Dienstag, 7. März 2023
Papst Franziskus: Die elitäre deutsch-synodale Ideologie
Papst Franziskus: Die elitäre deutsch-synodale Ideologie
Der Heilige Vater warnte klarsichtig vor „liberalisierenden Reformen“ in Deutschland und beklagte, dass eine „Elite“ fernab vom Volk Gottes diesen Prozess beherrsche. Der deutsch-synodale Weg folgt somit einer Ideologie, somit nicht dem Hören auf den Willen Gottes. Papst Franziskus sagte: „Die Gefahr ist, dass etwas sehr, sehr Ideologisches hineinkommt. Wenn die Ideologie in kirchliche Prozesse eingreift, geht der Heilige Geist nach Hause, denn die Ideologie besiegt den Heiligen Geist.“
Mit dieser Kritik haben die kryptoprotestantischen Reformer wohl nicht gerechnet, als sie anfingen, die Mißbräuchsfälle zur Durchsetzung der nun fast schon antiquiiert wirkenden Reformagenda der antikatholischen Organisation: „Wir sind Kirche“ mit ihrem „Kirchenvolksbegehren“ durchzusetzen. (Vgl dazu mein Buch: Der zensierte Gott). War denn nicht Papst Franziskus der Hoffnungsträger des linksliberalen „Katholizismus“, nachdem nun der conservative Papst Benedikt XVI, der gar ein Theologe war, sich selbst abgesetzt hatte, um nun sicher unbeabsichtigt einem „Seelsorger“ das Feld zu überlassen, einem, von dem zu erwarten war, daß er es mit der Lehre der Kirche nicht so genau nähme?
Nun verurteilt dieser Papst gar diese linksliberale Ideologie der Reformer, das geistige Fundament dieser Reformagenda. Verunklart wird dem Beobachter dieser Reformagenda die Einsicht in ihren ideologischen Charakter dadurch, daß diese Ideologie nun nicht selbst in dieser Agenda expliziert wird, sondern nur die Früchte dieser Ideologie in den Texten des Synodalen Irrweges erscheinen. Um die dieser Reformagenda zugrunde liegende Ideologie zu rekonstruieren, wäre so als erstes vonnöten, sie von dem Ereignis der Mißbräuchsfälle im Raume der Kirche abzutrennen, denn diese Ideologie mit ihren aus ihr entspringenden Forderungen hat nichts mit diesen Verfehlungen in der Kirche zu tuen. Als zweites wäre dann sorgfältigst die ideengeschichtliche Verwandtschaft dieser Ideologie mit dem von der Kirche einmütig verurteilten Modernismus zu analysieren.
Der Papst verzichtet auf solch eine Analyse und konstatiert stattdessen einfach die Unvereinbarkeit dieser Ideologie mit dem Heiligen Geist. Das macht nun aber auch diese päpstliche Kritik problematisch, verundeutlicht sie. Unklar ist nämlich, wie Papst Franziskus das Verhältnis vom Heiligen Geistzu der Lehre der Kirche ansieht. Ist diese Lehre die vom Heiligen Geist in der Kirche hervorgebrachte, wie es im ersten Apostelkonzil hieß: „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen“, oder fungiert der Heilige Geist hier eher als ein dynamisches Prinzip, das für die Innovationen in der Kirche steht, daß Altes zu überwinden sei, um Neuen Platz zu machen? Es spricht einiges dafür, daß für Papst Franziskus der Heilige Geist eher traditionskritisch in Anspruch genommen wird. Wie erklärte sich sonst auch die Vehemenz seines Kampfes wider die traditionelle Gestalt der Messe!
So könnte sich diese Papstkritik faktisch als bloße Kritik eines politisch Linksstehenden an der linksliberalen Ideologie entpuppen.Als eher traditionalistisch Linken stünden dann jetzt auf seiner Agenda der Kampf um eine gerechte Welt, das Projekt ihrer Humanisierung, das Ringen, alle Religionen für dies Anliegen zu gewinnen im Vordergrund und nicht die Liberalisierung der Sexualmorallehre der Kirche und die Rezeption des Feminismus mit seiner Genderideologie. Als Linkspolitischer will er die Welt stattdessen verbessern, die Linksliberalen die Kirche nur der Welt, so wie sie jetzt ist, einpassen, sie verweltlichen.
Franziskus über Roten Faden zum Verständnis seiner Amtszeit
Auf Kath de hieß es am 2.3. des Jahres: „Papst im Interview: Kirche bewegt sich immer vorwärts“- diese Äußerung läßt ja eher auf ein traditionskritisches Verständnis des innerkirchlichen Wirkens des Heiligen Geistes schließen und meinte dann, wenn ich nicht ganz falsch liege, daß die Kirche sich jetzt zu öffnen habe für das Projekt der Humanisierung der Welt durch eine Cooperation aller Religionen für dies Unterfangen.
Corollarium 1
In einem ist Papst Franziskus aber uneingeschränkt zuzustimmmen, daß der Diskurs des Synodalen Weges nicht bestimmt wird durch die Kontroverse differenter Theologien, sondern daß in der Kraft von Ideologien, der des Liberalismus nun die kirchliche Theologie desavouiert wird. Die Parole der Nichtzeitgemäßheit meint ja nur, daß die Kirche sich die Ideologie des Liberalismus zu eigen gemacht hat.
