Freitag, 8. Juli 2022

Nötige Klarstellungen zu "Antidiskrimnierungsbeauftragten" und zu "Integrationsbeauftragten"

Klarstellungen zu „Antidiskriminierungsbeauftragten“ und zu „Integrationsbeauftragten“


Bertold Brecht schrieb einmal, daß, wenn die Regierung das Vertrauen zu ihrem Volke verloren habe, es dieses doch auflösen könnte, um sich ein neues zu erwählen. Das ist der Kerngedanke des Projektes des Volksaustausches. Die Ordnung der Familie wie die des Volkes lebt aus dem Akt der Diskriminierung, indem zwischen dem Dazugehörigen und dem Nichtdazugehörigem unterschieden wird. Würde diese Diskriminierung beendet, lösten sich diese beiden Fundamentalordnungen des Lebens auf. Wenn nun also die Regierung sich ein neues Staatsvolk erschaffen will, ist es sinnvoll, diese Ordnung aufzulösen: Jetzt sollen auch Nichtdazugehörige zu Dazugehörigen werden. Die Aufgabe der Integration wäre dann die, diesen Wechsel zu ermöglichen, indem die Nichtdazugehörigen so in die Kultur der Dazugehörigen eingegliedert werden und die Dazugehörigen zur Akzeptanz dieser Neubürger motiviert werden.

Dem widerstreitet nun aber das Konzept der Multikulturalismus, das ja besagt, daß in einem Sozialwesen differente Kulturen existieren können und sollen, ohne daß es eine für alle verbindliche gäbe. Die Interaktion zwischen den vielfältigen Kulturen wird dann aber zu einem Problem, da es keine für alle mehr verbindliche kulturelle Kodifizierung dieser Interaktion gibt. Es bliebe nur das positive Recht, das für jeden Staatsbürger verbindlich wäre. Ideengeschichtlich stellt die Ideologie des Multikulturalimus eine Reaktion auf das Scheitern des amerikanischen Mythos vom Schmelztigels der Nationen dar, daß eben die in den USA lebenden Ethnien ihre Eigenarten nicht aufgaben und daß der Eindruck der Einheit nur durch die Vormacht des „Weißen Mannes“ angelsächsischer Prägung hervorgerufen wurde: Wir sind nun ganz Verschiedene und sollen doch irgendwie eine Einheit sein. Faktisch bildet dieser Pluralismus nur die Zwischenstufe zwischen dem Vormachtsverlust des „Weißen Mannes“ und der Nochnichtetablierung einer neuen Vormacht.

Die Ideologie des Multikulturalismus erfordert so die Nichtintegration der Nichtdazugehörigen, denn sie sollen bleiben, wie sie sind und sollen doch als gleichberechtigte Staatsbürger gelten. Das erheischt ein von jeder Kultur abgehobenen Staat, dem in der Gesellschaft eine Pluralität nebeneinander existierender Kulturen gegenübersteht. Der Staat wird so auf etwas rein Technisch-Bureaukratisches reduziert. Das Volk hat so sein Gemeinschftsleben nicht mehr im Staate als der Organisationsform des Volkes, wie die Familie ihr Leben in der Form der Ehe hat.

Was soll dann noch die Aufgabe von Integrationsbeauftragten sein? Es bleibt nur eine übrig: Die Volkszugehörigen davon zu überzeugen, daß die Auflösung der Gesellschaft in eine Vielzahl von ethnisch fundierten Subgesellschaften etwas Poitives für sie sei. Antidiskriminierungsbeauftragte haben dann darüber zu wachen, daß niemand mehr darauf instisieren darf, daß es zum Eigenvolk Dazugehörige und Nichtdazugehörige gibt. Diese Differenz zu behaupten, diskriminiere ja die „Fremden“. Ein neues Staatsvolk wird so erschaffen, daß in sich uneins pluralistisch verfaßt ist, dem nur noch eine Gemeinsamkeit ist, die des Staatsgehorsams. Das inkludiert das Eingeständnis der Bedeutungslosigkeit jeder Kultur und daß deshalb sie beliebig gelebt werden könne.

Weil die Regierenden das Vertrauen in ihr bisheriges Volk verloren haben, erschaffen sie sich so ein neues, wie Brecht es schon erwogen hatte. Traut man dem Deutschen Volke eben nicht mehr zu, hinreichend nützlich zu sein für was eigentlich? Der Ruf der Wirtschaft nach ausländischen Arbeitskräften läßt erahnen, woher der Wille zur Vermultiethnisierung kommt: Die Welt soll ein einziger freier Arbeitsmarkt werden, auf dem die Wirtschaft ihre Arbeitskräfte sich zusammenkauft, wie die Spitzenfußballvereine Europas ihre Mannschaften. Keine nationalen und kulturellen Grenzen sollen den freien globalisierten Arbeitsmarkt limitieren. Da die Menschen dann nur als Funktionsgröße für die Wirtschaft gebraucht werden als Arbeitskräfte, ist dann ihre Kultur gleichgültig, wenn sie nur im Sinne der Ökonomie funktionieren.cht

Die Interaktion kann dann auf das Notwendige am Arbeitsplatz beschränkt werden. Somit werden die Ansprüche an eine Integration von Fremden in eine Kultur rabiat gesenkt. Sie können Fremde bleiben und doch können sie funktionieren.

Wenn die in Werbeaussendungen angepriesenen tragbaren Übersetzungsgeräte auch nur halb so gut funktionierten wie es behauptet wird, wird man bald von keinem Fremden mehr das Erlernen der Deutschen Sprache als Integrationsleistung einfordern müssen, da da wohl die Übersetzungsleistungen dieser Geräte für die Interaktion in einer multikulturellen Gesellschaft ausreichen.

Aber es drängt sich doch der Verdacht auf, daß wenn alle Kulturen in einer Gesellschaft als gleichberechtigt angesehen werden sollen, einige sich als wertvoller als die anderen sich wähnend durchsetzen wollen. Faktisch geht ja die Bejubelung der Fremdkulturen einher mit der Verächtlichmachung unserer eigenen Kultur! Es sei nur an den vor kurzem abgewählten Vorsitzenden des Deutschen Schriftstellerverbandes erinnert, der kein Hehl daraus machte, die Deutsche Kultur sterben zu sehen oder man denke an die Verunglimpfung unserer Kultur als Köterrassenkultur. Nicht ein friedliches Nebeneinander sondern ein Nein zur eigenen Kultur beflügelt den Multikulturalismus, der deshalb keine Integration der Fremden in unserer Kultur erstrebt sondern ein Verlöschen der unsrigen in den Fremdkulturen. Das neue Staatsvolk soll eben keines deutscher Kultur mehr sein. Darum wird zuvörderst die Deutsche Kultur diskriminiert und die fremden glorifiziert. Aber das ist eben eine politisch korrekte Diskriminierung. Brecht: Die Regierenden wählen sich ein neues

Volk- dazu dienen dann auch die Antidiskriminierungsbeauftragten wie die Integrationsbeauftragten

Klarstellungen zu „Antidiskriminierungsbeauftragten“ und zu „Integrationsbeauftragten“


Bertold Brecht schrieb einmal, daß, wenn die Regierung das Vertrauen zu ihrem Volke verloren habe, es dieses doch auflösen könnte, um sich ein neues zu erwählen. Das ist der Kerngedanke des Projektes des Volksaustausches. Die Ordnung der Familie wie die des Volkes lebt aus dem Akt der Diskriminierung, indem zwischen dem Dazugehörigen und dem Nichtdazugehörigem unterschieden wird. Würde diese Diskriminierung beendet, lösten sich diese beiden Fundamentalordnungen des Lebens auf. Wenn nun also die Regierung sich ein neues Staatsvolk erschaffen will, ist es sinnvoll, diese Ordnung aufzulösen: Jetzt sollen auch Nichtdazugehörige zu Dazugehörigen werden. Die Aufgabe der Integration wäre dann die, diesen Wechsel zu ermöglichen, indem die Nichtdazugehörigen so in die Kultur der Dazugehörigen eingegliedert werden und die Dazugehörigen zur Akzeptanz dieser Neubürger motiviert werden.

