Freitag, 17. Juni 2022

Ein erschütterndes Dokument des völligen Verfalles des katholischen Glaubens in Deutschland- Die deutschen Franziskaner auf Irrwegen

Ein erschütterndes Dokument des völligen Verfalles des katholischen Glaubens in Deutschland – Die deutschen Franziskaner auf Irrwegen


Die Provinzsynode der Deutschen Franziskaner hat in diesem Jahre ein Grundsatzprogramm für eine neue „katholische Kirche“ verabschiedet: „Kirche sein in der Freiheit der Kinder Gottes“. Damit der geneigte Leser sich selbst ein Urteil über dies Dokument des Niederganges machen kann, wird es am Ende vollständig wiedergegeben.


Die neue Kirche soll eine „jesuanische Kirche“ sein. Jesus habe aus der Verbundenheit mit Gott gelebt und so solle auch die Kirche leben. Daß diese Aussage, Jesus lebte aus der Verbundenheit mit Gott Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch nicht gerecht wird, ist offenkundig, beachtenswert auch, daß hier Jesus der Christustitel vorenthalten wird. Es ist wohl nicht ganz abwegig, in der Betonung des Jesuanischen eine Distanzierung von dem kirchlich gelehrten Jesus Christus mitzuhören, wie man auch gern den historischen Jesus als den vermeintlich „echten“ von dem von der Kirche verkündigten und verfälschten gern unterscheidet. Der Gott Jesu sei uns wie eine Mutter und ein Vater. Bedauerlicherweise lehrte Jesus Christus uns aber das „Vater unser“ und nicht das „Mutter-Vater-unser“, aber vielleicht gilt das nicht für den jesuanischen Jesus. Diese Kirche solle gemäß dem Evangelium handeln, das „und“ lese ich als ein explikatives, sodaß dies Handeln meint: die Freude, die Hoffnung, die Trauer und die Angst mit den Menschen zu teilen. Soll die Kirche also anteilnehmen an allen Freuden der Welt, auch denen der Freudenhäuser mit ihren Freudenmädchens? Wenn die Kirche ohne zu differenzieren alle weltlichen Freuden und Hoffnungen der Welt bejaht, dann hört sie auf, die Kirche Jesu Christi zu sein, isb wenn sie statt der Hoffnung auf das Reich Gottes und das ewige Leben die Hoffnungen der Welt zu den ihrigen macht.


Die neue Kirche soll eine geschwisterliche sein. Hier rezipiert dies Dokument die Parole der Französischen Revolution, die der Brüderlichkeit, um sie feminismusgerecht in Geschwisterlichkeit umzuformulieren. Damit soll selbstredend die hierarische Struktur der Kirche aufgelöst werden, die Jesus Christus ja selbst seiner Kirche eingestiftet hat. Daß der Herr der Kirche dann nur Männer zu Aposteln und Priestern einsetzte und weihte, war dann wohl ein Fehler dieses „Jesus“, den es nun zu korrigieren gälte. Die Einführung des Frauenpriestertumes wird so gefordert.


Die neue Kirche müsse eine der Vielfalt sein. Statt der Katholizität als einer bestimmten Auffassung der christlichen Religion soll nun eine Pluralität der Beliebigkeiten treten. Das Herz schlägt hier natürlich für die Bejahung der Pluralität der sexuellen Orientierungen und der geschlechtlichen Identitäten. Wie viele Geschlechter mag es wohl in dieser neuen Kirche geben. Als Gott den Menschen als Mann und Frau erschuf, hat er eben leider die Vielfalt der Geschlechter ganz vergessen, die er doch zu erschaffen und zu bejahen habe. Dann wird fast nebenbei noch die Verramschung der katholischen Eucharistie gefordert, daß nämlich jeder Getaufte zu ihr zugelassen werden solle. Die Eucharistie soll ja auch nur noch eine Mahlgemeinschaft sein und warum sollte die Kirche vom gemeinsamen Essen wen ausschließen. Von den gravierenden Unterschieden zwischen der katholischen Lehre von der Eucharistie und den reformatorischen weiß dies Dokument eben nichts oder hält diese Differenzen eben für gleichgültig.


Die neue Kirche soll eine der „Ohn-Macht“ sein. Die theologische Begründung ist völlig absurd. Gott wurde nicht Mensch und hörte dann auf Gott zu sein, sodaß er ein Mensch ohne Macht wurde. Alle Evangelien bezeugen gerade die Vollmacht Jesu Christi. Aber mit diesem Jesus Christus haben diese Franziskaner wohl wenig im Sinne: Sie kennen nur einen ohnmächtigen Jesus. Weil Gott also ohnmächtig wurde, habe sich die Kirche vorrangig um die Armen der Welt zu kümmern. Wie könnte sie das aber, wenn sie selbst ohne Macht wäre? Ach ja, und dann muß da noch ein Fehler Jesu Christi korrigiert werden: Er vergaß doch tatsächlich, das Amt der Apostel und das dem Petrus verliehene Amt zeitlich zu befristen, daß die von dem Herrn der Kirche erwählten Diener sich eben regelmäßig Neuwahlen durch das Kirchenvolk zu stellen haben. Jesus Christus hätte also zu Petrus sagen müssen: „Weide meine Schafe x Jahre lang und dann stelle Dich zur Wiederwahl, ob das Volk weiterhin von Dir geweidet werden möchte.“


Die neue Kirche soll die des Dialoges sein. Bruder Franziskus wollte noch Mohamedaner zum christlichen Glauben bekehren, aber jetzt gilt: Wir führen den Dialog der Religionen, in dem jeder von dem Anderen was lernen kann. Ach was waren das noch für schreckliche Zeiten, als die Kirche noch gemäß dem Auftrage ihres Herrn alle Menschen zum wahren Glauben bekehren wollte, als noch das Wort Jesu Christi galt: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt“. (Mk 16,16) Das wird wohl eine unjesuanische Aussage Jesu Christi sein.


Die neue Kirche muß eine der Schöpfungsverantwortung sein. Hier stellt uns das Papier die Kernaufgabe der neuen Kirche vor Augen. Die Klimakrise verkündet diese neue Kirche.


