Donnerstag, 8. Juli 2021

"Wir geben den Bischöfen ihre Autorität in dieser Sache zurück, aber sicher nicht den konservativen!"

 

(zum innerkirchlichen Kampf gegen alles "Rechte")

So wird auf Kath de am 7.7.2021 Erzbischof Roche zitiert. Es geht um den „Fehltritt“ Papst Benedikts, als er durch das „Summorum Pontificum“ die „Alte Messe“, die Weise, wie die Kirche über 400 Jahre lang die hl. Messe zelebrierte aus der Schmuddelecke wieder herauszuholen wollte, in die sie die Liturgiereform verarchivatisiert hatte zu einem bloßen Museumsstück, das nur noch Abscheu hervorrief.

Jetzt verdichten sich ja die Gerüchte, daß Papst Franziskus zum großen Schlag gegen die „tridentinische Messe“ ausholen will. Gerüchteweise soll den Papst dazu insbesondere das Entsetzen über gerade junge Priester bewogen haben, die gern oder gar mit Vorliebe diese zelebrierten. Hierbei soll ein Dezentralisierungskonzept angesetzt werden, daß es in das Belieben der Bischöfe gelegt wird, ob sie die „Alte Messe“ weiterhin erlauben oder verbieten wollen. Nun gibt es aber leider auch noch „conservative“ Bischöfe, die dann großzügig die Zelebration der „Alten Messe“ erlauben könnten. Das will nun aber dieser Erzbischof unterbunden sehen.Nur linksliberalen Bischöfen darf so das Recht zugeschrieben werden, über eine Erlaubnis der Zelebration der „Alten Messe“ zu entscheiden- und die werden dann, so die nicht unberechtigte Hoffnung dieses Erzbischfofes diese Messe verbieten. Hieran wird wieder einmal deutlich, daß das 2.Vaticanum und die nachkonziliare Kirche mit der Idee der Liberalität, wenn darunter verstanden würde, daß abweichende Meinungen zu tolerieren seien, nichts gemein haben.

Am beunruhigstens aber für die Feinde der „Alten Messe“ sind diese Untersuchungsergebnisse: „Ein Ergebnis: Bei den Besuchern der außerordentlichen Form seien jüngere Menschen, Familien und Männer im Vergleich zu Messen in der ordentlichen Form überrepräsentiert.“ Junge Menschen, Familien und Männer gehen also überdurchschnittlich häufig zur „Alten Messe“- darum muß sie bekämpft werden. Es scheint so, daß eine menschenleere Kirche das Ziel sei. Wie viele Bischöfe sehen gerade heute liebe junge Menschen auf Klimaschutzdemonstrationen als in der Kirchbank einen Rosenkranz betend!

Kath de titelt so am 7.7.2021: „Traditionalisten in Sorge: Kommt das Aus für die Alte Messe?“ Ein großer Traum der Modernisten scheint so nun in Erfüllung zu gehen, faktisch die Zeit der Katholischen Kirche vom „Trienter Konzil“, das sich weigerte, Luthers Irrlehren zu übernehmen, bis zum 2. Vaticanum als einen einzigen Irrweg zu verurteilen, der sich am signifikanntesten in der „Tridentinischen Messe“ manifestierte. Die „Neue Messe“ wird ja so von den Modernisten als erster großer Schritt zur Verprotestantisierung der Kirche gefeiert, daß sie aufhören soll, katholisch zu sein. Peinlich nur, daß diese veraltete Liturgie gerade bei jüngeren Menschen und auch bei Männern gut ankommt- aber das ist für das liberale Reformlager nur ein weiterer Grund, sie zu bekämpfen, denn zu ihr kommen die falschen Katholiken, die Frommen, die man gern los wäre. Denn der wahre Christ ist einer ohne liturgisch-gottesdienstliches Leben, einer eben, der sich auf die zu praktizierende Solidarität kapriziert und der keine andere Frömmigkeit akzeptiert als die diakonisch linkspolitische ausgerichtete.