Montag, 6. März 2023
„Flüchtlingstragödie: Papst trauert“ - oder ein erfolgreiches Geschäftsmodell wird besichtigt
„Flüchtlingstragödie: Papst trauert“ - oder ein erfolgreiches Geschäftsmodell wird besichtigt
„Papst Franziskus forderte die Menschen auf, dafür Sorge zu tragen, dass sich solche Tragödien nicht wiederholten. "Mögen sich die Reisen der Hoffnung nicht mehr in Reisen des Todes verwandeln. Möge das klare Wasser des Mittelmeers nicht länger durch solch tragische Vorfälle blutig werden", so der Papst.“
So tönt es am 5.3.2023 auf der Internetseite Kath de, die wie nicht anders zu erwarten politisch ganz korrekt über diesen tragischen Vorfall berichtet. Was war passiert: Flüchtlinge sind bei ihrem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, um in Europa Asyl zu bekommen, ertrunken. Das sei ein tragischer Vorfall, der sich nicht wiederholen dürfe. Die blumige päpstliche Formulierung, daß sich diese Fluchten nicht mehr in Reisen des Todes verwanden mögen, meint nun ja nichts anderes, als daß Europa und dann faktisch Deutschland all diese Flüchtlinge aufzunehmen habe, nur weil sie hier leben möchten. Am sichersten wäre es dann wohl, damit solche Unfälle sich nicht mehr ereignen, daß wir die Flüchtlinge gleich per Flugzeug nach Deutschland einflögen.
Der Leser möge sich dies mal vorstellen: 3 Männer beschließen, um endlich an viel Geld zu kommen, um der Armut zu entfliehen, eine Bank auszurauben: Da liegt ja das Geld im Überfluß im Tresor. Beim Sprengen der Safetür verletzen sich die drei aber schwer und sterben dann noch am Tatort. Ist das eine Tragödie? Wer mit Sprengstoff hantiert und kein ausgebildeter Sprengstoffmeister ist, muß mit Verletzungen, auch mit tödlichen rechnen. Nun haben diese 3 dies Risiko auf sich genommen, weil die Chance, so zu viel Geld zu kommen, ihnen dies Risiko wert war.Mehr Geld haben zu wollen, ist nun moralisch beurteilt, nicht verwerflich, aber verwerflich ist es, durch einen Raub zu mehr Geld kommen zu wollen. Auch der Verweis auf die Armut der Bankräuber legalisiert nicht den Versuch eines Bankraubes.
Was wäre dann von einer Presse zu halten, die der Bank Unmenschlichkeit vorwürfe, weil sie es in Kauf nähme, daß Räuber beim Versuch eines Bankraubes sich schwer verletzten, oder gar stürben? Hätte die Bank etwa die Pflicht, ihr Geld leicht zugänglich für jeden Räuber bereitliegend aufzubewahren?
So wenig ein Bürger ein Recht hat, mit der Begründung seiner Armut Geld aus einer Bank zu bekommen und wenn die Bank das Geld ihm nicht freiwillig geben will, es aus der Bank zu rauben, so wenig hat ein Mensch das Recht, in jedem Staat, in dem er leben möchte, auch zu leben und es existiert auch keine Pflicht des Staates, jeden, bloß weil er in dem Staat leben will, in sich aufzunehmen.
Das weiß auch jeder Flüchtling. Da helfen nun die „Schlepper“ weiter. Sie verkaufen Flüchtlingen Schiffsplätze auf Schiffen, die dann Seenot geraten, sodaß dann die Flüchtlinge von „Seenotschiffen“ an Bord genommen werden. Die fahren dann Häfen Europas an,um dort dann die Aufnahme der Flüchtlinge zu erzwingen. Ist dann erst der Asylantrag gestellt, ist es kaum noch möglich, Flüchtlinge zu repatriieren.Man verliert eben alle Ausweisdokumente, sodaß nicht mehr ihr Herkunftsland eruierbar ist oder sie widersetzen sich einer Abschiebung in ihre Heimat, gelegentlich durch das sogenannte Kirchenasyl unterstützt.
Zu diesem recht erfolgreichen Geschäftsmodell der Schlepperorganisationen gehört nun konstitutiv, daß Flüchtlinge im Meer ertrinken. Das legitimiert nämlich den Einsatz der „Asylantenrettungsschiffe“, Flüchtlinge an Bord zu nehmen, damit sie nicht mit ihren nicht seefähigen Booten im Mittelmeer untergehen.Dann werden diese aber nicht in den nächsten Hafen geschippert, sondern durch das ganze Mittelmeer hindurch zu einem europäischen Hafen gebracht, damit sie so da als Flüchtlinge aufgenommen werden müssen.