Dem widerstreitet nun aber das Konzept der Multikulturalismus, das ja besagt, daß in einem Sozialwesen differente Kulturen existieren können und sollen, ohne daß es eine für alle verbindliche gäbe. Die Interaktion zwischen den vielfältigen Kulturen wird dann aber zu einem Problem, da es keine für alle mehr verbindliche kulturelle Kodifizierung dieser Interaktion gibt. Es bliebe nur das positive Recht, das für jeden Staatsbürger verbindlich wäre. Ideengeschichtlich stellt die Ideologie des Multikulturalimus eine Reaktion auf das Scheitern des amerikanischen Mythos vom Schmelztigels der Nationen dar, daß eben die in den USA lebenden Ethnien ihre Eigenarten nicht aufgaben und daß der Eindruck der Einheit nur durch die Vormacht des „Weißen Mannes“ angelsächsischer Prägung hervorgerufen wurde: Wir sind nun ganz Verschiedene und sollen doch irgendwie eine Einheit sein. Faktisch bildet dieser Pluralismus nur die Zwischenstufe zwischen dem Vormachtsverlust des „Weißen Mannes“ und der Nochnichtetablierung einer neuen Vormacht.

Die Ideologie des Multikulturalismus erfordert so die Nichtintegration der Nichtdazugehörigen, denn sie sollen bleiben, wie sie sind und sollen doch als gleichberechtigte Staatsbürger gelten. Das erheischt ein von jeder Kultur abgehobenen Staat, dem in der Gesellschaft eine Pluralität nebeneinander existierender Kulturen gegenübersteht. Der Staat wird so auf etwas rein Technisch-Bureaukratisches reduziert. Das Volk hat so sein Gemeinschftsleben nicht mehr im Staate als der Organisationsform des Volkes, wie die Familie ihr Leben in der Form der Ehe hat.

Was soll dann noch die Aufgabe von Integrationsbeauftragten sein? Es bleibt nur eine übrig: Die Volkszugehörigen davon zu überzeugen, daß die Auflösung der Gesellschaft in eine Vielzahl von ethnisch fundierten Subgesellschaften etwas Poitives für sie sei. Antidiskriminierungsbeauftragte haben dann darüber zu wachen, daß niemand mehr darauf instisieren darf, daß es zum Eigenvolk Dazugehörige und Nichtdazugehörige gibt. Diese Differenz zu behaupten, diskriminiere ja die „Fremden“. Ein neues Staatsvolk wird so erschaffen, daß in sich uneins pluralistisch verfaßt ist, dem nur noch eine Gemeinsamkeit ist, die des Staatsgehorsams. Das inkludiert das Eingeständnis der Bedeutungslosigkeit jeder Kultur und daß deshalb sie beliebig gelebt werden könne.

Weil die Regierenden das Vertrauen in ihr bisheriges Volk verloren haben, erschaffen sie sich so ein neues, wie Brecht es schon erwogen hatte. Traut man dem Deutschen Volke eben nicht mehr zu, hinreichend nützlich zu sein für was eigentlich? Der Ruf der Wirtschaft nach ausländischen Arbeitskräften läßt erahnen, woher der Wille zur Vermultiethnisierung kommt: Die Welt soll ein einziger freier Arbeitsmarkt werden, auf dem die Wirtschaft ihre Arbeitskräfte sich zusammenkauft, wie die Spitzenfußballvereine Europas ihre Mannschaften. Keine nationalen und kulturellen Grenzen sollen den freien globalisierten Arbeitsmarkt limitieren. Da die Menschen dann nur als Funktionsgröße für die Wirtschaft gebraucht werden als Arbeitskräfte, ist dann ihre Kultur gleichgültig, wenn sie nur im Sinne der Ökonomie funktionieren.cht

Die Interaktion kann dann auf das Notwendige am Arbeitsplatz beschränkt werden. Somit werden die Ansprüche an eine Integration von Fremden in eine Kultur rabiat gesenkt. Sie können Fremde bleiben und doch können sie funktionieren.

Wenn die in Werbeaussendungen angepriesenen tragbaren Übersetzungsgeräte auch nur halb so gut funktionierten wie es behauptet wird, wird man bald von keinem Fremden mehr das Erlernen der Deutschen Sprache als Integrationsleistung einfordern müssen, da da wohl die Übersetzungsleistungen dieser Geräte für die Interaktion in einer multikulturellen Gesellschaft ausreichen.

Aber es drängt sich doch der Verdacht auf, daß wenn alle Kulturen in einer Gesellschaft als gleichberechtigt angesehen werden sollen, einige sich als wertvoller als die anderen sich wähnend durchsetzen wollen. Faktisch geht ja die Bejubelung der Fremdkulturen einher mit der Verächtlichmachung unserer eigenen Kultur! Es sei nur an den vor kurzem abgewählten Vorsitzenden des Deutschen Schriftstellerverbandes erinnert, der kein Hehl daraus machte, die Deutsche Kultur sterben zu sehen oder man denke an die Verunglimpfung unserer Kultur als Köterrassenkultur. Nicht ein friedliches Nebeneinander sondern ein Nein zur eigenen Kultur beflügelt den Multikulturalismus, der deshalb keine Integration der Fremden in unserer Kultur erstrebt sondern ein Verlöschen der unsrigen in den Fremdkulturen. Das neue Staatsvolk soll eben keines deutscher Kultur mehr sein. Darum wird zuvörderst die Deutsche Kultur diskriminiert und die fremden glorifiziert. Aber das ist eben eine politisch korrekte Diskriminierung. Brecht: Die Regierenden wählen sich ein neues

Volk- dazu dienen dann auch die Antidiskriminierungsbeauftragten wie die Integrationsbeauftragten

 

Donnerstag, 7. Juli 2022

Illusionäre Vorstellungen von Gott -oder Gott ist nicht so wie wir uns ihn erphantasieren. Zur zeitgenössischen Theologie

Illusionäre Vorstellungen von Gott- oder Gott ist nicht so wie wir uns ihn erphantasieren


Ein großes Ärgernis nicht nur für die zeitgenössische Theologie bildet nun die hl.Schrift selbst, enthält sie doch viel zu viele Aussagen über Gott, die einfach nicht gefallen können. Gerade nun in demokratisch gestimmten Zeiten, die von jeder Autorität, die eine Herrschaft ausüben will, eine Legitimierung ihrer Herrschaft verlangt, müsse sich auch Gottes Herrsein über den Menschen rechtfertigen, daß er eben für uns akzeptabel sei. Wie muß Gott also sein, damit er für uns glaubwürdig wird?, so frägt eine anthropozentristische Theologie (etwa Professor Magnus Striet), aber gerät damit in unlösbare Widersprüche zu dem Gott, wie er sich uns durch die hl. Schrift zu erkennen gibt.

