicht ausreichte, "weil sie das, was ihnen nach Jos 19,40 gegeben war, nicht vollkommen eroberten." (S.600). Darum suchte dieser Stamm nach einer Möglichkeit der Erweiterung ihres Lebensraumes. Kundschafter wurden ausgesandt, um ein geeignetes Territorium zu finden: 5 Männer. 
"Es zogen die fünf Männer fort, und kamen nach Lais, und sahen ein Volk, das ohne Furcht nach der Weise der Sidonier dort wohnte, sorglos und ruhig, da ihnen Niemand feindlich entgegentrat, reich an Gütern, und fern von Sidon, und von allen Menschen abgesondert."  (Richter, 18,7)
Da sandte der Stamm Dan 600 Bewaffnete aus: Sie "kamen nach Lais über ein ruhiges und sorgloses Volk her, und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, und überlieferten die Stadt dem Feuer." (Richter 18,27b) So verschaffte sich der Stamm Dan seinen weiteren Lebensraum, indem er die dort Einheimischen tötete, genau genommen ausrottete, weil sie so friedlich und wehrlos waren. 
Die alte Römerweisheit bestätigte sich hier wieder einmal: Wer in Frieden leben will, muß zum Kriege bereit sein. Sonst wird er leicht ein Opfer des Kriegsbereiten, die dann ohne Scheu die Verteidigungsunwilligen liquidiert, um sich deren Lebensraum anzueignen. Denn "es wird keine Mühe kosten" (Richter 18,9), das fremde Land zu erobern.  
Daß ihr Lebensraum Völkern zu klein wird, daß sie dann fruchtbare und reiche Länder für sich als neuen Lebensraum dazuerobern wollen, das ist wahrlich nicht moralisch, aber die Macht des Stärkeren erlaubt den expandierenden Völker so eine Eroberungspolitik- wehe den Völkern, die sich nicht dagegen zu verteidigen wissen. Können und wollen wir Deutsche unseren Lebensraum noch verteidigen?    

Dienstag, 5. Februar 2019

Papst vor historischer Arabien-Reise: ‘Wir sind Brüder’ Oder die Säkularisierung der Kirche

Papst Franziskus deklariert, daß wir Brüder sind:Der Glaube an den einen Gott vereine uns, nicht trenne er uns von einander. (Kath net am 1.2.2019). Brüder? War nicht Kain auch der Bruder Abels und was nützte das Abel? Aber wenn Papst Franziskus von "Brüdern" spricht, dann denkt er wohl eher im Geiste der Französischen Revolution an: "Freiheit,Gleichheit und Brüderlichkeit"- obgleich politisch korrekt doch von der Geschwisterlichkeit zu reden gewesen wäre.
Aber worauf beruht denn nun diese von Papst Franziskus heraufbeschworene Brüderlichkeit? Glauben Mohammedaner und Christen an den einen Gott,sodaß dieser monotheistische Glaube die Gläubigen dieser 2 Religionen zu Brüdern macht?  Dann glaubten wir Christen also wie die Muslime monotheistisch an den einen Gott und dann noch zusätzlich an den göttlichen Sohn und den Hl. Geist? Aber dieser Zusatzglaube trenne uns nicht vom islamischen Monotheismus, denn- so ist wohl nun zu ergänzen- der Glaube an den trinitarischen Gott sei den Christen nicht so wichtig, es käme allein auf den Glauben an den Vatergott an.
Das wußte bedauerlicherweise der Sohn Gottes noch nicht, denn er lehrte uns: (Joh5,23):"damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren.Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht."
Das bedeutet für den islamischen Glauben, daß weil er nicht den Sohn wie den Vater ehrt, er auch den Vater nicht ehrt, ja der islamische Glaube glaubt so den Vater nicht, weil er den Sohn nicht glaubt. Nur wenn der Glaube an Jesus Christus für den Christen etwas Nebensächliches wäre,könnte so von einer brüderlichen Einheit in den monotheistischen Religionen gesprochen werden. 
Zudem: Die islamische Religion wurde von Mohammed nach der Offenbarung Jesu Christi erschaffen. Wie kann diese Religion dann eine Bruderreligion sein,wenn sie als bewußtes Nein zur christlichen Religion gegründet wurde?  Vorchristliche Religionen, etwa die germanische, die griechische, die der Indianer können sehr wohl als Vorbereitungsreligion für die christliche angesehen werden, die als solche auch ihre Wahrheit in sich haben, aber eine Religion, die antichristlich inspiriert erschaffen wurde, wie sollte die eine Bruderreligon der wahren christlichen Religion sein!      