Schlicht und einfach gesagt: Um zu einem besserem Leben zu kommen, gehen Flüchtlinge ein beachtliches Risiko ein. Sie erschleichen sich dabei ihr Leben in Europa und isb bei uns, indem sie sich als in Seenot Geratene oder geraten Werdende inszenieren, um so in Europa als Seenotopfer aufgenommen zu werden. Die Schlepper verdienen gut, die Seenotretter leben gut ob ihres Rufes als humanitäre Hilfsorganisationen und die Flüchtlinge kommen so zu ihrem besseren Leben - nur die gutwilligen Gastländer tragen den Schaden davon,so wenn jetzt Deutschen ihre Wohnungen gekündigt werden, damit Flüchtlinge da einziehen können oder Seniorenheime gelehrt werden, weil die Betreiber an Flüchtlingen mehr Geld verdienen, wie es jetzt in Berlin geschah.
Das funktioniert aber nur, wenn ab und zu auch Flüchtlinge im Meer ertrinken und die politisch korrekten Medien dann wieder lamentieren, man müsse jeden Flüchtling auf See retten - keiner dürfe ertrinken! Müßte dann nicht auch jede Bank jedem armen Bankräuber einen freien Zugang zu ihren Geldtresoren gewähren, wenn das konsequent zu Ende gedacht würde?
Zusatz: Berliner Zeitung 7.2.2023: Weißbrote= Deutsche
: Da fährt einer zur See, um Menschenleben zu retten, dann aber sagt er, es gehe ihm eigentlich um ein anderes Deutschland, in dem es keine „Weißbrote“ mehr gibt. Auch für Menschen auf der Flucht müssen sich diese Äußerungen merkwürdig anhören. Rettet Steier die Flüchtlinge und Migranten nur, um seine Abneigung gegen Deutschland auszuleben?
Sonntag, 5. März 2023
Zur Papst Benedikts Kritik der Moderne
Zur Papst Benedikts Kritik der Moderne
„Das menschliche Denken, das immer ein Denken des Seins gewesen sei, habe einen Paradigmenwechsel vollzogen. An die Stelle des Seins sei das Faktum getreten, die Gleichsetzung von Wahrheit und Sein wurde abgelöst von der Gleichsetzung von Wahrheit und Tatsache (!). Die Herrschaft des Faktums bewirkte die radikale Zuwendung des Menschen zu dem von ihm Gemachten als der einzigen Gewissheit. Dieses Credo wurde noch einmal gesteigert im Marxismus: aus dem Faktum wurde ein Faciendum. Das Reich Gottes – der Zentralbegriff des Christentums – wurde nun zum Reich des Menschen, es ging um die bessere Welt von morgen.“
Diese gediegene Zusammenfassung der Kritik der Moderne durch diesen „Mozart der Theologie“ findet sich in dem Essay: „Der Synodale Weg und die Kritik aus Rom“. (Internetblogg: feinschwarz, 2.März 2023). Die Intention dieses Essays ist klar, daß diese inakzeptable Kritik der Moderne durch diesen Papst die jetzige Kritik aus Rom fundiere. Die Moderne wird also verstanden als Aufhebungsprojekt des christlichen Glaubens an das Reich Gottes, indem nun das von Gott verheißende als das von ihm gewirkte Reich als die Aufgabe des Menschen umgedeutet wird. Die Reich Gottes Hoffnung wird also nicht einfach negiert sondern transsubstantioniert in die Aufgabe des modernen Menschen. Nun ist es zwar sinnvoll, den Marxismus als die gesteigerte Form dieser Umformung zu bezeichnen, aber der Marxismus ist nicht der einzige Vertreter dieser Umformung. Die ganze aufklärerische Philosophie praktizierte diese Umformung, sicher auf verschiedenster Weise, aber das war ihr Kerngeschäft.
Wenn etwa der Philosoph Habermas von dem unvollendeten Projekt der Moderne schreibt, dann meint er damit, daß die positiven Potentiale, die in der Moderne präsent sind,nicht, oder noch nicht realisiert worden seien. Das Ziel sei eine humanistisch vernünftig gestaltete Welt.
Wenn Gerard Raulet in seinem Buch: „Gehemmte Zukunft.Zur gegenwärtigen Krise der Emanzipation“ 1986 von der „Krise des linear fortschrittlichen Geschichtskonzeptes“, von der „Infragestellung des emphatischen Vernunftbegriffes“, (S.7), von der Krise des Glaubens an das revolutionäre Subjekt der radicalen Weltveränderung schreibt, dann benennt er damit die Krise der Moderne, die Kritik der Moderne vom Standpunkt der Postmoderne her.
Ironisch könnte dann der Synodale Weg und die dazugehörige Zeitgeisttheologie als Versuch deuten, die Kirche mit diesem Konzept der Moderne auszusöhnen, während die Moderne selbst als gescheitert längst von der Epoche der Postmoderne abgelöst wurde. Papst Benedikts conservative Kritik der Moderne wird dadurch zu einer der Postmoderne kompatiblen Kritik einer dem Denken der Moderne ganz und gar verhafteten Modernisierungstheologie! Das entscheidende Motiv der Reformtheologie ist ja, daß die Kirche dem allgemeinen gesellschaftlichen moralischen, kulturellen Fortschritt hinterherhinke, die Emanzpationsentwickelung verschlafen habe. Die Kirche gliche zu auf dem Bahnhof abgestellten Waggons, während die Lokomotive des Fortschrittes auf den Gleisen des Fortschrittes ohne sie davonfährt, dem Morgenrot der besseren Welt entgegen. Die Vorstellung, daß unter dem Begriff der Reform ein Zurück zum Ursprünglichen verstanden wird, muß ja aus der Perspektive eines linear fortschrittlichen Geschichtskonzeptes als reaktionär verurteilt werden. Die Tradition ist von ihrem Wesen her nur das Veraltete, das nur wahr gewesen war, als es neu auftrat, um dann durch den progressierenden Strom der Zeit zu veralten. Wahr ist nicht mehr das ewig wahr Seiende, sondern der Fluß, der alles einstig Wahre entwertet, um stets neue Wahrheiten hervorzubringen. Darum müsse die Kirche sich permanent modernisieren, alles Alte als Veraltetes hinter sich lassend. Dann kann selbstverständlich auch Jesus Christus nicht mehr die ewige Wahrheit sein.