Daß Gott immer präsent, sich gleichbleibend, nämlich liebend zu seiner Schöpfung und den Menschen verhielte, gilt so als das Grundaxiom modernistischer Theologie. Nur die Bibel und die ihr folgende Theologie verkenne ab und zu und auch oft Gott, sodaß hier eine Revision von Nöten sei. Was verkündigt dann aber der Prophet Jesaja für einen befremdlichen Gott:

Et exspectabo Dominum,qui abscondit faciem suam a domo Jacob, et praestolabor eum“= Ich aber werde auf den Herrn vertrauen,der sein Angesicht vor dem Hause Jacobs verbirgt, werde auf ihn harren.“ (Jesaja 8,17)

Gott verbirgt sich vor uns. Das ist doch eine völlig inakzeptable Gottesprädikation: Er ist doch immer der den Seinen gnädig und liebend Zugewandte, den wir wohl vergessen oder gar keinen Glauben schenken können, der aber immer so uns gegenüber ist. Luther vertieft die Vorstellung vom „deus absconditus“ vom „verborgenen Gott“ geradezu zu einer eigenen Gotteslehre, expliziert in seiner Schrift vom „libero arbitrio“, seinem seinem Eigenurteil nach gewichtigste Schrift, die heutzutage selbst unter den Lutheranern völlig in Vergessenheit geraten ist, weil sie völlig inkompatibel mit den Grundaxiomen der Moderne, ihrem Freiheitspathos ist. Der Gott, so wie er sich uns in Jesus Christus offenbart hat, kann in dem Gott, der die Welt regiert sodaß nichts gegen seinen Willen in der Welt sich ereignen kann, vom Brudermord Kains bis zum Ukrainekrieg, nicht recogniziert werden. Das meint die Verborgenheit Gottes. Man könnte im Sinne Luthers so es formulieren: Die Vernunft kommt zu dem Urteil, daß es Gott gibt, der als Allmächtiger diese Welt regiert und so ist er dem Denken überhaupt nicht verborgen, aber wenn man auf die Welt schaut, wie sie ist, dann kann der Weltregierergott nicht in Einklang gebracht werden mit dem Gott, wie er sich in Jesus Christus selbst offenbart hat, als der Liebende.

Damit sind wir bei dem Propheten Jesaja angekommen: Der Gott Israels, der hat sich von seinem eigenen Volke abgewandt, er läßt das Elend seines Volkes zu, nein er straft es gar. Sein Angesicht Abwenden bedeutet nämlich, daß er seine Liebe von seinem Volke abgewendet hat, Gott zürnt ihm. In diesem göttlichen Zorn kann der Prophet das seinem Volke zugewandte Angesicht Gottes nicht mehr recognizieren.


Es gibt so nicht nur eine Krise der Religion, weil Menschen ihr Angesicht von Gott abwenden, um so der Erde treuer sein zu können (Nietzsche), sondern auch eine Krise der Religion, wenn Gott sein Angesicht von seinem Volke bzw seiner Kirche abwendet, wenn die sich von ihm in ihrem Sündigen abgewandt haben.

Et exspectabo Dominum“, das Verb übersetzt Arndt SJ in seiner Vulgataausgabe mit: „vertrauen“.Das klingt gut, aber ein Blick in ein Lateinlexikon irritiert dann: „warten.erwarten,befürchten, erhoffen“ werden als Übersetzungsmöglichkeiten offeriert. Ist etwa das Vertrauen zu vollmundig, rechnet der Prophet eben auch mit der Möglichkeit, daß Gott für eine längere Zeit sein Angesicht verbergen könnte? Theologisch formuliert heißt das, daß es keine Selbstverständlichkeit ist, daß Gott immer, nach einer kurzen Phase des Zürnens sich wieder liebend den Seinen zuwendet. Es ist ein Akt göttlicher Gnade. Aber gerade die Gnadenvergessenheit zeichnet eben die postkonziliare Theologie aus.

Die feministische Theologie mit ihrer Vermütterlichung Gottes hat Wesentliches zum Verdrängen der Erkenntnis der Gnade Gottes beigetragen: Wenn Gott uns Menschen so selbstverständlich liebt wie eine Mutter ihr Kleinkind, dann wird das Geliebtwerden zu etwas rein Natürlichem, Gott könne gar nicht anders als seine Kinder zu lieben. Ist so die Liebe Gottes etwas Natürliches, kann sie keine Gnade mehr sein. Die so vernaturalisierte Liebe Gottes schließt dann auch die Denkbarkeit eines Zürnens Gottes, eines Sichabwendens aus, sodaß hier der Prophet eben falsch von Gott redet: Nicht hat Gott sein Angesicht von seinem Volke abgewandt, das ist dem Propeheten eben nur so in seinem Leiden so vorgekommen. So kann man eben einen uns genehmen Gott sich zusammenphantasieren, aber dieser Phantasiegott existiert eben nur in den menschlichen Träumen, der Prophet Jesaja und die ganze hl.Schrift konfrontiert uns aber mit dem Gott, wie er real ist. So desillusioniert die Bibel auch und ist so nicht einfach nur: „eine frohe Botschaft“. (Vgl dazu mein Buch: Der zensierte Gott)


 

Mittwoch, 6. Juli 2022

Zur Kirchenkrise - eine Glaubenskrise

Zur Kirchenkrise – eine Glaubenskrise!



Si non credideritis,non permanebitis“= Wenn ihr nicht glaubt,so werdet ihr nicht bleiben. So predigt es uns der Prophet Jesaja 7,9b.Das „credideritis“ ist hier wohl als Futur II, als exaktes Futur und nicht als ein Konjunktiv zu lesen, also: Wenn ihr nicht geglaubt haben werdet, werdet ihr nicht bleiben. Diese Aussage transzendiert seinen konkreten Kontext und ist so als eine Basisformel der christlichen Religion überhaupt anzusehen. Im Johannesevangelium heißt das deshalb konsequenterweise so: „Wer an den Sohn glaubt,hat das ewige Leben;wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen,sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.“ Joh, 3,36

Der Glaube ist so eine Überlebensfrage. Das prophetische Wort impliziert, daß Gott zu einem bestimmten Punkt sein Gericht halten wird. Da wird er prüfen, ob die so Angeredeten Glauben gehabt haben und so bleiben oder ihn nicht gehabt haben, und so verurteilt werden, sie werden dann aus ihrer Heimat vertrieben und können so nicht in ihrem Lande bleiben. Das Geschick des Volkes Israels hängt so in erster Linie davon ab, wie sie es mit dem Glauben halten. Nicht weltimmanente Größen bewirken das Geschick dieses Volkes Gottes, sondern Jesaja sagt zu ihnen: Glaubt, und ihr werdet nicht die Heimat verlieren, wenn ihr aber nicht glaubt, werdet ihr exiliert, wie es dann ja auch 586 v. Christus sich ereignete.

Jesus Christus konkretisiert nun diesen das Leben erhaltenden Glauben: Wer an ihn glaubt lebt und wird ewig leben. Aber es wird nun dem heutigen Bibelleser ein sehr befremdlicher Gedanke hinzugefügt: Der Zorn Gottes liegt auf allen Menschen und nur wer glaubt, der ist nicht mehr ein Objekt des Zornes Gottes.

Wie anders wird dagegen heutzutage doch der Glaube verstanden: Da gibt es die Welt des Wissens, die Wissenschaften erschließen sie uns und die Welten, in denen man nichts Gewisses wissen kann, aber man meint, daß es so oder so sein könne. Unpraktikabel ist es wohl so, auf den Glauben viel Gewicht zu legen, ist doch jeder Glaube ungewiß. Nur Fundamentalisten sehen das anders, aber darum werden sie ja auch aus dem öffentlichen Diskurs als Subjekte ausgeschlossen, man redet nur über aber nicht mit ihnen. Von der Hälfte aller Deutschen wird gemutmaßt, daß sie Nichtgläubige seien, sofern nicht eingewandt wird, daß irgendwie jeder an irgendwas glaube, die andere Hälfte sei noch religiös, zumindest gehören sie einer Religionsgemeinschaft an. Ob aber wirklich jeder der Katholischen Kirche Angehörende ein Gläubiger ist, ist zweifelhaft, und läßt sich wohl auch nicht definitiv klären, da kein Konsens mehr darüber besteht, was denn den Katholischen Glauben ausmache. Würde unter diesem Glauben die Zustimmung zum Glauben der Kirche verstanden, gäbe es aber nur noch sehr wenige Gläubige.