Montag, 4. Februar 2019

"Warum Papst Franziskus der Dialog mit Muslimen so wichtig ist "

Wer nun, von dem Artikel unter dieser Überschrift eine Antwort erwartet, wird enttäuscht werden: Daß "Warum?" bleibt im Dunkeln, aber der Text offenbart uns, was der Papst unter diesem Dialog verstehen will in 4 Punkten:   
"Erstens: Christen und Muslime sollen einander als "Brüder und Schwestern" anerkennen. Sie haben einen gemeinsamen Vater und stehen unter seinem Schutz. Sie sind Geschöpfe und Gerufene des einen Gottes." (3.2.2019) Diese Aussage ist eindeutig: Die Gretchenfrage: Wie hältst du es mit der Religion (Goethe, Faust) ist für diesen Dialog unwichtig. Muslime und Christen, wie auch alle anderen Menschen sind "Brüder und Schwestern", weil sie als Menschen Geschöpfe Gottes sind. Der Papst will also unter der Absehung der Religion hier von Mensch zu Mensch dialogisieren.
Zweitens: "Lernen wir den Schmerz des anderen zu verstehen." Dieser Aufruf zur Empathie ist für mich der Schlüssel zu seinem Engagement. Man solle sich in den anderen hineinversetzen und begreifen, dass es dort Zusammenhänge und Verstrickungen gibt, die ganz ähnlich auch unsere eigene Lage kennzeichnen."  Wird das pathetische Wortgeklingele bei Seite gelassen, heißt das, daß der Dialog dazu dienen soll, sich gegenseitig kennen zu lernen.
"Drittens wendet sich Franziskus entschieden gegen eine Rechtfertigung von Gewalt durch die Religion, gegen Gewalt im Namen Gottes."  Nur, was meint der Papst damit? Wir ahnen es schon: Er will wieder gegen den Fundametalismus kämpfen, den es in jeder Religion gibt und der den Dialog der Religionen so sehr stört. Aber: Wo gibt es denn christliche Fundamentalisten, die durch Selbstmordattentate und die Ausrufung des Heiligen Krieges den friedlichen Dialog stören? Oder ist jeder Christ schon ein Störfried dieses Dialoges, also ein Fundamentalist, der in Einstimmung mit der Hl. Schrift und der Lehre der Kirche sagt, daß nur die christliche Religion der Katholischen Kirche die wahre ist? Der jesuitische Kommentator fügt dem noch hinzu: 
"Die Religionskritik behauptet, die Religion sei der Ursprung von Gewalt; das wahre Wesen von Religion sei ganz anders. Aber worin besteht dieses Wesen – so dass man sagen kann, Religion kann Gewalt nicht rechtfertigen? Das ist eine Kernfrage an den interreligiösen Dialog. Meine Formel: Religion ist Anerkennung des anderen im vollen Sinne."  Seltsam, was hier der jesuitische Kommentar von sich gibt! Religionen haben Götter oder einen Gott in ihrem Zentrum, daß aber jeder Mensch als Mensch anzuerkennen sei, gehört nicht zum Wesen der Religion. Jede Stammes- und Volksreligion lebt eher aus der Differenz von Dazugehörgen und Nichtdazugehörigen und diese Differenz gehört auch zu den großen drei monotheistischen Religionen: Jede unterscheidet zwischen der wahren und den nichtwahren. Nur da, wo der Humanitarismus die Religion überwuchert, entsteht die Vorstellung einer allgemeinen Menschheitsverbrüderung. Aber die Französische Revolution als erstes tatkräftige Aufflammen dieser Menschheitsbeglückungsvorstellung kostete fast 1 Millionen Menschen das Leben zwischen 1789 bis 1799. (Karlheinz Weißmann, Alles was recht(s)ist, 2000, S.113). Die Getöteten waren eben die, die keine Brüder der Revolution sein wollten: "Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein!" ist so immer die Rückseite solcher Menschheitsverbrüdeungsidyllen

