Mittwoch, 31. Dezember 2025

"Enkel ohne Gott? Nein, es gibt keine Enkel ohne Gott." Oder:Warum es keiner Glaubensweitergabe mehr bedarf!

 

"Enkel ohne Gott? Nein, es gibt keine Enkel ohne Gott."1



Zur Verärgerung aller Reformkräfte des Synodalen Irrweges erheben nun Conservative und Ewiggestrige ihre Stimmen für eine Neuevangelisation,daß Deutschland gar ein zu missionierendes Land sei, da es nicht mehr gelänge, den christlichen Glauben an die Kinder und Enkelkinder zu vermitteln. Daß das nur ein Störmanöver ist, um von der unbedingt notwendigen Modernisierung der Kirche abzulenken, ist natürlich dem linksliberalen Reformlager klar. Aber was setzt man nun der Rede von einer Neuevangelisation entgegen?

Der Auftrag zur Mission ist ja ad acta gelegt worden durch die neue Lehre der Gleichwahrheit aller Religionen, daß alle nur verschiedene Wege zu dem einen Gott seien, daß also in jeder Religion ein Mensch sein Heil finden kann.

Herr Müller fokussiert sich nun auf das Verhältnis von Großeltern zu ihren Enkelkindern. Dabei geht er wohl von der nicht unplausiblen These aus, daß den allermeisten Eltern die Gretchenfrage:“Wie hält es mein Kind mit der Religion?“ nicht mehr von einer Bedeutung sei, sodaß es nur noch für die Großeltern ein Problem darstelle, wenn ihre Enkelkinder der christlichen Religion gleichgültig oder ablehnend gegenüber sich verhalten. Gut seelsorgerlich tröstet dieser Theologe nun die Großeltern: Das sei nicht eure Schuld, die Zeiten sind halt nicht günstig für die Religion.Jan Loffeld hat das ja schon für die Kath de Leserschaft in seinem Buch: „Wenn nichts fehlt,wo Gott fehlt. Das Christentum vor der religiösen Indifferenz“ hinreichend bewiesen. (Warum das alles für den sich revitalisierenden Islam nicht gilt, wird aber nicht gefragt.)

Die Großeltern träfe keine Schuld:“Viele Großeltern machten sich Vorwürfe, bei der religiösen Erziehung versagt zu haben. Selbst dort, wo problematische Gottesbilder oder kirchliche Lehren weitergegeben worden seien, gelte: >Sie sind keine schlechten Großeltern<.Schuldgefühle dürften nicht zur dauerhaften Selbstanklage werden.“ Was unter einem problematischen Gottesbild zu verstehen ist, ist für die Kath de Leserschaft sonnenklar: Alle Aussagen, die mit dem modern - liberalen Gottesverständnis unvereinbar sind und deswegen sind auch die meisten kirchlichen Lehren über Gott problematische.

Die Intention dieser Abqualifizierung der traditionellen Gotteslehre wird aber uns gleich darauf kundgetan: „Gottes Liebe zu uns Menschen beginnt nicht erst mit der Taufe." Ja,es wird extra festgestellt: „Enkel ohne Gott? Nein, es gibt keine Enkel ohne Gott." Damit soll ausgesagt werden: Gott sei es gleichgültig, wie sich die Enkelkinder zu Gott verhielten,wie sie es mit der Religion hielten, denn Gott liebe jeden Menschen, egal ob er glaubt oder nicht glaubt, ob er getauft ist oder nicht. Als eine problematische und nicht mehr akzeptable Lehre Jesu Christi muß deshalb diese Aussage dysqualifiziert werden: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Mk 16,16. Genaugenommen muß die ganze Bibel verworfen werden, außer ein paar Aussagen zur zur praktizierenden Nächstenliebe.

Bei der biblischen Aussage über die Liebe Gottes zu uns Menschen bedient sich diese modernistische Theologie eines simplen Trickes:

Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Man läßt nur den ersten Teil der Aussage stehen, daß Gott die Welt geliebt habe, macht daraus die Aussage, daß Gott die Welt liebe,das meint nun, daß Gott immer und zu allen Zeiten die Welt geliebt hat, liebt und lieben wird, und daß diese Liebe schon die hinreichende Bedingung für das Nichtverlorenwerden und die Anteilnahme am ewigen Leben sei.Das ist so absurd, als wenn ein Arzt zu einem Patienten sagt: „Sie werden gesund, wenn sie aufhören Alkohol zu trinken und der ein paar Stunden später zu seiner Ehefrau sagt: „Der Arzt hat mir gesagt, ich werde gesund werden!“ und der dann genüßlich zur Schnapsflasche greift: „Ich werde gesund werden!“Die Liebe Gottes zu uns Menschen bezeichnet nämlich die Motivation Gottes, uns zu heilen, und das Heilmittel ist der Glaube an Jesus Christus. Aber von diesem Heilmittel will diese Theologie nichts mehr wissen, das sei eben eine den Kirchenkunden nicht zumutbare Wahrheit.




1 Kath de am 29.12. 2025: „Wunibald Müller: Wenn Kinder nicht glauben – Rat an Großeltern“

Dienstag, 30. Dezember 2025

„The same procedure as every year“- Rituale und ihre Benörgler: Muß denn diese Sylvesterknallerei sein? Und der Gottesdienst?

 

The same procedure as every year“- Rituale und ihre Benörgler: Muß denn diese Sylvesterknallerei sein? Und der Gottesdienst?


Rituale prägen und strukturieren das Leben der Menschen und sind ein Element unserer Kultur.Manche Rituale werden vollzogen, auch wenn sie nicht mehr in ihrer Bedeutung verstanden werden. So ist: „Morgen“ die Abbreviatur des Wunsches: „Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen“Man glaubte,daß dies ein performativer Sprechakt sei, daß er also das bewirke, was er selbst aussagt,daß also dem so Bewünschten dadurch der Morgen ein guter Morgen wird.Für einen Aufgeklärten kann dies aber nur eine Gutewillenskundgabe sein, daß der so Grüßende seine Gutwilligkeit dem so begrüßten kund macht.

Daß man mitten im Winter die bösen Wintergeister durch ein großes Krachmachen vertreiben will, bildet so wohl das Fundament der ursprünglichen Tradition der Sylvesterkrachmacherei.Die heutigen Sylvesterfeuerei demonstriert auf das Eindrücklichste, daß ein Ritual gar ursprünglich religiösen Gehaltes sich versäkularisieren kann und dabei doch als ein Ritual weiter zelebriert wird.

Aber jedes Ritual provoziert auch die Standardkritik, daß ein Ritual doch nur etwas rein Äußerliches sei,aber seines eigentlichen Gehaltes dabei verlustig geworden sein.Nur, die Sylvesterfeuerwerke begeistern eben auch ob ihrer Schönheit. Aber es ist noch mehr als die Ästhetik des Feuerwerkes.

Der französische Querdenkerphilosoph Georges Bataille könnte uns auf eine nachdenkenswerte Idee bringen,indem er den Begriff der Verschwendungund der Verausgabungin die Philosophie einführt. In dem Wikipedia Lexikonartikel zu ihm liest sich das so: „Der Begriff der Verausgabung an einem bekannten Generationenkonflikt: Der Sohn geht seinem Vergnügen nach. Der Vater greift korrigierend ein, obwohl er sich selber Ähnliches unkritisch zubilligt. Er möchte, dass der Sohn sich nützlichen Dingen widmet. Damit solle – so Bataille – erreicht werden, dass die nachfolgende Generation sich in der homogenen Welt der Verantwortung bewegen lernt und ihre Individuen respektable, bzw. respektierte Mitglieder der Gesellschaft werden. Dieser Konflikt beruhe auf dem Sachverhalt, dass ausgeschieden wird, was nicht in die Idealität der homogenen Welt passt und deshalb als verfemt gilt. Verausgaben hat auch die Bedeutung von Verschwendung.“

Damit wird eine schlichte Tatsache beschrieben: Daß für das bürgerliche Leben „Verschwenden“ und „Verausgaben“ irrationale Handlungen sind.Sie widerstreiten dem bürgerlichen Arbeitsethos und dem Ideal des selbstbeherrschten Lebens.