Und die neue Kirche soll eine der Sendung sein. Die Mission soll der Dialog mit allen Menschen sein, in dem man voneinander lernt. Ja, sogar der Begriff des Evangeliumes taucht hier auf, aber der Gehalt scheint sich auf die Aufforderung, mit allen geschwisterlich zu dialogisieren zu beschränken.


Auch eine noch so aufmerksame Lektüre kann in diesem Dokument zur Neugestaltung der Kirche nichts Katholisches mehr finden. Auch spezifisch Christliches findet sich kaum, denn das Gottvertrauen, aus dem Jesus lebte, könnte auch rein monotheistisch gedeutet werden, daß es nur darum ginge, dem Gott zu vertrauen, den alle Religionen verkünden und an den sie alle glauben. Das Wichtigste: Alle Bestimmtheiten sollen in einem großen Pluralismus aufgelöst werden, einzig verbindlich soll dann nur das Engagement für den Umweltschutz und das Eintreten für die Armen sein. Ach ja, alles müsse demokratisch zugehen, das ist wohl das Allerwichtigste. Aber das Bedeutsamste ist, daß nirgends diese neu zu errichtende Kirche als Katholisch bezeichnet wird- sie soll wohl nicht mehr katholisch sein, sondern eher nur noch gottgläubig demokratisch-pluralistisch-geschwisterlich,mit allen über alles redend.


Bruder Markus Fuhrmann wurde dann zum Leiter der deutschen Franziskaner gewählt, nachdem er sich zum Katholischen Glauben bekannte – nein, nachdem er sich zu seiner Homosexualität bekannte. Das paßt zu diesem Dokument franziskanischen Niederganges.


Hier das Dokument:

KIRCHE SEIN IN DER FREIHEIT DER KINDER GOTTES Positionspapier des Provinzkapitels 2022 der Deutschen Franziskanerprovinz Wir, die zum Provinzkapitel der Deutschen Franziskanerprovinz versammelten Brüder, machen uns stark für eine Kirche, in der Menschen „in der Freiheit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21) leben können. Im Bewusstsein, dass wir Teil der Kirche sind und sie mitgestalten, aber auch im Wissen um unsere eigenen Grenzen und Schwächen, setzen wir uns ein für ... ... EINE JESUANISCHE KIRCHE Franziskus von Assisi (1181-1226) ließ durch sein Leben die Gestalt Jesu aufleuchten. Als Franziskaner werden wir daran gemessen, wie sehr in unserem liturgischen Feiern, in unserem Reden und Handeln die Gestalt Jesu sichtbar und erfahrbar wird. Wir machen uns stark für • eine Kirche, die wie Jesus aus der Verbundenheit mit Gott lebt, der für uns wie Mutter und Vater ist und uns nach seinem Bild geschaffen hat. • eine Kirche, die gemäß dem Evangelium handelt und wie Jesus Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen teilt. ... EINE GESCHWISTERLICHE KIRCHE In der Bewegung um Franziskus und Klara von Assisi begegnen sich von Anfang an Frauen und Männer, Nichtgeweihte und Geweihte als Schwestern und Brüder auf Augenhöhe. Wir machen uns stark für • eine Kirche des geschwisterlichen Miteinanders von Frauen und Männern, einschließlich der gleichberechtigten Zugangsmöglichkeit zu den Weiheämtern. • eine Kirche, deren Gläubige gemeinsam um Haltungen, Positionen und Strukturen einer einladenen Kirche ringen.



EINE KIRCHE DER VIELFALT Bereits zu Lebzeiten von Franziskus ließen sich Menschen aus den verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Kulturen von seiner Art, das Evangelium zu leben, begeistern. Wir machen uns stark für • eine Kirche, die die Vielfalt der Generationen, Begabungen und Biografien ebenso wertschätzt wie die Verschiedenheit der ethnischen, sozialen und kulturellen Herkunft sowie der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung. • eine Kirche, in der unterschiedliche theologische Auffassungen sowie verschiedene spirituelle und liturgische Formen ihren Platz haben und in der alle Getauften zur Mahlgemeinschaft eingeladen sind. ... EINE KIRCHE DER OHN-MACHT Gott ging in seiner Menschwerdung den Weg des Abstiegs: vom Himmel zur Erde, von der Macht zur Ohn-Macht. In der Nachfolge Jesu sind es für Franziskus die Armen, auf deren Seite Gott vorrangig steht. In den franziskanischen Gemeinschaften wird die Ausübung von Macht begrenzt durch die Wahl von Leitungsverantwortlichen auf Zeit. Wir machen uns stark für • eine Kirche, die sich für die Benachteiligten, Ausgegrenzten und Entrechteten einsetzt. • eine Kirche, in der Leitungsdienste auf Zeit übertragen werden und nicht notwendigerweise an die sakramentale Weihe gebunden sind. ... EINE KIRCHE DES DIALOGS In der respektvollen Begegnung mit dem Sultan hat Franziskus Grenzen überwunden. Er hat von den Muslimen gelernt und sich für seine eigene religiöse Praxis von Elementen aus dem Islam inspirieren lassen. Wir machen uns stark für • eine Kirche, die den Dialog sucht und Menschen anderer Religionen und Lebenseinstellungen vorurteilsfrei und respektvoll begegnet. • eine Kirche, die Gastfreundschaft pflegt und sich auf gemeinsame Lernprozesse einlässt.