"Der vierte Programmpunkt von Franziskus lautet: Arbeiten wir zusammen für Gerechtigkeit und Frieden." Und damit ist endgültig jede Unklarheit beseitigt: Für Papst Franziskus ist der interreligiöse Dialog praktizierter Humanitarismus (vgl A. Gehlen, Moral und Hypermoral), in dem die Religion nur noch als Motivationsverstärker zum humanitaristischen Handeln dient und in dem jedes Insistieren auf die Wahrheitsansprüche der Religion praktizierter Fundamentalismus ist.
Was besagt das für diesen christlich-islamischen Dialog? Es ergeht so die Aufforderung an die Christen wie die Muslime: Höret auf, Christen und Muslime zu sein, seid einfach Menschen, die jeden anderen Menschen anerkennen und die gemeinsam eine humane Welt der Gerechtigkeit und des Friedens erbauen möchten. Das ist, unzweifelhaft das Grundsatzprogramm des Freimaurertumes.
Ist dem Papst der Dialog mit den Muslimen etwa deshalb so wichtig, weil er so die Verwandlung der Katholischen Kirche in einer humanitaristische NGO vorantreiben will?
 

Sonntag, 3. Februar 2019

Weluntergänge, die nicht kamen- oder hysterische Umweltschützer

Weluntergänge, die nicht kamen- oder hysterische Umweltschützer

Die "Zeugen Jehovas" haben eine echte Konkurrenz bekommen: "Der Weltuntergang steht vor der Türe,es ist 5 vor 12." Wie war das noch mit dem "Sauren Regen" und dem "Waldsterben", als verängstigte Städter durch Wälder geführt worden- vielleicht die letzte Möglichkeit zum Waldspaziergang, denn der "Saure Regen" frißt die Wälder auf...und wenn erst der letzte Baum to ist. Leben ohne Bäume und Wälder.... Nie erlangte mehr ein Schlager so brisante Aktualität: Aexandra sang: "Mein Freund, der Baum ist tot".
Aber dann: Nichts geschah, die Bäume wuchsen weiter vor sich hin, nur Motorsägen beendeten das Dasein so manches Baumes...Das Waldstreben fand nicht statt und jetzt noch rauschen die Wälder.
Aber dann kam das Ozonloch. Das wuchs und wuchs. Jetzt kamen Strahlen von "Oben" herab auf uns, unsere Lebenswelt und bald würden sie das ganze Erdenleben vertilgen. Für naturwissenschaftlich Unbegabte: Ein Ozonloch ist wie ein Loch im Regenschirm: Man wird naß und je größer das Loch desto nässer...Ein Hauptangeklagter war das Fckw- eine chemische Formel, die irgendwie furchtbar giftig klang und eine Hysterie auslöste. Massenhaft mußten Kühlschränke und vieles andere, weil da dies "Gift" drinne war, reumütig eingetuscht werden durch Fckw -freie Geräte.Das Ozonloch wuchs und wuchs- besorgte Mütter frugen sich schon, ob sie ihre Kleinen noch im Freien spielen lassen dürften wegen der "Strahlen"...
Aber auch dieser Ozonloch-Weltuntergang fiel aus,das Ozonloch existiert nicht mehr in den Medien...
und es ist auch nicht mehr 5 nach 12.   
