Sonntag, 14. Oktober 2018

Eine irritierende Predigt oder Luther in einer Katholischen Messe

Was wäre dazu zu sagen: Unsere Nationalmannschaft liegt 0:1 zurück, die 90. Minute schlägt ihr : Der Mittelstürmer nimmt beherzt den Fußball in die Hände und wirft den Ball, unhaltbar für den Torwart zum Ausgleichstreffer ins Tornetz? Das geht doch nicht, denn in einem Fußballspiel darf kein Stürmer wie ein Handballer in einem Handballspiel Tore werfen!  Was im Fußball undenkbar ist, im Reiche der praktizierten Religion geht das- warum nicht mal eine richtig lutherische Predigt in einer katholischen Messe?
Jesus wurde gefragt: "Was muß ich tuen, um das ewige Leben zu gewinnen? Der Prediger erklärte nun, daß die Frage falsch gestellt sei! Jesus überführt nun den Falschfrager, indem er ihm auf die Gebote Gottes verweist. Als der Frager antwortet, daß er die Gebote Gottes von seiner Jugend an erfülle, sagt Jesus zu ihm, daß ihm nur noch eines zur Vollkommenheit fehle, daß er all seinen Besitz zu verschenken habe, um dann Jesus nachzufolgen. Da wandte sich der Frager, da er sehr reich war, entsetzt ab. 
Nun kommt die genuin lutherische Auslegung: Der Frager meint, durch das Erfüllen der göttlichen Gebote das ewige Leben gewinnen zu können, also durch Werke des Gesetzes. Aber wer durch den Gesetzesgehorsam sich das ewige Leben erwerckeln will, der muß am Gesetz scheitern: Er kann das Gesetz nie so erfüllen, daß er dadurch gerecht vor Gott wird und er soll das auch gar nicht. Das göttliche Gesetz hat nämlich nach Luther die Primärfunktion, den Menschen als Sünder zu  konstituieren, der da durch das Gesetz erst erkennt, daß er sich vor Gott nicht rechtfertigen kann, daß er nie das ewige Leben sich erwirken kann.
Denn das ewige Leben kann der Mensch nur geschenkt bekommen aber er kann es nie gewinnen durch gute Werke. Die richtige Antwort auf die falsche Frage hätte so gelautet: Jesus hat für dich genug getan, und das reicht, sodaß du nichts tuen brauchst! Den Frager wollte Jesus hier aber zuerst klarmachen, daß er, wenn er durch Werke des Gesetzes das  ewige Leben erlangen will, notwendig scheitert, sodaß er zur Einsicht kommt, daß er das, was er durch Werke erlangen wollte, nur durch die göttliche Gnade als Geschenk erlangen kann. So lutherisch wird heutzutage so selten in lutherischen Kirchen noch gepredigt, daß selbst Lutheraner ob dieser Predigt irritiert gewesen wären. Genuin lutherisch ist hier der Vorrang der Gesetzespredigt: Du sollst und kannst das Gesetz nicht genügend halten (deshalb legte diese Predigt das Verschenken des ganzen Privatbesitzes und die Nachfolge Jesu als weitere Gesetzesanforderungen aus, die notwendig sind, um auf dem gesetzlichen Weg das ewige Leben zu gewinnen.) Das Evangelium, daß der Mensch allein durch einen Schenkungsakt Gottes das ewige Leben erlangen kann, ist nämlich nach Luther nur verständlich und für den Menschen bedeutsam, wenn ihm vordem die Gesetzespredigt die Illusion geraubt habe, daß er anders als durch reine Gnade das ewige Leben bekommen könne. 
Und wem schenkt Gott so das ewige Leben? Nach Luther nur den lutherisch Rechtgläubigen- aber diese Frage ließ die Predigt offen, oder meinte sie nicht doch: jedem?Denn Gott ist ja ein Humanist. 
Nur, was hat eine so lutherische Predigt in einer  katholischen Messe zu suchen? Dieser Fall zeigt aber eins überdeutlich, daß selbst akademisch ausgebildete Theologen in ihren Predigten zeigen, daß sie die Lehre der Katholischen Kirche in dieser wichtigen Frage überhaupt nicht kennen! Ja, die Kirche leistet sich  Hauptamtliche, um es bildlich zu sagen, die als Fußballspieler nicht mal wissen, daß sie nicht per Hand Tore im Fußballspiel werfen dürfen: professionelle Fußballer, die den Unterschied von Hand- und Fußball nicht kennen!  Das ist eben gelebte Ökumene:Alles wurscht!

Freitag, 12. Oktober 2018

"Was will uns der Künstler damit sagen?" Eine antiquirte Frage?