Peinlich ist aber nun, daß die Bischöfe Deutschlands dank intensivster Nachhilfe durch die modernistische Universitätstheologie ihre Liebe zu dem Projekt der Moderne findet, wo dieses nun schon untergegangen ist, auch wenn nicht nur der Philosoph Raulet als Ernst Bloch Schüler von der Hoffnung der Moderne retten versucht, was irgendwie noch als rettbar erscheint, ganz conservativ der Moderne, der großen Emanzipationserzählung (vgl Lyotard, Das postmoderne Wissen) verhaftet.
Corollarium
Es muß aber auch festgehalten werden,daß die Moderne als Projekt nur möglich war als Aufhebung der christlichen Religion und somit diese Religion voraussetzt.
Samstag, 4. März 2023
„Niemand weiß,was uns nach dem Tod erwartet.Ob es überhaupt jemanden gibt,der sich für uns interessiert.Wir haben also die Wahl,entweder auf Verdacht hin ein gottgefälliges Leben zu führen oder das Beste für uns herauszuholen.Was halten Sie für klüger?
„Niemand weiß,was uns nach dem Tod erwartet.Ob es überhaupt jemanden gibt,der sich für uns interessiert.Wir haben also die Wahl,entweder auf Verdacht hin ein gottgefälliges Leben zu führen oder das Beste für uns herauszuholen.Was halten Sie für klüger?“
So wird in dem Roman: „Stern des Bösen“ von Stephanie Seidel, Professor Zamorra Bd 1271,S.18 gefragt. Eine kluge Entscheidung wird hier eingefordert und der Leser kann nun hier auch aus diesem faszinierenden Roman aussteigen, um sich selbst so fragen zu lassen. Was erwartet uns nach dem Tode? Was kann darüber gewußt werden? Wir besäßen darüber kein Wissen,nur einen Verdacht. Aber dieser Verdacht ist nun doch recht gehaltvoll an Vorstellungen. Ob wir etwas Positives nach unserem Tode zu erwarten dürfen, hängt davon ab, ob wir ein gottgefälliges Leben führen. Der, der sich für uns interessiert, ist so der Gott, der uns, leben wir gottgefällig Positives nach unserem Tode geben wird, nennen wir das einmal: das ewige Leben.
Nur dies gottgefällige Leben steht in einem Widerstreit zu einer Lebensführung,für uns das Beste herauszuholen.Wer für sich das Beste in seinem Erdenleben herausholt, der verliert so die Hoffnung auf ein jenseitiges postmortales Leben. Der Kontext dieser Aussage verständlicht diese Antithetik. Es geht darum, ob der so Gefragte bereit ist, Verbrechen zu begehen, um reich zu werden, ja sogar deshalb mit den Mächten des Bösen zu paktieren.
Nehmen wir mal die These an, daß es nur ein Verdacht ist, daß ein gottgefälliges Leben mit dem ewigen Leben, ein Leben dagegen, das mit allen Mitteln versucht, auf Erden Reichtum und Macht zu erlangen, mit dem Ausschluß vom ewigen Leben sanktioniert wird, und daß der Geber oder auch Nichtgeber Gott ist. Es muß zudem eine Vorstellung davon geben, was ein gottgefälliges Leben ausmacht, zumindest dies, daß es eine Lebensführung, mit allen Mitteln das Beste herauszuholen widerstreitet.
Wie entscheidet man in dieser Causa klug? Jetzt schlage ich zur Respondierung dieser Frage einen kleinen Umweg vor. Eine Mutter steht mit ihrem Buben vor einem zugefrorenen Fluß; endlich ein kalter Wintertag! „Mama, ich möchte da Schlittschuh laufen!“ Die Mutter kann nun nicht erkennen, ob das Eis schon fest genug ist oder ob ihr Kind einbrechen würde. Welche Entscheidungsoptionen stehen für sie offen. Nur 2: entweder erlaubt sie ihrem Kinde das Laufen oder nicht. Daß sie sich die Option offen halten kann, später ihre Entscheidung zu revidieren, ändert nichts an der Tatsache, daß sie in dem Augenblick des Entscheidenmüssens nur über diese 2 Möglichkeiten verfügt.
Wenn sie dem Kinde das Eislaufen erlaubt, gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder hält das Eis und sie hat richtig entschieden oder es hält nicht und im schlimmsten Fall ertrinkt ihr Bub.
