Montag, 30. September 2019

Kirche und Theologie ohne Wahrheit

Die Theologieprofessorin Rahner bringt es auf den(postmodernen)Punkt:  Rahner: Die Kirche soll von der Wahrheit sprechen, aber auch wissen: Keiner besitzt sie. Wir sind alle auf der Suche. Es gibt in der katholischen Kirche verbindliche Lehrentscheidungen, den Versuch der Beschreibung der Wahrheit für eine jeweilige geschichtliche Stunde. Doch gilt auch die Erkenntnis Karl Rahners: "Jede Wahrheit kann eine Minute nach ihrer Verkündigung schon falsch sein." zitiert nach. Johanna Rahner: "Zum Amen gehört das Aber" Ein Gespräch mit Johanna Rahner, die den Tübinger Lehrstuhl des großen katholischen Kirchenkritikers Hans Küng übernimmt.Von
Aus der ZEIT Nr. 29/2014
Radicaler kann das Fundament der Katholischen Kirche und des Glaubens der Kirche nicht zerstört werden. Die Kirche ist nur eine Suchbewegung nach der Wahrheit, aber es gibt in ihr keine erkannte Wahrheit. Das Offenbarsein der Offenbarung Gottes wird so in Abrede gestellt. Die Dogmen der Kirche sind nur menschlich, allzumenschliche Versuche der Beschreibung der Wahrheit, die aber schon 1 Minute nach ihrer Ausformulierung unwahr geworden sein können. 
Dahinter verbirgt sich eines der Grundaxiome der Postmoderne: Eine erkennbare oder gar erkannte Wahrheit gefährde den innerweltlichen Frieden und die Freiheit. Der Kommunismus wie der Nationalozialismus/Faschismus behaupteten von sich jeweils, die  Wahrheit erkannt zu haben und sie durchsetzen zu wollen. Daraus resultierten die Kriege und die Unfreiheit dort, wo diese Ideologien regierten. Darum darf es keine erkennbare  oder gar  erkannte Wahrheit mehr geben. 
Die Theologieprofessorin unterwirft sich nun diesem postmodernen Credo: Auch in der Katholischen Kirche und in ihrer Theologie gibt es und darf es keine erkannte Wahrheit geben. Die Theologie darf deshab nur eine Suchbewegung sein, die nie zur Erkenntnis der Wahrheit vorstoßen kann und darf um des Friedens willen. Darum müssen alle Dogmen der Kirche als nicht verbindlich entwertet werden. Diese Dekonstruktion ist so die Hauptaufgabe der Theologie:Es gibt keine erkannte Wahrheit. Was die Kirche als Wahrheit ausgibt, das sind nur zeitbedingte Versuche, die Wahrheit auszudrücken, die aber alle die Wahrheit, das unerkennbare Ding an sich (Kant) verfehlen müssen.  
Was bleibt dann noch übrig? Eine Kirche der konsequenten Kundenorientierung: Was wollen die Kunden der Kirche? Die Demoskopie hat die theologische Frage nach der Wahrheit zu ersetzen. 
"In der heutigen Zeit rechtfertige sich der moderne und auf seine Leistungsfähigkeit pochende Mensch am liebsten selbst, sagte die 1962 geborene Theologin. Von einer Gnade, die sozusagen von oben herab komme, wolle er nichts wissen. "In unserer Alltagserfahrung hat eine metaphysische Tiefendimension einfach keinen Platz mehr", bedauerte Rahner. "Glaube ist für den Normalfall des Lebens schlicht irrelevant geworden." Einfacher gesagt: Die christliche Religion ist nicht mehr an den Mann zu bringen, ein unverkäufllicher Ladenhüter geworden. Was nun? M.E. ist  diese Einschätzung der Lage der Grund dafür, daß in der Kirche man sich zusehends auf rein humanitaristische Projekte kapriziert, wir kämpfen auch gegen CO2, für Umweltschutz und für Multikulti, denn mit der christlichen Religion ist es zu Ende.




  










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