Welche Konsequenzen hat es nun, wenn man nichtgläubig ist? Offensichtlich gar keine. Vom Grundgesetz her darf Niemand ob seiner Religiösität oder Nichtreligiösität diskriminiert werden und selbst von Gott meint man, daß auch ihm der Glaube der Menschen gleichgültig sei, wenn es denn überhaupt einen Gott gibt. Nur einige behaupten, daß für sie ihr Leben erst durch ihren Glauben sinnvoll und etwas Wertvolles ist, aber viele, wenn nicht gar die meisten leben so wie sie leben, unabhängig davon, wie sie es mit dem Glauben an Gott halten. Denn Gott ist eigentlich etwas viel zu Ungewisses, als daß er als Fundament des eigenen Lebens taugen könnte.

Wie sieht es denn nun mit der Lebens- und Überlebensfähigkeit der Kirche in Deutschland aus? Wer den Diskurs um die Kirche in den Medien aufmerksam verfolgt, kann eines nicht übersehen: Der Glaube spielt in diesem Diskurs keine zentrale Rolle. Der Diskurs wird stattdessen majorisiert durch die Themen: „Sex für Alle“, „mehr Demokratie in der Kirche“, „das Frauenpriestertum“ und daß die Kirche sich „gendern“ müsse. Von diesen Themen hinge die Zukunftsfähigkeit der Kirche ab.Wenn noch andere Thematiken debattiert werden, dann geht es um die großen Fragen der Politik, vom Problem der Umweltzerstörung bis hin zu „Brot für die Welt“ und jetzt der gemeinsame Kampf aller Anständigen gegen das „Reich des Bösen“ gegen Rußland. Der Glaube habe mit diesen wirklich lebensrelevanten Problemen nichts zu tuen und ist irgendwie auch überflüssig. Ob wir bleiben oder nicht als Lebende auf diesem Planeten Erde hängt in erster Linie von unserem jetzigen Verhalten der Natur gegenüber ab und dem Problem der globalen sozialen Gerechtigkeit.

Für das individiuell persönliche Leben dagegen gibt es so viele Sinnangebote auf dem freien Markt, daß es fast unmöglich ist, nicht irgendwas Passendes zu finden. Der christliche Glaube scheint da auf dem Sinnanbietermarkt nicht besonders konkurrenzfähig zu sein, denn selbst die Kirche traut diesem Angebot nicht mehr recht. Man könnte doch mal Kirchesein ohne Glauben versuchen, indem man sich ganz aufs Humanitaristische kapriziert. Das könnte als das Zentrum der jetzt in deutschen Landen neu kreiert werdenden „Synodalkirche“ angesehen werden.

Ruft Jesaja uns zu: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“, so respondiert man heute in der Kirche: „Der Glaube kommt nicht mehr an, wir müssen unsere Angebotspalette modernisieren, damit wir morgen noch Kunden haben werden!“

Und Gottes Zorn über den Unglauben? Den entmythologisieren wir: Wenn es denn überhaupt einen Gott gibt, dann sagt der zu jedem: Ja, ich sage mein Ja zu Dir, so wie Du bist. Und wenn es denn gar nicht gibt? Dann leben wir so weiter wie einst mit Gott als Humanisten, die an das Gute in jedem Menschen glauben und für die Humanisierung der Welt sich engagieren. 

 

Corollarium 1

Als Gift für den christlichen Glauben erweist sich die Menschenrechtsideologie, daß im Miteinander der Menschen die Religion als gleichgültig anzusehen sei. Wie soll da die Kirche noch einen Gott verkünden, dem der wahre Glaube das Wichtigste ist, wenn in der Gesellschaft der Glaube als gleichgültig anzusehen ist.  


 

Dienstag, 5. Juli 2022

Zwei Geschlechter gibt es, weiblich und männlich - aber das darf nicht mehr gelehrt werden

Zwei Geschlechter gibt es, weiblich und männlich – aber das darf nicht mehr gelehrt werden


Einer der größten Triumphe der „politischen Korrektheit“ erlebten wir nun in der Humbold-Universität: Dort wollte eine Biologin einen Vortrag halten darüber, daß es aus rein biologischer Sicht nur 2 Geschlechter unter den Menschen gäbe. Diesen Vortrag durfte sie aber nicht halten, weil das „rechtes Gedankengut“ sei, sodaß Antifaschisten und sonstige Linksradicale zum Kampf gegen diesen Vortrag aufriefen. Die Universitätsleitung kapitulierte und verbot so diesen Vortrag.

Dies augenfällige Ereignis ist als die Spitze eines Eisberges anzusehen, daß faktisch die Freiheit der Wissenschaft in deutschen Universitäten abgeschafft ist- leider nicht nur in Deutschland. Ein Vortrag, der die Verurteilung ausgelebter Homosexualität als Sünde durch die Kirche bejahte, könnte in keiner österreichischen oder deutschen Universität mehr gehalten werden. Was heutzutage alles nicht mehr an Universitäten gesagt werden darf, damit könnte ein ganzer Aktenschrank vollgefüllt werden. Aber protestiert wird kaum, denn die Mehrheit der Studenten wie auch der Dozenten bejaht ja diese Zensur: Nur politisch Korrektes hat einen legitimen Platz an einer Univerität. Da darf eben nicht mal mehr gesagt werden, daß es 2 Geschlechter gibt, das männliche oder das weibliche.

Es soll nun versucht werden, dies Ereignis in seinem Kontext zu verstehen. Meine These dazu lautet, daß das politische Geschehen in der BRD und das Geschehen im wiedervereinten Deutschland nicht begriffen werden kann, wenn nicht als einer der Gründungsmythen der BRD das Narrativ, Weimar sei an einem Zuviel an Liberalität zugrunde gegangen, darum bräuchten wir jetzt eine „wehrhafte Demokratie“ angesehen wird. Mythen oder Narrative bestimmen nämlich das politische und kulturelle Leben einer Gesellschaft mehr als die realen Gegebenheiten einer Gesellschaft. Der Grund dafür: Der Mensch verhält sich nicht zur realen Wirklichkeit sondern zu der, wie er sie interpretiert. Das uns als die Wirklichkeit Erscheinende ist eben ein soziales Produkt ideologischer Weltauslegung.

Das liberale Weimar sei eben zugrunde gegangen, weil es seinen Feinden gegenüber sich nicht hinreichend verteidigen konnte, den Rechts- und den Linksextremisten gegenüber. Der neue Staat habe so eine „wehrhafte Demokratie“ zu sein, die im Extremfall alle Grundrechte Bürgern aberkennen kann, wenn die sie demokratiegefährdend mißbräuchten. Der sog. Radeicalenerlaß mit seiner Berufsverbotspraxis war dabei das Glanzstück dieser neuen Wehrhaftigkeit, daß jeder, der im öffentlichen Dienst arbeiten wollte, auf seine politische Gesinnung hin zu überprüfen war. So konnte eben ein Kommunist nicht einmal Briefträger werden. Bis 1989 kämpfte der Staat ausgewogen gegen Links und Rechts, 2 Parteien wurden verboten, die rechte Sozialistische Reichspartei und die Kommunistische Partei Deutschlands, aber seit 1989 liegt das Augenmerk auf den „Kampf gegen Rechts“.Es darf gemutmaßt werden, daß die Parole: „Wir sind ein Volk“ der Demonstranten in der DDR die ehemaligen Siegermächte veranlaßte, die Regierungen Deutschlands zum Kampfe gegen jede Art deutschen Patriotismus zu bewegen. Seit dem gibt es für die „wehrhafte Demokratie“ nur noch die „Rechte“ als den Hauptfeind.

