Mittwoch, 15. August 2018

Auch eine Kirchenkritik? Zur Verweltlichung der Kirche

"Mit dem Hunger nach der Unendlichkeit wird der Mensch geboren;er spürt ihn früh;aber wenn er in die Jahre des Verstandes kommt, erstickt er ihn meistens leicht und schnell.Es gibt so viel angenehme und nahrhafte Sachen auf der Erde, es gibt so vieles, was man gern in den Mund oder in die Tasche schiebt." So reflektiert der Erzähler in dem Roman: "Der Hungerpastor" von Wilhelm Raabe im 4.Kapitel das Erwachsenwerden. "Der Hungerpastor" ist ein großer Entwickelungsroman; er zeigt aber das Sichentwickeln auch als eine Geschichte des Verlierens auf. 
Es sei nun einmal der Versuch gewagt, ob dieser Entwickelungsgedanke nicht auch auf die Geschichte der Kirche applizierbar ist. Die Kirche verstand sich anfänglich als in der Welt, aber nicht aus ihr, sie war Jenseits orientiert und richte den "Hunger" der Menschen aus auf das ewige Leben mit der Frage, wie ist zu leben auf Erden, damit das ewige Leben als das Ziel des Lebens erreicht werden kann. Fragen wir nun, wann diese Jenseitsausrichtung aufhörte, das Herzanliegen der Kirche zu sein, dann können wir das nicht so klar bestimmen wie der fiktive Erzähler: wenn die Jahre des Verstandes kommen, aber es drängt sich doch der Eindruck auf, daß die Kirche jetzt so Diesseits orientiert ist, daß ihr das Jenseitige nur noch ein altes Traditionsstück ist. 
Oder anders gesagt. Die Kirche findet so viele Aufgaben im Diesseitigen, so viel Gefallen an der Welt, daß ihr selbst das Himmlische fade und langweilig wurde. Sicher, von außen wurde gerade diese Jenseitsausrichtung massivst kritisiert. Es sei an Nietzsches Jenseitskritik erinnert, an die erfundenen Hinterwelten, an Karl Marx Kritik aller Jenseitsorientierung als Opium fürs Volk oder Heinrich Heines vulgäre aber wirksame Parole: Den Himmel überlassen wir den Spatzen, wenn wir auf Erden unseren Hunger mit Zuckererbsen stillen können. Nur, warum machte sich die Kirche diese Kritik zu eigen und lehrt nun auch die Treue zur Erde? Ist nicht der Umweltschutz neben der Propagierung von Multikulti zum Zentrum der kirchlichen Verkündigung geworden?Signifikant dafür ist ja die Ersetzung der Mission als Sorge um das postmortale Seelenheil durch die Dikonie als Sorge um die Bedürfnisse des Körpers, um Essen und Trinken, abstrakter um soziale Gerechtigkeit.
Ab wann steht das Projekt der Hunanisierung der Welt auf der Agendaordnung der Kirche ganz oben und verdrängte so die Verkündigung vom ewigen Leben? Ist nicht auch das Nein des Papstes zur Todesstrafe wider die Lehre der Kirche nicht nur ein Beitrag zur Humanisierung der Welt sondern auch das Eingeständnis, daß man selbst auch nicht mehr recht auf das Leben nach dem Tode hofft und darum den Wert des endlichen verabsolutiert? Die Welt ist der Kirche so lieb und teuer geworden, daß sie darüber den Himmel vergißt. Oder anders gesagt: Die Hoffnung auf die Hunanisierbarkeit der Welt eröffnet so viele Möglichkeiten der Hungerstillung, daß die Jenseitshoffnung ihren Reiz verlor.     