Es ist doch eine pure Geldverschwendung, so viel Geld in den Himmel zu verpulvern für ein so kurzes Vergnügen! 1 Nähme man das ernst,müßte man doch ebenso energisch gegen die Tradition des „Weißen Brautkleides“ protestieren, denn ein so teures Kleid nur einmal tragen zu wollen, ist doch die purste Verschwendung, zumal die weiße Farbe das Symbol der Jungfräulichkeit der Braut ist. Verrationalisierte Ablehnungsgründe werden dann aber hinzugefügt,um das Nein zum Sylvesterfeuerwerk zu verstärken: Man müsse die Feinstaubbelastung berücksichtigen und überhaupt die Umwelt, die eben keinen Krach mag. Außerdem gäbe es stets auch Verletzte wegen der Knallerei. Dann müßte man aber zuvörderst den Sport verbieten angesichts der viel häufiger da sich ereignenden Verletzungen,klärte uns doch schon Winston Churchill auf die Gefahren des Sportes hinreichend auf: „Sport ist Mord!“

Dieser französische Philosoph verweist nun aber uns noch auf eine andere Spur: Ist es etwa ein Charakteristicum der Jugend,verschwenderisch leben zu wollen, während älter geworden man die Tugend der Sparsamkeit und des Nichtverschwendens zu lieben beginnt? Manifestiert sich darin etwa auch ein Neid aus,älter geworden, keine Lebenszeit mehr für ein Verschwenden übrig zu haben?

Ein Szenenwechsel: Sind nicht etwa die großen kirchlichen Prunkkirchen mit ihrem Übermaß an Gold auch nur Hervorbringungen exzessiver Verschwendungssucht.Hätte die Kirche nicht besser auf das aller-notwendigste reduzierten Räumen ihre Gottesdienste zu feiern gehabt,um dann das so eingesparte Geld den Armen zu spenden? Der Herr der Kirche selbst widersprach aber schon dieser Meinung, als er die Verschwendung des Salböles als angemessen beurteilte, daß er so sich salben ließ.

Zur kirchlichen Liturgie gehört tatsächlich das Verschwenderische, ihre Schönheit, die nicht zweckrational begründbar ist: „Nur das Allerschönste für unseren Gott, alles für seine Ehre!“ Offensichtlich ruht dem Kult wie auch den Ritualen so ein verschwenderisches, verausgabendes Moment inne. Wo der Gottesdienst aber verrationalisiert nur noch der Belehrung des Kirchenvolkes durch die Predigt dienen soll, so in der Reformation und nach der Liturgiereform auch in der Katholischen Kirche beraubt den Kult um seine Substanz.

In den Sylvesterfeierfeuerwerken erlaubt sich der Bürger, einmal nicht zweckrational zu handeln. Vielleicht läßt es sich gar nicht bürgerlich leben ohne solche ausschweifenden Verausgabungen.Einfacher gesagt: Wer dem Menschen ein Leben ohne Spiele aufnötigt, auch wenn man ihm dann das Brot zum Essen bewilligt,entmenschlicht den Menschen.


1Die rechtsradicale Partei „Der dritte Weg“führt so jedes Jahr seine Antisylvesterkampagne durch: „Tierfutter statt Sylvesterfeuerwerk“

Montag, 29. Dezember 2025

Der „Relativismus als Voraussetzung der Demokratie“ Kardinal Ratzinger

 

Der „Relativismus als Voraussetzung der Demokratie1



Die relativistische Theorie“ wird hier so charkterisiert: Für sie könne das Verhältnis zwischen der Religion und der Demokratie nur ein negatives sein: „Das Christentum im Besonderen lehrt absolute Wahrheiten und Werte und steht damit in strikten Gegensatz zur notwendigen Skepsis der relativistischen Demokratie.“ 2Die Demokratie stünde für die Autonomie des Menschen, die Religion für die Fremdbestimmung des Menschen durch Gott. „Das bedeutet auch,dass der Kernpunkt der Demokratie die Freiheit ist und nicht das Gute,das schon wieder als freiheitsgefährdend erscheint.“3

Was das Gute sei, weiß die Demokratie nicht substantialiter sondern in ihr gilt das als wahr, was durch Mehrheitsentscheide dazu bestimmt wird. Wenn das Verfahren demokratisch ist, dann gilt, egal was dann als wahr bestimmt worden ist, als wahr, aber immer nur unter dem Vorbehalt, daß jede demokratisch gefaßte Entscheidung wider revozierbar sei. Würde stattdessen a priori erkannt sein, was das Gute substantialiter wäre, könnte die Wahrheit nicht mehr demokratisch hervorgebracht werden. Der pure Formalismus der Demokrartie verbietet so jede materiale Bestimmung des Guten.Als der enzigste Maßstab des Rechtes könne so nur das gelten, „was als Mehrheitsünerzeugung unter den Bürgern verbreitet ist. Eine andere Philosophie, eine andere Quelle des Rechts stehe der Demokratie nicht zur Verfügung.“4 .

Das darin enthaltende Problem ist offenkundig: Wenn zwei Wölfe und ein Lamm darüber entscheiden, was es zum Sonntag zu essen geben wird, dann ist die Entscheidung: „ein Lammbraten“ legitim, wenn die Entscheidung formal richtig demokrtisch beschlossen worden ist.

Der Kardinal verweist nun aber zuvörderst auf die scheinbare Evidenz der Demokratie: „Der Gedanke, in der Demokratie könne nur die Mehrheit entscheiden und Rechtsquelle könnten nur die mehrheitsfähigen Überzeugungen der Bürger sein, hat zweifellos etwas Bestechendes an sich. Denn wann immer man etwas nicht von der Mehrheit Gewolltes und Entschiedenes für die Mehrheit verbindlich macht,scheint eben die Mehrheit ihre Freiheit agesprochen und damit das Wesen der Demokratie verneint zu sein.Jede andere Theorie scheint einen Dogmatismus zu unterstellen, der die Selbstbestimmung unterläuft und damit Entmündigung der Bürger,Herrschaft von Unfreiheit wird.“5.

Die Freiheit wird hier als das Vermögen und das Recht verstanden, selbst betimmen zu können, was als wahr zu gelten habe mit der Einschränkung, daß jede einmal gefaßte Dezision wieder revoziert werden kann: Was heute als wahr gilt, kann so morgen schon nicht mehr als wahr gelten werden.Der Relativismus gehörte so zur Conditio sine non der Demokratie.

Theologisch ist dieses Verständnis das der Freiheit Gottes, daß er souverän entscheidet, was wahr, gut und schön ist als eine reine Dezision, denn erst die Setzung dieser drei metaphysischen Ordnungen ermöglicht Begründungen für etwas, ob es dem Wahren.dem Guten, und dem Schönen entspricht oder nicht.Die theoretische, praktische und ästhetsche Vernunft korreliert dabei diesen drei von Gott geetzten Ordnungen. Seinen Geschöpfen, den Engeln und den Menschen liegt diese Ordnung vor, sie ist eben nicht ein Hervorbringungsprodukt seiner Geschöpfe. Genau dieser Gedankengang wird nun als der Demokratie unzuträglich verurteilt. Der Mensch tritt nun an Gottes Stelle, indem er nun souverän selbst entscheidet, was das Wahre,Gute und Schöne sei.

Ideengeschichtlich blühte das Konzept des Naturrechtes nach 1945 wieder auf, um im Namen eines überpositiven Rechtes die Verbrechen des Nationalsozialismus verurteilen zu können, obgleich die Täter, nicht nur Eichmann versicherten, doch nichts anders getan zu haben, als das damals geltende Recht zu befolgen. Was damals Recht war könne doch nicht rückwirkend zum Unrecht erklärt werden, daß also gegen Geetze verstoßen worden sei, deren Geltung erst nachträglich ihre Geltung verschaffen wurde.Es wurde so ein überzeitlich immer geltendes Recht in Anspruch genommen zu der Abwickelung der Kriegsverbrecherprozesse, das danach aber wieder ad acta gelegt wurde und zu einer Renaissance des Rechtspositiusmus führte: Recht ist nur das geltende Recht, das in Kraft geetzte und sonst nichts.