... EINE KIRCHE DER SCHÖPFUNGSVERANTWORTUNG In seinem Sonnengesang bezeichnet Franziskus alles Geschaffene als „Schwester“ und „Bruder“. Die geschwisterliche Haltung ermöglicht ihm, achtsam mit allen Geschöpfen umzugehen. Wir machen uns stark für • eine Kirche, in der diese Schöpfungsverantwortung einen zentralen Platz einnimmt. • eine Kirche, die in der Klimakrise konsequente Schritte zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen geht und mit Menschen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen Modelle eines guten Lebens für alle entwickelt. … EINE KIRCHE DER SENDUNG Franziskus sandte in seiner Zeit Brüder bis an die Grenzen der damals bekannten Welt, um allen Menschen die frohmachende und befreiende Botschaft Jesu vorzuleben und zu verkünden. Franziskus und die Brüder ließen sich dabei inspirieren von den Erfahrungen anderer Menschen. Wir machen uns stark für • eine Kirche, die ihren missionarischen Auftrag als weltweiten Dialog im gegenseitigen Geben und Nehmen verwirklicht. • eine Kirche, die sich als weltweite solidarische Gemeinschaft von Glaubenden versteht und sich prophetisch engagiert für Gerechtigkeit und Frieden. Das Provinzkapitel der Deutschen Franziskanerprovinz vom 6. bis 10. Juni 2022 V.i.S.d.P.:

V.i.S.d.P.: Provinzialminister Markus Fuhrmann OFM, St. Anna-Str. 19, 80538 Münche





 

Donnerstag, 16. Juni 2022

Tod dem Priester! Wird jetzt die Katholische Kirche ausgelöscht?

Tod dem Priester! Wird jetzt die Katholische Kirche ausgelöscht?


Wenn es einmal in Deutschland, vielleicht gar in ganz Westeuropa keine Katholische Kirche mehr geben würde – Gottes Zusage der ewigen Existenz seiner Kirche beinhaltet nicht notwendigerweise, daß ihre Existenz in Westeuropa ewiglich gesichert ist- dann werden Historiker bei ihrer Ursachenforschung sicher ihr Augenmerk auf den „Synodalen Weg“, das Laien-ZK der deutschen Katholiken, aber auch auf Kath de konzentrieren. Ganz erfüllt vom Geiste des Aufklärungsphilosophen Voltaire: „Vernichtet diese infame Katholische Kirche“ begann man, die Kirche von innen her völlig zu entkernen, um dann nur noch eine katholische Fassade übrigstehen zu lassen. Die neue Substanz wird dann wohl ein linksliberaler Humanitarismus mit einem religiösen Dekor, ein bißchen Gott, ein bißchen weniger Jesus bilden. Der Trend dahin ist unverkennbar.


Der antikatholische Reformator Luther erfaßte besser als mancher Liebhaber der Katholischen Kirche die zwei Zentren des Katholizismus: a) das Kloster und b) das Priestertum. Die Reformation löschte überall, wo sie erfolgreich war, die Klöster auf, da die Substanz der mönchischen Existenz als nicht mit der neuen Rechtfertigungslehre kompatibel verurteilt wurde. Es hätte nie in der Kirche Mönche, Nonnen und Klöster geben dürfen! Ist es nicht signifikant, daß in der nachkonziliaren Zeit die Mönche nicht mehr Mönche sondern Brüder und die Nonnen nicht mehr Nonnen sondern Schwestern sein wollen und daß ihr wichtigster Beitrag zum „Synodalen Irrweg“ die Forderung nach einer Neubewertung des Sex ist?

Genauso gewichtig war und ist Luthers Nein zum Priestertum. Überall, wo die Reformation sich durchsetzte, wurde als erstes das Priesteramt abgeschafft. Weil die Eucharistie kein Opfer sein dürfe, dürfe es auch keine Priester mehr in ihr geben. Somit wurde die Priesterweihe selbstverständlich abgeschaft und ein neues Gemeindeleiteramt kreiert: ein Laie, der theologisch gebildet der Lehrer und Leiter der Gemeinde sein sollte, umkränzt von demokratischen Selbstverwaltungsgremien. Die Ordination trat dann an die Stelle der Weihe zum Priester, in der nun ein theologisch Ausgebildeter mit der Leitung einer Gemeinde beauftragt wird. Es ist somit ein rein kirchenrechtlicher Akt. Der Pfarrer und die späteren Pfarrerin sind deswegen keine „heiligen Männer und Frauen“ sondern akademisch qualifizierte Fachkräfte.

Aber in der Katholischen Kirche überlebte das heilige Priesteramt dank des Trienter Konziles, das nicht in Luthers Kirchen-destruktionsprogramm einstimmte: Kirche ohne Opfer und ohne Priester!

Nur, die Zeiten ändern sich. Jetzt heißt es auf Kath de am 15.6.2022: Abschied vom Priester als >heiligem Mann<“. Eines plumpen Trickes bedient sich dabei der Standpunktkommentar: Er verwechselt „heilig“ mit „moralisch“ und proklamiert nun angesichts der Vielzahl sexueller Übergriffe von Priestern das Ende des Priesters als „heiligem Mann“. Weil einige moralisch Inakzeptables taten, soll nun das Priesteramt säkularisiert werden. Heilig bedeutet aber gar keine moralische Qualifikation, denn sonst wäre die Rede von „heiligen Orten“, „heiligem Boden“ oder „heiligen Geräten des Kultes“ ein sinnloses Gerede, sondern das Abgesondertsein vom Alltag-Profanen. Der Kelch der Eucharistiefeier, der dazu bestimmt ist, das Blut Christi, den dazu transsubstantiierten Wein zu empfangen, wird eben nicht auch noch zum profanen Weintrinken benutzt, sondern ausschließlich für die Sakrament. Dieser ausschließliche Gebrauch macht den Eucharistiekelch zu einem heiligen Kelch. So ist auch ein Priester ein ausschließlich zum heiligen Dienst Ab- und Ausgesonderter. Gott gab den 11 Stämmen seines erwählten Volkes Land, damit sie davon ihren Lebensunterhalt erwirtschaften, aber dem Stamme Levi kein Land, weil er diesen Stamm ausgesondert hatte, damit er ihm der Priesterstamm sei. Zum gottesdienstlichen Kult gehört eben konstitutiv dazu Ab- und Ausgesonderte Kultdiener, die so heilig kultfähig sind. Vielleicht ist gar die Differenzierung von Priestern, von „heiligen Männern“ und den „Laien= Nichtheiligen“ die erste Arbeitsteilung der kulturellen Entwickelung der Menschheit, daß eben nicht mehr alle mit der Herbeischaffung des zum Leben Notwendigen beschäftigt waren, sondern einige von dieser Arbeit freigestellt wurden, um ganz und gar nur kultisch tätig zu sein. Es wird dabei zuvörderst an Jagd-, Ernte- und Fruchtbarkeitskulte zu denken sein, anfänglich oszillierend zwischen magischen und religiösen Praktiken. Zu beiden Arten gehörten eben spezielle „Heilige“, die eben Götter beschwören (magisch) oder durch Opfer und Gebete religiös Gunsterweise von ihnen erflehen konnten. Auch die religiöse Praxis des jüdischen Volkes im Alten Bund und die religiöse Praxis des Neuen Bundes stehen dann in dieser Urtradition aller Religionen.Die christliche Religion als die Vollendung aller Religionen negiert ja nicht dies Zentrum der Religion sondern vollendet diese Praxis in der Feier des kirchlichen Meßopfers. Das verlangt aber, wie die Reformatoren es richtig sahen, den Priester als „heiligen Mann“, der aus- und abgesondert vom profanen Leben rein priesterlich lebt. Heiligkeit ist dabei als die Antithese zum Profanen zu begreifen! Heilig im Sinne von einem moralischen Lebenswandel, dazu sind alle Christen berufen, die Heiligkeit des Priesters ist aber die seiner Nichtprofanität.