Dafür haben wir jetzt den Weltuntergang per Klimakatastrophe. Und Schüler Freitags schulfrei, weil sie hysterisiert durch die Städte demonstrieren dürfen: Rettet uns vor der Klimakatastrophe! Der Diesel und die Kohlekraftwerke sollen nun die Hauptübelverursacher sein. Der Papst ruft zum Glauben an die von Menschenhand verursachte Klimakatastrophe auf und die 5 vor 12 Rhetorik, der Weltuntergangsalarmismus übertönt alles andere.  Rudi Carrells Schlager: "Wann wirds mal wieder richtig Sommer", ein Protestsong wider zu naßkalt ausfallende Sommer, ist heuer wohl eine Sünde wider den Hl. Geist, wo jede Sommerwärme als Indiz des bäldigen Wärmetodes angesehen wird. Aber erstmal wird der Dieselmotor verteufelt und abgeschafft. Wer dann vorschlüge, auf die Atomkraft zu setzen, um den CO2 Austoß zu reduzieren, dem wird aber vorgehalten, er wolle den Teufel durch den Bezelbub austreiben.
Und wenn diese Weltuntergangsverkündigung wieder daneben geht? Macht nichts: Die "Zeugen Jehovas" verkünden schon seit dem 1.Tag ihrer Existenz, daß der Weltuntergang bäldigst eintreten wird, daß es eben 5 Minuten vor 12 ist: Daß ist eben die Dauerexistenz des Menschen, oder einfacher gesagt: Vom angekündigten Weltuntergang läßt sich gut leben.
Ach ja, als ich noch zur Schule  ging, da gab es noch das Fach: "Heimatkunde". Die Lehrerin erzählte, daß die Städte immer größer würden, zu Megastädten: daß sei der Tod unserer Heimattiere, denn die lebten auf dem Lande- die Großstadt sei der Tod der Tiere, des Lebens überhaupt, denn wie könnte der Mensch ohne Tiere leben? Aber warum hätte ich dann beinahe einmal die Frühmesse in St.Peter am Marienplatz Münchens versäumt, weil ich nicht recht wußte, wie ich mir einen Weg durch die Heerscharen der Tauben auf dem Marieplatz bahnen könnte, so viele Tauben gurrten da und ließen es sich da gutgehen! Auch diese Katastrophe fiel also aus!
Haben in den Zeiten allgemeiner Dekadenz kommen eben Weltuntergangsprophezeiungen immer gut an, denn im Tiefsten ist der Dekadente doch einverstanden mit seinem Untergange.
Darum kommt ein so lebensbejahender Optimismus einer Zarah Leander heutzuage nicht mehr so gut an: 

Zarah Leander:
Wenn mal mein Herz unglücklich liebt
Ist es vor Kummer unsagbar betrübt
Dann denk' ich immer
Alles ist aus
Ich bin so allein
Wo ist ein Mensch, der mich versteht
So hab ich manchmal voll Sehnsucht gefleht
Tja, aber dann gewöhnt man sich dran
Und man sieht es ein
Davon geht die Welt nicht unter
Sieht man sie manchmal auch grau
Einmal wird sie wieder bunter
Einmal wird sie wieder himmelblau
Geht's mal drüber und mal drunter
Wenn uns der Schädel auch raucht
Davon geht die Welt nicht unter
Sie wird ja noch gebraucht
Davon geht die Welt nicht unter
Sie wird ja noch gebraucht
Davon geht die Welt nicht unter
Sieht man sie manchmal auch grau
Einmal wird sie wieder bunter
Einmal wird sie wieder himmelblau
Geht mal drüber und mal drunter
Wenn uns der Schädel auch graut
Davon geht die Welt nicht unter
Sie wird ja noch gebraucht
Davon geht die Welt nicht unter
Sie wird ja noch gebraucht
       