Kardinal Ratzinger frägt nun an, ob ein so rein formalistisches Verständnis des Rechtes für die Demokratie selbst zuträglich sei. Sein Argumentationsziel ist nun dies: „Das Ziel des Staates kann aber nicht in einer bloßen inhaltslosen Freiheit liegen: um eine sinnvolle und lebbare Ordnung des Miteinander zu begründen,braucht es ein Mindestmaß an Wahrheit,an Erkenntnis des Guten, die nicht manipulierbar ist.“ 6 „nicht manipulierbar“ heißt hier, nicht selbst wieder revidierbar. Nach dem liberalen Staatsverständnis hat jeder Bürger das Recht, und darin soll dann auch seine Freiheit bestehen, seinen persönlichen Leben selbst wie es ihm gefällt einen Sinn zu geben, eine für ihn lebbare Ordnung zu setzen. Das Mindestmaß der Ordnung ist dann nichts anderes, als daß jedem der individuelle Freiraum dazu gewährt wird, der nur die eine Grenze kennt, den Freiraum des Anderen zu respektieren und den eigenen respektiert zu bekommen. Gerade diese Inhaltslosigkeit mache so die Freiheit in einer bürgerlichen Gesellschaft aus, daß sie auf die Vorstellung eines sinnvollen Lebens für das Volk als Ganzes völlig verzichtet und nur egozentrische Bürger kennt, die nur den Egozentrismus aller anderen Bürger anerkent, um seinen eigenen anrtkannt zu bekommen.

Kardinal Ratzinger erweist sich in dieser Problemexponuerung als sehr hellsichtig: Was, wenn ganz demokratisch die Menschenrechte als das Fundament des heutigen Rechtsstaatsverständnisses teilweise oder gänzlich demokratisch außer Kraft gesetzt werden? Faktisch hat sich das schon in allen demokratisch regierten Ländern ereignet, indem die Tötung von Kindern im Mutterleibe unter bestimmten Einschränkungen erlaubt worden ist. Auch die Wiederbelebung der Frage der Erlaubbarkeit der Euthanisierung von unheilbar Kranken werden wir jetzt angesichts der steigenden Kosten des Gesundheitswesens in Deutschland erleben. Die Demokratie ist ob ihres puren Formalismus kein Garant für eine humane Gesellschaft, da die Humanität, vom Glauben an Gott sich emanzipiert habend, selbst dieses Fundament ihrer Humamität aufgelöst hat. Wo der Mensch nur noch als ein höher entwickeltes Tier gilt, drängt sich die Frage eben auf, ob man den wirklich die Menschen anders als die Tiere z

1Kardinal Joseph Ratzinger; Was ist Wahrheit? Die Bedeutung religiöser und sittlicher Werte in der pluralistischen Gesellschaft“, in: Werte in Zeiten des Umbrchs, 2005, S.49 -66-

2A.a,O. S.56.

3A.a.O- S-56.

4A,a,O.S.56.

5A.a.O.S.57.

6A,a,O. S.63.

Sonntag, 28. Dezember 2025

Eine nicht beantwortbare oder schwer zu beantwortende Frage zur christlichen Musik, die aber auch nicht (mehr) gestellt wird - aus Gleichgültigkeit?

 

Eine nicht beantwortbare oder schwer zu beantwortende Frage zur christlichen Musik, die aber auch nicht (mehr) gestellt wird - aus Gleichgültigkeit?



Der vulgärste Standpunkt zur Frage, was mache die christliche Musik zur christlichen ist wohl der, daß christliche Aussagen des Liedtextes die christliche Musik konstituiere.Eigentlich sei doch die Frage des Gehaltes eines Musikerkes so simpel zu respondieren, daß sich ein Fragen danach von selbst erübrige. In einer Analogie zum Briefeschreiben ließe sich die Antwort auf diese scheinbar so schwierige Frage leicht erteilen: Wie ich einen Brief schreibe, dann ihn ein ein Couvert stecke und der Briefempfänger dann den Brief aus dem Couvert herausnimmt, um ihn zu lesen, so habe ein Musikstück zuerst eine Aussagenintention, die dann in die Musik eingekleidet wird wie der Brief in das Couvert, damit dann die Aussage aus dem Musikstück herausdestilliert wird. Der Gehalt eines jeden Musikstückes wäre so ein rein sprachlich rekonstruierbare und die Rekonsruktion gelingt, wenn man alles Musikalische abwirft, um nur noch die Textaussage vor Augen zu haben. Das Musikalische einer Musik wäre so nur das Transportmedium einer rein sprachlichen Mitteilung. Es gibt so keine Sprache der Musik.Ich bräuchte also nur den der Musik zugrunde liegenden Text lesen, um zu erkennen, ob diese Musik eine christliche sei.

Aber daß das Musikalische keine eigene Sprache sei sondern nur ein Transportmedium, das ist das Unglaubwürdige dieses Musikverständnisses. Das hätte ja zur Folge, daß etwa Symphonien gar keinen Aussagegehalt hätten. Spontan wird da aber gern erwidert, daß man doch bitte den Aussagegehalt einer bestimmten Symphonie benennen möge und diese Frage bringt dann jeden Kritiker dieser Vulgärmeinung über die Musik in eine arge Verlegenheit, denn der Gehalt, so gewiß der so Gefragte sich gewiß ist, daß einer in einer Symphonie innewohnt, vermag ihn nicht in eine klare Aussage auszuformulieren. Die Sprache der Musik läßt sich nicht in die Sprech- und Schreibsprache übersetzen. Aber doch spricht eine Musik zu uns und das heißt eben auch, daß der Gehalt einer Musik nicht einfach unsere Projektion in eine Musik ist.

Wie sehr die christliche Musik uns so gleichgültig (geworden) ist, zeigt, daß bei der Beurteilung fast nur der Text herangezogen wird, um höchstens dann noch ergänzend festzustellen, daß er auch noch gut gesungen und durch Instumente angemessen begleitet wurde.

Aber wie könnten dann wenigstens Spuren der Christlichkeit eines Musikstückes ergründet werden, wenn erstmal diese Gleichgültigkeit der Musik gegenüber überwunden wäre?

Meine Verdachtsthese: Da die christliche Religion eine Erlösungsreligion ist, müßte genau dieser Charakter in ihr heraushörbar sein. Zum Verstehen dieser These konstriere ich idealtypisch das griechische Kosmosverständnis: Die ganze Welt ist ein schön geordnetes Ganzes und das hat sich dann auch in der Musik widerzuspiegeln. Das heißt nun nicht, daß diese Aussage textlich ausformuliert dann gesungen und evtl auch durch Musikinstrumentenstimmen begleitet wird, sodern daß das Harmonische der Musik diesen so strukturierten Kosmos zum Ausdruck bringt. Eine christliche Musik dagegen müßte die Spannung zwischen der Unerlöstheit der Welt und der Verheißung der Erlösung in sich manifestieren. Wir leben in einer Welt der Finsternis, in die uns das Licht der Erlösung hineinleichtet, die ganze Erlösung verheißend. Die Musik verlangte so nach einer Dysharmonie! Durch das Kreuz Christi sind wir erlöst, aber eben nicht im Geiste der Liebesromanschriftstellerin Hedwig Courths Mahler: „In Liebe erlöst“. Gottes Liebe motiviert seinen Erlösungswillen, aber durch das Kreuz ereignet sich erst unsere Erlösung.

Christliche Musik ohne das Kreuz Christi wirkt dann eben, selbst wenn von seinem Kreuze gesungen wird, irgendwie immer etwas süßlich- schmalzig, so als wenn eine Süßspeise zu verzuckert ist und schon nach kurzem ein Unwohlsein hervorruft: Zuckerwattenmusik eben!

Aber ich muß einräumen: Sehr überzeugend ist das noch nicht, es sind halt nur erste dürftige Vorüberlegungen in dem statu nascendi!



Wie schwer dies Problem ist? Dies Experiment empfhle ich: Man höre sich Gustav Mahlers 5,Symphonie an, ein wunderschönes Musikwerk, sicher eines der schönsten auf Erden, man darf dann auch an Nietzsche denken: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, und stelle sich dann die Frage: „Was ist der Gehalt dieser Musik?“

Samstag, 27. Dezember 2025

Ein Weihnachtskonzert – ist das in Ordnung? Droht eine Profanisierung der Kirche?

 

Ein Weihnachtskonzert – ist das in Ordnung? Droht eine Profanisierung der Kirche?


An dem Samstag, der ersten Werktagsmesse nach den großen Festgottesdiensten versammelte sich ein kleine Häuflein der Getreuen,aber einige schauten doch etwas irritiert in den Kirchraum: Zusätzlich zu den Kirchenbanksitzplätzen waren am Rande viele Stühle aufgestellt worden: Offensichtlich wurde da am selben Tage noch ein richtiger Beuchersturm erwartet. Zu den weihachtlichen Gottesdiensten brauchte kein einziger Extrastuhl aufgestellt werden, ja, auch wenn die Messen dann gut besucht waren, blieben doch manche Plätze ungesetzt.