"Ich verspräche gerne diesem Buche die Liebe der Deutschen. Aber ich fürchte, die einen werden es lesen, wie ein Compendium, und um das fabula docet sich zu sehr bekümmern;indess die andern gar zu leicht es nehmen, und beede Theile verstehen es nicht."Friedrich Hölderlin, aus der Vorrede zum "Hyperion". 
Kunstwerke, aber besonders literarische Texte stehen in dem Rufe, daß in ihnen eine Lehre, eine Doktrin präsent, wenn auch verborgen enthalten ist, sodaß zu fragen ist: Was lehrt uns diese "Fabel", dieser Text? Im Schulunterricht ergibt das die berühmte Lehrerfrage, was denn der Künstler uns damit sagen wolle.Erstaunlicherweise lautet das Ergebnis solcher Schulstunden, daß es viele mögliche Antworten auf diese Frage gibt, daß nicht zwischen einer wahren und den unwahren Aussagen unterschieden werden könne, daß aber jede Antwort legitim sei, wenn sie nur gut begründet ist. Das pädagogische Ziel ist so wohl die Einführung in die bunte Vielfalt des Meinens. 
Nur, was setzt diese einfache Frage alles voraus? A) daß dem Text eine Lehre, eine Aussage zu Grunde liegt, B) der der Autor vor dem Verfassen des Textes als Autorenintention sich bewußt ist, daß C) der Text nur dazu dient, diese Aussage zu vermitteln und daß D) der Text erst verstanden wird, wenn die Autorenaussageintention aus dem Text herausexegetisiert worden ist. 
Aber warum verschlüsselt dann der Autor so seine Botschaft, warum verkündet er nicht gleich, was seine Fabel lehren will? Die künstlerische Gestaltung des Textes wäre dann sozusagen einem Geschenkpapier ähnlich, das es auszupacken gilt, um die darin eingepackte Wahrheit herauszuholen. Ist also die Kunst nur ein Transportmedium zur Vermittelung von Autorenbotshaften?
Spontan drängt sich da der Eindruck auf, daß hier die Form der Propaganda als die Kunstfunktion überhaupt angesehen wird. Wird für politische Zwecke ein Text gestaltet oder für Werbezwecke, dann mag so die Textproduktion vor sich gehen- ist das aber auch die Weise, wie jeder literarische Text entsteht?
Fangen wir beim Sprechen und Schreiben an? Schenken wir Sigmund Freud Gehör, wird uns aufgezeigt, daß unser Sprechen und Schreiben nicht nur unser Bewußtes als Subjekt des Redens und Schreibens aufweist, sondern eben auch das Unterbewußte: Wir sagen eben mehr als uns bewußt ist. Zudem benutzen wir eine bestimmte Sprache, in der wir denken, reden und schreiben. Ist das so sprachlich Formulierte nicht reicher an Gehalt als das, was wir als Subjekt des Formulierens uns bewußt sind. So ist es ja ein bekanntes Phänomen, daß Kritiker literarischer Texte oft in ihnen mehr an Gehalt finden, als dem Autoren bewußt war bei seinem Formulieren. Wenn dem nicht so wäre, könnte ja die ganze Literaturkritik ersetzt werden durch die Bekenntnisse der Autoren, was sie denn  eigentlich hätten sagen wollen. 
Fragen wir weiter: Ist die Polyinterpretabilität eines literarischen Textes ein bedauerliche Folge unklaren Formulierens, da ja das Ideal ein eindeutig formulierter Text ist, in der sich klar die Autorenintention manifestiert. Ist etwa so jeder gelungene Text ein Manifest: Das will der Autor der Welt mitteilen! Oder ist vielleicht die Polyinterpreabilität etwas Gewolltes, weil es nichts Eindeutiges gibt, was der Text vermitteln soll. Denken wir an große Erzähler, an Karl May, Tolkien- da gibt es wohl kaum eine Botschaft, die durch diese Texte vermitelt werden sollen, denn hier ist der Text und nur er die "Botschaft".Denkbar