Wenn sie dem Kinde das Eislaufen verbietet, gibt es auch 2 Möglichkeiten. Entweder das Eis hätte gehalten und das Kind hätte nicht geweint, weil es nicht Schlittschuh fahren durfte oder das Eis hätte nicht gehalten und so hätte sie ihrem Kinde das Leben gerettet.
Wie entscheidet dann eine kluge Mutter? Sie wird fragen: Wenn ich mich irre in der Frage, hält das Eis oder nicht, wann ereignete sich dann für mein Kind der größere Schaden? Sie wählt dann klugerweise die Option mit dem geringeren Schaden für das Kind. Der schlimmste Schaden ist also der, wenn sie dem Kind das Eislaufen erlaubt und es im schlimmsten Falle dann im Fluß ertrinkt.
Wie fiele dann eine kluge Entscheidung aus,wenn es um die Möglichkeit des ewigen Lebens ginge. 2 Falschentscheidungen sind möglich:
Man entscheidet sich für ein gottgefälliges Leben und es gibt dann kein ewiges Leben nach dem Tode, dann hat man umsonst auf ein Leben verzichtet, das Beste daraus herauszuholen oder man führt ein Leben nach der Maxime: Der Zweck, reich zu werden, zu genießen heiligt jedes Mittel, und man wird vom ewigen Leben deshalb ausgeschlossen. Was ist nun der größere Schaden? Der umsonst auf ein irdisches Wohlleben verzichtet zu haben oder der, nicht ewig leben zu können? Berücksichtigt man dann noch, daß der Verdacht nicht nur auf der Hoffnung auf ein ewiges Leben besteht sondern auch in der Vorstellung, daß es statt des ewigen Lebens die ewige Verdammnis gibt, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Es ist unklug, sich der möglichen Gefahr des Verlustes des ewigen Lebens auszusetzen, da der Schaden,lebte man gottgefällig, ohne daß es ein ewiges Leben gäbe, viel geringer ausfiele.
Theologisch wird man dann noch einwenden dürfen, daß der Glaube an ein ewiges Leben, das Gott denen verheißt, die gottgefällig leben, doch fundierter ist als daß er nur ein Verdacht ist, aber als geglaubte Hoffnung ist dieser Glaube doch auch nicht ein klares Wissen: So ist es! Denn wir leben im Glauben, noch nicht im Schauen.
Wichtig ist bei dieser Frage nicht einfach die Frage nach dem Daß eines ewigen Lebens, sondern die, ob das Wie unserer irdischen Lebensführung einen Einfluß darauf hat, ob es für uns ein ewiges Leben geben wird! Denn sonst wäre dies ewige Leben ja für die Praxis irrelevant, wenn wir in es eingehen würden, egal wie wir lebten.
Freitag, 3. März 2023
Bischof Bätzing auf den Spuren Luthers
Bischof Bätzing auf den Spuren Luthers
Nicht, daß dieser Bischof das Format Luthers aufwiese, aber die antirömische Haltung immitiert er schon, auch wenn diese Nachäffung wirklich nicht mal theatralisch überzeugend wirkt. Die von Kath de gewählte Überschrift bringt diese antirömische Insubordination auf den Punkt: „Bischof Bätzing kritisiert Nuntius Eterovic scharf.“ Ja, Bischof Bätzing sagt: „Es sei phasenweise fast unerträglich gewesen, dem zuzuhören.“
Auch „distanzierte sich Bätzing auch vom Papst: "Da sage ich: Heiliger Vater, das kannst du vortragen, ja. Du kannst aber nicht verlangen, dass man das annimmt." (2.März 2023) So polemisch reagierte dieser Bischof auf die Klarstellungen des Nuntius, daß das Frauenpriestertum nicht in der Kirche eingeführt werden dürfe und daß die Installation von „Räten“ auf allen Ebenen der Kirche als Entscheidungsgremien inkompatibel sei mit dem hierarischen Aufbau der Kirche.
Bischof Bätzing, den Papst andutzend, zeigt dem einfach eine „Rote Karte“, denn der Papst könne zwar verlautbaren, was ihm gefalle, aber die Bischöfe Deutschlands machen, was ihnen gefalle. So einfach liquidiert dieser Pseudobischof das Lehramt der Kirche, die Verbindlichkeit der Tradition und das Zeugnis der hl. Schrift! Ganz im Ungeiste der Rotte Korach rebelliert man hier, indem man gegen die Ordnung der Kirche revoltiert natürlich in erster Linie gegen Gott selbst, dem Geber der Kirchenordnung. (Vgl 4.Mose 16)
Die durch den Synodalen Irrweg konzipierte Verprotestantisierung gipfelt eben konsequenterweise im Nein zum Lehramt der Kirche.Bischof Bätzing agiert hier eindeutig schismatisch, aber in der Kirche gilt, was auch im Fußball gilt: Ein Tor ist nur ein Tor, wenn der Schiedsrichter es pfeift und so ist dieser Bischof erst ein Schismatiker, wenn er von Rom so verurteilt wird. Es drängt sich der Verdacht auf, daß Bischof Bätzing und seine Mitrevoluzzer darauf setzen, daß Rom es bei bloßen Worten genügen läßt, um dann zuzusehen, wie die Mehrheit der Bischöfe die Katholische Kirche hinter sich läßt, um eine neue zeitgeistgemäße „Kirche“ zu kreieren. Nur Luther hat sich von der Kirche separiert, um eine neue zu stiften, die jetzigen Antirömer wollen aber die Besitzstände der Kirche in die neue hinüberretten und betiteln so die neue Kirche weiterhin als „katholisch“, obzwar sie ganz erfüllt ist vom Geiste des Protestantismus, der Rotte Korach nachfolgend.
