Eine irrsinige Verkündigung: „Hoffnung hinter Gittern. Über Gefängnis, Gerechtigkeit und Neubeginn“
Befremdliches hat sich hier ereignet: Kath de schreibt unter dieser Überschrift am 14,12.2025: „Der Papst griff zudem den Wunsch von Papst Franziskus auf, im Heiligen Jahr auch „Formen der Amnestie und des Straferlasses“ zu ermöglichen, um Menschen zu helfen, „das Vertrauen in sich selbst und in die Gesellschaft wiederzugewinnen“ (Bulle Spes non confundit, 10) und ihnen reale Chancen auf Wiedereingliederung zu eröffnen.“
Die Confusion wird nun noch gesteigert durch diese Aussagen. „ Leo XIV.: Nicht Strafe, sondern Zukunft. Advent, Umkehr und Verantwortung im Licht des Jubiläums der Hoffnung. Gerechtigkeit als Weg der Wiedergutmachung und Versöhnung.“
Im Bistum Passau ist nun der Bericht über die Mißbräuchsfälle veröffentlicht worden und wie immer nun auch diese Fälle interpretieren mag und welche Konsequenzen man meint, daraus ziehen zu müssen, das Erste ist doch der Blick auf die vielen Opfer und auf die Täter, die solche Verbrechen Mitmenschen angetan haben. Wer heutzutage von in Gefängnissen Inhaftierten schreibt, kann und darf eines nicht verdrängen: Wegen kleiner Bagatellverbrechen wird keiner inhaftiert. Die recht bildliche Ausdrucksweise, daß da „schwere Jungens“ einsitzen trifft eben doch etwas Richtiges, daß wir es in der Regel mit Schwerstkriminellen zu tuen haben. „Nicht Strafe“ - soll das etwa heißen, daß Vergewaltiger nicht mehr bestraft werden sollen, daß Mördern die Strafe zu erlassen und eine Amnestie zu gewähren sei?
Wenn voruszusetzen wäre, daß viele der Verurteilten zu Unrecht bestraft worden wären oder zu hart, aber dafür gibt es keinen berechtigten Anlaß, wäre eine Amnestieforderung verständlich. Erscheckend ist, daß mit keinem Wort die Opfer der verbrecherischen Taten erwähnt werden. Dieser Ausblendung der Opfer korreliert dann die Idee, die Täter sollten nicht mehr bestraft werden. Das ist die völlige Verneinung der Gerechtigkeit Gottes und der davon abgeleiteten Strafgerechtigkeit des Staates.
Papst Franziskus meint nun allen Ernstes, daß etwa, um es zu konkretisieren und um die Opfer nicht zu verdrängen, ein Kinderschänder oder Vergewaltiger seine Strafe zu erlassen sei, damit ihm geholfen werde, das „Vertrauen in sich selbst und in die Gesellschaft wiederzugewinnen.“ Konkretisieren wir das: Ein Priester, der 10 Kinder mißbraucht hat, soll also amnestiert werden, und um ihm eine Chance zu gewähren, daß er sich wirklich gebessert hat, setzt der zuständige Bischof den Kinderschänder in die Kinder- und Jugendarbeit ein! Das ist keine Evangeliumsverkündigung, sondern ein Freudenfest für den Teufel, denn nur er wird da jubeln!
Zur Klarstellung: Was meint den die Verheißung Jesu Christi Lk 4,19: „den Gefangenen die Erlösung“? Augustin Arndt kommentiert in seiner Vulgataausgabe 1903 treffend: „den Gefangenen der Sünde“. Der KI bietet eine verblüffend gute Ausdeutung dieser jesuanischen Verheißung: „Jesus verkündet in Lukas 4,18-20, dass er die Gefangenen befreien wird, was die Hoffnung auf Erlösung für alle, die in der Sünde und Unterdrückung gefangen sind, darstellt.“ In der großen Gerichtsrede Jesu Mt 25, 36 meinen die Gefangenen die wegen ihres Glaubens und isb wegen der Evangeliumsverkündigung inhaftierten Christen, denn Jesus Christus hat nie alle Menschen als seine Brüder (und Geschwister) bezeichnet sondern nur die Christen.
Im 1.Petrusbrief findet sich zu den in Gefängnissen Einsitzenden diese Näherbestimmung. Da heißt es: „Wenn einer von euch leiden muß,soll es nicht deswegen sein, weil er ein Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt, Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen“. 4,15f.
Damit wird ausgesagt, daß Christen ob ihres Glaubens Verfolgungen und Gefängnisstrafen erleiden und sich darüber freuen dürfen, daß aber Christen, die Böses getan haben rechtens zu leiden haben, wenn sie für ihre Verbrechen bestraft werden. Im Urchristentum wäre kein Christ auf die Idee gekommen, für Vergewaltiger, Mörder und Kinderschänder, aber auch nicht für Räuber einen Strafnachlaß oder gar eine Amnestie zu fordern!
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