wäre nun der Einwand, daß das eben die Trivialität dieser Erzähler ausmache, daß sie nur "unterhalten" wollen, wohingegen ernste Literatur eine Botschaft verkündet und daß das das Niveauvolle dieser Literatur ist. Nur, liest man so Umberto Eco. kann man nicht übersehen, daß etwa: "Der Name der Rose" und noch gelungener: "Das foucaultsche Pendel" gediegene Meisterwerke der (postmodernen)Erzählkunst sind, dagegen sein "Friedhof in Prag" unter der zu offensichtlichen Intention, ein Buch wider rechte Verschwörungstheorien zu schreiben, leidet. Wo sonst feinsinnige Ironie, das Spiel mit divergierenden Wahrheitsansprüchen, die Verwirrung von real und fiktional die Texte auszeichnet, wird hier der Roman zu einem Schwarz-weiß-Gemälde, das dem Auge einfach als zu trist mißfällt.(Ähnliches findet sich bei Georg Lukacs, wenn man seine gediegene Studie zum jungen Hegel oder seine  "Theorie des Romanes" vergleicht mit seinem schwächsten Werk, "Die Zerstörung der Vernuft", das eben auch ob seiner holzschnittartigen Schwarz-weiß-Malerlei mißfallen muß.) 
Wendet man sich nun gar den Epochenromanen des 20.Jahrhundertes zu, wozu gewiß Thomas Manns "Der Zauberberg" und Robert Musils: "Der Mann ohne Eigenschaften" gehören, dann ist hier eine eindeutige Botschaft des Autoren nicht erkennbar, weil es sie wirklich nicht gibt.
Wenn ein Ehemann, Fußball schauend zu seiner Frau sagt, bring doch bitte ein gekühltes Bier aus dem Kühlschrank!,dann ist das wahrlich eine eindeutige Aussage, aber so funktioniert nicht ein literarischer Text, und schon gar nicht ein Roman des Niveaus von: "Der Mann ohne Eigenschaften". 
Wie nun, wenn die literaische Qualität eines Romanes gerade darin bestünde, daß unendlich viele Deutungen er ermöglicht, daß das gerade seine Vitalität ist?Lesen wäre dann ein produktiver Akt, durch den erst das Gelesene verlebendigt wird, in dem in jedem Lesenden ein anders gelesen und verstandener Text entsteht? Dagegen wäre ein Text, der gerade nur eine Ausdeutung zuläßt,ein rein agitatorischer- vielleicht mißfällen Bertold Brecht Texte deshalb, weil in ihnen eine Tendenz zum so Agitatorischen erkennbar ist? 
Aber was bleibt dann von der Autorenintetion?Ist es mit ihr so, wie mit dem, der eine Flaschenpost ins Meer wird, daß sich die Flaschenpost davon schwimmend vom Hineinwerfer sich entfernt wie der Text vom Autor? Verobjektiviert sich der literarische Text, indem er die Autorenintention hinter sich läßt und sich so erst öffnet für ein Gelesenwerden, in dem der Text immer wieder neu erst erschlossen wird? 
Was ist dann der literarische Text, wenn er kein Compendium ist und wenn es keine Fabel ist, die uns was lehrt? Am nichtssagendsten fallen die Versuche aus, diese Frage aus der Biographie des Autoren zu beantworten. Der Autor habe dies und das erlebt und das habe er dann in dem Roman verarbeitet. Das vom Autoren Erlebte und das in einem Roman Geschriebene, das beides gehört zwei ganz verschiedenen Welten an, die jeweils ganz anders strukturiert sind. Zur Veranschaulichung: Wie unsinnig ist es, aus Kenntnissen vom Bauer in der Landwirtschaft auf die Bedeutung des Bauern im Schachspiel zu schließen! Der selbe Begriff des Bauern bedeutet in der Sphäre der Landwirtschaft etwas ganz anderes als in der des Schachspieles. Das gilt so auch von Ereignissen im Leben des Autoren und den in einem Roman  geschilderten Ereignissen. 
Was fehlt, ist meines Erachtens eine Theorie des literarischen Textes! 