 

Mittwoch, 7. Juli 2021

„Konsekrierte Hostie im Bauch von schwangerer Gottheit“ oder die neukatholische Lust an Göttin


So betitelte die quasi offizielle Internetseite der Katholischen Bischöfe Deutschlands die Wiederauferstehung der indianischen Göttin „Pachamama“, der Mutter Erde in der Katholischen Kirche. „Bericht: Pachamama-Figur als Monstranz verwendet. Bei der Amazonas-Synode sorgten Figuren der indigenen Göttin Pachamama für große Aufregung. Nun gibt es wieder Schlagzeilen wegen dieser Darstellung der Mutter Erde: Sie wurde als Monstranz bei der Anbetung des Allerheiligsten verwendet.“ Kath de am 5.7.2021.Ein ultrakonservertiver Lebensschutzaktivist hatte sich ja erdreistet, diese Göttindarstellung als nicht mit dem christlichen Monotheismus vereinbar aus einer Kirche zu entfernen. Aber:“Der Vatikan entschuldigte sich daraufhin bei den Indigenen. Die Aktion habe dem "Geist des Dialogs" widersprochen, der bei der Synode vorherrschen sollte.“

Zu diesem vaticanischen Geist des Dialoges gehört also, daß heidnische Gottheiten in katholischen Kirchen zur Verehrung aufgestellt werden! So kam man eben in Mexiko auf die Idee, eine konsekrierte Hostie, das ist Jesus Christus selbst, in den Mutterleib dieser Erdegöttin zu legen. Soll das heißen, daß auch Jesus Christus ein Kind dieser Göttin Pachamama ist, daß sie als Muttererde gedacht eben der Quellgrund alles Lebens und somit auch des Lebens Jesu sei? Nicht mehr Maria ist also seine eigentliche Mutter sondern die Göttin Pachamama.

Im Vatican ist die Begeisterung für diese Göttin wohl grenzenlos: „Im vergangenen Jahr gab der Vatikan zudem eine 10-Euro-Gedenkmünze mit einer Darstellung der Pachamama heraus.“

Kritiker dieser Göttinverehrung diffamiert Kath de als „Ultraconservative“,ja es sind gar Lebensschutzaktivistin- was wohl für Kath de auch etwas rein Negatives ist.

In Deutschland kapriziert sich der innerkirchliche Diskurs auf die bekannte Trias von Ja zum Frauenpriestertum, Sex für alle und Demokratisierung der Kirche. Papst Franziskus erscheint dabei den Reformern als plötzlich zu zögerlich, unterstützt er doch nicht offensiv diese Verweltlichungsagenda des „Synodalen Irrweges! Diese Focusierung verstellt aber den Blick auf die viel radicaleren Modernisierugsansätze des jetzigen Papstes, denn der erstrebt die Vergleichgültigung aller Religionen an, daß jede jede andere als gleich wahr anerkennen soll. Die Göttin „Pachamama“ steht eben gleichberechtigt neben dem dreifaltigen Gott, weil all das doch nur Bilder, Vorstellungen sind für den einen wahren Gott, der sich uns bekannt macht durch die diversen Masken der Gottesvorstellungen der einzelnen Religionen. Dazu paßt es auch, daß Papst Franziskus in einem vertraulichen Gespräch mit seinem Freunde Scalfari die Gottheit Jesu verneinte, denn wie sollte die christliche Religion sich nun als eine wahre neben all den anderen wahren verstehen, solange sie als ihr Alleinstellungsmerkmal ihr Gestiftetsein durch den einzigen Sohn Gottes behauptet.

Wenn Jesus aber nur ein Mensch war, auch wenn er ein besonders qualifizierter gewesen war, dann kann der von ihm rein menschlich verkündigte Gott gleichberechtigt neben der Pachamama Göttin zu stehen kommen, ja dann kann gar der Mensch Jesus als geboren aus dieser Göttin verstanden werden.

Zudem könnte ja so die Kirche ihren Feministin eine Freude bereiten, da sie so statt an einen männlichen Gott an eine weibliche Göttin glauben dürfen, die sicher sich auch für die Einführung des Frauenpriestertumes einsetzen wird.

Nur noch „Ultraconservative“ glauben ja noch an den Missions-auftrag der Kirche, während sie selbst schon längst den Dialog zur wechselseitigen Anerkennung aller Religionen als gleich wahr führt. Zu diesem Dialog gehört dann eben auch die Aufstellung von Götzenbildern in Katholische Kirchen!







 

Montag, 5. Juli 2021

Kurz und bündig: Der Priester ist zum Dienen, nicht zum (Be)Herrschen da!