Wer heutzutage das Ende des „heiligen Mannes“ des Priesters proklamiert, will so das Priesteramt nichten, es soll eben wie bei den Evangelischen nur noch ein rein weltliches Lehr- und Verwaltungsamt sein, daß eben ein ausgebildeter Laie die Gemeinde leitet und als socher Pfarrer heißt.Aber der heilige Kult, der Gottesdienst, der sein Zentrum im Opfer hat, verlangt nach heiligen Männern, nach Priestern. Wo es keine „heiligen Männer“ mehr gibt, da gibt es keine Priester und somit auch das kirchliche Opfer nicht mehr – da siegt dann endgültig Luther über die Katholische Kirche. Und das ist das Geheimnis des „Synodalen Weges“ und all seiner Förderer: die Entkatholisierung der Katholischen Kirche! Voltaire jubelt.



 

Mittwoch, 15. Juni 2022

Papst Franziskus als Modernist

Papst Franziskus als Modernist


Der Kath net Artikel: „Papst kritisiert Traditionalisten und lobt Europas Kirche“ am 15.6.2022 bestätigt mal wieder, daß der jetzige Papst eindeutig modernistisch denkt. Es gäbe in den USA Conservative, von ihm als Traditionalisten diffamiert, die die Beschlüsse des 2.Vaticanumes noch immer nicht akzeptiert hätten. Sie hingen immer noch am Trienter Konzil 1545-1563 und wollten nicht akzeptieren, daß das 2.Vaticanum die Kirche erneuerte und so Veraltetes so überwunden habe. Man könne aber die jetzt notwendige Erneuerung der Kirche nicht durch eine „geistige Erneuerung in stark veralteten Mustern“,erreichen.

Das Kirchengeschichtsverständnis des Papstes ist eben ein schlicht lineares: Das gestern noch Wahre wird durch die Wahrheit des heutigen Tages veraltert, und das jetzt Wahre wird morgen als veraltert überwunden werden. Diese Verzeitigung der dogmatischen Wahrheiten ist eben das den Modernismus Auszeichnende.

Papst Franziskus praktiziert dies ja selbst, indem er eben die eindeutige Bejahung der Todesstrafe durch die hl. Schrift und die Lehre der Kirche als nicht mehr zeitgemäß,als also antiquiiert reprobiert. Auch sieht er kein Problem darin, daß nun Christen im Stande der Sünde als Geschieden-Widerverheiratete die hl. Kommunion empfangen dürfen. Das Schlimmste, daß zu befürchten ist, daß Scalfari recht hat mit seiner Aussage, daß für den Papst Jesus Christus nur ein Mensch und nicht der Sohn Gottes sei. Denn nur so ist es ja auch erklärlich, daß er gar sich anmaßt, Jesu Christi Vaterunsergebet zu verändern, weil Jesus hier ein falsche Gottesvorstellung lehre. Gott führe niemanden in Versuchung und darum dürfe nicht mehr: „Und führe uns nicht in Versuchung“ gebetet werden. Wörtlicher übersetzt hieße es gar: Und trage uns nicht in eine Versuchung hinein.

Papst Franzikus setzt sich eben selbst souverän über verbindliche Lehren der Kirche hinweg, wenn sie ihm selbst als veraltet erscheinen. Genau das lobt er nun auch an den Kirchen Europas, die eben die kirchliche Tradition hinter sich lassend das Moderne und Neue in sich aufnähmen. Daß dabei das Trienter Konzil ihm ein besonderes Ärgernis bereitet, ist aber nur zu verständlich, gelang es doch gerade der Kirche hier in ihrer Auseinandersetzung mit den reformatorischen Häresien die eigene Lehre in größter Klarheit zu erfassen. Darum muß dieses Konzil ob der modernistischen Vorliebe für den Indifferentismus, ist doch irgendwie alles das Gleiche, eben etwas Inakzeptables sein, daß nur noch als völlig veraltet reprobiert werden kann. „Vorwärts“ (so hieß einst das Zentralorgan der SPD), das Alte, die katholische Tradition mit ihren Konzilien hinter sich lassend dem neuen Morgenrot entgegenstrebend, so sieht eben der Papst die wahre Kirche, die eben gefährdet wird durch jedes Festhalten an den verbindlichen Lehren und dem Glauben der Kirche.