Zusatz:
Ganz aus der Zeitgeistgeschmacksmode herausgefallen ist die einstge etwas reductionstisch wirkende Vorstellug, daß die Literatur die gesellschaftliche Wirklichhkeit widerzuspiegen habe und daß das Niveau dann in der gesellschaftskritischen Intention bestünde. So lobte etwa die Literaturkritk der DDR Balzacs Romane, was wohl noch mit Mühe bei seinem Roman: "Verlorene Illusionen" gehen mag, aber bei den "Tolldreisten Geschichten" völlig verfehlt wirkt. Was ist literarischer Realismus dann, wenn er nicht einfach Wirklichkeiten widerspiegelt?             
        

Wirkt der Hl. Geist noch in seiner Kirche? Papst Franziskus irritiert!

Dogmatisch muß diese Frage mit einem klaren Ja respondiert werden, denn ohne die Kraft des Heiligen Geistes lebte die Kirche gar nicht, aber schaut man auf die Katholische Kirche, so wie sie sich heute, ja eigentlich seit dem 2.Vaticanum präsentiert, fällt es wirklich schwer, das noch zu glauben, so geistlos erscheint sie. Papst Franziskus ist da leider nur die Spitze des Eisberges! Aber nun das:
Papst Franziskus sagte: "Es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist. Es ist wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen." (Katholisch de am 12.10.2018) In seiner Auslegung zum Gebot: "Du sollst nicht töten" verglich der Papst die Kindestötung im Mutterleib, euphemistisch zum Schwangerschafsabbruch verklärt, als vegleichbar mit einem Auftragsmord. Dieser Vergleich soll nicht in seinem Redemanuskript gestanden haben, er habe das spontan hinzugefügt. Der Standpunktkommentar von katholisch de schäumt da vor Wut. Einem Redakteur des Zeitgeistsurfmagazines "Publik Forum" wurde die Aufgabe nun übertragen, den sonst so be- und umjubelten Papst an die Grundsätze der politischen Korrektheit zu erinnern:  :
"Wer so im Macho-Stil eines argentinischen Gaucho daherpoltert, beleidigt sowohl die Opfer eines Mordes als auch die Gewissensentscheidung eines Paares oder einer Frau im Schwangerschaftskonflikt. Die Herstellung eines Zusammenhanges zwischen einem Auftragsmord und einem Schwangerschaftsabbruch ist – zumal bei einem Seelsorger - unmöglich, denn sie zeigt geringe Sensibilität gegenüber schwangeren Frauen in vielerlei Not. "  
Veranschaulichen wir uns das mal: Stellen wir uns einen verheirateten Mann vor, dessen Ehe ein einziges Märtyium ist. Eine Scheidung läge nahe, aber wie viel an Unterhalt müßte er dann zahlen und noch Bedrückender: Seiner Frau würde sicher das Sorgerecht für ihre Kinder zugesprochen bekommen, er könnte seine Kinder kaum noch sehen- und der Prozeß verbunden mit dem "Rosenkrieg" und dem Schmutzig-Wäsche-Waschen!-
da befrägt dieser leidgeplagte Ehemann sein Gewissen. Das sagt ihm: Du darfst deine Ehefrau umbringen! Und da er etwas ungeschickt ist in den praktischen Dingen des Lebens, ordert er einen Auftragsmörder mit der Durchführung, daß eben seine Frau- ohne leiden zu müssen- schnell und schmerzfrei stirbt. Wenn dieser Auftragsmord moralisch beurteilt zu werden ist, muß da nicht die seelische Notlage des Ehemanns, sein Leiden in der Ehe, die Angst, seine Kinder zu verlieren seelsorgerlich berücksichtigt werden! Müssen wir da nicht ein Mitgefühl mit diesem armen Ehemann haben, ist es nicht ein Mangel an Emphatie, hier von einem Auftragsmord zu sprechen.
Haben wir diesen Fall vor Augen, vergleichen den Fall mit dem einer Mutter, die einem Arzt den Auftrag erteilt, ihr Kind im Mutterleibe zu töten, so sehen wir, daß beide Fälle, wenn sie sensibel und einfühlsam betrachtet werden, nur von Machos im argentinischen Gauchstil als Mord verurteilt werden können. Wer so redet, wie der Papst daimonisiert einfach die Auftragggeber, indem ihre Gewissensentscheidung: Ja, ich darf töten! nicht respektiert wird.Auch für die Auftragsmörder muß so doch ein gutes Wort eingelegt werden, erfüllen sie doch nur das, was das Gewissen ihrer Auftraggeber als das Richtige erkannt haben, ihnen nur die Arbeit des Tötens abnehmend!  
Für die politische Korrektheitswelt ist damit alles klar- nur eines nicht: Wie konnte der sonst doch so stilsichere Papst sich in dieser Causa zu versprechen? Wie kam nur diese Fehlleistung zustande. An Sigmund Freud Geschulte würden jetzt das Unterbewußte des Papstes ins Gespräch einbringen, denn Versprecher sind das Produkt des Dazwischendens des Unterbewußtseins in den Redefluß des Iches, aber als Christen dürfen wir an den Hohenpriester Kaiphas uns erinnern, als er erklärte, daß es besser sei, daß einer (selbst wenn er unschuldig sei) stirbt, als daß die Römer in einer Aufstandsbekämpfungsaktion viele Juden töten würden. Das Johannesevangelium enthüllt uns dann, daß dies der Hohepriester nicht von sich aus sagte, sondern daß ihm das Gott eingegeben habe.
Wir leben in einer Welt, in der der Teufel aus Petrus und Gott aus dem Hohenpriester Kaiphas sprechen kann! Vielleicht erlebten wir jetzt, daß der Heilige Geist aus dem Papst Franziskus sprach, als er die Beauftragung eines Arztes mit der Tötung eines Kindes im Mutterleib durch die eigene Mutter mit einem Auftragsmord verglich!

Zusatz:
Es ist überhaupt ein Zeichen mangelnder Sensibilität, Mörder als Mörder und Sünder als Sünder zu bezeichnen, denn damit verletzt man ja diese Menschen, indem dabei in keinster Weise deren Gewissensentscheidung zum Ich-darf-Sündigen! respektiert wird. Natürlich ist es nur ein Akt ultrareaktionärster Kreise, wenn gesagt wird, daß die Erfindung der Gewissensfreiheit, daß das Gewissen die Letztentscheidungsinstanz ist, die Tore der Hölle weit geöffnet hat, sodaß die Hölle nun die Welt überflutet- weil noch nie in der Menschheitsgeschichte so viele unschuldige  Menschen getötet wurden wie im Namen des Feminismus und des: "Mein Bauch gehört mir", des Rechtes, Unschuldige töten zu dürfen, wenn mein Gewissen Ja dazu sagt!   
 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Papst Franziskus: Angriff auf die Mutter Gottes