Dienstag, 14. August 2018

Der zensierte heilige Maximilian Kolbe

"Der heilige Maximilian Kolbe war Augenzeuge der Zweihundertjahrfeier der Freimaurer, die anno 1917 auf dem Petersplatz die untengenannte Satanshymne sangen und eine Satansfahne trugen, auf der stand: "Satan muß im Vatikan regieren, der Papst wird sein Sklave sein." Maximilian Kolbe beschloß daraufhin, seine Militia Immaculata zu gründen."Kath net am 14.8.2018. Kathpedia schreibt dazu (Militia Immaculatae)
"Im Oktober 1917 entrollten Freimaure  auf dem Petersplatz  in Rom, unter den Fenstern des Vatikans , ein Satansbanner, auf dem in grässlicher Verzerrung der  Erzengel Michael dargestellt war, der sich in den Klauen Luzifers  befand und von diesem zu Boden geworfen wurde. Auf einem Transparent standen die Worte: „Satan muss herrschen im Vatican und der Papst muss sein Sklave sein!" Dabei wurde die Satanshymne Carduccis (vgl. Tiara) gesungen."
Sagen wir es so: Nichts Gewisses weiß man über das Verhältnis des Freimaurertumes zum Satanismus. Unbestritten ist aber, daß auf dieser 200 Jahresfeier diese Satanshymne gesungen wurde und daß dieser "Satansbanner" da mitgetragen wurde. Der heilige Maximilian Kolbe sah es angesichts dieses Ereignisses als seine Berufung an, den Kampf gegen das Freimaurertum zu führen. In unseren Zeiten der politischen Korrektheit wird diese Berufung des Heiligen gern verschwiegen, kat net bildet da wie auch sonst oft eine löbliche Ausnahme und man reduziert ihn auf den Kämpfer wider die Nazis. Da die Nationalsozialisten der Freimaurerei auch feindlich gegenüberstanden, paßt es auch nicht in das politisch korrekte Bild eines Heiligen, wenn er eine Organisation als kirchenfeindlich ansah, die die Nationalsozialisten auch bekämpften, denn wer von denen bekämpft wurde, muß, weil bekämpft, gut sein.Ergo: Die Freimauere müssen so zu den Guten gehören und ein Heiliger kann nichts Gutes bekämpft haben!
Wenn nun aber nach dem wirklichen Maximilian Kolbe geforscht würde, dem politisch korrekt noch nicht Übermalten, was hätte dieser uns zur Causa der Freimaurerei Alles zu sagen! Vielleicht, daß es tatsächlich im Freimaurertum praktizierten Satanismus gab und noch gibt? Wem das nun völlig abwegig vorkommt, der möge einmal eruieren: Der Templerorden und die kirchliche Anklage gegen ihn, daß in seinen Reihen eine Art Teufelskult betrieben sein soll, und daß ein Teil der Freimauer vor ihrer Vernichtung in Frankreich nach Schottland geflohen seien, von wo aus sie dann -angeblich-Inspiratoren der Freimauerei in England gewesen sein sollen. Wer hier sorgfältigst forschen würde, könnte sich sicher einen Himmelslohn damit verdienen, Klarheit zu schaffen, wo Alles bis jetzt noch in Nebeln verborgen ruht. 

Montag, 13. August 2018

"Kommt der Rechtsruck in Europas Kirchen?"