 

Dienstag, 14. Juni 2022

Wenn es keine Kriegsverbrechen gibt, muß man sie halt erfinden - oder: Die Kreativität der Medien in postmodernen Zeiten

Wenn es keine Kriegsverbrechen gibt, muß man sie halt erfinden - Oder:Die Kreativität der Medien in postmodernen Zeiten



(Vgl dazu den Artikel der „Freien Welt“ 14.6.2022: Menschenrechts-beauftragte der Ukraine verfing sich im eigenen Lügennetz.) Die traditionelle Medienkritik ging noch davon aus, daß reale Ereignisse in den Medien dargestellt werden, um dann kritisch zu untersuchen, ob denn die Darstellung den realen Ereignissen wirklich entsprächen. Die Trennung von der Darstellung und des Kommentares galt dabei noch als Qualitätskriterium: Was ist geschehen und wie wird das dann kommentiert? Die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte würde wahrscheinlich nur über so altmodisch moderne Vorstellungen lächeln. Ihr Land befindet sich im Kriege. Sie dient deshalb der ukrainischen Kriegspropaganda in ihrem Metier, dem der Menschenrechtsverletzungen. Wer die Täter sind, ergibt sich selbstredend aus den Aufgaben der Kriegsberichtspropaganda: die russischen Soldaten. Die Opfer sind natürlich ukrainische Frauen und Kinder. Schließlich kämpfen hier die Bösen gegen die Guten und Böse vergreifen sich nun mal mit Vorliebe an Frauen und Kindern, die Guten dagegen kämpfen gegen Männer als ehrhafte Krieger.

Was nun aber, wenn keine Massenvergewaltigungen an Frauen und Kindern stattfinden? Dann sind das „falsche Tatsachen“. So erfand diese Kriegspropagadisten eben die Massenvergewaltigungen. Westliche Medien nahmen diese Berichte dann gern auf, paßten sie doch gut zu ihrer antirussischen Propaganda. Aber dabei ging sie dann wohl zu ungeschickt vor. Das ukrainische Parlament setzte diese Propagandisten ab, um größeren Schaden für die Glaubwürdigkeit ihrer Kriegspropaganda abzuwehren: Zu offensichtlich waren diese ihre Berichte eben reine Phantasieprodukte. Sie habe damit doch nur der Ukraine helfen wollen, exculpierte sie sich.Ja,spätestens seit Machiavellis Ratgeber : „Der Fürst“ weiß jede Regierung, daß die Lüge ein sinnvolles und effektives Mittel der Politik ist, das darum auch gerechtfertigt ist. Nur erwischen lassen dürfe man sich nicht.

Wenn die Realität eben eine voller falschen Tatsachen ist, daß die bösen Russen, obgleich sie doch von ihrem Naturell hier Frauen- und Kinderschänder sind, keine Frauen und Kinder vergewaltigten,dann muß das eben korrigiert werden: Sie taten das, weil sie nun mal die Bösen sind.


Aber Putin und seine russischen Soldaten sind doch „Kriegsverbrecher“- das ist doch unbestreitbar! Aber die amerikanischen und engländischen Bombenangriffe auf deutsche Städte mit der Zielsetzung, so viel Zivilisten wie möglich zu töten, waren keine „Kriegsverbrechen“- nur revisionistische Historiker beurteilen diesen Bombenkrieg als ein Kriegsverbrechen des 2.Weltkrieges. Warum: Weil in diesem Kriege wir Deutschen die Bösen waren und so nur wir Kriegsverbrechen begingen, alle anderen führten rechtschaffend redlich Krieg. Auch die Hungerblokade im und nach dem 1.Weltkrieg war kein Kriegsverbrechen, weil sie ja gegen das deutsche Kriegsverbrechervolk gerichtet war. Egal, wie viele Deutsche daran starben, das war eben eine rein humanitäre Aktion.

Sollte es so einfach im Leben sein: Der Feind ist immer ein Kriegsverbrecher und die gegen ihn Kriegführenden sind geradezu rein caritativ tätig? Aber Putin hat doch der Ukraine faktisch den Krieg erklärt, indem es dies Land militärisch angriff. Aber England und Frankreich sind keine Kriegsverbrecher, als sie 1939 Deutschland den Krieg erklärten. Also ist nicht jede Kriegserklärung und darauf folgende Kriegsführung ein Kriegsverbrechen. Wer nun aber befürchtet, ob solcher Kompliziertheiten ganz die Übersicht zu verlieren, dem sei zum Trost versichert, daß das alles ganz einfach ist: Alle Kriege Deutschlands bis 1945 waren Kriegsverbrechen, alle der anderen nicht. Seit 1945 sind alle russischen Kriege Kriegsverbrechen, die des „Freien Westens“ aber nicht, auch wenn Deutschland sich an diesen Kriegen beteiligt. Denn nun sind das, wie der Angriffskrieg gegen Jugoslawien und gegen Afghanistan friedensstiftende Maßnahmen.

Nicht das Was- und Wie Tuen qualifiziert also einen Krieg zu einem kriegsverbrecherischen Krieg sondern allein das Subjekt, das den Krieg führt: einst die bösen Deutschen, jetzt die bösen Russen, deren Kriege so immer Kriegsverbrechen sein müssen. Finden sich dann aber keine begangenen Kriegsverbrechen, ist es dann die ehrenhafte Aufgabe der Kriegspropaganda, die zu erfinden, von den deutschen Soldaten, die den belgischen Kindern die Hände abhackten im 1. Weltkrieg bis zu den Massenvergewaltigungen von Frauen und Kindern durch die russischen Soldaten im jetzigen Ukrainekrieg.

Das Besondere der Postmoderne: Auch wenn die Kriegspropaganda als Propaganda entlarvt wird, bleibt ihre Wirkung, denn die Medienwirklichkeit erscheint als realer als die wirklichen Ereignisse. 

 

Montag, 13. Juni 2022

Kirche= Täterorganisation? Oder Täterschutz über alles

Kirche= Täterorganisation ? Oder Täterschutz über alles


In dem Standpunktkommentar vom 13.6. des Jahres, diesem Thema gewidmet heißt es, daß in den Mißbrauchsfalluntersuchungen Spezifika der Katholischen Kirche als Ursachen für diese Fälle angesehen werden, isb:


das Amtsverständnis, die Bischofsherrschaft,das Geschlechterbild und die unplausible Sexualmoral.