Zusatz
Kath de jubelt (3.3.2023): Kfd: Zeit des "stillen Gehorsams" gegenüber Rom ist vorbei
Donnerstag, 2. März 2023
Zur aktuellen Daimonisierung der sich revitalisierenden Friedensbewegung
Zur aktuellen Daimonisierung der sich revitalisierenden Friedensbewegung
Seit der erfolgreich verlaufenden Friedensdemonstration in Berlin, zu der die Linken-Politikerin Frau Wagenknecht und die bekannte Feministin Schwarzer aufgerufen haben,steht die sich als seriös verstehende Presse vor der Aufgabe, diese Nein zu weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine, Diplomatie statt Krieg Kundgebung zu verteufeln. Die Parteiführung der Linken, schon seit längerem im Dauerkonflikt mit ihrer populärsten Politikerin, der Frau Wagenknecht distanzierte sich von der Berliner Kundgebung, unterstützt sie ja faktisch die Regierungspolitik. Daß nun die Partei der „Grünen“, sich einst als die parlamentarische Vertretung der außerparlamentarischen Friedensbewegung verstehend, nun mutiert zur vehementesten Bejaherin der Natokriegspolitik, Nein zu dieser Friedenskundgebung sagt, beweist, daß an dem Satz: Macht korrumpiert!, doch etwas Wahres dran ist.
Die Katholische Kirche und die EKD, einst feste Bastionen der Friedensbewgung, ja man verstieg sich gar dazu,die Bergpredigt falsch zu übersetzen, aus: Selig die Sanftmütigen Selig, die keine Gewalt anwenden zu machen, überbieten sich jetzt wechselseitig in der Disziplin der Regierungstreue und bejahen so vorbehaltlos die Natokriegspolitik gegen Rußland anäßlich der Causa des Ukrainekrieges.
Da will nun die „Tagespost“ nicht nachstehen in ihrem Kampf gegen die Friedensbewegung. Die Berliner Friedenskundgebung verstöße gegen die Staatsräson! Wer da demonstriert habe, habe also staatsfeindlich gehandelt! Für die Rüstungsexporte, die alle von der Regierung zu genehmigen sind, galt eigentlich zumindest bis vor dem Ukrainekrieg, daß Kriegswaffenlieferungen in Kriegsgebiete nicht erlaubbar seien, sofern Nichtnatomitglieder die Kriegsparteien sind. Dies Prinzip legte nun die Regierung ad acta. Rückblickend müßte also festgestellt werden, daß dies einstige Prinzip selbst der Staatsräson widersprochen hatte und so jetzt liquidiert wurde. (Vgl dazu: Ley:Keine Waffenlieferungen in Krisengebiete?
Hinterfragung eines Grundsatzes deutscher Rüstungsexportpolitik, im Internet findbar)
Wie heiß nun das neue Prinzip: Kriegswaffen dürfen an Kriegsparteien ausgeliefert werden, wenn diese für die Werte des Westens Krieg führen! Wer gegen solche Kriegswaffenexporte sich ausspricht, stellt sich feindlich zur Westlichen Welt und verstößt so gegen die Staatsräson, denn Deutschland ist fest in den Westen integriert und muß es auch bleiben!
In der „Tagespost“ am 1.März 2023 ließt sich das so:
„Die Demonstration der Unterstützer des Wagenknecht/Schwarzer-Manifests war nicht nur eine Anti-NATO-Kundgebung, ein nostalgisches Revival für Veteranen der Friedensbewegung oder ein Happening des Antiamerikanismus. Das war sie alles auch. Vor allem aber war sie eine Kampfansage an die Staatsräson der Bundesrepublik. Die politischen Lager in Deutschland sortieren sich neu. Die Demo in der Hauptstadt hat offenbar gemacht, wo die Bruchstelle liegt. Es geht nicht mehr um rechts oder links, sondern um die Frage, ob Deutschlands "langer Weg nach Westen" (Heinrich August Winkler) als eine Erfolgsgeschichte verstanden wird, die es fortzusetzen gilt,oder aber als ein Irrweg zu deuten ist.“
Also, wie einst unsere Soldaten in Afghanistan die westliche Freiheit gegen die Taliban zu verteidigen hatten, so verteidige jetzt die Bundesregierung die westliche Freiheit gegen Rußland, das in die Ukraine widerrechtlich eingefallen sei, indem sie die ukrainische Armee zum Sieg gegen die russischen Truppen aufrüste.
Nun könnte man ja über die Frage, wie es zu einem Ende des Ukrainekrieges kommen könne, verschiedener Meinung sein auch unter den Befürwortern des langen Weges nach dem Westen. Aber der „Tagespost“-Kommentar behauptet nun, daß nur das Setzen auf die militärische Option mit dem „Westen“ kompatibel sein, während die Forderung nach einer diplomatischen Lösung nicht mit der westlichen Werteordnung in Einklang sich befände. Der „lange Weg nach Westen“ präferiere also den Krieg und das Schlachtfeld als die Lösung zwischenstaatlicher Konflikte. Schaut man diesbezüglich auf die USA, dem Zentrum der westlichen Welt: Wie viele Kriege gewannen sie, nicht nur den 1. und den 2.Weltkrieg, dann könnte daran was Wahres sein, daß der Westen die Kriegsoption präferiert.