Aber jetzt wurde etwas ganz besonderes erwartet: ein Weihnachtskonzert und dahin kommen halt mehr als zu den Weihnachtsgottesdiensten. Dann waren da noch Musikgeräte aufgebaut, mit einer Decke überspannt und davor ein großes Warnschild: Dieser Bereich wird videoüberwacht! Die Intention ist offenkundig, eventuelle Diebe der dortigen Musikgeräte von einem Diebstahl anzuhalten: „Wenn Du stiehlst, Du wirst photographiert!“Aber eine noch so aufmerksame Betrachtung des Innenkirchraumes und der näheren Umgebung des Altares ergab das eindeutige Resultat: Hier ist nirgends eine Videoüberwachungskamera installiert worden. Also, eine glatte Lüge, aber der gute Zweck heiligt hier wohl das Mittel des Schutzes der Musikgerätschaften.

Aber es bleibt doch ein gewisses Unbehagen ob der Plumpheit dieser Lüge.Aber so etwas Schönes wie ein Musikkonzert erlaubt das wohl oder? Aber fragen wir weiter: Hat nicht Jesus Christus uns bei seiner Tempelreinigung belehrt, daß die Kirche ein Raum des Betens zu sein hat, sodaß er deswegen die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieb.Der heilige Raum des Tempels verbietet es, daß hier so profane Tätigkeiten vollzogen werden. Die Antithese zum Heiligen ist das Profane und nicht das Unmoralische. Die da von Jesus Hinausgeworfenen hatten in keinster Weise etwas Unmoralisches getan, aber durch ihr Tun die Heiligkeit des Tempels verletzt allein durch ihr profanes Tuen.

Wie hätte wohl Jesus Christus reagiert, hätte ein Musikkonzert in dem Jerusalemer Tempel stattgefunden? Ist nicht jedes Musikkonzert auch ein profanes Ereignis, völlig unanhängig von der Qualität der gespielten Musik?Nun könnte eingewandt werden: Da kommen doch so viele, mehr als selbst gut besuchten Gottesdiensten zu Weihnachten, So kämen doch wieder Menschen in die Kirche, die die Messen halt nicht mehr anlocken zu kommen. Aber was nützt der Kirchbesuch, wenn er nur noch der schönen Musik gilt?

Aber die Musik ist doch in Weihnachtskonzerten weihnachtlich? Nur ist denn schon alles Weihnachtliche etwas in der Kirche sich Zuereignendes? Ein Christkindlmarkt ist auch sehr weihnachtlich, aber deswegen läßt man ihn doch nicht gleich in Kirchenräumen stattfinden! Ein wenig verhält es sich dabei wohl mit der Videoüberwachungswarnung: Der gute Zweck, daß da so viele mal wieder in eine Kirche eintreten, rechtfertige wohl,daß das mit niedrigschwelligen Angeboten erreicht wird.Gute Musik erreicht eben die Menschen mehr als heilige Messen. Die Kirche als ein Anbieter von religiösen Dienstleistungen muß eben das Konsumverhalten berücksichtigen.

Nur, es bleibt ein Unbehagen, ist die Kirche doch der Ort der Gottesverehrung und nicht der, Kunstwerke zu genießen. Eine Kirche ist ja auch kein Kunstmuseum, in dem religiöse Kunst zum Beschauen ausgestellt wird. Es könnte gut sein, daß der Herr der Kirche unsere Musikkonzerte, auch die weihnachtlichen mißfallen, er uns frägt: „Lehrte ich Euch nicht, daß die Kirche ein heiliger Ort der Gottesverehrung ist?“

Freitag, 26. Dezember 2025

Wie die christliche Religion und die Kirche in den Verruf kam, feindlich dem Pluralismus, der Demokratie und der Freiheit gegenüberzustehen!

 

Wie die christliche Religion und die Kirche in den Verruf kam, feindlich dem Pluralismus, der Demokratie und der Freiheit gegenüberzustehen!



Wer sucht, der findet, aber öfters findet man, wo man nicht gesucht hat. Ob mein jetziger berichtenswerter Fund mit einer Chaostheorie oder mehr heidnisch mit Fortuna zu tuen hat, die ihre Glücklslose eigentümlich unorthodox verteilt, diese Frage lasse ich hier unbeantwortet stehen,um in medias res zu gehen.

Zugrunde lege ich nun die 6,Folge der 14teiligen Vorlesung: „Grundkurs Politische Systeme“ von Prof. Partzelt, denn hier wurde ich fündig. Eine Antithese bestimmt diese Vorlesung, die der monistischen Staats- und Gesellschaftslehre, deren Antithese die pluralistische Gesellschafts- und Staatslehre bildet.

Im Monismus ist a priori gewußt, was das Gemeinwohl, bzw das Wahre ist. Diese Wahrheit kann durch eine Offenbarung, oder durch die Wissenschaft oder durch charismatische Führer erkannt sein, sodaß nun das ganze Leben gemäß dieser Wahrheit zu gestalten sei.

Im Pluralismus ist nur a posterori erkennbar, was das Gemeinwohl oder das Wahre ist. Durch Versuch und Irrtum werden neue Erkenntnisse gewonnen,die dann aber auch alle wieder verworfen werden können, wenn bessere Erkenntnisse sich im Konkurrenzkampf durchsetzen. Der Pluralismus wird als eine unhintergehbare Faktizität bejaht, denn es kann nie eine abschließende Wahrheit erkannt werden.

Der Monismus strebt so nach der größtmöglichen Übereinstimmung aller und kann Andersdenkende nur als nicht Erkennende ansehen. Der Pluralismus erstrebt dagegen an ein Maximum an Pluralität und verlangt nur einen minimalistischen Konsens über die Regularien, wie man miteinander umgeht, wenn alle Verschiedenes meinen. Zur Veranschaulichung: Man denke sich eine Kleinstadt, in dem jeder Bürger oder jede Familie ein Haus besitzt und darin lebt, wie es ihm gefällt und nun dafür zu sorgen ist, daß kein Hausbewohner die Freiheitsrechte des Anderen unangemessen beeinträchtigt. Der Monismus dagegen kennt ein Idealleben, auf das hin jeder sein eigenes Leben hinzugestalten habe.

Daß nun der Monismus dem Diktatorischen, der Pluralismus der Demokratie zugewandt bestimmt wird, irritiert nun keinen. Die Schwarz-Weiß Malerei verlangt geradezu zu diesem moralischen Werturteil der guten Demokratie versus der bösen Diktatur.

Meine These lautet nun, daß die christliche Religion wesensnotwendig monistisch strukturiert ist und daß die jetzige Reformbewegung diese monistische Strulturiertheit überwinden will zu einer pluralistischen Struktur, in der die christliche Religion als eine Offenbarungsreligion destruiert werden muß!

Das Fundament der christlichen Religion bildet die Offenbarung Gottes. Es ist also so a priori offenbart und somit erkannt, was wahr ist.Zweitens gibt es die theolgische Wissenschaft, die durch Ableitungen aus den offenbarten Wahrheiten eine Lehre erstehen lassen, die als Ganzes als wahr gilt: die Lehre der Kirche. Charismatiker nehmen dabei eine besonders wichtige Funktion war, entweder Jesus Christus selbst, denn man dann zu einem charimatischen Führer verzeichnet oder Heilige, denen eine außergewöhnliches Erkenntnisvermögen dessen, was als wahr gelten soll, zugeschrieben wird: Der hl. Thomas, der hl. Augustin hat gelehrt....

Damit sind, vielleicht wenn auch kleinere Umwege zu beschreiten sind, die wesentlichen Merkmale des Monismus, des Antipluralismus für die christliche Religion und die Kirche erfüllt.

Das Axiom des Pluralismus ist nämlich nicht nur das, daß a priori die Wahrheit nicht als erkannte zu bestimmen sei, sondern daß die Wahrheit auch nie endgültig erkennbar sei. So legitimiert sich der Pluralismus, daß jeder so leben dürfe, wie es ihm gefällt, weil es keine Möglichkeit geben kann, zu erkennen, wie der Mensch wahrhaftig zu leben habe. Der Pluralismus zelebriert so die Buntheit des Lebens1, Das sei nun auch das Lebenselexier der Demokratie. Der zu bejahende Pluralismus schließt so jeden Extremismus aus, den Standpunkt, daß es eine erkannte Wahrheit gibt, nach der das ganze Leben zu getalten sei, Getreu der Maxime des Revolutionsführer Robepierres darf so gearteten Feinden der Freiheit, das ist der Pluralität kein Freiraum gewährt werden.