Daraus ergäbe sich dann der Schluß, daß die Katholische Kirche ob dieser Eigentümlichkeiten als „Täterorganisation“ zu begreifen und auch zu vermaledeien sei. Ist das wirklich plausibel. Eine unbestreitbare Tatsache ist, daß die Mehrzahl sexueller Mißbräuche nicht sich in der Kirche noch im Wald sondern im familiären Bereich sich ereignen. Nun können für die Mehrzahl sexueller Übergriffe und insbesondere der Vergewaltigungen somit nicht auf eine unplausible Sexualmoral noch auf das Amtsverständnis und das Geschlechterbild der Kirche zurückgeführt werden. In der Gesellschaft herrscht doch eher eine laxe Sexualmorallehre vor, sodaß inzwischen gar sadistisch-masochistische Sexpraktiken toleriert werden und alles andere sowieso. Unmöglich kann also die Sexualmorallehre der Kirche für die sexuellen Übergriffe in der Kirche verantortlich sein. Das gilt so auch für das Geschlechterbild und das katholische Amtsverständnis.

Wenn außerhalb und innerhalb der Kirche Vergewaltigungen geschehen, warum sollen dann die in der Kirche sich ereignenden ganz andere Ursachen haben als die außerhalb der Kirche? Gleiche Ereignisse lassen doch eher auf gleiche Ursachen schließen! Daß eine laxe Sexualmorallehre etwa für den sexuellen Mißbrauch von Minderjährigen förderlich ist, ist in sich evident: Der Täter kann sich dann nämlich sagen: Sex mit Kindern schadet ihnen gar nicht, eigentlich wollen die gar Sex mit Erwachsenen, nur eine „reaktionäre“ und „kinderfeindliche“ Morallehre verurteile das. Der Täter kann so Kinder mit einem guten Gewissen mißbrauchen und das fördert die Bereitschaft zu solchem Mißbrauch. So darf gemutmaßt werden, daß die Nichtakzeptanz der kirchlichen Morallehre und die Bejahung einer laxen Moral auch in der Kirche die Bereitschaft zum Mißbrauch fördert.

Wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Mißbräuchsfällen in der Kirche und denen in der Umwelt der Kirche gäbe, wäre es so inkonsequent, für die Vorfälle in der Kirche kirchenspezifische Faktoren verantwortlich zu machen. Noch verdächtiger werden aber diese angeblichen Faktoren, wenn berücksichtigt wird, daß die Kritik an ihnen schon lange vor dem Bekanntwerden der Mißbräuchsfälle erhoben wurde und zwar von kirchlichen Linksliberalismus. „Wir sind Kirche“, ihr „Kirchenvolksbegehren“ proklamierte ja schon damals das gesamte Reformprogramm, das jetzt als Maßnahmenkatalog gegen die Mißbräuchsfälle verkauft wird. Wie kann es sein, daß ein „Reformprogramm“, das nichts mit den Mißbräuchsfällen zu tuen hatte, jetzt plötzlich die Agenda zur Prävention gegen sexuelle Mißbräuche sein soll? Das kommt einem vor wie ein Arzt, der zu jedem seiner Patienten sagt: Sie essen zu viel Zucker und Fett- wenn Sie gesund sich ernähren, werden Sie wieder gesunden. So ein Arzt braucht nicht mehr einen Patienten zu untersuchen, eine Diagnose zu erstellen, weil er für alle Erkrankungen die richtige Therapie schon im Voraus kennt: o Zucker, o Fett!


Aber es gibt einen charakteristischen Unterschied der kirchlichen Mißbräuchsfällen zu den außerkirchlichen: Überall außerhalb der Kirche sind die Opfer mehrheitlich weiblichen Geschlechtes und nur in der Kirche mehrheitlich männlichen Geschlechtes. Aber genau dies Alleinstellungsmerkmal wird in den Gutachten zu den Mißbräuchsfällen nicht berücksichtigt! Wenn die Mißbräuchsfälle in der Kirche kirchenspezifische Ursachen hätten, dann müßten das solche sein, die diese Besonderheit der kirchlichen Mißbräuchsfälle erklärt. Eine Besonderheit der Katholischen Kirche ist nun, daß überdurchschnittlich viele Homosexuelle in ihr tätig sind. Wo Heterosexuelle überwiegen, überwiegen Mädchen und Frauen als Opfer, wo viele Homosexuelle sind, überwiegen die männlichen Opfer. Es gibt keine zuverlässigen Zahlen, wie viel Prozent der kirchlichen Mitarbeiter homosexuell sind, manchmal wird gar von 40 Prozent geschrieben, aber wenn 80 Prozent der Opfer männlichen Geschlechtes sind, dann darf gemutmaßt werden, daß die Mehrzahl der Täter homosexuell sind.


So drängt sich der Verdacht auf, daß diese Faktoren: das Amtsverständnis, das Geschlechterbild und die unplausible Morallehre nur genannt werden, um die wahren Täter zu schützen. Je mehr das Amtsverständnis der Kirche ins Visier der Kritik gerät, desto mehr verschwindet das Problem der Homosexualität. Natürlich werden die Mißbräuchsfälle auch dazu instrumentalisiert, die linksliberalen Reformprogramme endlich durchzusetzen, um so die Kirche zu entkatholisieren, aber es darf dabei der Aspekt des Täterschutzes nicht übersehen werden: Wenn der Klerikalismus und die unzeitgemäße Sexualmoral die Schuld an diesen Fällen haben, dann haben die Homosexuellen keinerlei Schuld daran, denn die sind ja antiklerikal und lehnen die Sexualmorallehre der Kirche ja vehement ab und sie teilen auch nicht das altmodische Geschlechterverständnis!

 

Sonntag, 12. Juni 2022

Eine antichristliche Parole: Der Mensch muß überwunden werden?

Der Mensch muß überwunden werden – Transhumanismus: eine antichristliche Parole?


