Dienstag, 14. Januar 2020

Kurz und bündig: Die Kirchenkrise als Gotteskrise?

Eine Frage muß sich jeder nachdenkliche Theologe angesichts des jetzigen Zustandes der Kirche stellen: Wie ist es möglich, daß die Kirche als Leib Christi in einen so desolaten Zustand geraten konnte?Anthropozentristisch gestimmt können wir nur menschliches Tuen und Unterlassen als Ursache denken, aber könnte das Elend der Kirche nicht noch viel tiefgründiger sein, daß Gott sich zurückgezogen hat von seiner Kirche? Hat Gott nicht auch im Alten Bund, wenn das erwählte Volk sich von íhm abgewandt hatte, auch sich von ihm abgewandt? Wie konnte es denn zur Katastrophe der Exilierung kommen (586 v Chr), wenn Gott sich nicht abgewandt hätte von seinem Volke, ja vielmehr er es durch die Exilierung straffte. 
Gibt es einen triftigen Grund zu glauben, daß Gott im Neuen Bund nicht mehr strafft, daß er seinem Volke nun alles durchgehen läßt? Ja einen, daß er Heil der Menschen will und daß er dies durch die Kirche auch und gerade durch das Mitwirken von Menschen, so kann er nicht die Kirche so weit zu Grunde gehen lassen oder richten, daß sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen kann.
Aber daß Gott einfach immer nur seine Kirche liebt und ihr alles durchgehen läßt, das ist nicht praktizierte Liebe Gottes! Erleben und erleiden wir so nun den Zorn Gottes über seine Kirche in dieser Kirchenkrise? 

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