Was ist nun aber „rechts“, „rechtsradical“ oder was sind nun „Naziparolen“? Substantielle Festlegungen existieren nicht. Es ist so die permanente Aufgabe des politischen Diskurses, stets neu zu bestimmen, was denn „rechts“ etc sei und was so aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen sei. „Rechts“ ist so all das, was man nicht mehr öffentlich sagen darf. Das Neue nach 1989 ist nun, daß der Kampf gegen Rechts zivilgesellschaftlich organisiert wird. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ein ausgebildeter Arzt möchte in einer Arztpraxis als Angestellter mitarbeiten, aber als der Leiter der Praxis Drohbriefe erhielt, der angestellte sei ein Mitglied der AfD, wurde er wieder entlassen. Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, daß Staatsbürger ob ihrer „rechten Gesinnung“ diskriminiert werden dürfen.

Das ist der goße Erfolg des Konzeptes der „wehrhaften Demokratie“, daß nun Bürger selbst den Kampf gegen die Feinde von „Rechts“ in die Hand nehmen. So gilt es als politisch sehr tugendhaft, wenn ein Bürger mit anderen zusammen versucht, „rechte“ Veranstaltungen zu verhindern, Verbote von Musikern mit „rechter Musik“ zu erwirken und bei jedem Gaststättenbesuch genau darauf achtet, was da wer beim Biere von sich gibt, ob es politisch inkorrekt ist. Das ist kein „Denunziantentum“ sondern vorbildliches bürgerliches Verhalten.

In diesem (Un)Geiste agierten nun auch die Kämpfer gegen den Vortrag über die 2 Geschlechter. Sie definierten, daß auch die Zweigeschlechtigkeit eine rechte/rechtsradicale Vorstellung sei. Deshalb darf die dann auch nicht in einer Universität vertreten werden. Denn alles, was irgendwie „rechts“ sei, gefährde ja die Demokratie. Einige Medien kommentieren nun, daß hier „rechts“ zu weit verstanden würde, man könne doch biologische Tatsachen nicht nazifizieren, als Nazidenken perhorreszieren. Aber da nun schon das Faktum, daß es menschliche Rassen gibt, als rassistisch vermaledeit wird, warum sollte man dann nicht auch die Rede von dem weiblichen und männlichen Geschlecht verurteilen?

Was noch erlaubt und was nicht mehr erlaubt ist, das steht in einer „wehrhaften Demokratie“ nicht fest, es wird immer aufs neue fixiert.Als Prämisse gilt dabei aber immer, daß die Meinungsfreiheit zu begrenzen sei, daß es gälte, das was als inakzeptabel fixiert worden ist, aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Dabei ist zu bedenken, daß das, was man als die „Wirklichkeit“ bezeichnet, das Produkt des öffentlichen Diskurses ist und darum wird dieser so stark reglementiert. 

Zusätze

Als ein C-Politiker einmal darin erinnerte, daß Polen, bevor es von "Nazideutschland" "überfallen" wurde, die Generalmobilmachung veranlaßt hatte, das heißt, Polen war kriegsbereit, erklärte die Bundeskanzlerin, daß diese Tatsache nicht zitiert werden dürfe, da dies Faktum die Alleinschuld Deutschlands in Frage stellen könnte. Es ist ergo eine "Falschtatsache".

"Falschtatsachen" sind so auch alle Tatsachen, die darauf hinweisen, daß die Sowjetunion 1941 einen Angriffskrieg gegen Deutschland plante zur Förderung der kommunistischen Weltrevolution, da auch diese Tatsachen die Deutsche Alleinschuld am 2.Weltkriege in Frage stellen könnten, und deshalb nicht zu zitieren sind. 


 

Montag, 4. Juli 2022

In Mißkredit geratene Zentralaussagen der christlichen Religion: Machet die Natur euch untertan

In Mißkredit geratene Zentralaussagen der christlichen Religion: Machet die Natur euch untertan


Kaum eine Aussage der hl. Schrift provoziert heutigen Tages so viel Ablehnung wie diese: „Benedixitque illis Deus, et ait: Crescite et multiplicamini,et replete terram, et subjicite eam“= Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde und machet sie euch unterthan und seid Herren über“ sie. (1.Mose, 1,28) Als skandalös wird dabei der Zusammenhang zwischen dem Segnen Gottes und der Fruchtbarkeit empfunden, als segnete hier Gott Adam und Eva, damit sie Kinder bekommen. Das verunmöglichte ja jede Segnung homosexueller Paare, wenn der Zweck einer Paarsegnung die Fruchtbarkeit, der Kindersegen also wäre. Daß dann der Mensch aufgerufen wird, die Welt sich zu unterwerfen, gilt nun als die Büchse der Pandora, der wir die ganze Umweltzerstörung bis hin zur angeblich von Menschenhänden gemachten Klimakatastrophe zu verdanken haben. Daß dann auf der „Umweltschutzsynode“ der Amazonassynode die Göttin Erde verehrt wurde, auch und gerade von dem jetzigen Papst verwundert dann auch nicht mehr, gilt doch die Vergöttlichung der Natur als ein probates Mittel, die Natur wieder dem Beherrschungswillen des Menschen zu entziehen.

Hier wird nun einmal ein ganz anderer Umgang mit diesem Text versucht, indem er quer gelesen wird mit einem anderen Text, der auf den ersten Blick mit diesem Mosestext nichts zu tuen haben scheint:

Werthe legte erst der Mensch in die Dinge, sich zu erhalten,-er schuf erst den Dingen Sinn, einen Menschen-Sinn! Darum nennt er sich „Mensch“,das ist:der Schätzende.“Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 1.Teil: Von tausend und Einem Ziel. Ergnzend: „Nicht -mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen!,ach.dass diese große Müdigkeit mir stets ferne bleibe.“ (Zarathustra, Teil 2: Auf den glücklichen Inseln.

Man könnte sich Gottes Schöpfung, in die dann das erste Menschenpaar hineingestellt wird, als einen wohlgeordneten Kosmos vorstellen, der eine schöne Welt ist, Kosmetik kommt von Kosmos her, und eine gute und wahre. Philosophisch ausgedrückt: Das Sein des Kosmos ist eins mit seiner Idee, wie es sein soll und somit ist die Welt die wahre Welt.So formuliert es ja Ott treffend: „Die ontologische Wahrheit oder >Dingwahrheit< besteht in der Übereinstimmung eines Dinges mit seiner Idee.“ (Ott, Grundriß der Dogmatik, §15: Die Wahrheit Gottes.)Für den Menschen bliebe so eigentlich nur noch eine Aufgabe, die des Lobpreises dieses wunderbaren von Gott geschaffenen Kosmos. Nichts dürfte und könnte er ändern, weil jedes Ändern, Bearbeiten und Umgestalten doch nur eine Depravation des von Gott gut Geschaffenen sein könnte. Die Natur sei das an sich Gute, das nun aber der Mensch durch sein Naturbeherrschenwollen destruiere. Er hätte stattdessen sich in die Naturordnung einfügen sollen wie ein Organ in einen Gesamtkörper, damit dieser als Ganzer sei.