(zum Anthropozentrismus in der nachkonziliaren Kirche)

Sehr oft seit dem Bekanntwerden der Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche wird diese Parole angestimmt. Der klerikal sich gebende Priester wird so zu der Negativfolie, der das Bild des guten Pfarrers als ein den Menschen Zugewandter und für sie Daseiender gegenübergestellt wird. Das klingt gut, aber es frägt sich doch, wem denn das Priesteramt dient. Die Antwort fällt eindeutig aus und provoziert so fast unerträglich: Ein Priester dient dem dreifaltigen Gott, indem er ihm zur Ehre die hl. Messe zelebriert und Gott das Meßopfer darbringt. Erst in zweiter Linie dient das Priesteramt der Gemeinde und den Einzelnen.

In der christlichen Theologie erwirkt aber die traditionelle Vollkommenheitslehre Gottes ein beachtliches Problem: Wie kann denn überhaupt einem so vollkommenen Gott, der sich selbst vollkommen genügt, noch gedient werden? Es liegt nahe, daß so spätestens im Geiste der Aufklärung das kirchliche Wirken und somit auch das des Priesteramtes rein auf den Menschen bezogen gedacht wird. Die Kirche teilt das von Jesus Christus am Kreuze gewirkte Heil durch die Predigt und die 2 Sakramente der Taufe und des Abendmahles aus, lehrte schon Luther ganz anthropozentristisch. Konsequenterweise schuf er dann ja auch das Priestertum ab, um es durch das Amt des Gemeindebelehrers zu ersetzen. Für Luthers Kampfgefährten Melanchthon bestand so die Kirche aus 2 Ständen: dem Lehrstand und den Zubelehrenden.

Dieser Anthropozentrismus setzte sich so zuerst in der Reformation durch und wurde durch den Geist der Aufklärung noch verstärkt. Der große Aufklärer Kant schrieb es nicht nur den Protestanten in ihr Lehrbuch: Ein vernünftiger Gottesdienst könne allein nur im Streben nach Sittlichkeit bestehen. Der Pfarrer habe mit seinen Gottesdiensten dem zu dienen und nicht Gott; das verurteilt Kant als „Afterdienst“ in seiner Schrift über die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft.

Nachkonziliar hat sich wohl weitestgehend die Katholische Kirche dieser Vorstellung des alleinigen Menschendienstes unterworfen. Deshalb gilt ja in der nachkonziliaren Kirche der Begriff des „Meßopfers“ als Unwort, ja man spricht kirchlich korrekt nur noch von „Mahlfeiern“. Dem korreliert, daß selbst wenn das Allerheiligste ausgesetzt ist, der Pfarrer mit dem Rücken zur Monstranz zur Gemeinde hin die Gebete spricht - die Gemeinde und nicht der dreifaltige Gott fungiert so als der Adressat des Betens.

Das Priesteramt diene also gar nicht Gott sondern sei ein reines Dienstamt, das sich an den Menschen orientiere.

Aber wie wird nun den Menschen gedient? Einst bestieg der Pfarrer die Predigtkanzel, um dann von „Oben“ her dem Kirchenvolke die Wahrheit zu verkünden. Ein Brückenbauer war er, indem er durch seinen Dienst von Gott her kommend die Wahrheit der Hörergemeinde nach unten hin vermittelte.

Nachkonziliar blieben die Predigtkanzeln leer, der Prediger fast in Augenhöhe mit der Gemeinde stehend legt nun das Evangelium für sie aus. Belehrt er sie noch, verkündet er noch die Wahrheit oder bezeugt er in seiner Predigt nur noch seinen persönlichen Glauben, etwas rein Subjektives? Er soll ja nur noch der Gemeinde dienen, sie begleiten- wie man heutzutage so gerne formuliert - und somit belehrt und führt er sie nicht mehr. In dem den Menschen „Dienen“ steckt ein Moment der Subordination, der Pfarrer hört so auf, ein Mittler zwischen Gott und dem Menschen zu sein, er wird zu einem Diakon der Menschen, denn ihnen allein hat er zu dienen. Einfacher formuliert: Der Pfarrer ist eine Servicekraft für das Gemeindeleben. Als solcher läßt er sich natürlich von der Gemeinde, ihren Wünschen und Interessen führen, er subordiniert sich so der Gemeinde. „Was wir nicht hören wollen, das darf der Pfarrer nicht mehr sagen!“ lautet dann die 1.Dienstanweisung an ihn. Da die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen sich im Laufe der Zeiten ändern, muß dann eben auch der Pfarrdienst sich dem anpassend wandeln. Wenn die Gemeinden also Frauen als Pfarrerin sehen wollen, muß das die Kirchenleitung akzeptieren, denn das gehört zu einer Serviceausrichtung der Kirche genauso notwendig dazu wie daß die Gottesdienste unterhaltsam für die Gemeinden zu gestalten sind.