Da Jesus Christus nun von sich aussagt: „Ich bin die Wahrheit“ entpuppt er sich als der Prototyp eines antipluralistischen Freiheitsfeindes! Deshalb muß ss auch seine Kirche eine antipluralistische sein, denn sie lebt aus der Wahrheit, die ihr offenbart ist und die sie so auch nicht erst durch unendliche Dialoge herzustellen hätte. Spätestens jetzt dürfte die Ähnlichkeit zu Poppers Konzept der „Feinde der offenen Gesellschaft“ unübersehbar sein, dem ja Platon und Hegel ob ihrer Behauptung, die Wahrheit sei erkennbar im philosophischen Denken als die Feinde der Freiheit gelten.

Der hl. Augustin schreibt als den ersten Satz seines Werkes: „Über die wahre Religion“: Den Zugang zu einem guten und glückseligen Leben eröffnet allein die wahre Religion“. Genau dieser Aussage widerstreitet der Pluralismus, denn bei ihm heißt es: „Nur wenn es keine wahre Religion gibt, kann und darf jeder so leben, wie er auf je seine Eigenart glücklich werden will.“ Das Credo der Postmoderne lautet dann: „Wahrheit macht unfrei!“

Catherine Belsey stellt so treffend fest: „Lyotard assoziiert die Einbildung, im Besitze der Wahrheit zu sein, mit Terror. Die Avantgarde ist nicht nur eine Stilfrage. Weil sie Fragen stellt, untergräbt sie alle Gewissheiten, einschließlich der Gewissheit, dass man im Besitz der Wahrheit ist – und dass man das Recht hat,in ihrem Namen Menschen zu töten.“ 2 Die Voraussetzung einer Terrorherrschaft ist so der Glaube, selbst die Wahrheit erkannt zu haben. Lyotard, einem der bedeutendsten Philosophen der Postmodere ist es hierbei wichtig, daß er nicht urteilt, daß die avantgardistische Kunst den stalinistischen sozialistischen Realismus im Namen einer wahren Kunst kritisiert, sondern jede Möglichkeit von einer wahrer Kunst in Frage stellt.

Wie versuchen nun postmodernistische Theologen die christliche Religion und die Kirche pluralitätsfähig zu machen? Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die effektivste dürfte aber diese sein: Man setzt eine Differenz zwischen der Offenbarung Gottes und ihren Interpretationen in der Bibel, der Tradition und der Lehre der Kirche. Uns seien nur eine Pluralität von Interpretationen gegeben, aber kein unmittelbarer Zugriff zur Offenbarung. Die Offenbarung selbst wäre sozusagen kantisch gesprochen ein Ding an sich, das für uns unerkennbar sei, aber doch irgendwie unsere menschlich- allzumenschlichen Interpretationen veranlaßt habe.

Damit kann ein Pluralismus verschiedendster Interpretationen als angemessen beurteilt werden. Der Minimalkonsens ist dann der, der jeden Extremismus in der christlichen Religion ausschließt, daß jemand sich anmaßt, erkannt zu haben, was Gott uns als wahr offenbart habe. Stattdessen müsse jede Interpretation und jede Vorstellung, wie ein Christ sein Leben gestalten wolle, bejaht werden, solange er seine Interpretation nicht als die wahre ausgibt. Die Kirche dürfe kein wahres Leben lehren. Nur so würde die Kirche pluralismusfähig und demokratisch!



1Allerdings provoziert dieser Profesor nun durch seine These, daß es der Maxime der Pluralität, der Bejahung der Buntheit widerpräche, wenn alles plotisch Nichtkorrekte aus der Pluralirär auszugrenzt würde.

2Catherine Belsey, Poststrulturalismus, 2002, S.151.

Ein Kardinal erklärt den Tod der Kirche und ihre Metamorphose

 

Ein Kardinal erklärt den Tod der Kirche und ihre Metamorphose


Was ist die Botschaft des Christentumes? Bevor nun weitergelesen wird.möge doch der Leser für sich selbst diese Frage zu beantworten versuchen, bevor er nun die Kardinalsantwort zu lesen bekommt. Die Botschaft ist die „der Freiheit,der Würde und der Geschwisterlichkeit“.1In seiner Weihnachtspredigt an Heiligabend im Münchner Liebfrauendom fordert der Erzbischof von München und Freising daher die Christen laut Manuskript auf, in Europa ihren Platz einzunehmen, "deutlich, klar und präsent inmitten der gegenwärtigen Herausforderungen". Sie sollten die Vision einer geschwisterlichen Welt gegen Eigeninteressen, Resignation und Zynismus verteidigen.“

Die „Vision“ der Kirche,nein so gar des ganzen Christentumes sei also die politisch korrekt umformulierte Parole der Französischen Revolution,die Parole der Brüderlichkeit. Ob dann die „Vision“ der „Würde“, der der Gleichheit entspricht? Aus der Dreieinigkeit von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ wäre so die der „Freiheit, Würde und Geschwisterlichkeit“ geworden .

Aber spielt ein gewisser Jesus nicht auch zu Weihnachten irgendeine Rolle, wenn auch nur in einer Nebenrolle? Was sagt also dieser Kardinal über ihn?

Marx erinnert auch an die Verletzlichkeit Jesu. Dieser sei als jüdisches Kind inmitten einer widersprüchlichen Welt geboren worden, die geprägt gewesen sei von Misstrauen, Angst, Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit. In diesem Zusammenhang zeigt sich der Kardinal entsetzt über den wachsenden Antisemitismus weltweit und fügt hinzu: "Wir stehen an der Seite unserer älteren jüdischen Geschwister!"

Jesus sei ein „jüdisches Kind“ und riefe uns,jeglichem Antisemitismus zu widersetzen. Gott kommt bei diesem Kardinal überhaupt nicht mehr vor und die christliche Religion entsorgt dieser Kardinal im Vorübergehen: Die christliche Religion ist ihm nicht einmal ein kritisches Wort würdig, sie wird einfach in ein Museum eingemottet. Stattdessen verkündet dieser Kardinal einen seichten Humanismus, der ganz gut auf Gott verzichten kann, den man dann aber auch als dekoratives Element mal in eine Predigt einbauen könnte,wenn da noch Hörer wären, die diese Vokabel noch hören möchten.

So einfach proklamiert Kardinal Marx den Tod der christlichen Religion,Karl Marx hielt eine Religionskritik noch für notwendig und würdigte ihr so noch einer Kritik,für diesen Kardinal ist die christliche Religion eine erledigte Sache. Als Surrogat empfiehlt er dann, unter dem Etikett des Christentumseinen seichten moralistischen Humanismus, der sich aus der Parole der Französischen Revolution speist. 

Bischof Bätzing praktiziert so das, was er schon 1 Jahr vorher verkündet hat: "Georg Bätzing äußerte sich beim Eröffnungsgottesdienst zur Frühjahrsvollversammlung der deutschen Oberhirten. „Wir tun ja als Kirche immer noch so, als wüssten wir eindeutig, wie Gott ist und was er von uns erwartet. Doch in weiten Teilen haben unsere Bilder von Gott und unser Reden über ihn den Anschluss an das Wissen unserer Zeit verloren“, sagte er in seiner Predigt."  Vatican News 20.2.2024:"Bischof Bätzing: Neu von Gott reden." Das Verschweigen Gottes ist die Praxis dieser bischöflichen Einsicht.