Mit dieser reißerischen Überschrift führt katholisch de seinen innerkirchlichen  Kampf gegen Rechts am 13.3. 2018 weiter.Thomas Seiterich polemisiert da gegen  den Katholiken Steve Bannon, der nicht nur in rechten Netzwerken wirke, sondern auch kirchliche Kreise zu infiltrieren suche. Besonders Osteuropa sei da anfällig!Skandalöse Dinge treibt dieser "Katholik"
"Leidenschaftlich polemisiert der erzkonservative Katholik gegen menschenrechtlich und sozial engagierte Bischöfe und Kirchen. Man sollte hellwach sein und öffentlich darüber berichten, welche Allianzen Bannon schmiedet, wenn er - wie jüngst beim Englandbesuch von Trump - in einem Londoner Hotel Hof hält und praktisch im Stundentakt Rechtsaußenvertreter aus Europa trifft, darunter auch Kirchennahe." Bannon ist erzkonservativ, trifft sich mit Rechtsaußenvertrtern und ist mit Donald Trump bekannt. Und dieser Unmensch kämpft dann natürlich gegen die Guten, die sozial engagierten, sich für Menschenrechte einsetzende Bischöfe. Geht es noch schlimmer? So weiß jetzt nicht nur jeder Leser der Public-Forum Journaille, für die kämpft dieser Streiter gegen Rechts beruflich, sondern auch jeder katholisch de Leser, daß der so kriminierte religiös gesprochen eine Inkarnation des Bösen ist. Klare Fronten: Hier kämpft Links gegen Rechte unter der Maxime: Kein Pardon wird hier in diesem Kampfe gewährt. Also nichts Neues unter der Sonne in einer Kirchenkampfsituation, wo es nur noch auf die richtige linke politische Gesinnung ankommt.
Aber vielleicht wird so dieser innerkirchliche Kampf gegen alles Conservative und Rechte auch verkannt, wenn dieser Konflikt nur als einer zwischen Links und Rechts angesehen wird. Erinnern wir uns an die Banalität, daß die Katholische Kirche ihre klare Stellung als Gegenüber zur Gesellschaft in der Praxis des Thron- und Altarbündnisses mit dem Ende des 1. Weltkrieges in Europa verlor und daß erst im 2.Vaticanum ihre gesellschaftliche  Stellung neu definierte als ein Diskursteilnehmer unter vielen in einer pluralistisch verfaßten Gesellschaft. Es ist der Strukturwandel vom Gegenüber zum In in der Gesellschaft.
Die politische Korrektheitsideologie wird nun in der postchristlichen Gesellschaft als neue herrschende Ideologie installiert. Hier muß man Karl Marx einmal recht geben, daß die in einer Gesellschaft vorherrschende Ideologie die der Herrschenden ist, jetz die der Eurokraten. In klarer Opposition dazu steht alles Conservative und Rechte, als popularistisch diffamiert. Darin manifestiert sich der Interessengegensatz zwischen den Regierenden und den Teilen der Völker, die nicht mehr die herrschende Ideologie anerkennen.
Ergo: Die Kirche will sich unter der Führung des Papstes nun eindeutig auf die Seiten der herrschenden Eurokraten mit ihrer Ideologie stellen, um so klar zu stellen, daß sie im Kampfe gegen alles Popularistische ein verläßlicher Partner ist: Wir kämpfen gegen alles innerchristlich Conservative und Rechte  und kämpfen auch mit gegen alles Oppositionelle im politischem Raume. Dafür erhofft sich dieser Linkskurs der Kirche die Anerkennung durch die Etablierten, die ob ihrer ideologischen Herkunft eher kirchenfeindlich gesonnen sind: Die Linken inclusive der Grünen. Die C-Parteien haben sich ja inzwischen so weit nach Links fortentwickelt, daß sie kaum noch von Rotgrünen Parteien unterscheidbar sind und so auch eine Gefahr für die Kirche würden,bliebe die sich treu und akkomodierte sich nicht an den herrschenden Zeitgeist. Es geht also nicht einfach um Links gegen Rechts, sondern um die gesellschaftliche Stellung der Kirche, die sich so als integres Element des ideologischen Staatsapparates erweist, um es mit dem Philosophen Althusser zu formulieren.

Corollarium 1
Damit die Kirche so dem ideologischen Staatsapparat dienlich sein kann, verlangt eben auch eine energische Umformung der traditionellen Lehre der Kirche, das Nein zu jeder Mission, die Verkündigung der Würde jedes Menschen statt des Aufrufes zur Umkehr, die Bejahung der Pluralität der Religionen als gleichwahre und die Auflösung der traditionellen Morallehre durch den Primat des Gewissens (faktisch der Herrschaft des Geredes, was man für richtig hält, produziert in den Medien).

Sonntag, 12. August 2018

Verweichlichte Dekadenz oder was Studenten nicht mehr lesen können und was die Kirche nicht mehr sagen darf!