Aus dem Vermittler zwischen Gott und der Gemeinde, dem priesterlichen Amt wird so eine Servicekraft im Dienste an der Gemeinde, die sich normativ an den Wünschen der Gemeinde auszurichten habe. So regiert in der Kirche weder Gott noch sein Vermittler, der Priester sondern allein die Gemeinde. Das ist dann die Stunde der organisierten Laiengemeinschaften der Kirche, die nun die systematische Parlamentarisierung der Kirche, auch als „Synodalisierung“ bezeichenbar, vorantreiben will, damit die Kirche ein reiner Servicebetrieb für ihre potentiellen Kunden wird.


Zusatz:

Es wäre wirklich notwendig, die klassische Vollkommenheitslehre Gottes zu prüfen, ob hier wirklich Gott noch als lebendiger Gott gedacht wird, oder ob er nicht an seiner Vollkommenheit stirbt, mehr einem toten als einem lebenden Sein gleicht.

 

Verlorene Illusionen – daß eine vernünftige Welt einmal sein werde



Der Aufklärungsphilosoph Kant frug einst: Was dürfen wir hoffen?-Balzacs Roman: „Verlorene Illusionen“, Flauberts: „Erziehung des Herzens“ oder de Maupassants „Bel ami“ könnten als Antwortversuche nach der Enttäuschung über die Errungenschaften der „Französischen Revolution“ gelesen werden. Es scheint so, daß Schopenhauers Pessimismus über das Hoffen auf die Realisierbarkeit einer vernünftig gestalteten Welt gesiegt hat.

Die „Göttin der Vernunft“, deren Verehrung wollte der Revolutionär Robespiere als Staatsreligion einführen, während die Guillotine den Unvernünftigen den Kopf abschlug. Es ist keine Übertreibung, daß diese Revolution die Geburtsstunde der Politik im emphatischen Sinne darstellt. Jetzt war die Politik nicht mehr die Kunst des Regierens, jetzt avancierte die Politik zu dem Medium der Welterlösung durch den Willen, die Welt gänzlich neu, nämlich rein vernünftig zu gestalten. Als das Unvernünftige schlechthin galt nun die Herrschaft des Adels und des Klerus – der vernünftige Bürger sollte an ihre Stelle treten, die Regierung der Parlamente, in der das vernünftige Argument allein kraft seiner Vernünftigkeit sich durchsetze und so die politische Vernunft regiere.

Nicht zu übersehen ist hier die darin sich ereignet habende Transformation der christlichen Hoffnung auf das jenseitige Reich Gottes in das politische Projekt der aufgeklärten vernünftig gestalteten Welt.

Zwei Reaktionen lassen sich verschematisiert auf die Enttäuschung über die Realität des ersten großen Versuches des Projektes der Hervorbringung der vernünftigen Welt in Frankreich rekonstruieren:

einerseits die Aufgabe an den Glauben an die Erschaffbarkeit einer vernünftigen Welt und

andererseits das Insistieren auf die Realisierbarkeit dieses Projektes, die nun durch eine zweite politische Revolution die Particularität der bürgerlichen Revolution überwinden sollte, der politische Glaube an die kommunistische Revolution,die der Arbeiterklasse. G. Lukacs konzipierte nach diesem Schema sein Opus: „Die Zerstörung der Vernunft“, in dem er die These entfaltet, daß die ganze bürgerliche Philosophie nach Hegel ihre Aufgabe darin sah, die Vernunft als das Vermögen, die Welt politisch vernünftig zu gestalten, zu desavouieren. Nur der Marxismus habe so die Vernunft der bürgerlichen Revolution bewahrt, um die verspielten Hoffnungspotentiale von ihr in der erstrebten sozialistischen Revolution zu realisieren.

Spätestens seit dem Ende des letzten großen Versuches, die Welt durch die Praxis der politischen Vernunft zu humanisieren, ist dies Projekt der Politik im emphatischen Sinne aufgegeben worden. Das kennzeichnet den Geist der Postmoderne, wenn unter der Moderne die Konstruktion der Politik in diesem emphatischen Sinne verstanden wird.