Wenn dem so wäre, wäre Gottes Auftrag an den Menschen, sich die Natur zu unterwerfen, sie zu subjektivieren, wie es so treffend die Vulgata schreibt, etwas nicht nur Sinnwidriges sondern auch rein Destruktives. Anders gefragt: Was besagt dieser göttliche Auftrag über die Natur, wenn Gott sie dem Menschen zur Subjektivierung übergeben hat? Es scheint doch so, als wenn die Natur vor ihrem Beherrschtwerden durch den Menschen etwas Defizitäres anhinge, als wenn sie noch in eine Ordnung zu bringen sei. Im 2.Kapitel des 1. Buch Moses heißt es dann im Vers 20, daß Adam allem der Natur ihre Namen gab. Den Dingen der Schöpfung fehlte etwas, denn Adam erkannte nicht die Eigennamen, fand sie also nicht vor, sondern er rief sie (Appellavitque). Die Naturbeherrschung begann so mit dieser Namensgebung.

Ist das nicht auch Nietzsches Grundgedanke, daß den Dingen der Welt etwas fehlt,daß ihnen ihr „Werth“ fehlt. Ontologisch formuliert: Dem Seienden mangelt es an etwas und es ist die Aufgabe des Menschen, diesen Mangel kreativ zu beheben. Bildlich geredet: Das erste Menschenpaar gleicht einem Buben, dem man eine riesige Anzahl verschiedenster Bausteine vorgelegt hat, damit er nun daraus was erbaue. Die Legosteine wären so nicht einfach für genau ein bestimmtes Bauprojekt bestimmt und genormt, sondern vielfältigst benutzbar. Das Gute der Schöpfung wäre dann ihre Brauchbarkeit für den Gestaltungswillen des Menschen. Er produziert aus der Welt, wie sie ihm von Gott übergeben wurde, eine Welt für sich, indem er sie subjektiviert.

Die jetzige Postmoderne wäre dann das, was Nietzsche als die „große Müdigkeit“ diagnostiziert: Der Mensch will nicht mehr kreativ gestalten, er will nur noch im Bestehenden verharren und verweilen. Diese Erschlaffung seines Gestaltungswillens kann sich nun auch durch die allseits bekannte Problematik der zunehmenden Umweltzerstörung legitimieren: Wir schufen und so Elendes kam dabei heraus!

Aber die so unbequem gewordene göttliche Beauftragung bleibt bestehen: Der Mensch ist von seinem Kreator selbst zu einem kreativen Umgang mit der Natur bestimmt: Er soll sie sich unterwerfen, denn der Natur fehlt etwas, es wohnt ihm ein ontologischer Mangel inne und darum hat Gott dem Menschen die Natur zur Aufgabe gegeben. Nietzsche sagt es so: „und ohne das Schätzen wäre die Nuss des Daseins hohl.“ (Zarathustra, 1.Teil, Von tausend und Einem Ziel) Das Gutsein der Schöpfung wäre so, um es im Geiste des Philosophen Fichte zu sagen, ihre gute Geeignetheit, das Material menschlicher Pflichterfüllung sein zu können.




 

Samstag, 2. Juli 2022

Das kann unmöglich in der hl.Schrift stehen...oder wie Gott zensiert wird

Das kann unmöglich in der hl. Schrift stehen....oder wie Gott zensiert wird


Jesus sagt, wer nicht glaubt, wird verdammt! Das könne Jesus nie gesagt haben, soetwas könne unmöglich in der Bibel stellen, empörte sich der Leiter eines Gesprächskreises zu Fragen des Glaubens. Ein Diplomtheologe war er aber es verschlug ihm die Sprache, als dann Mk 16,16 zitiert wurde: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt. Das kann da nicht stehen und es steht da doch. Man hat eben sein persönliches Jesusbild sich erschaffen und dann wird man konfrontiert mit einer Aussage, die nicht in das liebgewonnene Jesusbild integrierbar ist. Wem die hl. Schrift eine Autorität ist, der sieht sich so zu einer Korrektur seines Jesusbildes genötigt, kritische Geister präferieren dagegen dann die Bibelkritik, daß da eben auch Unsinniges und Falsches geschrieben stünde.


Bibelleser stellt nun die Berufungsgeschichte des Propheten Jesaja vor fast unlösbare Probleme. Was ist ein Prophet, wozu wird er von Gott berufen, was immer darauf dann an Antworten gefunden werden mag, niemand käme auf diese Idee, daß das Gottes Auftrag an einen Propheten sein könne:

Verblende das Herz dieses Volkes,verhärte seine Ohren, und schließ ihm die Augen,daß er nicht etwa mit seinen Augen sehe,und mit seinen Ohren höre,und mit seinem Herzen verstehe,und sich bekehre, und ich es heile.“ (Jesaja,6,10)

Die Aussage ist an sich klar und eindeutig formuliert: Gott will das Volk nicht heilen.Darum verschließt er ihm sein Herz,seine Augen und seine Ohren. Denn wenn es hörte und sähe, könnte es das Gesehene und Gehörte verstehen und sich dann bekehren. Bekehrte es sich aber, wie sollte Gott es dann noch nicht mehr heilen. Offenkundig ist hier eine Differenz zwischen dem Sichbekehren und dem Heilen gesetzt: Die Bekehrung ist keine Heilung des Volkes, es kann sich nicht selbst heilen, aber bekehrte es sich, dann würde Gott es heilen wollen. Da er es aber nicht heilen will, verunmöglicht Gott die Bekehrung seines Volkes.

Aber es ist noch komplizierter: Was ist denn das, was das Volk sehen, hören und verstehen könnte, sodaß es sich bekehren könnte? Damit kann hier nur die Predigt des Propheten gemeint sein. Verstünde die das Volk, dann bekehrte es sich. Also lautet der Auftrag an den Propheten, daß er das, was zum Heile des Volkes durch Gott führen würde, verstände es das, er so predigen soll, daß das Gehörte und Gesehene die Ohren und die Augen der Hörer so zuspert, daß es zu keiner Umkehr kommt. A.Arndt kommentiert in seiner Vulgataausgabe (1903) diese Stelle so:

D.i.du wirst durch deine Predigt dieses Volk nur noch mehr verstocken.- Die Propheten stellen das, was auf ihre Predigten erfolgt,zuweilen so vor,als ob es von ihnen bezweckt worden wäre.“

Aus dem Imperativ: Verblende, Verhärte wird ein Futur: Du wirst verblenden und verstocken. Diese futurisch eintretende Wirkung würde nun fälschlicherweise von

dem Propheten als seine Absicht ausgegeben, in der Wirklichkeit handle es sich aber um eine kontingente Auswirkung seiner Predigt.Rabiater kann dieser Text nicht mißverstanden werden. Daß Gott es ist, der an den Propheten diesen Auftrag erteilt und daß es Gottes Wille ist, daß das Volk nicht auf den Propheten hört und sich nicht bekehrt, wird hier völlig ausgeblendet. Gott wird hier eben durch diese Kommentierung zensiert, weil das hier Geschriebene diesem Jesuiten als unvereinbar mit seinem Gottesbild erscheint. Das erinnert an Luthers Umgang mit der hl. Schrift: Zuerst konstruiert er eine ganz neue Rechtfertigungslehre, allein aus der Schrift und schriftgemäß, um dann alle bisherigen als nicht schriftgemäß zu verdammen und dann stellt er fest, daß die Aussagen des Jakobusbriefes zu der Causa der Rechtfertigung nicht mit seiner neuen schriftgemäßen Lehre kompatibel sind: Ergo es gibt in der hl. Schrift Nichtschriftgemäßes! Der jesuitische Kommentar verfährt im Prinzip genauso: Was ihm nicht in sein Gottesbild paßt, das muß so umgedeutet werden, daß es paßt.