"Vorsicht Dostojewski« titelt die Süddeutsche und berichtet davon, dass Aktivisten fordern, dass bei der Behandlung von Werken wie etwa Ovids Metamorphosen Rücksicht genommen wird auf Studenten, die möglicherweise von Gewaltdarstellungen traumatisiert sind, damit sie rechtzeitig vorgewarnt werden und die Möglichkeit haben, sich in Sicherheitszonen, in so genannte safe spaces, zurückzuziehen." Freie Welt am 10.8. 2018: "Studenten sind nicht mehr in der Lage, mit Literatur umzugehen." 
Diese neue Modebewegung, in den USA entstanden,fände nun auch in Deutschland Anhänger! Aber trifft es denn den Kern des Problemes, wenn geschrieben wird, daß einige, (viele?) Studenten nicht mit Literatur umgehen können? Ist es nicht viel mehr so, daß diese "Aktivisten" nicht mehr mit der Realität des Lebens umgehen können? Spiegelt denn nicht die in literarischen Werken präsente und dann auch künstlerisch gestaltete Gewalt die reale Gewalt im menschlichen Leben wider?Gewalt ist eben keine Erfindung der Kunst. Ein so brillanter Film wie: "Spiel mir das Lied vom Tod", ist eben nicht nur ein filmästhetisch beurteilt ein Meisterwerk, sondern auch eine künstlerische Widerspigelung der Realität.
Gewaltdarstelllungen nicht mehr zur Kenntnis nehmen wollen, das heißt nichts anderes als  die Lebenswirklichkeit nicht mehr wahrnehmen zu wollen. Vielleicht ist es ein Signum der Postmoderne, mit der Wirklichkeit umgehen zu wollen wie mit Fernsehprogrammen:Gefällt es mir nicht, schalte ich einfach auf einen anderen Kanal um.
Wir haben ein Angebot von Gottes- und Menschenbilder  in unserer Kultur, sodaß wir uns das uns zusagende und gefällige aussuchen. Die ästhetische Frage des Gefallens ersetzt so die nach der Wahrheit des Bildes.Im theologischen Diskurs ersetzt so die Frage nach dem Nützlichen die nach der Wahrheit: Wie ist Gott zu denken, damit er zur Ideologie von Multikulti paßt?  Einst hörte der Gläubige vom Blute Christi,das in der Eucharistie uns zum Trinken gegeben wird, aber seit dem die "Blutwurst" nicht mehr "Blutwurst" sondern "Rotwurst" oder "Fleischwurst" heißt- aus Rücksicht auf Zartbeseitete- begegnet uns in der Eucharistie auch nur noch die Liebe Gottes- und das Blut Christi? Das ist nicht mehr zumutbar.Darum gibt es ja auch kein Meßopfer mehr,keinen Zorn Gottes, keine göttliche Rache und schon gar keine Hölle mehr. Der "Tag des (göttlichen)Zornes" ist so auch aus der Liturgie gestrichen worden. Man kann nicht umhin festzustellen, daß die heutig verkündigte christliche Religion den viel gesehenen Liebesfilmen von Rosamunde sich angleicht.
Ist diese Realitätsverweigerung nicht ein wesentliche Manifestation der heutigen Dekadenz, das Leben nicht mehr ertragen zu können, wie es nun mal ist? Daß die Lust auf Gewalt nun mal zum postlapsarischen Menschen dazugehört, daß es kein Zufall ist, daß die erste Tat, von der die Bibel nach dem Südenfall zu erzählen weiß, ein Brudermord ist und daß kurz darauf Gott fast alles Leben auf der Erde ausrottet, weil  es in Gänze so böse ist? Aber heutzutage plädiert diese Ausrottungsgeschichte vom Zorn Gottes nur noch zu mehr Klima- und Umweltschutz! (Vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott)
Diese studentischen Aktivisten manifestieren so einfach in ihrer Hypersensibilität die Dekadenz in der Postmoderne, die völlige Verweichlichung als Schwächung des Lebenswillens. Denn die "Sicherheitszonen", in die diese  Verzärtelten sich zurückziehen wollen, sind ja nichts anderes als Uterusersatzorte, um aus der Realität des Lebens in den vorgeburtlichen Schutz des Mutterschoßes sich zurückzuziehen- der Versuch einer totalen Regression.
Nüchtern gesehen sind solche Studenten nicht studierfähig und sie müßten gefragt werden, ob sie nicht besser mit dem Studium aufhören sollten. Aber dazu fehlt den Professoren der Mut. 

Samstag, 11. August 2018

Papst Franziskus greift an!