Offensichtlich ist das ein antichristliches Programm, ist doch sein geistlicher Vater Friedrich Nietzsche: Der Mensch ist Etwas,das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden?“ (Zarathustra, Vorrede 3)Der Mensch sei kein Zweck, sondern eine Brücke, die zum Übergang und Untergang bestimmt sei um des Zieles des Übermenschen willen. (Vorrede 4) Rezipiert also die transhumanistische Bewegung dieses Anliegen Nietzsches, wobei es dann dies Überwindungsprojekt in eine zeitgemäße Form transformiert,daß eben durch die sich weiterentwickelnde Technik der Übermensch als Cyborg realisiert werden soll. Der Kerngedanke des Projektes der Cyborgisierung des Menschen und damit auch seiner Überwindung ist, daß die bisher dem Menschen äußerlich bleibende Technik, etwa die Brille zum Ausgleich einer Sehschwäche oder der Computer als Datenspeichergerät verinnerlicht wird, ihm implantiert wird, sodaß eine Synthese aus Mensch und Technik entsteht, der Cyborg. Die ersten Anfänge dafür bilden die Menschen mit eingepflanzten künstlichen Herzen oder mit künstlicher Gelenken. Für eine nicht alzu ferne Zukunft wird die Möglichkeit erwartet, funktionsunfähige menschliche Augen durch künstliche zu ersetzen, die dann so mit dem organischen Sehapparat vernetzt werden, daß dann ein Blinder wieder sehen kann.

Wenn Nietzsche als Ahnherr dieser transhumanistischen Bewegung abgelehnt wird, dann wird dies regelmäßig begründet mit der These, Nietzsche habe nie an eine technizistische Hervorbringung des Übermenschen gedacht und zugleich solle der Übermensch eher ein kulturelles Projekt sein, der Überwinder des sich nihilistisch verstehenden Menschen als ein biologistisch-technizistisches Überwesen. Wird aber berücksichtigt, daß wir in der Epoche der Technik leben, daß sie unser Schicksal und unsere Natur geworden ist, dann liegt es auf der Hand, das Projekt der Cyborgisierung als zeitgemäße Neuinterpretation des Übermenschen Nietzsches zu verstehen. Daß in der Epoche der Technik auch neoromantische Zurück zur Natur Parolen sich großer Beliebtheit erfreuen, wird aber niemanden irritieren, nur daß auch die enthusiasmiertesten Verehrer des natürlichen Lebens sich entsetzt abwenden, mutete man ihnen zu, in einer kalten Winternacht ganz natürlich ohne eine Heizung oder sonstiger Wärmequelle unbekleidet in der freien Natur zu übernachten. Wir leben so sehr in und mit einer ganz und gar durchtechnisierten Welt, sie ist uns zur natürlichen geworden, daß wir ohne die Technik gar nicht mehr überlebensfähig wären. Für die allermeisten Heutigen ist die Natur nur noch ein Wochenendausflugsziel und selbst da können wir nicht ohne die Technik sein: Wie kläglich scheitern doch alle Versuche eines Vaters, seine Tochter wenigstens während eines Waldspazierganges von der Dauerbenutzung ihres Mobiltelephones abzuhalten! Einer jungen Frau ist eben die Telekommunikation mit ihren besten Freundinin wichtiger als die da im Walde herumstehenden Bäume und Sträucher und das zu ihren Füßen herumkriechende Getier.

Aber es gibt in der transhumanistischen Bewegung geradezu utopistisch abenteuerliche Vorstellungen, daß (fast) alle Krankheiten überwindbar sein werden, daß das Sterbenmüssen aufhören wird, indem etwa das, was in der Tradition die Seele genannt wurde, jetzt etwas im menschlichen Gehirn „Abgespeichertes“ sein soll, das dann wie eine Datei auf einen neuen Träger kopiert werden könnte, so daß so der Mensch durch ein solches Kopieren ewig leben könnte. Das klingt nun mehr als phantastisch. Ich rate angesichts solchen utopistischen Überschwanges zu einem Bejahen dieses Utopismus, denn wer kleine Schritte vorwärts schaffen will, muß an Großes glauben können, weil sonst überhaupt kein Voranschreiten möglich ist. Die großen Träume ermöglichen so erst gerade die kleinen Schritte, daß etwa dann in der Zukunft Blinde wieder sehen und Taube wieder hören können dank technischer Implate. Der Leser möge sich diesbezüglich eine einfache Frage stellen: Gesetz den Fall, morgen erlitte er einen Unfall und erblindete, würde er sich dann nicht gern etwas Künstlich-Technisches in sein Gehirn implantieren lassen, wenn das die einzige Möglichkeit wäre, wieder sehend zu werden?

Aber mit dem Christentum hat diese Vorstellung der Überwindung des Menschen doch nichts gemein, ja sie ist doch geradezu antichristlich. Dafür spricht ja auch Nietzsche als ihr Ahnherr. Aber wie nun, wenn in diesem Überwinder des Christentumes gerade in dem Gestus der Überwindung mehr Christliches überlebt als diesem Philosophen selbst bewußt ist?

Das 1.Gebot, das Gott dem Menschen gab, hieß: Vermehret Euch und das 2.: Machet Euch die Erde, die Natur untertan! Leicht wird dabei der anthropologische Dualismus des Menschen überlesen, daß er nämlich einerseits ein Gebilde der Natur ist, Gott erschuf ihn aus Natürlichem und daß er andererseits ein durch eine Seele belebter Naturkörper ist, daß diese seine Seele nicht aus etwas Natürlichem erschaffen wurde sondern Gott sie ihm einbließ. Der Auftrag zur Naturbeherrschung inkludiert so auch die Idee, daß die Seele den menschlichen Körper als einen Teil der Natur beherrschen soll. Gerade wegen der Seele ist der Mensch immer auch ein Außerhalb der Natur, die die ihm gegebene Natur als den eigenen Körper und als Umweltnatur zu beherrschen bestrebt ist. Und das soll er auch. Der spezifisch menschliche Umgang mit der Natur ist so die technische Beherrschung der Natur.

So gesehen ist der Transhumanismus nur eine radicalisierte Version der menschlichen Naturbeherrschung.