Aber wie ist diese Berufung dann zu verstehen? Ob der Sünden des Volkes will Gott es strafen und so will er ihm keine Chance mehr zur Umkehr geben. Durch die Predigt des Propheten könnte es gerettet werden, hörte es auf die Predigt und bekehrte sich. Aber Gott läßt dies Heilsmittel dem Volke zu seinem Unheil wirken, weil diese Predigt sie verstockt, sodaß sie sich nicht bekehren. Warum läßt Gott dann überhaupt den Propheten predigen?

Dafür kann ich nun nur diese Erklärug anbieten:Es gibt für das Volk, wenn es mit offenen Augen und Ohren sähe und hörte,die Möglichkeit zu erkennen, daß es gegen Gott sündigt und daß es dehalb umkehren müsse, um dem göttlichen Strafgericht noch entkommen zu können. Der Ermöglichungsgrund dafür ist unabhängig von der Prophetenpredigt für das Volk gegeben. Damit es diese Möglichkeit nicht realisiert, predigt der Prophet, sodaß sie verstockt, nicht hörend und nicht sehend dem göttlichen Gericht entgegenschreiten.Es soll nun bestraft werden und exiliert werden. Aber in Vers 13 wird verheißen, daß es einen heiligen Rest des Volkes geben wird, der sich bekehrt und den will Gott dann erhalten. Gott stellt sich so uns als ein Gott vor, der die Sünden der Menschen so ernst nimmt, daß es einen Punkt für ihn gibt, wo er nicht mehr den Sünder retten will, ja er ihm sogar die Möglichkeit zu seiner Rettung nimmt. Hier ist der Würfel gefallen, hier kann das Volk seinem Schicksal nicht mehr entrinnen, weil Gott selbst das Volk verurteilt hat.

Es ist nur zu gut verständlich, daß diesem jesuitischen Kommentar so viel göttliche Härte zuviel ist, aber wir haben Gott so anzuerkennen, wie er ist und nicht dürfen wir ihn uns so verzärteln, bis er uns gefällt. 

dem Propheten als seine Absicht ausgegeben, in der Wirklichkeit handle es sich aber um eine kontingente Auswirkung seiner Predigt.Rabiater kann dieser Text nicht mißverstanden werden. Daß Gott es ist, der an den Propheten diesen Auftrag erteilt und daß es Gottes Wille ist, daß das Volk nicht auf den Propheten hört und sich nicht bekehrt, wird hier völlig ausgeblendet. Gott wird hier eben durch diese Kommentierung zensiert, weil das hier Geschriebene diesem Jesuiten als unvereinbar mit seinem Gottesbild erscheint. Das erinnert an Luthers Umgang mit der hl. Schrift: Zuerst konstruiert er eine ganz neue Rechtfertigungslehre, allein aus der Schrift und schriftgemäß, um dann alle bisherigen als nicht schriftgemäß zu verdammen und dann stellt er fest, daß die Aussagen des Jakobusbriefes zu der Causa der Rechtfertigung nicht mit seiner neuen schriftgemäßen Lehre kompatibel sind: Ergo es gibt in der hl. Schrift Nichtschriftgemäßes! Der jesuitische Kommentar verfährt im Prinzip genauso: Was ihm nicht in sein Gottesbild paßt, das muß so umgedeutet werden, daß es paßt.

Aber wie ist diese Berufung dann zu verstehen? Ob der Sünden des Volkes will Gott es strafen und so will er ihm keine Chance mehr zur Umkehr geben. Durch die Predigt des Propheten könnte es gerettet werden, hörte es auf die Predigt und bekehrte sich. Aber Gott läßt dies Heilsmittel dem Volke zu seinem Unheil wirken, weil diese Predigt sie verstockt, sodaß sie sich nicht bekehren. Warum läßt Gott dann überhaupt den Propheten predigen?

Dafür kann ich nun nur diese Erklärug anbieten:Es gibt für das Volk, wenn es mit offenen Augen und Ohren sähe und hörte,die Möglichkeit zu erkennen, daß es gegen Gott sündigt und daß es dehalb umkehren müsse, um dem göttlichen Strafgericht noch entkommen zu können. Der Ermöglichungsgrund dafür ist unabhängig von der Prophetenpredigt für das Volk gegeben. Damit es diese Möglichkeit nicht realisiert, predigt der Prophet, sodaß sie verstockt, nicht hörend und nicht sehend dem göttlichen Gericht entgegenschreiten.Es soll nun bestraft werden und exiliert werden. Aber in Vers 13 wird verheißen, daß es einen heiligen Rest des Volkes geben wird, der sich bekehrt und den will Gott dann erhalten. Gott stellt sich so uns als ein Gott vor, der die Sünden der Menschen so ernst nimmt, daß es einen Punkt für ihn gibt, wo er nicht mehr den Sünder retten will, ja er ihm sogar die Möglichkeit zu seiner Rettung nimmt. Hier ist der Würfel gefallen, hier kann das Volk seinem Schicksal nicht mehr entrinnen, weil Gott selbst das Volk verurteilt hat.

Es ist nur zu gut verständlich, daß diesem jesuitischen Kommentar so viel göttliche Härte zuviel ist, aber wir haben Gott so anzuerkennen, wie er ist und nicht dürfen wir ihn uns so verzärteln, bis er uns gefällt.



 


 

Freitag, 1. Juli 2022

Hätten sie doch nur geschwiegen - Zur "Eingabe der Deutschen Ordensoberenkonferenz an die Synode zur Synodalität 2021-2023

Hätten sie doch nur geschwiegen....Zur „Eingabe der Deutschen Ordensoberenkonferenz an die Synode zur Synodalität 2021-2023


Dieses Monumentalwerk christlicher Frömmigkeit und tiefschürfenden theologischen Denkens läßt nur einen Schluß zu: Die Demokratisierung der Kirche muß in so glaubensarmen Zeiten wie den heutigen zum vollständigen Ruin der Kirche führen.Das Mönchtum war einmal das Herzzentrum der christlichen Frömmigkeit, aber auch der Ort theologischer Gelehrsamkeit. Aber es ist schon seltsam, daß heutzutage die Nonnen keine Nonnen sondern Schwestern und Mönche keine Mönche sondern Brüder sein wollen. Aber noch seltsamer ist das in diesem Dokument Geschriebene. Ein Punkt soll hier exemplarisch herausgegriffen werden, um den theologischen Niedergang der Frauenorden in Deutschland zu dokumentieren. Es geht um die Causa der Eucharistie, der Zulaßbarkeit von Nichtkatholiken zur hl. Kommunion. Dazu führt diese Eimgabe aus (ich biete den vollständigen Text): 

Mit anderen christlichen Konfessionen Gerade anlässlich des Luther-Gedenkjahres haben wir neu die enge Verbindung zu evangelischen Kommunitäten und ihren Mitgliedern erfahren. Durch das Leben in Gemeinschaft auf der Basis christlicher Werte erleben wir viel stärker das Verbindende als das Trennende zwischen den Konfessionen. Viele von uns fänden es stimmig, miteinander gemeinsam um den Tisch des Herrn versammelt zu sein und miteinander Eucharistie zu feiern. Wir leiden daran, dass das nicht möglich ist, bzw. dass es von unserer Kirche nicht erlaubt wird. Das schmerzt viele von uns sehr. Solche, die sich eine so weitreichende Tischgemeinschaft noch nicht vorstellen können, wünschen sich jedoch zumeist einen größeren Gewissensspielraum bei Einzelentscheidungen bezüglich der Teilnahme am Mahl der jeweils anderen Konfession. In Treffen von Ordensleuten halten manche den Schmerz der Trennung bewusst aus und verzichten auf den Empfang des Abendmahls. Wie auch immer: Die Sehnsucht nach der Einheit der Kirche auch in der Eucharistiefrage bleibt – und der Schmerz bleibt. 