Papst Franziskus geht in die Offensive,Fußballreporter sprächen von einem "power play". (Beim Fußball bezeichnet Powerplay das Anstürmen einer Mannschaft unter Einbeziehung der Mittelfeld und offensiven Abwehrspieler in der gegnerischen Spielhälfte. Voraussetzung für das Powerplay ist eine gute konditionelle Verfassung, da es sich um eine kraftaufwändige Spielweise handelt. So Wikipedia)
Gegen wen stürmt dann Papst Franziskus mit seiner Gefolgschaft?Und hier tritt uns nun das Eigentümliche dieses Pontifikates vor Augen, denn er kämpft ja so wildentschlossen gerade als Progressist gegen die Tradition der Kirche, dessen Vorsteher er selbst ist! 
Auf dem Schlachtfeld der Moraltheologie ist ihm jetzt ein großer Sieg gelungen! Mit der Unterscheidung von: im Prinzip und im Einzelfall läßt er auf der theoretischen Ebene alles beim Alten, um dann die kirchliche Praxis von der Lehre der Kirche zu emanzipieren. Im Einzelfalle ist alles erlaubt, was im Prinzip nicht erlaubbar ist. So dürfen jetzt im Einzelfalle den Ehebruch Praktizierende die hl.Kommunion empfangen, wenn sie das in einer irregulären Zweitehe praktizieren ohne die Absicht zu hegen, das zu ändern. Das ist revolutionär und kann so auf jede andere Materie der Moraltheologie appliziert werden. Gelebte Homosexualität ist im Prinzip Sünde, kann aber im Einzelfalle erlaubt sein. So könnte auch mit der Materie der Abtreibung verfahren werden.
Wird der Papst nun nach dem Verhältnis von im Prinzipiellen und dem Einzelfall (in den Fußnoten) befragt, verweigert er jede Auskunft. Wie sollte er denn auch erklären können, warum im Prinzip alle Schimmel weiß,im Einzelfalle aber auch schwarz sein könnten. Da die Praxis nur eine Summe von Einzelfällen ist, kann so Praxis sich vollständig von der kirchlichen Lehre befreien, um sie dann ganz zeitgemäß zu gestalten. Die Deutschen Bischöfe haben davon gelernt, und erlauben so im Einzelfalle die Kommunion evangelischen Ehepartnern, wenn sie mit einem Katholiken verheiratet sind.
Dabei befördert der Papst, auch um die Katholische Kirche zu protestantisieren, den Begriff des Gewissens zum Zentrum der Entscheidung, was darf ich und was nicht? Mein Gewissen wird so in Opposition zur Moraltheologie der Kirche gesetzt, zur Letztentscheidungsinstanz, die Lehre der Kirche so zur Hilfsquelle für das Gewissen degradiert.
(Ich erinnere mich diesbezüglich immer gern an einen ständigen Diakon, im Krankenhaus eingesetzt, der vor dem Priester des Spitales erklärte, daß er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne, an der eucharistischen Anbetung im Spital teilzunehmen, weil er für den Dienst an den Patienten hier sei!)
Aber der Papst eröffnet wohl nun auch den Kanpf gegen den Priesterzölibat, indem er beabsichtigt, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, zuerst wohl nur im Amazonas, als Einzelfall natürlich und dann weltweit. Ob der Meisterplan des Papstes auf der Amazonaskonferenz aufgehen wird, das steht noch in den Sternen, oder vielleicht doch schon im  fertig  gestellten Ergebnispapier dieser Konferenz, daß im Prinzip alles beim Alten bleibt, aber im Einzelfalle dann doch Verheiratete zum Priester geweiht werden dürfen. Noch unklar ist, ob der Papst nun auch schon das Frauendiakonat einführen will. Er hat ja eine Kommission dazu gebildet, auch wenn erklärt wird, daß sie nur historische Studien betreibe! 
Daß das Frauendiakonat nur die Vorstufe zum Frauenpriestertum ist, bedarf keiner Erörterung- auch hier könnte Papst Franziskus behaupten, daß er hier nur die traditionelle Lehre  weiterentwickle, wenn er das Gegenteil zur bisherigen Lehre verkündet, wie er es schon mit der Todesstrafe praktizierte.
Politisch setzt der Papst dabei eindeutig auf die Neue Weltordnung, in der alle Völker mit ihren eigenen Kulturen aufgelöst werden sollen. Das Risiko dabei, daß auch die Katholische Kirche in dieser Weltordnung zu verschwinden hat, sieht eventuell der Papst auch, aber er setzt wohl darauf, daß wenn die Kirche als Geburtshelfer der Neuen Weltordnung sich verdient gemacht hat, sie dann da auch noch toleriert wird. Deshalb läßt der Papst die Multikultiideologie zum Kern der kirchlichen Verkündigung und alles andere zur Nebensache werden.  Die Multikuliutopie ersetzt bei ihm die einstige Reich-Gottes Verkündigung. Die Kirche wird so zu einer einzigen Propagandaorganisation für eine Politik der offenen Grenzen zur Auflösung aller Völker mit ihren Eigenkulturen. Dem opfert der Papst die Schöpfungordnung Gottes, der die Menschheit in Rassen, Völker mit ihren Nationalstaaten aufgliederte. Es soll nur noch atomisierte Individuen als Massenmenschen geben. 
Auf allen Schlachtfedern  agiert der Papst nun offensiv, gerade weil er sich eins weiß mit den Mächtigen dieser Welt. Er ist eben kein Populist, sondern ein Papst, der die Kirche den Herrschenden komod umgestalten möchte.