Aber der Transhumanismus beinhaltet noch mehr und auch in diesem ist er nicht einfach antichristlich. Der Mensch des Humanismus ist der Mensch nach dem Sündenfall, dem humanistischen Denken ist so keine Erkenntnis des Menschen möglich, wie und was er eigentlich vor dem Sündenfall war und wozu er dann nach Gottes Willen wieder werden soll. Der Mensch, der so zu überwinden ist, ist faktisch der „Alte Adam“, zu dem Gott nicht sagt: Ich liebe Dich, bleibe so, wie Du bist!“ Im Epheserbrief lesen wir stattdessen: „Leget den alten Menschen ab,der in Verblendung und Begierde zugrunde geht“. „Zieht den neuen Menschen an“. (Eph 4,22-24) Keine Übertreibung ist es, wenn selbst noch in Nietzsches Projekt des Übermenschen eine Fernwirkung dieses Überwindungsauftrages wahrgenommen wird. Der Mensch als „Alter Adam“ soll nämlich überwunden werden, damit der Neue Mensch geboren wird. Es sei daran erinnert, daß die christliche Taufe nicht Gottes Ja zum „Alten Adam“ ist: So wie Du bist, sage ich Gott Ja zu Dir!, sondern beinhaltet ein sakramentalistisches Gekreuzigtwerden des Alten Adams mit Jesus, damit der Getaufte als Neuer Mensch aus dem Taufwasser wieder auftaucht.Die Taufbelehrung Jesu im 3.Kapitel des Johannesevangeliumes sagt ja eindeutig: Der „Alte Adam“ muß sterben und von Oben dann neu geboren werden, damit er erst so in das ewige Leben eingehen kann. Der Neue Mensch, der den „Alten“ überwindet, dessen Tod ist, ist so ursprünglich ein christlicher Gedanke, der in sich so kraftvoll ist, daß er selbst in einem so atheistischen Denker wie Nietzsche noch virulent bleibt.





 

Samstag, 11. Juni 2022

Eine Kritik: Der Glaube an den "guten Menschen"

Der Glaube an den „guten Menschen“ - eine Kritik


Diese dunkle und menschenskeptische Anthropologie geht den Modernen gegen den Strich,denn die Moderne stellt sich alternativelos als ein Ermächtigungs- und Fortschrittsprojekt der politischen Vernunft und der Technik vor,ein Projekt,das nur Sinn ergibt,wenn der Mensch aus eigener Kraft gut und klug sein kann,zumindest klug und gut genung,um nicht sofort an sich selbst zu scheitern.Aufklärung ist nur möglich,wenn der Mensch nicht schon kurzfristig der Gnade bedarf, um das Richtige zu tun.“ So analysiert P.Sloterdijk die Anthropologie der Moderne. (P.Sloterdijk, H.-J. Heinrichs: Die Sonne und der Tod. Dialogische Untersuchungen, S.105f)

Der Philosoph fügt dem dann an, daß die moderne Anthropologie eben Pelagius und nicht Augustin folge. Die pelagianistische Anthropologie ist im Kern die der Moderne, daß der Mensch kraft seiner Natur, isb seiner Vernunft das Gute erkennen und auch realisieren könne. Wäre, so das Argument des Pelagius für das Gute Erkennen und Verwirklichung Gottes Gnade notwendig, könnte Gott keinen Menschen als Sünder verurteilen, wenn er das Gute nur könnte, wenn Gott ihm die Gnade dazu nicht vorher gegeben hätte. Der Mensch ohne die Gnade Gottes könnte so kein Sünder sein. (Erasmus von Rotterdamm wird dann dies Argument wider Luthers Gnadenlehre repristinieren.)

Die Moderne setzt also als denknotwendige Prämisse ihres Projektes den Menschen als von Natur aus gutseienden voraus. Bertold Brechts Theaterstück: „Der gute Mensch von Sezuan“ partizipiert selbst in seiner kritischen Position dem Humanismus gegenüber noch an diesem Glauben an das Gutsein des Menschen, indem nur eingewandt wird, daß die gesellschaftlichen Verhältnisse es dem an sich guten Menschen verunmöglicht, auch das Gute zu realisieren. Daß der Mensch von Natur aus gut sei, diese Anthropologie verdankt sich nun in der Moderne nicht einer vertieften Menschenerkenntnis, daß nun etwa durch die Wissenschaft die augustinische Erbsündenlehre widerlegt worden wäre, sondern der banalen Einsicht, daß wenn im Geiste der Aufklärung auf die Möglichkeit der Humanisierbarkeit des Menschen und der Gesellschaft gehofft werden soll, diese Hoffnung nur realistisch und nicht rein utopisch ist, wenn an das prinzipielle Gutsein des Menschen geglaubt wird.

Carl Schmitt betont deshalb rechtens, daß für die politische Theorie die Frage, ob der Mensch von Natur aus böse oder als von Natur aus gut anzusehen sei,von fundamentalster Bedeutung ist. (Carl Schmitt, Römischer Katholzismus und politische Form, 1984, S.13) Es ist wohl einer der größten Selbsttäuschungen des aufklärerischen Denkens, die Aussage, daß der Mensch von seiner Natur nach gut sei, selbst als ein Produkt des aufklärerischen Denkens anzusehen, statt einzurämen, daß um der These der Realisierbarkeit einer vernünftig gestalteten Welt an das prinzipielle Gutsein des Menschen geglaubt werden muß. Einen vernünftigen Beweis dafür, daß der Mensch so ist, kann dies moderne Denken nicht erbringen.Im Geiste Carl Schmitts müßte hier für den politischen Diskurs eine Entscheidung getroffen werden, eine Dezision also, von der her dann alles Weitere sich deduzieren läßt, die aber selbst nicht begründet ist sondern erst alles andere begründet.

So begönne die Anthropologie mit einer dezisionistischen Glaubensentscheidung.

Die einfachste und effektivste Lösung dieses anthropologischen Problemes ergibt sich dann aber aus der Unterscheidung von Freund und Feind: Der Feind ist der von Natur aus böse und wir dagegen sind die Guten. Die Anthropologie wird somit zu einem Element der Kriegspropaganda. Wer sich mit solch versimplifizierenden politischen Anthropologien nicht zufrieden geben will und theologisch Rechenschaft darüber abgeben will, wie es wahrhaft um den Menschen steht, der muß sich auf die Erzählung des Menschen einlassen, wie er von Gott erschaffen wurde, wie er abfiel und wie Gott seine Errettung durchführt, denn nur im Raume dieser Erzählung wird der Mensch, auch ob er gut oder böse ist, begreifbar.