Sonntag, 27. März 2022

Eine Kriegserklärung an die Katholische Kirche und ein Dornengestrüpp voller Häresien

(daß es auch viel besser geht, zeigt die Stellungnahme Erzbischof Viganos)

Die jetzige EKD-Ratsvorsitzende Kurshus gibt den Lesern von Kath de Anteil an ihren Tagträumen: „EKD-Ratsvorsitzende Kurschus wäre gern Päpstin für einen Tag“. (25.3.2022) Nur einen Tag bräuchte sie, um sämtliche alten Zöpfe in der Kirche kurzerhand abzuschneiden. Für diese Ratsvorsitzende ist eben das Katholische der Katholischen Kirche nur ein Sammelsurium „alter Zöpfe“, derer sich diese Kirche schnellstmöglich entledigen sollte. Auch wenn nun in diesem Interview nicht der Leserschaft offenbart wird, was denn dezidiert unter den „alten Zöpfen“ zu verstehen sei, geht ein Leser wohl nicht fehl, denkt er an den Zölibat, die Einführung des Frauenpriestertumes, der Forderung nach Sex für alle und daß endlich die Katholische Kirche sich verdemokratisiere.

Aber bei einer aufmerksamen Lektüre stieße man auf noch viel Fundamentaleres, das nun abzuschaffen sei, bzw von dieser Ratsvorsitzenden schon in dem Biomülleimer der Dogmatik entsorgt worden ist. Erteilen wir also Frau Kurshus das Wort:

Auf die Frage, warum Gott ein Grauen wie den Krieg in der Ukraine zulasse, sagte Kurschus: >Unser christlicher Glaube ist aus der Erfahrung entstanden, dass ein Unschuldiger und Wehrloser umgebracht wurde und kein Gott eingegriffen hat und die Leute fragten: 'Wo ist nun dein Gott?'< In dieser Passionszeit lasse sich Christus in denen sehen, die in der Ukraine der Gewalt ausgeliefert seien sowie in denen, die in Russland inhaftiert würden. >Und in alledem glauben wir und halten trotzig an der Gewissheit fest, dass die Gewalttäter nicht das letzte Wort in der Geschichte haben werden.<“

Diese Aussagen sollen nun ernst genommen werden, auch wenn der Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, daß hier nur phraselogiert wurde, das heiß, daß sich die so Antwortende dabei überhaupt nichts gedacht hat. Ein üppiges Reservoir an Phrasen entnötigt eben vom Nachdenken.

Jesus sei also als „Wehrloser“ umgebracht“ worden. Jesus ist der Sohn Gottes und somit Allmächtig. Als solcher kann er nicht wehrlos sein. Einen Allmächtigen gegen seinen Willen zu etwas zwingen, ist eine völlig absurde Aussage, genauso gut könnte von schwarzen Schimmeln oder eckigen Kugeln gesprochen werden. Jesus ist auch nicht umgebracht worden, sondern er wurde zu Tode verurteilt und dann gekreuzigt. Eine Todesstrafe vollstrecken ist kein Morden.

Jesus sei ein „Unschuldiger“. Wäre dieser EKD-Ratsvorsitzenden Luthers Theologie nicht völlig unbekannt, wüßte sie, daß gerade Luther in seiner Kreuzestheologie expliziert, daß der Sohn Gottes alle Sünde auf sich genommen ans Kreuz getragen hat, damit er da den Tod erleidet, den wir Menschen ob unsres Sünderseins verdient haben. Im Kreuz wurde so der Sündlose zu dem Sünder. Wenn ein Freund sagt: „Ich übernehme Deine Schulden, Du bist ja zahlungsunfähig“, dann wird so dieser Freund zum Schuldner, denn jetzt muß er die Schulden abzahlen. Aber was hat die EKD noch mit Luther oder der christlichen Kreuzestheologie im Sinn? Gravierender aber als das hier dokumentierte völlige Unverständnis des Kreuzes ist die Absage an Jesus als dem Sohn Gottes. Er darf eben für diese Ratsvorsitzende nur ein unschuldig ermorderter Mensch sein.

Die Behauptung, daß Gott nicht eingegriffen hätte, als der Sohn Gottes am Kreuze starb, offenbart nun ferner, daß hier nicht begriffen wird, daß Gott das Kreuzaltaropfer seines Sohnes selbst gewollt hatte, daß hier nun wirklich Gottes Wille sich ereignete. So hatte sein Sohn zwar gebetet, Vater, laß diesen Kelch an mir vorübergehen aber dann betete er: „Aber Dein Wille geschehe!“ Und der geschah. Diese Ratsvorsitzende will eben nicht nur die Katholische Kirche abschaffen, nein sie beseitigt so auch das Zentrum der christlichen Religion, daß der Sohn Gottes für uns am Kreuze starb.

Aber dann versucht sich diese Dame auch noch zur Causa der Ukraine politisch zu äußern. Aber damit ist sie wie viele Theologen eben fachlich überfordert. Sie sieht in der Ukraine nur Menschen, die der Gewalt ausgeliefert seien und Menschen, die in Rußland inhaftiert würden. Nun wird es aber völlig absurd. Es wird nämlich jetzt behauptet, daß sich in den so Leidenden Christus sehen ließe! Der Apostelfürst Paulus schreibt zwar, daß er sich nun der Leiden freue, da er so an den Kreuzesleiden Christi ergänze, was denen fehle, zum Heile der Kirche (Kol 1,24),aber selbst er versteigt sich nicht zu der Behauptung, daß nun in ihm Jesus Christus erschiene. Wenn aber die Leiden der Ukrainer in eine Relation zu den Leiden Christi gesetzt werden sollten, dann könnte das nur in der hier von Paulus angezeigten Weise geschehen. Dann wären diese Leiden als Sühneleiden zu qualifizieren, was ganz gewiß so diese „Theologen“ nicht sagen möchte.

Das Unvermögen, das Kreuz Christi theologisch zu begreifen, verführt so zu einer vertheologisierten Betrachtung des Leidens in der Ukraine, als leidete Jesus in den dort Leidenden wieder unschuldig, menschlicher Gewalt ausgeliefert.

Aber dann kommt noch ein Happy-End:„dass die Gewalttäter nicht das letzte Wort in der Geschichte haben werden“. Schöne Liebesfilme enden so,von Hedwig Courths Mahler bis Rosamunde Pilcher, aber das gute Ende erwartet die christliche Hoffnung nicht als das letzte Wort in der Geschichte sondern jenseits der Geschichte. Und es kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, daß es im göttlichen Endgericht Gewalttäter geben kann, die Gott begnadigen und vermeintlich gute Christen verurteilen wird, weil sie durch ihre Häresien das Seelenheil anderer verwirkten.

 

Zusatz:

 

Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden. (2 Korinther 5,21)

Was bedeuten diese Worte von Paulus? Wie kann es sein, dass Gott einen Menschen „zur Sünde“ macht?

Stimmt das, was Luther 1 schrieb?

Das haben alle Propheten gesehen, daß der zukünftige Christus der größte Räuber, Mörder, Ehebrecher, Dieb, Tempelschänder, Lästerer etc. sein würde, der durch keinen Verbrecher in der Welt je übertroffen wird. 

Natürlich meinte Luther nicht, dass Jesus alle diese Sünden begangen habe. Aber dadurch, dass Jesus alle Sünden auf sich genommen habe, sei er zum Räuber, Mörder, Ehebrecher … gewordedudn.

zitiert nach: wasglaubstdu info Zur Sünde  gemacht

 

1 Kommentar:

  1. Die Protestanten sind auf ihrem synodalen Weg halt schon etwas weiter als wir.

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