Samstag, 2. Februar 2019

Irritierendes: Befremdlichkeiten über den Spiegel. Aufklärungskritisches

Wer kennt nicht Levis Carolls "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln"? Ein Zentralmotiv:  der Spiegel als Tür zu einer anderen Welt. Das Spiegelmotiv ist dem philosophisch Interessierten wohlvertraut als das Medium der Selbsterkenntnis: Selbsterkennen ist, sich im Spiegel wieder zu erkennen, was aber die Frage evoziert, wie den der Erkennenwollende in dem Spiegelbild sich selbst wiedererkennen kann, wenn er sich nicht schon vor seinem Blick in den Spiegel kannte und diese Selbsterkenntnis nicht wiederum durch einen Spiegel vermittelt sein kann.
Der Horrorromanleser kennt natürlich, spätesten nach der Lektüre des Dracularromanes den Spiegel als das Erkennungsmittel von Vampiren, denn die werfen kein Spiegelbild in den Spiegel.
Ebenso befremdlich ist die moderne Sage von der Bloody Mary Auf Wikipedia ist dazu zu lesen:
"Bloody Mary soll nur in Spiegeln (vornehmlich in Badezimmerspiegeln) erscheinen, meist als Mädchen oder junge Frau mit langen Haaren und blasser Haut. Von ihrer Stirn soll aus einer langen Schnittwunde Blut herablaufen. Alternativ soll ihr Geist nicht selbst erscheinen, dafür aber sieht der Beschwörer eine blutende Version seines eigenen Spiegelbildes. Sie ist auch unter den Namen Mary Worth, Mary Whales und Mary Jane bekannt. Aus der schwedischen Folklore wird von einer Svarta Madame[ erzählt, die der Bloody Mary entsprechen soll."  
So disperat die Vorstellungen auch sind, die hier mit dem Spiegel verbunden werden: Immer  scheint der Spiegel zu einer Erkenntnis zu führen, die ohne ihn nicht möglich wäre, daß es da andere Welten und Universen gibt jenseits unserer Welt, daß der Philosoph Schopenhauer unrecht bekommt, daß das Ich, das Subjekt allen Erkennens, sich selbst unerkennbar ist, daß durch den Spiegel Wesen erkennbar werden, die wir sonst verkennten und daß sie gar Tore sind, durch die Jenseitiges zu uns kommen kann.
Dies kann natürlich alles als bloße Phantasterei abgetan werden, und Alice ist ja nun wirklich nur ein bezauberndes Märchen und Horrorromane nur eben bloße Erdichtungen. Denn die Wirklichkeit ist ein in sich abgeschlossener Raum, ohne daß es Tore zu einer anderen Welt gäbe, durch die ein- und ausgetreten werden kann. Nur eine Frage läßt sich nicht ganz verdrängen (vgl: Zizek, Lacan. Eine Einführung): Könnte nicht die Wirklichkeit, das, was wir so benennen, nur ein soziales Konstrukt sein, um uns zu verschließen gegen diese Hinterwelten, die es für uns nicht geben soll?
Es soll sich nun nur auf einen Aspekt der göttlichen Schöpfung ex nihilo konzentriert werden,auf das: "Aus dem Nichts". Könnte mythologisierend gesagt werden, daß wenn Gott der Vater der Schöpfung ist, die Mutter das Nichts ist, daß so alles Geschaffene immer auch im Schatten des Nichts existiert, daß das die Nachtseite des Kreatürlichen ist? Nun schuf Gott eine bestimmte Welt und schloß damit all die möglichen Welten aus, die er nicht realisierte. Ist das Nichts, nachdem Gott eine bestimmte Welt schuf, der "Ort" der nichtrealisierten Welten? Die Nichtrealisierten wären dann nur Möglichkeitswelten, aber als solche wären sie.
Wer kann sich schon der Faszination der Welten eines H.P.Lovecraft entziehen! Aber was machen diese imaginierten Welten aus, die da so geheimnisvoll in unsere Realwelt eindringen- warum sprechen sie den Lesenden so sehr an? Könnte es sein, daß es da unbegreifliche Zusammenhänge geben könnte zwischen den nichtrealisierten Welten und diesen imaginierten und dem, was die Theologie die Unterwelt des Daimonischen nennt, die Welt der gefallenen Engel?
Der Mensch schafft sich seine Lebenswelt, in der er gut leben kann- die Welt der Aufklärung, die Welt,in der alles vernünftig ist und in der alles Unvernünftige ausgeschlossen wurde. Aber die Romantik protestierte dagegen: Für sie gab es Welten hinter dem Spiegel,aus der Jenseitiges mitten in unsere Lebenswelt eintreten kann. Man lese daraufhin einmal aufmerksam Lewis: Der Mönch! Kann man sich im Lesen dem Eindruck entziehen, daß hier ganz Reales, Wirkliches erzählt wird, das vielleicht realer ist als unsere Aufklärungswelt.  Bildlich gesprochen: Daß der Aufgeklärte sich in seiner von ihm geschaffenen Welt eingemauert hat und alle Fenster mit Blick ins Jenseitige verschossen hat (verdeckte Spiegel), um nichts mehr sehen zu wollen als diese künstliche Aufklärungswelt.    