Es wird kolportiert, daß an einer jesuitischen Hochschule ein Professor am Anfang  seiner Vorlesung die Hörerschaft durch: "Ich grüße sie, ich grüße sie..." solange enervierte, bis es den ersten zu viel wurde. Als Erklärung habe der Jesuit dann hinzugefügt, daß er den Studenten andemonstrieren wolle, wie unsinnig der Rosenkranz sei, in dem die Mutter Gottes 50 mal gegrüßt wird. Hätte er eigene Kinder, wüßte er, daß keines in Not sich darauf beschränkt, einmal:"Mama" zu rufen, sondern es ruft nach seiner Mutter: "Mama, Mama..." 
Aber wie dem auch sei: Die Mutter Gottes steht bei den heutigen Jesuiten nicht hoch im Kurs, denn a) ist das im Sinne der Ökumene, daß die katholische Frömmigkeit so weit wie irgendwie möglich entkatholisiert wird und b) ist Gott ja sowieso nur die Liebe, sodaß wir die Mutter Gottes auch nicht als Fürsprecherin gebrauchen und c) ist Maria ja auch bei den Feministin nicht so beliebt, hat sie doch ihre ungewollte Schwangerschaft nicht abgetrieben.
Papst Franziskus eröffnet so nun einen weiteren Kampfplatz in seinem Pontifikat, indem er die katholische Marienfrömmgkeit attackiert. Dieser Papst verfügt eben unter dem Gewand seiner inszenierten Demutsfrömmigkeit über ein fast unlimitiertes Reservoir an Destruktionskraft.    
"Für Papst Franziskus ist die Gottesmutter Maria  eine ganz normale Frau. "Maria ist normal, sie ist eine Frau, die von jeder anderen Frau in dieser Welt nachgeahmt werden kann", zitierte die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag das Kirchenoberhaupt."Katholisch de am 9.10.2018. Hier tobt sich die Gleichmacherei der Französischen Revolution aus mit ihrem Willen zum Nivellieren: Es darf nur noch Brüder und Schwestern geben- wehe dem, der da Unterschiede wahrnimmt. Maria soll also nach Papst Franziskus eine gewöhnliche Frau gewesen sein!
Müssen wir nun den Papst so verstehen, daß nicht nur Maria sondern jede Frau unbefleckt voll der Gnade geboren wird, daß jede leiblich in den Himmel aufgenommen wird, daß jede Gott zur Welt bringt- wie viele Gottessöhne gibt es denn da inzwischen schon? Milliarden von Jesus Christussen?Und ihr Leben vor ihrer Himmelfahrt? Ist da irgendetwas normal, gewöhnlich? Das Protoevangelium des Jakobus gibt uns über ihr Leben Gott sei es gedankt zuverlässige Auskünfte. Dies Buch wurde nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen, da es den Leser nur vorbereitet auf das Evangelium, es ist sozusagen ein Vorwort zum Evangelium. (Anders gesagt: Es ist nicht mehr aber auch nicht weniger historisch zuverlässig als die Evangelien.) Hier lesen wir, daß ihre Mutter Anna ihr Kind, als es dreijährig war, in den Tempel gab als Dank für die Erhörung ihrer Gebete, wo sie bis zu ihrem 12. Lebensjahr als Tempeldienerin lebte, bis daß sie dann mit Joseph verlobt wurde. Das soll das Leben einer "normalen Frau" gewesen sein? Und dann trug sie den Sohn Gottes 9 Monate lang in ihrem Bauche unter ihrem Herzen! Das soll dann eine "normale" Schwangeschaft gewesen sein? Das wäre doch so, als behauptete ich, daß der Empfang der hl. Eucharistie sich in nichts vom Verzehr von Keksen unterschiede! Und was war mit der Mutter Maria, als sie unter dem Kreuze stehend den Opfertod ihres Sohnes mitlitt? Welche Mutter erlitt je solchen Herzensschmerz? Das soll alles "normal" sein? 
Und jetzt ist sie unsere Himmelskönigin, sie thront über die Herrscharen der Engel und Papst Franziskus erblickt in ihr nur eine gewöhnliche Frau. Und dann wird Papst Franziskus völlig irre, wenn er meint, daß jede Frau Maria nachahmend Mutter Gottes werden könne! 
Der Wille zur Gleichmacherei gebiert nicht nur Guillotinen, nein er muß auch alles Große und Erhabene klein machen, denn nur das Vulgäre lieben die Gleichmacher, um nicht ihre eigene Dürftigkeit gewahr zu werden. Es ist das Ressentiment gegen das Erhabene, das seit der Französischen Revolution unser Geistesleben beherrscht. Da darf die  Mutter Gottes nicht mehr etwas Einmaliges, Unnachahmbares sein, da soll sie nur noch ein Vorbild für jedermann sein, denn sie lebte ja auch nur so, wie jede anständige Frau auch es tut und mehr nicht.   

Zusatz:
"P. Rosica hat vor kurzem mit der Aussage Aufsehen erregt, Papst Franziskus breche mit katholischen Traditionen, wann immer er wolle, „weil er frei von ungeordneten Anhänglichkeiten ist“. kath.net hat hier berichtet: Mit Papst Franziskus beginnt ‚neue Phase’ für die Kirche
kath net am 10.10.2018 

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Zur Mär von der Destrukrivität der Ideen und Ideale