Aber mit der ideologischen Selbstinterpretation des „Freien Westens“ ist eine solche Präferenz nicht kompatibel, nur mit der Realpolitik.
Bezeichnend für die aktuelle Kriegszieldiskussion ist es ja, daß nicht die Frage im Vordergrund steht, wie dieser Krieg zu beenden sei, sodaß der Vorstoß der chinesischen Regierung für eine diplomatische Lösung im Westen auf wenig Gegenliebe stieß, sondern wie ein Sturz der russischen Regierung zu bewirken sei,ja schon Kriegsverbrecherprozesse gegen Putin werden angedacht. Der Feind des Westens ist eben Putin, der muß bekriegt werden sodaß die deutsche Außenministerin ja schon euphorisch Rußland den Krieg erklärt hat.
Befrüge man nun die Natoenthusiasten, ob denn diese antirussische Politik im Interesse des deutschen Volkes wäre,hieße die Antwort: Nur Nationalisten fragen so! Denn ob der lange Weg Deutschlands in den Westen uns gutgetan habe, das ist doch schon eine nationalistisch völkisch gestellte Frage! Spätestens seit dem Nein zur Stalinofferte, daß wir ein wiedervereintes freies Deutschland bekommen könnten, wenn wir uns außenpolitisch zur Neutralität verpflichteten, zeigt sich, daß die Westintegration zu Lasten unseres Volkes sich auswirkte. Daß die amerikanische Umerziehung, Reeducation genannt, unserem Volke sehr geschadet hat, kann eigentlich auch nur ein antideutsch Gesonnener bestreiten.
Ergo: Die Kriege des Westens sind keine deutschen Kriege; es gab deutsche Kriege, die die Bismarck zur Errichtung des Deutschen Reiches führte, aber dieser Natokrieg mit den ukrainischen Hilfstruppen gegen Rußland ist kein deutscher Krieg.Uns Deutschen hat es stattdessen immer gutgetan,mit Rußland zu cooperieren, zumal seit der Französischen Revolution Rußland allen Conservativen Deutschlands ein geschätzter Partner wider den französischen Revolutionsvirus war und auch heute noch ein Bollwerk ist wider die westliche Genderideololgie, dem Multikulturalismus und der Glorifizierung der Homosexualität und vielen anderen westlichen Errungenschaften. Es ist aber bezeichnend, daß jede Kritik solcher westlicher Exzesse schon als demokratiefeindlich perhorresziert wird.
ZUsatz:
Der Krieg ist und bleibt ein Mittel der Politik, aber das heißt nicht, daß jeder gerechtfertigt ist. Es heißt aber auch nicht, daß sich in einem Kriege Gute gegen Böse gegenüberstehen, sondern die Kriege entstehen aus Interessenkonflikte, wobei nicht einfach legitime gegen illegitime stehen.So ist der Dauerkrieg Israels mit den Palästinensern auch nicht einer zwischen moralisch legitimen Anliegen und nichtlegitimen- es ist eher ein tragischer Konflikt, der schon anfing mit der kriegerischen Eroberung des Landes, das Gott dem Volke Israel verhieß als sein Eigentum und den dortigen Bewohnern, die dann getötet wurden durch die jüdischen Soldaten.
Mittwoch, 1. März 2023
„Was soll an den Leiden Christi noch fehlen? Rätselhafte Schriftstellen“
„Was soll an den Leiden Christi noch fehlen? Rätselhafte Schrift-stellen“
So frägt Pater F.Prosinger (Informationsblatt der Priester-bruderschaft St. Petrus, März 2023, S.3) Das Rätselwort lautet nun:
„Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch,und ergänze das in meinem Fleische, was an den Leiden Christi noch mangelt, für seinen Leib,welcher die Kirche ist. Kol, 1,24
Prosinger möchte das Fehlen nun interpretieren durch die Differenz von dem objektiv gewirkten Heil durch das Leiden Christi und der subjektiven Aneignung des Heiles. Zur Veranschaulichung des damit Gemeinten: Ein Mittagsessen ist der objektive Ermöglichungsgrund meiner Sättigung, wenn ich das Essen subjektiv mir aneigne, indem ich es aufesse. Dann würde Paulus hier aussagen, daß er durch sein Leiden das Leiden Christi sich so aneignet, daß das Leiden Christi ihm zum Heile gereicht.
Dieser Ausdeutung steht aber einerseits entgegen, daß der Apostelfürst nirgends sonst sagt, daß das objektive Heil wir uns durch unser Leiden anzueignen hätten.Der in Liebeswerken tätige Glaube eignet sich das am Kreuze objektiv gewirkte Heil an, nicht aber unser Leiden. Andererseits käme diese subjektive Aneignung nur Paulus zugute,nicht aber der Kirche als Ganzer. Die müßte sich dann ja auch noch durch ihr Leiden das Heil aneignen.