Aber auch Bischof Bätzing beglückte uns alle mit geraezu revolutionären Erknenntnissen.So preigte er nach Kath de am 25.12.2025: "Weihnachten ist eine Einladung, die Perspektive zu wechseln und den Blick auf das Wesentliche zu richten, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in einer Videobotschaft für katholisch.de. In einer Zeit gesellschaftlicher Debatten erinnere das Weihnachtsfest daran, dass das Kleine und Unscheinbare im Mittelpunkt steht. Gerade inmitten gesellschaftlicher Debatten lenkt Weihnachten den Blick auf das Geschenk des Lebens – und auf jenen einen Anfang, der die Welt verändert hat."  Ein Komentar erübrigt sich1 

1) kath de, am 24.12.2025,Kardinal Marx: Christentum wird eine Renaissance erleben.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Eine obskure Vorweihnachtsgeschichte – oder ein Bibeltext, der einst als evtl jugendgefährdend mißachtet und dann noch regelmäßig verkannt wurde und wird

 

Eine obskure Vorweihnachtsgeschichte – oder ein Bibeltext, der einst als evtl jugendgefährdend mißachtet und dann noch regelmäßig verkannt wurde und wird


Wer zu Weihnachten sich verpflichtet sieht, etwas auf das Papier zu bringen, steht auch vor diesem Problem, daß dazu nichts mehr gesagt werden kann, was nicht schon zigtausendmal geschrieben worden ist und selbst unter theologisch Interessierten kein Interesse mehr zu erwecken weiß.

Dies Problem verführte nun mich, zwei biblische Ereignisse mit einander ins Gespräch zu bringen, die man nur weit entfernt von einander behandelt, wenn man die alttestamentliche Skandalgeschichte überhaupt eines Blickes würdigt und nicht gleich als ungenießbar sich vom Halse schafft.


Die Skandalgeschichte steht in 1.Mose 6,1-4 und läßt sich kurz so nacherzählen: Engel Gottes verliebten sich in Menschenfrauen, heirateten und gründeten mit ihnen Familien, deren Kinder: „die Helden der Vorzeit“, hochberühmt waren. Als wenn der Autor dieses Textes die Entmyrhologisierer schon vorausgewußt hatte, daß die Engel keine Himmelswesen sonden Menschen als von Gott Beauftragte meine, schrieb er: „Gottessöhne“. (6,2) Es muß so gegen unseren ach so menschlich allzumenschliochen Mittelpunktswahn konstatiert werden, daß nicht wir Menschen, sondern die Engel Gottes vollkommendste Geschöpfe sind. Die sahen nun, „wie schön die Töchter der Menschen waren“ (6,2), sie verliebten sich in sie und heirateten sie. Kann Frauen ein schöneres Kompliment gemacht werden als dies, daß Engel den Himmel verließen, um Menschenfrauen zu ehelichen.

Als skandalös kann nun die Vorstellung empfunden werden, daß a) Engel von der Schönheit von Frauen so angetan sein können. Das verkennt aber, daß das Schönsein von allem,was schön ist, sein Abbildsein des Schönseins Gottes, der Idee des Schönen ist, daß b) Engel Menschen lieben können. Das verkennt, daß ein Nichtliebenkönnen ein Mangel wäre, und wenn schon Gott Menschen lieben kann, dann auch seine Engel, daß c) Engel keine Kinder mit Menschen hervorbringen können. Wenn Gott der Vater Jesu sein konnte, warum sollen dann Engel die Fähigkeit zu einer Vaterschaft nicht besitzen, partizipieren sie doch an der Macht Gottes weit mehr als wir Menschen und wir können ja Nachwüchse hervorbringen.

Die hochberühmten Helden darf man sich nicht nur als außergewöhnlich kriegerische vorstellen, sondern im DDR Sprachgebrauch hätte man sie wohl als „allseits entwickelte Persönlichkeiten“ betitelt.

Ontologisch gefaßt heißt das, daß dies Mischwesen sind, weniger mächtig als die Engel und mächtiger als wir Menschen.

Nun könnte einem aufmerksamen Leser eine gewisse Analogie zur Geburt Jesu Christi auffallen: Der Vater ist nun kein Engel, sondern Gott und die Mutter, Maria, von ihr heißt es, sie sei „die schönste aller Frauen“ (im Marienlied: Sag an,wer ist doch diese) und ihr gemeinsames Kind: der Gottmensch Jesus1. Daß Jesus wirklich wahrer Gott und wahrer Mensch ist, das ist nur erklärbar aus dem Faktum, daß er Gott zum Vater und Maria zu seiner Mutter hatte. Alle vier Evangelien sind eindeutig durch die Intention geprägt, aufzuweisen, daß hier mehr als ein Mensch ist, daß er wahrhaftig übermenschlich ist, ja er steht auch ontologisch über den Engel, wie es der Hebräerbrief ausdrücklich lehrt. (1,5- 14).

Dürfte man so etwa die hochberühmten Helden dieser alttestamentlichen Geschichte als eine Art von Vorabbildung des Gottmenschen Jesus Christus ansehen? Und darf man umgekehrt nun sagen: Weil Gott mit Maria den Sohn Gottes hervorbringen konnte, darum konnten Göttersöhne, Engel auch mit Frauen Heldenkinder hervorbringen? Und auch wenn Femistin das nicht gerne hören, dürfte man dann auch erwähnen, daß die Schönheit der Menschenfrauen dabei auch eine Rolle gespielt hat? In allem Schönen spiegelt sich ja das Schönsein Gottes wieder und darum ist die Mutter Gottes auch die schönste aller Frauen.


1Mir liegt das Schreiben von frommen Texzen nicht, dazu bin ich zu intellektualistisch ausgerichtet, so empfehle ich statt meiner Texte: Maria Valtorta: "Der Gottmensch".Nie wirde Schöneres und so Frommes über Jesus Christus geschrieben als in diesem großen Werk! 

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Die Magd des Herrn, Maria hat „Ja“ gesagt. Ein paar kritische Anmerkungen

 

Die Magd des Herrn, Maria hat „Ja“ gesagt. Ein paar kritische Anmerkungen


Alle Augen sind nun auf unsere Weihnachtskippen gerichtet, in der nun nicht nur das Jesuskindlein in Windeln liegt sondern auch die Mutter Gottes ihren großen Tag erlebt: Sie hat uns den Heiland geboren.


Aber doch erlaube ich mir dazu ein paar kritische Anmerkungen, die hoffentlich nicht die Besinnlichkeit stören. Nicht in medias res sondern über einen Umweg soll sich nun der Gottesgebärerin zugewandt werden. Man stelle sich einen König vor, der auf einem seiner Spazierritte sich auf den ersten Blick in eine (Stall)Magd verliebt und sie dann ein Jahr später ehelicht. Nach ihrer Hochzeit reiten sie zu dem Ort, wo sie sich zum ersten Male gesehen haben. Und dann ruft da eine Nachbarsfrau: „Da ist ja unsere Stallmagd Maria!“ Aber sie ist doch nun die Ehefrau des Königs, sie ist die Königin des Landes. Ist sie jetzt noch eine Stallmagd, ist sie jetzt noch so zu bezeichnen? Würde es dem König gefallen, daß seine Frau als eine Magd bezeichnet wird, statt daß sie als die Königin gehuldigt wird?


Maria, die Mutter Gottes ist durch ihren Sohn zur Himmelskönigin gekürt und inthronisiert worden. Wäre es da nicht ein Gebot der Pietät, weniger von ihr als einer Magd als von ihr als unsere Königin zu reden?


Ein Szenenwechsel: Da sagt einer: „Ich bin der Trainer von FC Krähwinkel“, der andere: „ch der von Austria Wien, und der letzte: „Ich bin der Trainer von Bayern München, dem Rekordmeister!“ Jeder von ihnen ist ein Fußballspieltrainer, aber was für ein Riesenunterschied ist es, ob wer Trainer von FC Krähwinkel oder vom FC Bayern München ist. Maria ist eine Magd, wie viele Frauen Mägde sind, aber sie ist die Magd des Herrn. Das qualifiziert ihr Magdsein. Nur ihr übertrug Gott die Aufgabe, die Mutter Gottes zu sein. So wurde sie sozusagen die erste Magd Gottes, der viele andere Mägde in untergeordneten Aufgaben subordiniert sind.Die Magd des Herrn, das ist wie der (erste)Diener des Staates ein Ehrentitel. Nicht das Magdsein sondern das Magdsein Gottes ist das sie Bestimmende.


Eva hat ihr Nein zu dem Gebot Gottes gesagt, Maria hat ihr Ja zu Gottes Anordnung, daß sie die Mutter Gottes sein soll, gesprochen. Darauf rekurriert das Sprachspiel: Warum grüßte der Engel Gottes Maria mit seinem „Ave“? Weil sie die umgekehrte Eva ist. Evas Ja zur Verführung der Schlange brachte das Unheil über die Welt, Marias Ja zu Gottes Willen das Heil für die Welt. So wie freiwillig Eva ihr „Nein“ zu Gottes Gebot sprach, so freiwillig sprach Maria ihr „Ja“ zu Gottes Willen ihr bezüglich. Der Ungehorsam Evas wie der Gehorsam Mariae setzt beidesmal voraus, daß Eva auch Nein zur Versuchung des Teufels und daß Maria auch Nein zu Gottes Willen hätte sagen können. Sonst wäre Evas Ja zur Versuchung der Schlange kein Ungehorsamsakt Gott gegenüber und Mariae Ja zu Gottes Willen kein Gehorsamsakt.