Die Vernunftkritik radicalisierte sich in dem großen Essay von Adorno und Horkheimer: „Dialektik der Aufklärung“, in dem die Vernunft nun unter den Generalverdacht geriet, daß gerade sie der Grund für die Unterdrückung des Menschen und der Ausbeutung der Natur ist- das, was die Befreiung von irrationaler Beherrschung und Unterdrückung verhieß, wurde selbst zum Medium neuer noch viel totalitärer Beherrschung in der jetzigen Welt.

Sehen wir uns nun so, hinter uns den Trümmerberg verlorener Hoffnungen liegen, bereit auf ein neues religiöses Hoffen, nachdem die Hoffnungsprojekte der Politik gescheitert sind? Es scheint eher so, daß das Vermögen zu hoffen in der westlichen Kultur aufgebraucht ist. Desillusioniert wird auf nichts mehr gehofft, auch und gerade auch in der Kirche. Dies Nichtmehrhoffenkönnen ist wohl ein wesentliches Merkmal der Dekadenz in der Postmoderne.


 

Samstag, 3. Juli 2021

Die Kirche zwischen Arztpraxis und Verbrauchermarkt

(Zur Vermarktwirtschaftlichung der Kirche)



Die Ordnung des Gesundheitssubsystemes ist ausgerichtet auf den Wert der Gesundheit. Erkrankte gehen zu einem Arzt, der die Krankheitssymptome des Patienten analysiert, eine Diagnose erstellt und dann die zur Wiederherstellung der Gesundheit notwendigen Schritte festlegt. „Sie haben eine schwere Lebererkrankung; deshalb müssen Sie sofort mit dem Alkoholtrinken aufhören und diese Tabletten einnehmen.“ Auch wenn der Arzt sehr wohl weiß, daß dieser Patient ein Liebhaber des Weines ist, er wird ihm diese bittere Wahrheit nicht vorenthalten, denn das ist seine Pflicht. Es gibt in der Diskursordnung der Gesundheit bittere Wahrheiten, die um des Grundwertes dieser Ordnung, der Gesundheit nicht verschwiegen werden dürfen.

In einem Verbrauchermarkt herrscht nun eine ganz andere Ordnung. Das oberste Ziel ist die Gewinnmaximierung. Ein Produkt, das zum Verkauf in den Regalen präsentiert wird, aber nicht gekauft wird, das wird nach einiger Zeit aus dem Sortiment herausgenommen. Was nicht sich verkaufen läßt, kann nicht zu einem Verbrauchermarktsortiment gehören. Selbst wenn Weinkenner urteilten, daß diese Weinsorte von höchster Qualität sei, würde sie aus dem Regal herausgenommen werden und eventuell durch einen Billigstwein ersetzt, der aber viel gekauft wird. In der Ordnung der Verbräuchermärkte ist die Qualität eines Produktes identisch mit der Häufigkeit seines Verkauftwerdens und der Höhe des dabei erzielten Gewinnes. Ganz anders sieht es in einer Apotheke aus: Der Arzt verschreibt die für den Zweck der Wiederherstellung der Gesundheit nützliche Medikamente, ihre Qualität ist so ihre Nützlichkeit.

Die Kirche ist von ihrem Wesen eine Institution, durch die Gott das Heil an alle Menschen vermitteln will, dazu stiftete und erhält er sie. Darum ähnelt ihre Ordnung der des Subsystemes der Gesundheit. Die Qualität ihrer „Produkte“ ist so die Wahrheit.

Aber die Kirche ist so auch auf die Menschen als Adressaten ihres Wirkens ausgerichtet. Was wir nun seit dem 2.Vaticanum in der Katholischen Kirche wahrnehmen, ist eine Umorientierung der Ordnung der Kirche zu dem Ordnungsmodell des Verbrauchermarktes. Kirchenkritiker stellen eben fest, daß die Produkte und Angebote der Kirche nicht mehr bei ihrer Kundschaft ankommen, sodaß nun eine Angebotsveränderung empfohlen wird.

Analysten stellen fest, daß die Angebote in der Rubrik der Dogmatik, der Glaubenslehre so wenig interessieren, daß man sie ruhig archivieren kann als nicht mehr Verkaufbares. Dagegen stoße die jetzige Morallehre auf heftigste Abneigung und müsse so den heutigen Konsumentenwünschen angepaßt werden. Die Kirche dürfe in den Fragen der Moral nicht etwas lehren, was ihr heutiges Klientel nicht hören wolle.