Meine Mama verbietet mir, den Schokoladenpudding aufzuessen!“ mault das Kind. Warum darf es den nicht essen? Das weiß es nicht und versteht es auch nicht. Gern würde es mit ihren kleinen Freundin den ganzen Pudding verspeisen , mit ihren Sandkastenfreundin...Da hilft doch nur eines: Eine Petition an die Mutter (Kirche): Wir wollen das, denn wir wollen nicht verzichten! Unterscheidet sich diese Eingabe wirklich wesentlich von dem Protestieren unseres Sandkastenmädchens, das nun mit ihren Spielkameradin zusammen naschen will, bloß die Mutter verbietet es? Es wird kein einziger Versuch unternommen, sich mit den theologischen Argumenten gegen eine Zulassung von Nichtkatholiken zur Eucharistie zu beschäftigen, sie zu würdigen oder auch zu kritisieren. Es reicht einfach das Faktum, daß es uns schmerze, nicht mit den Protestanten zusammen eine „Tischgemeinschaft“ haben zu dürfen. Weil das schmerzt, darf das Verbot nicht sein! Verbote, die schmerzen, werden wohl als

illegitim verurteilt. Warum sich welche eine Tischgemeinschaft noch nicht vorstellen können, ist dann für dies Dokument irrelevant, wozu sollte man wen oder Argumente gar verstehen wollen.

Als Lösung wird dann das Allzweckargument des Gewissens appliziert: Wenn einem Verbote nicht gefallen, müsse es doch erlaubt sein, die Verbote im Namen der Gewissensfreiheit zu übertreten. Dann könne es halt jeder so praktizieren, wie es ihm gefalle. Zeichnete sich in früheren Zeiten die Nonne wie der Mönch durch den Gehorsam aus, galt das gar als das Merkmal des klösterlichen Lebens, so entledigt man sich heutzutage dieser Tradition durch die Parole der Gewissensfreiheit.


Mitentscheiden wollen diese Ordensoberen über das Leben der Kirche. Wer dieses Dokument in Gänze liest, kann sich nicht des Eindruckes erwehren, daß hier völlig Inkompetente mitreden wollen, als wenn Taube über das Musikprogramm eines Radiosenders entscheiden wollten. DerText zur Eucharistie zeigt nun wirklich unüberlesbar nur dies eine auf: die völlige Unkenntnis über die Eucharistie! So ein theologischer Analphabetismus ist nun aber leider kein Sonderfall der Frauenorden. So tief ist die Katholische Kirche ge- und versunken im Meer der Unwissenheit.

Hätten sie doch nur geschwiegen....Zur „Eingabe der Deutschen Ordensoberenkonferenz an die Synode zur Synodalität 2021-2023


Dieses Monumentalwerk christlicher Frömmigkeit und tiefschürfenden theologischen Denkens läßt nur einen Schluß zu: Die Demokratisierung der Kirche muß in so glaubensarmen Zeiten wie den heutigen zum vollständigen Ruin der Kirche führen.Das Mönchtum war einmal das Herzzentrum der christlichen Frömmigkeit, aber auch der Ort theologischer Gelehrsamkeit. Aber es ist schon seltsam, daß heutzutage die Nonnen keine Nonnen sondern Schwestern und Mönche keine Mönche sondern Brüder sein wollen. Aber noch seltsamer ist das in diesem Dokument Geschriebene. Ein Punkt soll hier exemplarisch herausgegriffen werden, um den theologischen Niedergang der Frauenorden in Deutschland zu dokumentieren. Es geht um die Causa der Eucharistie, der Zulaßbarkeit von Nichtkatholiken zur hl. Kommunion. Dazu führt diese Eimgabe aus (ich biete den vollständigen Text):


Mit anderen christlichen Konfessionen Gerade anlässlich des Luther-Gedenkjahres haben wir neu die enge Verbindung zu evangelischen Kommunitäten und ihren Mitgliedern erfahren. Durch das Leben in Gemeinschaft auf der Basis christlicher Werte erleben wir viel stärker das Verbindende als das Trennende zwischen den Konfessionen. Viele von uns fänden es stimmig, miteinander gemeinsam um den Tisch des Herrn versammelt zu sein und miteinander Eucharistie zu feiern. Wir leiden daran, dass das nicht möglich ist, bzw. dass es von unserer Kirche nicht erlaubt wird. Das schmerzt viele von uns sehr. Solche, die sich eine so weitreichende Tischgemeinschaft noch nicht vorstellen können, wünschen sich jedoch zumeist einen größeren Gewissensspielraum bei Einzelentscheidungen bezüglich der Teilnahme am Mahl der jeweils anderen Konfession. In Treffen von Ordensleuten halten manche den Schmerz der Trennung bewusst aus und verzichten auf den Empfang des Abendmahls. Wie auch immer: Die Sehnsucht nach der Einheit der Kirche auch in der Eucharistiefrage bleibt – und der Schmerz bleibt.


Meine Mama verbietet mir, den Schokoladenpudding aufzuessen!“ mault das Kind. Warum darf es den nicht essen? Das weiß es nicht und versteht es auch nicht. Gern würde es mit ihren kleinen Freundin den ganzen Pudding verspeisen , mit ihren Sandkastenfreundin...Da hilft doch nur eines: Eine Petition an die Mutter (Kirche): Wir wollen das, denn wir wollen nicht verzichten! Unterscheidet sich diese Eingabe wirklich wesentlich von dem Protestieren unseres Sandkastenmädchens, das nun mit ihren Spielkameradin zusammen naschen will, bloß die Mutter verbietet es? Es wird kein einziger Versuch unternommen, sich mit den theologischen Argumenten gegen eine Zulassung von Nichtkatholiken zur Eucharistie zu beschäftigen, sie zu würdigen oder auch zu kritisieren. Es reicht einfach das Faktum, daß es uns schmerze, nicht mit den Protestanten zusammen eine „Tischgemeinschaft“ haben zu dürfen. Weil das schmerzt, darf das Verbot nicht sein! Verbote, die schmerzen, werden wohl als illegitim verurteilt. Warum sich welche eine Tischgemeinschaft noch nicht vorstellen können, ist dann für dies Dokument irrelevant, wozu sollte man wen oder Argumente gar verstehen wollen.

Als Lösung wird dann das Allzweckargument des Gewissens appliziert: Wenn einem Verbote nicht gefallen, müsse es doch erlaubt sein, die Verbote im Namen der Gewissensfreiheit zu übertreten. Dann könne es halt jeder so praktizieren, wie es ihm gefalle. Zeichnete sich in früheren Zeiten die Nonne wie der Mönch durch den Gehorsam aus, galt das gar als das Merkmal des klösterlichen Lebens, so entledigt man sich heutzutage dieser Tradition durch die Parole der Gewissensfreiheit. 

 

 

Mitentscheiden wollen diese Ordensoberen über das Leben der Kirche. Wer dieses Dokument in Gänze liest, kann sich nicht des Eindruckes erwehren, daß hier völlig Inkompetente mitreden wollen, als wenn Taube über das Musikprogramm eines Radiosenders entscheiden wollten. DerText zur Eucharistie zeigt nun wirklich unüberlesbar nur dies eine auf: die völlige Unkenntnis über die Eucharistie! So ein theologischer Analphabetismus ist nun aber leider kein Sonderfall der Frauenorden. So tief ist die Katholische Kirche ge- und versunken im Meer der Unwissenheit.