Würde man das Ja von Maria als ein durch Gottes Gnade erwirktes Ja deuten, sodaß sie nicht anders konnte, als Ja zu sagen, dann wäre das nicht nur eine Manipulation Mariae gewesen sondern eitene Ausschaltung ihrer Freiheit. Sie würde so nicht als die Magd Gottes sondern als seine Sklavin gedacht und selbst das stimmte nicht, denn selbst eine Sklavin kann gehorchen oder auch nicht gehorchen.

Seit der Erklärung: „Mater populi fidelis“ wird nun viel geschrieben und diskutiert über die Frage der Miterlöserschaft Mariae und es wird noch viel dazu zu schreiben sein ob der Komplexität dieser Frage. Ich möchte hier auf : „Warum die römische Verteidigung von Mater populi fidelis nicht überzeugt“ (Kath info am 22.5.2025) isb verweisen.Ich möchte hier nur eine Frage stellen, die aber nicht rhetorisch gemeint ist: Wie ist die Miterlöserschaft der Mutter Gottes zu bestreiten, wenn sie doch kraft ihres freien Willens „Ja“ gesagt hat zu Gottes Willen und so sie zur Mutter Gottes wurde gemäß der Wahl Gottes? Könnte das nicht nur bestritten werden, wenn gelehrt würde, Maria konnte nicht anders als Ja zu sagen, daß sie da ihres freien Willens beraubt worden sei?


Dienstag, 23. Dezember 2025

„Das Gewissen sei unfehlbar“ ein katholischer Standpunkt? Eine Kritik

 

Das Gewissen sei unfehlbar“ ein katholischer Standpunkt? Eine Kritik


Kardinal Ratzinger mutmaßt in seiner Essaysammlung: „Werte in Zeiten des Umbruchs“1, daß zuerst der idealistische Philosoph Fichte die Position des unfehlbaren Gewissens vertreten habe: „>Das Gewissen irrt nie und kann nie irren<, denn es ist >selbst Richter aller Übezeugung<,der >keinen höheren Richter über sich selbst anerkennt. Es entscheidet in der letzten Instanz und ist selbst inappellabel.<“2 Der Kardinal stellt daraufhin diese Behauptung auf: „Dass man einem klaren Gewissensspruch immer folgen muss,zumindest nicht gegen ihn handeln darf, ist unbestritten.“ 3 Aber dann fügt er in einer kritischen Intention hinzu: „Aber ob das Gewissensurteil oder was man für ein solches ansieht,auch immer recht habe,ob es unfehlbar sei, ist eine andere Frage.“ Diese Konsequenz hätte das nämlich: „Denn wenn es so wäre,würde dies ja heißen,dass es keine Wahrheit gibt - zumindest in Sachen der Moral und der Religion, also im Bereich der eigentlichen Grundlagen unserer Existenz.“4

Wenn diese Kritik des Glaubens an eine Unfehlbarkeit eines Gewissens angemessen ist, wie kann dann noch behauptet werden, daß immer der Mensch seinem Gewissen zu folgen habe? Diese Nachricht war am 25.11.2010 auf der Internetseite ntv : unter der Überschrift: „Inder opfern Kinder für Kali“ zu lesen: „Als Menschenopfer sind mindestens zwei Kinder im indischen Bundesstaat Chhattisgarh für die Hindu-Göttin Kali getötet worden. Sicherheitskräfte hätten die Leichen eines zweijährigen Jungen und eines sechsjährigen Mädchens in einem Gehöft entdeckt, sagte ein Polizeisprecher. Der Besitzer, dessen Frau und fünf weitere Verdächtige seien festgenommen worden.

"Während der Vernehmung hat das Ehepaar zugegeben, die Kinder ermordet zu haben, um Kali gnädig zu stimmen und um selbst magische Kräfte und Reichtum zu erlangen", sagte der Sprecher. Das Mädchen sei im Frühjahr getötet worden, der Junge am Dienstag.“

Diesen Eltern im Zusammenwirken mit weiteren Tatverdächtigen war es also möglich, im Einklang mit ihrem Gewissen, zwei ihrer eigenen Kinder zu töten. Sie glaubten, ihre Kinder der Göttin Kali ihre Kinder opfern zu müssen, um so diese Göttin gnädig zu stimmen. Zur Verehrung dieser Göttin gehört tatsächlich die Praxis der Darbringung von Menschenopfern, das war also keine völlig abwegige Idee dieser Eltern, zwei Kinder und gar die eigenen zu opfern5. Ein wesentlicher Unterschied besteht nun aber zwischen dem Opfer Abrahams und dem dieser Eltern: Gott griff ein und verhindertes das Opfer seines einzigen Sohnes, die Göttin Kali griff nicht ein.

Damit stehen wir nun wirklich vor einem schier unlösbaren Problem! Muß man nicht vermuten, daß Abraham, als er beschloß, seinen Sohn Gott zu opfern, gegen sein Gewissen Gott gehorchte? Oder sollen wir glauben, daß er mit einem guten Gewissen beschloß, seinen Sohn zu opfern, da Gott für ihn die höchste Autorität ist, was er zu tuen habe und was nicht. Wie haben wir dann in der Causa der hinduistischen Eltern zu urteilen, die glaubten, durch das Opfern ihrer zwei Kinder die Göttin gnädig zu stimmen? Nun könnten wir es uns leicht und vielleicht zu leicht machen, wenn wir den Opferzweck, selbst magische Kräfte erlangen zu wollen, so in den Vordergrund zu stellen, daß so ihr Opfern sehr egoistisch motiviert war. Aber der Primärzweck war doch der, so diese Göttin gnädig zu stimmen, sie zu versöhnen.

Wollte man nun mit dem Naturrecht argumentieren, daß das die Opferung eines Kindes und dann noch gar des eigenen eindeutig dem Naturrecht widerspräche und daß dann auch dem eigenen Gewissen nicht gefolgt werden dürfe, wenn das Gewissen urteilt, daß Gott mehr zu gehorchen sei als dem Naturrecht, dann setzen wir notwendig Abraham auf die Anklagebank.Ist also Gott eine Autorität, der mehr als dem jus naturae und dem eigenen Gewissen zu gehorchen ist?

Die hinduistischen Eltern ist der Prozeß gemacht worden und sie sind verurteilt worden. Keine Gesellschaft kann es tolerieren, wenn Bürger im Namen eines Gottes Menschen töten und schon gar nicht ihre eigenen Kinder. Aber die Eltern, einmal Abraham und einmal diese hinduistischen glaubten doch, daß Gott oder eine Göttin dies Menschenopfer von ihnen verlange.

Kardinal Ratzinger stimmt nun Hegels Kritik an dem Glauben an die Unfehlbarkeit des Gewissens zu: Für Hegel sei das Gewissen „als formelle Subjektivität“ „auf dem Sprunge“ „ins Böse umzuschlagen“.6 Aus der philosophischen Perspektive ist der Glaube, Gott fordere von einem Menschen das Opfer seines eigenen Kindes ein Extremfall der Subjektivität,denn ein Mensch habe sich ja dazu entschieden, das so zu glauben.

Um der Humanität willen muß eigentlich an ein Naturrecht geglaubt werden, damit nicht jedes positive Recht auch als gerecht zu qualifizieren ist. Kants Frage, ob denn das Recht auch gerecht sei und daß diese Frage nicht die Rechtswissenschaft klären kann sondern wer dann, bleibt der Stachel jedes Rechtspositivismus, daß einfach das geltende Recht gerecht sei. Wenn man nun das Gewissen als die Contrainstanz installieren möchte, von wo aus das geltende Recht kritisierbar wird, der leidet an der Möglichkeit der Willkür des individuellen Gewissens Schiffbruch. Wenn dann aber Gott als die allerhöchste Instanz verstanden wird, daß man Gott mehr zu gehorchen habe als den Menschen, was ist dann von der Göttin Kali zu sagen, die auch jetzt noch Menschenopfer einfordert? Es bleibt so wohl nur ein Insistieren auf ein Naturrecht, das allen anderem übergeordnet ist.Aber genau dieser Status wird ihm heuer nicht mehr zuerkannt. Dies Recht gilt nur noch als etwas faktisch willkürlich Behauptetes.