Freitag, 10. August 2018

Straft Gott nicht mehr, straft der Mensch nicht mehr?

Strafe setzt voraus, daß der Täter für seine Tat, seine Taten verantwortlich ist und daß in Relation zur Größe der Untat er eine Strafe zu erleiden hat als Ausgleich zur Untat. Das Symbol der Waage ist so das der Gerechtigkeit: Der Schwere der Untat entspricht die Schwere der Strafe. Dem liegt eine tiefe metaphysische Wahrheit zu Grunde, die, daß ein soziales Gemeinwesen aus dem Gleichgewicht gerät, wenn in ihr die Untaten nicht durch sie korrelierende Strafen wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Und als Ausgleich für schwerste Untaten steht dem Staate der Vollzug der Todesstrafe zur Verfügung. 
Die Würde der Staatsgewalt erkennt die christliche Religion in dem Faktum, daß Gott selbst durch Pontius Pilatus seinen Sohn zu Tode verurteilen ließ; Jesus hätte ja auch wie der erste Märtyrer einfach von aufgebrachten Juden gesteinigt werden können, um dann am 3.Tage auferweckt zu werden. Nein, um deutlich zu machen, daß derTod Jesu kein Willkürtod war sondern um der göttlichen Gerechtigkeit willen,ließ Gott Jesus durch den Staat töten. Er erlitt so die gerechte Strafe, stellvertretend für die Sünder. Gott nahm selbst die römische Schwertgewalt in seinen Dienst der Gerechtigkeit. Gottes Gerechtigkeit ist dabei die Strafgerechtigkeit.  Es gibt also Sünden, die so groß sind, daß die Gerechtigkeit die Todesstrafe verlangt. Darum billigte ja auch der reuige Sünder am Kreuze seiner Todesstrafe und Jesus bewahrte ihn auch nicht vor der Vollstreckung des Todesurteiles, obgleich das ihm als Allmächtigen leicht möglich gewesen wäre.
Wie nun aber, wenn dieses Verständnis der Strafe sich auflöst, weil man humanitaristisch geworden ist. Der Täter ist dann nicht mehr verantwortlich für seine Tat, sondern man betrachtet ihn eher als einen defekten Menschen, der therapiert werden muß! Die Strafe ist dann keine Strafe mehr, sondern a) wird der Täter nur noch eingesperrt, damit so die Gesellschaft vor dem Defekten geschützt wird und b) der Täter in der Zeit der Einsperrung geheilt werden kann. Konsequent zu Ende gedacht müßte sich dann die Länge der Strafe nicht mehr nach der Schwere der Straftat richten sondern  nach der zu erwartenden Zeit für eine erfolgreiche Therapie. So könnte ein Ehemann, der seine Ehefrau im Affekt tötete milde bestraft werden, während ein Berufskrimineller, der durch Einbrüche seinen Lebensunterhalt sich verdiente, eine längere Therapie (früher Strafe genannt)  bräuchte. 
Die Todesstrafe ist bei diesem Therapieverständnis eine Absurdität, auch eine lebenslange Inhaftierung, denn das Ziel ist ja die Resozialisierung des Täters, daß er wieder ein nützliches Glied der Gesellschaft wird. Dabei wird die Idee der Gerechtigkeit völlig aufgegeben. Genau genommen gibt es nämlich keinen schuldigen Täter noch eine Untat, die zu bestrafen ist, nur defekt Sozialisierte, die zu resozialiseren sind. Das ist der naive Humanitarismus, der nichts von Schuld und Strafe, aber auch nichts von Reue , Beichte und Vergebung mehr weiß! 
Weil Gott nur noch als Liebender simuliert wird und Verbrecher nur noch defekt Sozialisierte sein sollen, kann es so keine Strafe und somit schon gar nicht die Todesstrafe geben. Das ist der  rein humanitaristische, den nun Papst Franziskus zu der Lehre der Katholischen Kirche kürt im Widerspruch zur ganzen Lehre der Kirche. 
Absurd ist dabei die Vernutzung des Begriffes der Menschenwürde durch den Papst. Die Würde des Menschen verlangt nämlich, daß er gerecht behandelt wird, daß er für sein Gutes Tuen belohnt und für sein Böses Tuen bestraft wird. Die Würde des Mörders besteht eben gerade darin, daß er für seine Untat den gerechten Lohn empfängt, die Todesstrafe.Wo der Mörder aber nur noch als Kranker und Zuresozialisierender behandelt wird, da wird er seiner Würde beraubt, indem er für strafunmündig erklärt wird!            