Nun gibt es aber nicht nur den Einzelkonsumenten sondern auch organisierte Konsumentengruppen: Wenn die Kirche nicht gemäß unseren Wünschen ihre Angebote revidiert, dann drohen wir mit einem Boykott. Besonders einflußreiche Lobbyorganistionen in diesem Sinne sind die feministischen und die homosexuellen Organisationen. Ohne deren Einfluß gäbe es sicher keinen „Synodalen Irrweg“.

Vielleicht ist dies gerade ein Symptom der Postmoderne, daß der freie Markt zu dem Ordnungsmodell für alle Subsysteme heutiger Gesellschaften avanciert. Auch die Produktion von theologischen und moraltheologischen Produkten soll gemäß dem Wert der Verkaufbarkeit, des: Wie kommt das an beim Kunden?, ausgerichtet werden.

Der Konflikt zwischen den wenigen Conservativen und dem linksliberalen Reformlager in der Kirche ist der der Frage nach der Grundorientierung: Versteht sich die Kirche wie eine Arztpraxis oder eher wie ein kundenorientiert agierender Verbrauchermarkt. Es geht so nicht einfach um die Antithese von Theo- oder Anthropozentrismus, es geht um die Frage, steht die Sorge um das Heil des Menschen im Vordergrund oder die, welche Angebote muß die Kirche wie anbieten, um bei vielen gut anzukommen, und isb bei den Mächtigen der Welt, damit die nicht zum Boykottieren der Kirche aufrufen.



 

Freitag, 2. Juli 2021

Kirche ohne Zukunft- oder die Selbstsäkularisierung der Kirche

(Die Jugend ist die Zukunft der Kirche- aber wie betreibt sie in Deutschland ihre Jugendarbeit?)

Lisi Maier gibt ihr Führungsamt beim BDKJ ab, Anlaß genug für sie, eine Rückschau zu halten auf ihre erfolgreichen Jahre gut geleisteter Arbeit im BDKJ. Diese Organisation ist ja nicht irgendeine sondern die, die offiziell die gesamte Jugendarbeit der Katholischen Kirche Deutschlands trägt. Da die Zukunft der Kirche ihre Jugend ist, verlangt dieser Selbstrückblick eine aufmerksames Lesen. „Kath de“ berichtet:

Innerhalb des BDKJ hat es einen starken Ausbau beim Thema Mädchen- und Frauenpolitik gegeben. Wir haben Themen der Gleichstellungspolitik verstärkt in den kirchenpolitischen, aber auch in den gesellschaftspolitischen Bereich eingebracht. Ganz aktuell tut sich sehr viel beim Thema Geschlechtervielfalt: Der BDKJ hat sowohl innerkirchlich als auch gesellschaftspolitisch die Perspektiven von LGBTQI*-Jugendlichen sichtbar gemacht. Wir haben natürlich auf das Erstarken rechtsextremer Parteien und Strömungen mit einer entsprechend starken Abgrenzung, mit viel Bildungsarbeit, Unterstützung für die Ehrenamtlichen in der Geflüchtetenarbeit und kreativen Kampagnen gegen Rechtsextremismus reagiert.“

So wird die Arbeit der letzten Jahre des BDKJ zusammengefaßt. Klar werden die Schwerpunktthemen benannt:

Mädchen und Frauenarbeit mit dem Ziel der Gleichstellungspolitik

Geschlechtervielfalt: es gibt eben mehr als die zwei der Frau und des Mannes

LGBTOJ-Jugendliche

Kampf gegen Rechtsextremer

Asylarbeit

Eines fällt sofort auf: Diese Schwerpunktthemen hätten genauso die Schwerpunktthemen jeder beliebigen linksorientierten Jugendorganisation sein können. Nichts Religiöses, gar Christliches oder gar Katholisches findet sich da.

Wie versteht sich nun der BDKJ in der Katholischen Kirche? „Lisi Maier über die politische Lobbyarbeit des BDKJ“- treffender kann es nicht formuliert werden. Diese Organisation ist einfach die politische Lobbyorganisation der jungen Menschen in der Kirche. Ihr Ziel, daß die Jugendlichen mehr Einfluß auf die Kirche nehmen können.