Eine überzeugende Lösung will sich so nicht recht finden

1Joseph Kardinal Ratzinger, Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005, Wenn du den Frieden willst.Gewissen und Wahrheit, S.100.

2A.a.O. S.100f, Fußnote 1.

3A.a.O. S.101.

4A.a.O. S.101.

5Zu Göttin Kali möchte ich wärmstens den Roman: „Um die indische Kaiserkrone“ von Robert Kraft empfehlen – ein einzigartiges Lesevergnügen!

6A.a.O. S.100 Fußnote 1.

Montag, 22. Dezember 2025

Wie man Weihnachtskrippen mißbraucht oder: Kath de setzt seinen Anti- Trump -Kampf fort: Massenedeportationen in den USA

 

Wie man Weihnachtskrippen mißbraucht oder Kath de setzt seinen Anti- Trump -Kampf fort: Massenedeportationen in den USA


Liebe Leser, Sie mögen sich bitte dieses Szenario einmal vorstellen: Nachdem Sie Ihre Haustüre aufgeschlossen haben, steht in Ihrem Wohnzimmer eine Gruppe von Menschen, die nun erklärt, in Ihrem Hause wohnen zu wollen. Sie habe dazu ein Recht, schließlich zählten Sie zu den Gutverdienern und so stünden Sie in der Pflicht, Ärmeren ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Ihrem Daheim zu gewähren! Sie dürften diese Einwanderer nun nicht zum Verlassen Ihres Hauses auffordern, denn es gäbe das Menschenrecht, daß jeder sich in jede Wohnung einquartieren dürfe, dort leben zu dürfen, solange es den Eingewanderten gefiele.

Papst Leo XV. Stellte nun zu dieser Causa fest: "Jedes Land hat das Recht zu bestimmen, wer, wie und wann Menschen einreisen dürfen." Allerdings muß man sehr lange suchen, bis man dieses Zitat findet. Ki findet es nicht! Es steht aber in dem Kath net Artikel am 19.11.2025 und dabei wird kommentierend hinzugefügt: „Papst Leo hat gestern gegenüber Journalisten noch einmal die Frage der Migrationspolitik in den USA angesprochen. Sein Ton ist deutlich anders als bei Franziskus.“

Aber was müssen wir nun auf der Antitrumpkampfseite Kath de zu dieser Causa lesen: „Politische Krippen spalten Amerikas Kirchen .Jesus in Handschellen: Wenn Weihnachtskrippen politisch werden.“ (20.12.2025) Daß Weihnachtskrippen in den USA für eine politische Antitrumpropaganda instrumentalisiert werden,begeistert natürlich.Endlich sind die für was nützlich! So heißt es dann in diesem Artikel: „In einem anderen Vorort von Chicago, unweit einer Einrichtung derselben Behörde, steht an der Krippe der Urban Village Church ein schlichtes Schild. Keine Figuren, keine Szene, nur ein Satz: "Aufgrund von ICE-Aktivitäten in unserer Gemeinde ist die Heilige Familie untergetaucht." Ein nüchterner Hinweis, und doch ein Satz voller Flucht, Angst und Schweigen.“

Diese Weihnachtskrippenagitation ist nun völlig abstrus: Die heilige Familie ist nicht ausgewandert, denn sie machte sich aufgrund einer staatlichen Anordnung auf den Weg,um wo sie beheimatet ist,ihren Steuer-zahlverpflichungen nachzukommen. Wäre sie arm, dann bräuchte sie keine Steuern zu zahlen.Auch wenn das Kryptorevolutzern nicht gefallen wird: Die heilige Familie verhielt sich hier staatsbürgerlich.Das war zu den Zeiten Jesu keine Selbstverständlichkeit, gärte es doch unter dem jüdischen Volke wider die römische Besatzungsmacht. Gesetzestreu sich Verhaltende brauchten weder im Römischen Staat noch in den USA unterzutauchen, da die Polizei nicht nach ihnen fandet.

Und wie polemisiert nun Kath de? „Deportationen treffen die Kirche hart .All das geschieht vor dem Hintergrund verschärfter Ein-wanderungskontrollen in Bundesstaaten und Städten, deren lokale politische Verantwortungsträger diese harte Linie eigentlich ablehnen. Allein im September wurden in Illinois und Massachusetts nach Angaben der Behörden mindestens 2.000 Menschen festgenommen, heißt es laut dem Portal "Crux". Das Heimatschutzministerium gab Ende Oktober selbst bekannt, in diesem Jahr 527.000 "illegale Ausländer" abgeschoben und weitere 1,6 Millionen zur freiwilligen Ausreise bewegt zu haben. 66.000 Einwanderer befanden sich in Bundesgewahrsam – ein Rekord. Die Massendeportationen treffen die katholische Kirche dabei überproportional hart.“

Es wird absichtlich die Vokabel: „Massendeportation“ verwendet um der Assoziation mit den Deportationen in die Konzentrationslager willen: So ein schreckliches Unrecht ereigne sich da in den USA! Aber würde man den Text genauer lesen, stellte sich dem Leser doch die Frage: Warum darf denn ein Staat illegitim Eingereiste nicht in ihre Heimat zurückführen?Auch die gesetzten Anführungszeichen ändern ja nichts daran, daß diese Personen gesetzeswidrig eingereist und gesetzwidrig sich dann in den USA aufhalten.

Aber offenkundig meinen diese Weihnachtskrippenagitatoren und auch Kath de, daß Menschen das Recht hätten, gesetzeswidrig sich zu verhalten: Allein, was ICH will, zählt. Ein Menschenrecht, daß jeder in das Land, das ihm gefällt einwandern und dort dann auch leben dürfe, existiert nicht. Es gibt ja auch nicht das Recht, daß jeder von einer Familie, weil es ihm in ihr besser gefällt als in der seinigen, adoptiert werden müsse.



Nun könnten aber solche Antitrumpkatholiken sich auf die Behauptung, daß ihr Gewissen sie dazu verpflichte,illegal Eingereiste zu schützen, stützen. Hierzu möchte ich auf den sehr guten Essay Joseph Kardinal Ratzingers verweisen: „Wenn du den Frieden willst...Gewissen und Wahrheit“1 Das Gewissen kann nicht als Rechtfertigungsgund für offensichtlich nicht moralisch akzeptables Verhalten genutzt bzw vernutzt werden.Hegel zitiert dabei Ratzinger zustimmend,wenn Hegel urteilt,daß das Gewissen „als formelle Subjektivität“ „auf dem Sprunge“ sei,“ins Böse umzuschlagen.“2

Völlig unreflektiert wird in dem Diskurs über die Migration auch, ob denn nicht eine solche Abwendung von der eigenen Heimat ein Vergehen wider das Gebot der Nächstenliebe ist, daß sich der Flüchtende seinen Verpflichtungen seiner Heimat gegenüber so sich entzieht. Daß durch eine Masseneinwanderung von Fremden das Recht des Volkes, in das so eingewandert wird, sein Leben selbstbestimmt zu führen, in Frage gestellt wird, wird auch nicht ernsthaft erörtert. Daß eine enthomogenisierte Gesellschaft, eine multikultiviert in viele Parallelgesellschaften aufgelöste,ein hohes Konfliktpotential in sich trägt und ethnische Konflikte vorprogrammiert sind, wird ebenso nicht bedacht. Nicht nur der Kampf aller gegen alle ist eine Möglichkeit eines zerfallenden Staates, (Thomas Hobbes) sondern ebenso die Version ethnischer Kriege, in einem Staate, wie es zuletzt in dem Staate Jugoslawien sich ereignete zwischen Serben,Kroaten und Albanern, der dann auch noch religiös verstärkt wurde durch den Kampf der albanischen Muslime wider die serbischen und kroatischen Christen. 

 

Zusatz:

1,6 Millionen Ilegale, die freiwllig in ihre Heimat zurückkehrten, das ist eine gute Nahricht.









1Joseph Kardinal Ratzinger, Werte in Zeiten des Umbruchs,2005, S.100 – 122.

2A.a.O.S.101, Fußnote 1.