Donnerstag, 9. August 2018

Christentum: Die Religion der Blauäugigkeit

Seit  der Traueransprache des EKD- Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm,für eine ermordete Studentin durch einen Marokkanner wissen wir nun, was das Christliche ausmacht! In wunderbarer Klarsicht sagte  er über die Ermordete, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagierte:  
"Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie aus dem Misstrauen heraus gelebt hätte. Aber wäre das das bessere Leben gewesen? Hätte es ihr Leben sein können?" (kath net am 7.8. 2018). Erstmal, mit welcher Eleganz er ablenkt von dem Täter und seiner Schuld!  Warum diese Ablenkung?Weil der Täter ein Ausländer ist und zwar ein politisch korrekt priveligierter Ausländer, denn er stammt aus einem islamisch geprägten Land!  Jetzt muß die Ursachenforschung sich auf das Opfer kaprizieren, was in früheren Zeiten bei Sexualdelikten durch die Vertedigung so praktiziert wurde, denn irgendwie ist da doch immer die Frau  selbst schuld. Aber so kann heute keine Verteidigung  mehr vorgehen, denn das wäre ja Sexismus pur- es sei denn, der Täter ist ein Asylant!
Das Opfer lebte nicht aus dem Mißtrauen heraus und ob dieses Mangels an Mißtrauen wurde sie zum Opfer.Und was ist mit dem Täter, der das Mißtrauen aufs rabiateste ausnutzte? An den denkt unser Gutmenschprediger nicht. Er frägt: was, wenn diese junge Frau mißtrauisch gelebt hätte? Sie wäre dann wohl nicht das Opfer dieses Marokkaners geworden. Aber was wäre das für eine Lebensqualität gewesen, müßte man als Mißtrauischer leben!
Sagen wir es einfach: Solange Schafe im Glauben an Wölfe leben, die gerne Schafsfleisch zu Mittag  genießen möchten, ist das Leben der Schafe eines in Angst und Furcht. Deshalb sollen die Schafe einfach glauben, daß es so "böse" Schafe nicht gäbe, ja, daß sie friedliebende Vegetarierer sind. In diesem Glauben lebt es sich besser als wenn Schafe im Wissen um die Gefahr leben müßten.
Der christliche Glaube ist nun für diesen EKD- Vorsitzenden nichts anderes als  die totale Realitätsverweigerung als Glaube, daß alles gut sei in der Welt. Es gäbe eben nur gemeine Menschen (Rechte und Anverwandte), die dauernd von bösen Wölfen reden- aber damit wir gut leben, muß dies Gerede eingestellt werden. Tötet dann mal ein Wolf ein Schäflein, dann urteilen wir, daß das der Preis ist, der zu zahlen ist für ein Leben in friedfertiger Blauäugigkeit. Auch noch so viele Getötete darf uns nicht davon abbringen lassen, die Flüchtlinge und Asylanten als uns alle beglückende Bereicherung zu betrachten  (und nicht nur für die Asylindustrie). Das ist der christliche Glaube,der eben unvereinbar sei mit einer realistischen Realitätswahrnehmung des Bösen in der Welt.
Und so tat diese junge Frau recht, wenn sie ohne eine Spur von Mißtrauen dem Marokkaner begegnete, der dann ihr Mörder wurde. So sollen wir Deutsche es generell praktizieren, denn nur das sei echt christlich!

Corollarium 1
Selbstredend ist dies nur ein augenfälliges Beispiel der Umformung des nach Wahrheit fragenden Diskurses der Theologie zu einer marktorientierten Theologie und Verkündigung: Wir predigen das, was die Regierenden und das Volk hören möchte. Und da die Konsumenten lieber  Rosamunde Pilcher Filme sehen als realistische,  muß auch die EKD  eine Pilcher-Theologie kredenzen. Darauf versteht sich Papst Franziskus auch vortrefflich, jetzt mit seiner Revision der kirchlichen Lehre zur Todesstrafe, allein um diesen Konsumenten zu gefallen!