1961 schrieb Arnold Gehlen in seinem Essay: "Über kulturelle Kristallisation" : "Jetzt aber will ich mich der Erklärung zuwenden, warum keine weltanschaulichen Angebote mehr entstehen"(zitiert nach: Kulturphilosophie, Hrsg: Ralf Konersmann, 1999, S.227)warum die Philosophie am Ende ist. (S.227). Die Zentralthese lautet, daß jeder Versuch der Realisierung der Ideen der großen Philosophen und der Weltanschauungen blutig ausginge: "Zuerst hat sich gezeigt, daß die Realisierung von Ideen, also die Zurechtbiegung der Wirklichkeit derart, daß sie der Reinheit der Idee ähnelt, stets ein Vorhaben ist, bei dem es blutig zugeht. Die Wirklichkeit fügt sich nicht dem Ideal, das sich deswegen an ihr rächt", (S.227)sodaß der Terror der Kampf der Ideen gegen die resistente Wirkliche ist. Nach zwei blutigen Weltkriegen sei es unvorstellbar geworden, "daß neue Ideensysteme mit demselben weltgestaltenden Anspruch, mit dem vor hundert Jahren der Marxismus oder vor achtzig Jahren noch Nietzsche auftraten, überhaupt gehört werden könnten." (S.228)
In diesem Votum manifestiert sich das Credo der Postmoderne, daß eben die Philosophie, die großen Erzählungen der Emanzipation des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, so Lyotard in: "Postmodernes Wissen" ihr Ende gefunden haben; die Moderne habe sich erschöpft, sei kristallisiert, sodaß wir posthistorisch leben. Letzters versteht unter Geschichte die Geschichte der Menschheit als eines einheitlichen auf ein gutes Ende hinlaufenden Prozeßes, sodaß nun das Ende dieses Glaubens an die Geschichte eingetreten ist.
Bei Gerhard Szczesny, "Das sogenannte Gute - Vom Unvermögen der Ideologen" stellt sich die Lage dann schon wieder anders da: Er kämpft 1971 gegen die "Neue Linke" mit dem Argument, daß jeder Versuch der Verbesserung, Ideale, das Gute zu realisieren, immer nur im Terror gegen die Wirklichkeit endet. Er muß konstatieren, daß sich in der "Neuen Linken" der Marxismus revitalisierte und seit 1968 zumindest das inneruniversitäre Klima bis circa 1989 in seinen verschiedenartigsten Variationen dominierte. So schnell kann also ein conservativer Denker, Arnold Gehlen  widerlegt werden, so jetzt zu urteilen, wäre aber verfrüht.
Ganz trivial soll nun begonnen werden, indem wir einem Künstler ein wenig bei der Arbeit zuschauen. Vor sich hat er ein Stück Holz, in ihm ist eine Idee, ein bestimmtes Bild einer Mutter Gottes Figur und nun beginnt er, das Holz zu bearbeiten, um es nach dem ihm vorschwebenden Bilde zu formen. Das Material leistet dem Künstler einen Widerstand, der Wille allein transformiert das Holz nicht schon in die erstrebte Gestalt der Mutter Gottes. Aber die geschickten Künstlerhände mit dem guten Werkzeugen schaffen die Umformung. Ist der Künstler begabt und geschickt genug, ist die Holzfigur eine genaue Realisierung der Idee der Mutter Gottes Figur. So gesehen ist jeder etwas Schaffende und Herstellende ein Ideologe, indem er Ideen realisiert. Die Idee ist dabei das Normative, das Wirkliche das Zuformende, das Defizitär, weil es nicht so ist, wie es sein soll. Dies Sollen ist aber nur als Zweckbestimmung im Denken und Wollen des Herstellenden, aber so gerade das Gestaltende.
Der Verzicht, Ideen realisieren zu wollen, wäre das Ende des Menschen. Nun produziert der Mensch nicht nur als Einzelsubjekt, etwa als Hersteller von Kunstwerken, sondern er produziert auch als in der Welt Seiender seine Lebenswelt. Nun sind diese Produkte nicht mehr einfach die Hervorbringungen eines Künstlers, sondern Hervorbrigungen komplexerer Subjekte (eines Volkes, eines Stammes, der Menschheit usw), sodaß die Einzelnen sehr unterschiedlich an der Herstellung der menschlichen Lebenswelt beteiligt sind. Es ist keine Übertreibung, wenn die meisten die Lebenswelt als etwas von ihrem Wollen und Wirken Unabhängiges erleben und oft auch erleiden, in die sie sich einzufügen haben, in der sie dann nur noch funktioniern. Aber dies Objektve ist faktisch immer nur eine zur Wirkichkeit materialisierte Ideenkomplex. Auch hier standen, wie beim Künstler zuvörderst eine Idee oder ein Ideensystem am Anfang als das Normative. Was Gehlen und ähnlich auch  Gerhard Szczesny faktisch wollen, ist das Ende der Produktivität des Menschen. Aber das kulturelle Leben ist eines der ununterbrochenen Ideenhervorbringung, die zur ihrer Realisierung drängen. 
Daß alles Realisieren ein Kampf wider die Trägheit der Wirklichkeit ist, daß jedes Ideenmaterialisieren somit auch ein Angriff auf das Wirkliche ist, ist dann aber in pazifistisch gestimmten Zeiten eine unbequeme Wahrheit. Sollte darauf verzichtet werden, verwandelte sich der produktive Mensch in einen nur noch Zuschaumenschen. Faktisch denkt Gehlen und die anderen Ideologiekritiker nicht so konsequent: Sie wollen einfach, daß die von Menschen ihre Lebenswelt,so wie sie jetzt ist, nicht mehr verändern sollen. Posthistorie, das Ende der Geschichte wäre einfach das Verharren wollen in einer Lebenswelt, die nun als alternativlos fixiert werden soll: Bewegung sei nicht mehr möglich und auch nicht mehr nötig, weil  nun alles an Ideen möglich Realisierbare materialisiert ist: Es bliebe nur noch die Aufgabe der endlosen Reproduktion der Wirklichkeit. 
Wer frägt, warum Linksideologen 1968 sich so kraftvoll durchsetzen konnten, daß der Eindruck entstehen mußte, daß wer denkt, links ist, denn nur da würde noch gedacht, der findet in diesem radicalen Antiplatonismus Gehlens und  Gerhard Szczesnys eine Antwort, daß hier die Wirklichkeit als nicht mehr Veränderbares glorifiziert wird und jeder Produktivität des Menschen, daß er Wirklichkeiten nach seinen Ideen umformen will, eine Absage erteilt wird.
Das Problem der Ideologie ist nicht, daß Ideen realisiert werden sollen, sonder daß falsche Ideen versucht werden zu realisieren. Anders gesagt: Die materialistische Philosophie siegt da, wo das Wirkliche nicht mehr als eine Realisation von Ideen begriffen wird, wo das Realisierte als reine Objektivität vorgestellt wird, ohne daß das Objektive als Produkt eines Subjektes gedacht wird. 
Theologisch: Alles, was ist, ist eine Realisierung göttlicher Ideen. 