Freitag, 1. Februar 2019

Ein weiterer Sieg der Homosexlobby

Wer nun erwartet hatte, daß ob des offenkundigen Zusammenhanges zwischen der Homosexualität und den Mißbräuchsfällen in der Kirche die Homosexlobby in Bedrängnis käme, sieht nun, wie erfolgreich eine gut durchgeführte Desinformationskampagne sein kann. 
Der erste Schritt: Es darf kein Zusammenhang zwischen der Homosexualität und den Mißbräuchsfällen ausgesagt werden. Das sei unmoralisch, indem so Homosexuelle diskriminiert würden.

Der zweite Schritt: Ersatztätergruppen werden ausfindig gemacht- die dürfen diskriminiert werden um des Täterschutzes willen: Der Klerikalismus, eine unreife Sexualität und die hierarchische Struktur. So kapriziert sich die Suche nach den Tätern auf klerikal, hierarisch eingesellte Priester. Das linksliberale innerkirchliche Milieu soll so entlastet werden.

Der dritte Schritt-jetzt geht es in die Offensive: Eigentlich sei der Zölibat und die conservative Sexualmorallehre schuld an den sexuellen Übergriffen. Die müsse jetzt modernisiert werden. Dabei steht im Zentrum der Kritik die kirchliche Beurteilung der Homosexualität als widernatürlich. Aus dem Faktum, daß gerade homosexuell Orientierte überdurchschnittlich häufig Täter waren, wird nun die Forderung, daß die Homosexualität nicht mehr als widernatürlich beurteilt werden darf, denn das diskriminiere Homosexuelle. 

Der vierte Schritt:"Der Priesterausbilder des Erzbistums Paderborn machte den Anfang. Jetzt meldet sich auch der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz, Hartmut Niehues, zu Wort: Ja, Homosexuelle könnten Priester werden. Der Vatikan müsse sich erklären." Katholisch de am 31.Jänner 2019. "Die Forderung der Kleruskongregation im Vatikan, Männer mit "tief sitzenden homosexuellen Tendenzen" vom Priesteramt auszuschließen, nannte Niehues erklärungsbedürftig." "Erklärungsbedürftig" bedeutet hier, daß sich auch dieser Priesterseminaregens nicht an die Bestimmung der Kleruskongregation halten will: Homosexuelle sollen eben Priester werden, eben noch mehr als jetzt schon. Wer auf dessen nun ein Ansteigen der innerkirchlichen Mißbräuchsfälle erwartet, beweist damit eben nur, daß er Vorurteile gegen Homosexuelle hegt: Es gibt ja gar keine homosexuellen Täter, sondern nur Heterosexuelle, unter dem Zölibat Leidende, die sich dann aber an junge Männer vergreifen, weil es so wenig Frauen in der Kirche gäbe. Das ist der große Erfolg der Homosexlobby.