Die von Prosinger vorgeschlagene Deutung insistiert auf die Alleingenügsamkeit des Leidens Christi für das Heil der Kirche, aber so wird sie doch der paulinischen Aussage des Mangels nicht gerecht. Da diese Aussage eine der Hl. Schrift ist, dürfen wir nun nicht meinen, hier habe sich der Apostel geirrt. Wie könnte also der Mangel des Leidens Christi begriffen werden?
Einen Umweg schlage ich jetzt vor, um dafür eine Antwort zu finden: Warum gibt es Christen, die im Fegefeuer noch ihre Sünden abbüßen müssen, obzwar Gott ihnen vergeben hat? Oder:Warum sollen wir beten: Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern? Könnte nicht gegen dies Gebet eingewandt werden, daß da uns Gott um des Leidens Christi willen die Sünde vergibt, bräuchten, ja könnten wir gar nicht mehr einem Mitchristen vergeben, weil ihm ja schon von Gott seine Sünden vergeben sind?
Hier könnte diese Differenzierung weiterhelfen: Jede Sünde ist eine wider Gott und das Leiden Christi ist der objektive Ermöglichungsgrund dafür, daß wir diese Erlösung uns subjektiv aneignen, sodaß sie uns vergeben werden. Aber eine Sünde kann auch ein Sündigen wider Menschen sein. Jesus hat dem reumütigen Mörder am Kreuze seine Sünde wider Gott vergeben und verheißt ihm so, daß er heute noch in das ewige Leben eingehen wird. Aber er erläßt ihm nicht den Kreuzestod. Er stirbt am Kreuz den Tod, den der Mörder als für seine Untaten angemessen akzeptiert. Der Mörder hat eben auch gegen Menschen schwer gesündigt. Dies Sündigen wider Menschen vergibt Jesus nicht einfach, sondern bejaht es, daß er dafür bestraft wird. Im Fegefeuer würden dann die Sünden, insofern wir gegen Menschen gesündigt hatten, abgebüßt, denn die Sünden wider Gott sind uns ja vergeben.
Ein Beispiel möge die Relevanz dieser Unterscheidung veranschaulichen: Gesetzt den Fall, ein Priester beichtet, daß er eine Frau vergewaltigt habe, dann kann ihn diese Sünde im Beichtstuhl durch einen Priester vergeben werden, aber die Kirche wird darauf insistieren, daß wenn diese Untat bekannt wird, daß er dafür durch ein weltliches Gericht dafür bestraft wird, obzwar dem Täter diese Sünde vergeben worden ist in der Beichte. Für seine Sünde wider die Frau würde er dann bestraft werden, auch wenn sie ihm als Sünde wider Gott vergeben ist.
Aber diese Differenzierung hilft für das Verstehen der obigen Paulusaussage nicht viel weiter, denn so kann nur geklärt werden, warum dem Leiden Christi tatsächlich ein Mangel innewohnt, aber nicht, warum dann das Leiden des Apostels der ganzen Kirche zugute kommt, es käme so nur dem Apostel zugute.
In der Bergpredigt lehrt uns Jesus Christus: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 5,20)
Was nun, wenn die Gerechtigkeit eines Christen im Gericht Gottes sich als nicht so groß, wie hier gefordert, erweist? Die Katholische Antwort lautet: Den Gliedern der Kirche kommt dann der Gnadenschatz der Kirche zur Hilfe: Aus ihm wird ergänzt, was dem Einzelglied der Kirche an Gerechtigkeit fehlt. Nun liegt es nahe, das Kreuz Christi bedenkend, zu urteilen, daß dieser Gnadenschatz ausschließlich von Jesus Christus erwirkt ist. Aber so ist es nicht: Im Gnadenschatz sind auch alle guten Werke der Heiligen enthalten, die so auch als Verdienste der Kirche zukommen. Dann könnte dieser Mangel am Kreuzesleiden Christi so gedeutet werden: Gott will, daß auch die verdienstlichen Werke etwa des Apostels Paulus, auch wenn sie im Leiden bestehen, das er um Christi willen auf sich genommen hat, der Kirche zugute kommen. Der Gnadenschatz würde zur Vergebung aller Sünden wider Gott reichen, aber Gottes Wille ist es, daß der Gnadenschatz zudem durch gute Werke von Menschen angefüllt wird. Gott beruft eben in besonderer Weise Menschen in die Kreuzesnachfolge, etwa den stigmatisierten Pater Pio, damit sie ihr Leiden einbringen in den Gnadenschatz der Kirche zum Heil der Kirche. Dieser Gnadenschatz der Kirche gehört so zur objektiven Seite der Erlösung, die dann subjektiv anzueignen ist, er kommt dann aber bei einer defizitären Aneignung den Gliedern der Kirche zugute.
Dieser Mangel wäre so kein objektiver, sondern gründete sich allein in Gottes Willen, daß in diesem Gnadenschatz auch menschliche Verdienste einfließen sollen.
Dies ist nur ein Versuch, wer einen besseren kennt, möge den anzeigen!
Zusatz:
Es sei an Therese Neumann, der Heiligen aus Konnersreuth erinnert, deren Leiden Armen Seelen eine Hilfe war.
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