Dienstag, 9. Oktober 2018

Ein jesuitischer Homosexapologet muß gehen- die Empörung ist groß!

Die Empörung ist groß, denn dem Rektor der Frankfurter Hochschule der Jesuiten, Ansgar Wucherpfenning  verweigert angeblich der Vatican das "Nihil Obstat",das dieser Jesuit aber benötigt, um weiter als Rektor wirken zu können. Kath net  berichtete am 16 Dezember 2015, 10:00: "Rektor der Frankfurter Jesuiten Hochschule segnet homosexuelle Paare. Ansgar Wucher-pfennig hat zugegeben, homosexuelle Paare gesegnet zu haben. Dies hätten auch andere Priester getan, sagt er." 
 Und nun heißt es: 08 Oktober 2018, 09:55 "Kein römisches 'Nihil Obstat' für umstrittenen Jesuitenpater".Das treibt nun Homosxlobbyisten auf die Barrikaden: Der Jesuiten Provnzial Siebner tönt auf Katholisch de:  "Als hätte man nichts mitbekommen oder verstanden von der Diskussion über Machtmissbrauch." Der Jesuiten-Provinzial Johannes Siebner übt scharfe Kritik am Vatikan."(9.10.2018). Also die sexuellen Übergriffe in der Kirche sollen ein Argument wider die Entlassung dieses Homosexapologeten sein. Wie das, wenn doch die Mehrzahl der Täter homosexuell Orientierte waren? Aber der Jesuitengeneral sieht das eben ganz anders. 
Jetzt erleben wir ja eine auf Hochtouren laufende Desinformationskampagne, die den offensichtlichen Zusammenhang zwischen der homosexuellen Orientierung und den sexuellen Übergriffen verschleiern soll.Nur noch wenige trauen sich da, die Wahrheit zu sagen.
"Kardinal Müller: Die große Mehrheit der Mißbrauchsopfer von Klerikern sind nicht Kinder, sondern Jugendliche oder junge Erwachsene. Jeder Angriff gegen das Sechste Gebot ist eine Todsünde. 80 Prozent und mehr der Opfer sind männlich, der größte Teil von 14 Jahren aufwärts. Das sind homosexuelle Angriffe, nicht pädophile. Das sind keine Kinder, sondern Jugendliche und noch älter." Katholisch info 5.10.2018. Es ist kein Wunder, daß Papst Franziskus, einen solchen Wahrheitsliebhaber entließ. 
Die Homosexlobby bestimmt eben den Diskurs über die "Mißbräuche" und versucht nun, die altgedienten Reformladenhüter der 68er zu revitalisieren: Kampf dem Zölibat, Ja zum Frauenpriestertum. die Demokratisierung der Kirche um von dem Offensichtlichem abzulenken. Ja, diese Lobbyisten hoffen nun gar, für sich Kapital aus den Mißbräuchsfällen zu schlagen und dann dieser Rückschritt!  "Der Rektor der Frankfurter Jesuiten-Hochschule soll weg: Dem Vatikan passt nicht, was er zu Homosexualität denkt. Nicht nur ein Schlag für die Hochschule – sondern auch eine Gefahr für die Wissenschaftlichkeit der Theologie, kommentiert Gudrun Lux." Katholisch de am   9.10.2018.
Die "Wissenschaftlichkeit der Theologie" bestünde also darin, daß sie den ideologischen Vorgaben der Homosexlobby folgt. Daß es jetzt keine  wissenschaftliche Forschung  in dem Gebiete der Homosexualität an den Universitäten mehr gibt, ist klar, denn zu energisch diktieren hier Linke und Homoaktivisten, was noch gelehrt werden darf und was nicht. Der Hochschulrektor Wucherpfennig hält sich eben an diese Vorgaben, nicht nur in der Lehre, nein er praktiziert das auch durch Segnungen von Homosexpaaren. 
Und nun soll es skandalös sein,daß so ein Zeitgeistgetriebener nicht mehr Direktor der Jesuitenhochschule sein darf, weil er statt der Lehre der Kirche Zeitgeisttheologie doziert und praktiziert! Das eigentlich Selbstverständliche, daß eine Jesuitenhochschule in Übereinstimmung mit der Kirche lehrt, soll nun etwas Unerträgliches sein, ja für Jesuiten scheint der bedingungslose Kadavergehorsam dem herrschenden Zeitgeist gegenüber den Gehorsam der Lehre der Kirche gegenüber völlig ersetzt zu haben. Man gehorcht eben zeitgeistgemäß!  


Montag, 8. Oktober 2018

Irritierendes: Ist die Bibel antichristlich?