So formuliert Frau Maier dies: (Kath de 1.7.2021): „Wir vertreten die Interessen unserer Mitglieder, wir organisieren uns selbstbestimmt und gestalten auf allen Ebenen wertgebundene Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit. Wir stehen auf dem Fundament des katholischen Glaubens, und gerade deshalb ist es unser Auftrag, die Lebenswirklichkeit, die Interessen und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und unsere Arbeit danach auszurichten.“

Der BDKJ ist also die organisierte Interessenvertretung ihrer Mitglieder. Das klingt etwas nach Gewerkschaft, Mitbestimmung und Betriebsrat. Aber dann taucht wie ein Fremdkörper der Begriff der Wertgebundenheit auf. Das soll etwas mit dem Katholischen Glauben zu tuen haben, aber was wie? Der Text läßt uns nicht im Unklaren. Unter der Wertgebundenheit wird verstanden:

Die Lebenswirklichkeit, die Interessen und die Bedürfnisse ernst zu nehmen und danach die Arbeit auszurichten. Das dürfte jeder Verein genauso formulieren bezüglich ihrer Vereinsmitglieder. Die Wertgebundenheit reduziert sich so auf die Ausrichtung der Arbeit auf das subjektiv von ihren Mitgliedern Gewollte. Was soll nun daran Katholisch oder auch nur religiös sein? Zudem: Was sind denn die Interessen und Bedürfnisse der Mitglieder? Die Antwort ist klar: Frauengleichberechtigung, Geschlechtervielfalt, Förderung der Homosexualität und das Engagement für andere sexuelle Orientierung von Minderheiten und die Unterstützung von Asylanten und nicht zu vergessen: Der Kampf gegen Rechts. Das sind also die Interessen und Bedürfnisse der Vereinsmitglieder. Offensichtlich versteht sich der BDKJ als eine Gutmenschorganisation, die politisch korrekte Vereinsarbeit leistet und leisten will.

Hierfür schlägt dann das Herz des BDKJ: „Wenn wir als BDKJ nicht authentisch versuchen würden, die Rolle der Frau in der Kirche zu stärken, dann würde uns auch nicht abgenommen, dass wir authentisch für mehr Frauen in den Parlamenten oder in Führungspositionen eintreten.“ Es geht einfach um den Kampf um Machtpositionen in der Kirche, der Gesellschaft und der Politik. Frauen begehren nach mehr Macht. Wozu sie diese dann nutzen wollen, bleibt ungesagt- wozu auch, wenn der Wille zur Macht(beteiligung) das Zentralanliegen ist. Die Macht wird um der Macht willen erstrebt. Offenkundig haben die Vereinsmitglieder des BDKJ keinerlei religiöse, gar christliche oder gar noch katholische Interessen: Diese Organisation hat sich eben so vollständig säkularisiert, daß nichts Religiöses oder gar Christkatholisches in ihr noch einen Platz fände.

Eine Kirche, die solch eine Jugendarbeit praktiziert, hat nach menschlichen Ermessen keine Zukunft mehr.



Zusatz:

Als politisch korrekte Jugendorganisation fordert sie natürlich eine strikte Abgrenzung gegen Rechts und somit Katholikentage ohne Afdler. Mit politisch Andersdenkenden redet man nicht- nur mit Gleichgesinnten.





 

Donnerstag, 1. Juli 2021

Täterschutz über Alles! Oder warum es Täter und Nichttäter und Opfer und Nichtopfer gibt!

Täterschutz über Alles! Oder warum es Täter und Nichttäter und Opfer und Nichtopfer gibt!



Es gibt Gruppen von Menschen, die a priori niemals Täter sein können und andere, die eigentlich immer die Täter sind. Wenn in Deutschland ein Asylant oder Mensch mit Migrationshintergrund einen oder mehrer Deutsche tötet, dann ist dieser „Täter“ kein Täter, denn in der Regel ist er a) psychisch krank, sodaß er nicht für seine Tat verantwortlich machbar ist und b) immer nur ein „“Einzeltäter“, sodaß nicht ein Kollektiv, dem er angehört, eine Mitverantwortung für sein Tuen mitträgt. Der „Täter“ kann noch so viele islamistische Parolen rufen, stets hat seine Tat nichts mit seiner Religion zu tuen und auf keinen Fall darf von rassistischen Beweggründen dieser Tat geschrieben werden, denn nur „Weiße Männer“ können Rassisten sein. In der veröffentlichten Meinung wird so einerseits die Nichtver-antwortlichkeit des Täters und andererseits die Nichtverantwortlichkeit der Religionsgemeinschaft bzw Ethnizität hervorgehoben. Der Islam sei eben eine Religion des Friedens und Asylanten und Flüchtlinge seien eben „Opfer“ von Gewalt und Unterdrückung und Diskriminierung,sodaß auch sie keine Täter sein können.