Ist das christlich: "Hüte dich, je mit den Einwohnern jenes Landes Freundschaft zu schließen, da sie Dir zum Untergange gereichen würde; vielmehr zerstöre ihre Altäre, zertrümmere ihre Bildsäulen und haue ihre Haine um."? Spätestens bei den umzuhauenden Hainen,das ist ja totale Umweltzerstörung, wird auch der Toleranteste erklären, das sei antichristlich! Wenn dann noch die Erklärung zu dieser Aussage (2. Mose, 34,12f) von Augustin Arndt SJ dazu gelesen wird: "In finsteren Hainen pflegten die Heiden ihren Gottesdienst zu halten und ihre Götzen durch Unzucht zu verehren", (Die heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes, mit dem Urtext der Vulgata, 2. Auflage 1903) dann ist endgültig klar, daß das antichristlich ist.
Denn zuvörderst hätte das Volk Israel, als es in das ihnen von Gott verheißende Land einzog, unbedingt Freundschaft mit den dort schon Ansässigen schließen müssen und es hätte dann einen interreligiösen Dialog mit den dortigen Priestern  führen müssen, so von Kollege zu Kollege: Klappt es denn bei euch immer mit den Kultopfern, daß euer Gott sie erhört? Und- offen für neue innovative Kultpraktiken: Wie macht ihr das da bei eurem Fruchtbarkeitskult in den Wäldern? Könnten wir mal mitmachen? Unverzeihlich ist aber die Aufforderung Gottes, daß die Altäre und sonstigen Heiligtümer der Fremdreligionen zu zerstören seien. Soetwas könne der Gott Jesu nie gefordert haben.
Was ist das nur für ein Gott? Dieser Gott verheißt Mose, daß er das erwählte Volk in das verheißende Land führen will. Aber dann erklärt dieser Gott: " Denn ich werde nicht mit dir hinaufziehen, weil du ein halsstarriges Volk bist; daß ich dich nicht etwa auf dem Wege vernichten müsse." (2.Mose 33, 3). M.E. ist "vernichten müsse" aber eine zu freie Übersetzung des Futures: "disperdam "daß ich vernichten werde. Gott, der Abstand von seinem eigenen Volke hält, damit er es nicht vernichte, was ist das nur für ein Gott wo er wußte doch, daß er sich ein "halsstarriges Volk" erwählt hatte. Hierzu gibt es nun einen sehr bedenkenswerten Kommentar: "  Wenn ich selbst, ohne Vermittlung des fürbittenden Engels, mit euch zöge, würdet ihr durch eure Verbrechen mich zwingen, euch unterwegs zu vertilgen." Darum sendet Gott seinen Engel vor sein Volk Israel, nicht nur, damit dieser die Fremdvölker vor Israel vertreibe (V 2), sondern auch zum Schutze des Volkes vor dem Zorn Gottes wider die Sünden seines Volkes, die es als halsstarriges  auf dem Wege in das Land, das ihm verheißen ist, begehen wird. 
Und kurz vor dem: Was befahl da Gott dem Mose angesichts des Goldenen Kalbes, das das Volk errichtet und angebetet hatte als den Gott, der es aus Ägypten herausgeführt hatte:
"Jeder gürte sein Schwert an seinen Lenden, und gehet hin und her, von Thor zu Thor mitten durch das Lager, und ein jeder tödte seinen Bruder, Freund , und Nächsten. Das thaten die Söhne Levis nach dem Worte Mosis, und es fielen an diesem Tage bei dreiundzwanzigtausend Mann." (2.Mose. 32, 27f)
Und dann noch diese Selbstaussage Gottes: "Wer gegen mich gesündiget, den werde ich aus meinem Buche austilgen." (2. Mose 32,33)  
Das hier in der Bibel, der heiligen Schrift Ausgesagte paßt so wenig in das heutige Christentum, daß es uns als antichristlich vorkommt. Klammheimlich wird dann wohl so mancher Marcion recht geben, daß das Gottesbild, zumindest dieses inkompatibel ist mit dem Gott, den uns Jesus erweist. Und damit hätten wir auch schon eine Problemlösung: In der Bibel existieren verschiedene Gottesbilder uns zur Auswahl gegeben, sodaß wir als Konsumenten die uns gefallenden heraussuchen können um die anderen als uns nicht gefällig zu ignorieren. Die Bibel ist eben ein großer Verbrauchermarkt, in dem jeder nur das in seinen Einkaufswagen legt, was ihm zusagt- das ist dann der persönliche Glaube. 
Aber wie, wenn dieser so schrecklich dunkle Gott auch eine Wahrheit Gottes ist, daß er vielgesichtig ist und daß es hier Gott gefiel, uns Seiten an sich zu zeigen, die für uns schrecklich sind, die aber doch auch wahr sind?
Daß Gott die wahre Religion so wichtig ist, daß er die Nichtung der falschen Religonen will, daß er will, daß sich die wahre Religion nicht mit falschen vermischt, daß die Ausübung einer falschen Religion Gott ein Greuel ist, ist das Alles nun wirklich einfach nur ein Horrorgott vorkonziliarer Zeiten? Im Jahre 1903 konnte ein Jesuit das noch vertreten, heute ist das unvorstellbar geworden, denn jetzt gilt, daß Gott alle Religionen gleichgültig seien! Nur für dieses postmoderne Gottesbild gibt es in der Bibel keinen einzigen Beleg. 

Zusätze:
Privat, privation heißt: Beraubung- der private Glaube ist so immer ein Selektionsprodukt aus dem Glauben der Kirche. 
Engel als Fürbitter: Wozu bräuchte denn ein Gläubiger,überhaupt ein Mensch solche Fürbitter, wenn Gott von Natur aus immer nur jeden Menschen liebend wäre?
Zorn Gottes wider die Sünde: Wenn es diesen göttlichen Zorn gar nicht geben kann, warum starb dann sein göttlicher Sohn am Kreuze für unsere Sünden und wie kann es dann eine Hölle geben? 

Vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott (mein Buch dazu)