Das zeitigte nun auch Folgen für die Opfer von solchen Tätern. Sie sind keine richtigen Opfer: Keine Menschenkette mit Friedenslichtern, keine Aufrufe zur Solidarität mit den Opfern. Sollte es doch dann zu Trauerkundgebungen für diese Opfer kommen, sind das für die veröffentlichte Meinung „Nazidemonstrationen“, die die Opfer für „rechte Politik“ instrumentalisierten. Aufrechte Gutmenschen demonstrieren dann gar gegen solche Trauerkundgebungen mit der Parole: „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“ Denn spätestens seit den politisch korrekten Demonstrationen in Dresden gegen die Trauerkundgebungen für die dortigen Opfer des Bombenterrors wissen wir, daß Deutsche keine Opfer sein können.Wir seien ein „Tätervolk“, weil wir doch alle irgendwie „Nazis“ seien.

Ganz anders verhält es sich nun, wenn ein Deutscher, wenn er im ethnischen Sinne ein Deutscher ist, einen Asylanten getötet hat. Hier ist der Täter immer voll für seine Tat verantwortlich. Zudem wird stets präsumiert, daß ein solcher Täter aus „rassistischen“ Motiven gehandelt haben wird. Verantwortlich ist so gesehen in erster Linie die Gemeinschaft, der er angehört: der rechten Szene. Das Augenmerk wird dann auf die „Schreibtischtäter“ gelenkt, die die eigentlichen Übeltäter seien: alle Rechtsparteien, die rechten Intellektuellen, rechte Internetseiten, eigentlich jeder, der die Politik der offenen Grenzen, jeder, der rein will, lassen wir rein, kritisiert. Die Opfer solcher Täter sind dann auch wirkliche Opfer, für die öffentlich getrauert wird, die als solche eine dauernde Anklage an uns sind, die wir ja alle irgendwie „Rassisten“ sind. Verglichen damit sind Opfer unseres Volkes Nichtopfer, weil ja auch die Täter eigentlich Nichttäter sind.

Es gibt eben Menschengruppen, die a priori keine Täter sein können. Diesen Grundsatz hat sich nun auch die Kirche zu eigen gemacht: Wer auch immer Täter der Mißbräuche in der Kirche gewesen sein soll, der Homosexuelle ist als Täter a priori auszuschließen. So wurde der Kleriker als Tätertyp konstruiert, nur damit jeder Spur auf die wirklichen Täter verwischt wird. Auch der Kunstbegriff der „sexualisierten“ Gewalt dient dieser Verschleierung: Diese Gewalt sei eine der Herrschaft des Mannes über die Frau, ein Moment der patriachalistischen Unterdrückung der Frau durch den Mann und habe so eigentlich wenig mit der Sexualität zu tuen. Um zu unterdrücken, würde diese Art der Gewalt appliziert, nicht primär um der Befriedigung sexueller Begierden. Ob dieser Entsexualisierung der Mißbräuche erübrigt sich dann eine Nachfrage nach der „sexuellen Orientierung“ der Täter- um des Täterschutzes willen.



Zusatz:

Die Linkspartei hat drei Tage nach der Würzburger Messerattacke durch einen somalischen Asylbewerber vor anti-moslemischem Rassismus gewarnt. „Rassistische Gewalt, Haß und Diskriminierung aufgrund ihrer Religion oder ihrer Herkunft erleben Musliminnen und Muslime in Deutschland tagtäglich. Musliminnen und Muslime erfahren Diskriminierung in Schulen, an Universitäten, auf dem Wohnungs- und dem Arbeitsmarkt oder auf Ämtern“, sagte die religionspolitische Sprecherin der Linkfraktion im Bundestag, Christine Buchholz, anläßlich des Tages gegen anti-moslemischen Rassismus am 1. Juli. Junge Freiheit am 30.6.2021: Der Täter ist kein Täter sondern ein Opfer und die Opfer sind keine Opfer für diese antideutsche Partei.